{"id":15659,"date":"2026-07-29T22:02:28","date_gmt":"2026-07-29T20:02:28","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/was-infantinos-wm-plan-fuer-den-weltfussball-bedeutet-38029298-html-2\/"},"modified":"2026-07-29T22:02:28","modified_gmt":"2026-07-29T20:02:28","slug":"was-infantinos-wm-plan-fuer-den-weltfussball-bedeutet-38029298-html-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/was-infantinos-wm-plan-fuer-den-weltfussball-bedeutet-38029298-html-2\/","title":{"rendered":"Fu\u00dfball-WM: Was Infantinos Investorenplan f\u00fcr den Weltfu\u00dfball bedeutet"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Gianni Infantino will Investoren f\u00fcr die Rechte auch an WM-Turnieren ins Spiel bringen. Was dieser heikle Plan f\u00fcr die Fans bedeuten k\u00f6nnte \u2013 und welche Rolle Europas Fu\u00dfball einnimmt.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Gewaltige Emp\u00f6rung, Widerworte aus der Politik und ein klares Veto von der Uefa: Fifa-Boss Gianni Infantino hat mit seinen Investoren-Pl\u00e4nen einmal mehr f\u00fcr gro\u00dfe Kritik gesorgt. Nicht einmal zwei Wochen nach dem WM-Finale in den USA teilte der Fu\u00dfball-Weltverband mit, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils seiner kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen.<\/p>\n<p>Es ist nicht das erste Mal, dass Pr\u00e4sident Infantino aktiv einen vorher nie erlebten Ausverkauf von Fifa-Rechten plant. Im November 2018 warb der Schweizer f\u00fcr einen Investoren-Deal f\u00fcr die Vermarktungsrechte an einer neuen Club-WM mit 24 Teams sowie einer globalen Nations League mit einem Finalturnier kontinentaler Champions. Es ging um die stolze Summe von 25 Mrd. Dollar. Damals scheiterte Infantino.<\/p>\n<h2>Infantinos Schachzug nach WM-Turbulenzen<\/h2>\n<p>Diesmal nannte die Fifa einen Erl\u00f6s von etwas mehr als 4 Mrd. US-Dollar. Daf\u00fcr h\u00e4tte ein solcher Schritt einen anderen Effekt: Infantino k\u00f6nnte nach einer weiteren Periode als Pr\u00e4sident ab 2031 zum Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des neu zu gr\u00fcndenden Tochterunternehmen FFE werden und so nach 15 Jahren Amtszeit weiter m\u00e4chtig im Fifa-Kosmos wirken.<\/p>\n<p>Es ist mal wieder ein Schachzug \u00e0 la Infantino, der w\u00e4hrend der WM wegen der auf Anruf von Donald Trump zur\u00fcckgezogenen Sperre von US-St\u00fcrmer Folarin Balogun schwer in die Kritik geriet und nun vorw\u00e4rts verteidigt. Anfang der Woche wurde publik, dass ein demokratischer Abgeordneter Infantino f\u00fcr eine Befragung in den Justizausschuss des Repr\u00e4sentantenhauses zitieren will, wenn er in den USA sei. Dieses Thema wird medial erst einmal verdr\u00e4ngt. Stattdessen fragen sich viele: Wie geht es mit dem geplanten Fifa-Deal weiter?<\/p>\n<\/p>\n<h2>Was w\u00fcrde sich f\u00fcr Fans \u00e4ndern?<\/h2>\n<p>Konkrete \u00c4nderungen f\u00fcr Fans k\u00fcndigte die Fifa nicht an. Einem Bericht der \u201eTimes\u201c zufolge k\u00f6nnte ein solcher Deal den Druck erh\u00f6hen, das Feld einer WM weiter auszubauen oder die WM h\u00e4ufiger als bisher auszutragen. Hintergrund ist das Gesch\u00e4ftsmodell solcher Beteiligungen: Die Investoren setzen darauf, dass die Erl\u00f6se der kommerziellen Gesellschaft steigen.\u00a0<\/p>\n<p>Wachsen Umsatz und Unternehmenswert, steigt auch der Wert ihrer Beteiligung. Mehr Spiele oder mehr Turniere k\u00f6nnten f\u00fcr h\u00f6here Einnahmen sorgen. Die Fifa erkl\u00e4rte in der Mitteilung, \u201edie ausschlie\u00dfliche Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die F\u00fchrung des Fu\u00dfballs, die Wettbewerbe, den internationalen Spielkalender und s\u00e4mtliche regulatorischen und sportlichen Entscheidungen\u201c zu behalten. Schon zuletzt hatte Infantino verk\u00fcndet, dass die Einnahmen im aktuellen WM-Zyklus auf 15 Mrd. US-Dollar klettern sollen.<\/p>\n<h2>Wer sind die Gegner und was k\u00f6nnen sie tun?<\/h2>\n<p>Der m\u00e4chtigste Gegner ist die Uefa, die ihre Ablehnung klar kommunizierte. \u201eDamit wird eine Grenze \u00fcberschritten, die die f\u00fcr den Fu\u00dfball verantwortlichen Institutionen niemals \u00fcberschreiten d\u00fcrften\u201c, teilte der Dachverband mit. Die Europ\u00e4ische Fu\u00dfball-Union nehme die Sache sehr ernst. Einen Bericht, wonach man den Boykott von Fifa-Wettbewerben erw\u00e4ge, wollte die Uefa am Morgen nicht kommentieren. Es steht im Raum, dass es noch diese Woche eine Dringlichkeitssitzung der europ\u00e4ischen Verb\u00e4nde geben soll.<\/p>\n<p>Bemerkenswert: Ihr Statement ver\u00f6ffentlichte die Uefa bereits auf Basis eines Berichts der \u201eTimes\u201c und noch bevor die Fifa offiziell die Pl\u00e4ne mitteilte. Als Uefa-Vizepr\u00e4sident betonte Hans-Joachim Watzke die gro\u00dfe Macht der Europ\u00e4er. \u201eBei der WM standen sechs europ\u00e4ische Teams im Viertelfinale und drei im Halbfinale. Wenn sich der europ\u00e4ische Fu\u00dfball geschlossen gegen die Pl\u00e4ne wehrt, hat das sehr viel Gewicht\u201c, sagte Watzke auf Anfrage.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Uefa pr\u00e4sentiert sich nicht zum ersten Mal als Bollwerk des gegenw\u00e4rtigen Zustands im Weltfu\u00dfball. Auch bei Infantinos Milliarden-Pl\u00e4nen 2018 ging der europ\u00e4ische Dachverband mit Pr\u00e4sident Aleksander Ceferin in Frontalopposition zum Weltverband \u2013 und setzte sich am Ende durch.\u00a0<\/p>\n<p>Ceferin war auch bei den Super-League-Pl\u00e4nen europ\u00e4ischer Clubs im Jahr 2021 einer der lautesten und prominentesten Gegner. Er k\u00fcndigte unter anderem an, Profis k\u00f6nnten nicht mehr bei WM und EM spielen, wenn sie Teil dieser Super League w\u00fcrden. Diesmal wird sich die Opposition komplizierter gestalten, denn Infantinos Fifa will die Fu\u00dfball-Welt und vor allem die kleinen Verb\u00e4nde mit zus\u00e4tzlichem Geld \u00fcbersch\u00fctten.<\/p>\n<h2>Ist der geplante Deal mehrheitsf\u00e4hig?<\/h2>\n<p>Davon ist auszugehen. Denn abseits der Ablehnung aus Europa d\u00fcrfte es gerade bei kleineren Mitgliedsstaaten eine Zustimmung f\u00fcr die Idee geben, weil sie schlicht f\u00fcr einen deutlichen Anstieg der Einnahmen sorgt. \u201eHier geht es um die Demokratisierung des Fu\u00dfballs weltweit\u201c, sagte Infantino.<\/p>\n<p>\u201eWir beabsichtigen, auch in die kleinsten oder entlegensten Teile der Fu\u00dfballwelt, die zu oft \u00fcbersehen werden, massiv zu investieren\u201c, f\u00fcgte Infantino an. Nach Fifa-Angaben k\u00f6nnten sich die Einnahmen pro Jahr f\u00fcr die Mitgliedsstaaten mehr als verdreifachen \u2013 auf im Schnitt bis zu mehr als 7 Mio. US-Dollar pro Jahr bis 2038. Das ist vor allem f\u00fcr kleine Verb\u00e4nde ein riesiges Gesch\u00e4ft. Infantino lie\u00df wissen, jeder Fifa-Mitgliedsverband solle einen fairen Anteil an dem Deal erhalten, um seine eigene Zukunft zu gestalten.<\/p>\n<\/p>\n<p>In K\u00fcrze werde ein Vorschlag, der derzeit gepr\u00fcft werde, den 211 Mitgliedsverb\u00e4nden und dem Fifa-Rat vorgelegt, die die Entscheidungstr\u00e4ger in dieser Angelegenheit seien, sagte ein Fifa-Sprecher auf Anfrage.\u00a0<\/p>\n<p>Der Verband Concacaf, der die Nationen in Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik vertritt, zeigte sich von dem Prozedere entt\u00e4uscht. \u201eWir sind zutiefst besorgt \u00fcber das Fehlen eines ordnungsgem\u00e4\u00dfen Verfahrens\u201c, hie\u00df es in einem Statement, \u00fcber das Sky News berichtete. Man habe erst \u00fcber die Medien davon erfahren.<\/p>\n<h2>Welche Rolle k\u00f6nnte Infantino spielen?<\/h2>\n<p>Sollte das Modell umgesetzt werden, k\u00f6nnte Infantino das neue Unternehmen als Commissioner oder Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer leiten. Es sei \u00fcber dieses Szenario aber noch nie konkret gesprochen worden, betonte ein Fifa-Sprecher. Der Pr\u00e4sident und die Verwaltung m\u00fcssten jedoch \u2013 sofern es genehmigt wird \u2013 f\u00fchrende Rollen in dieser Einrichtung einnehmen, um gem\u00e4\u00df der Fifa-Statuten die Kontrolle \u00fcber jede Tochtergesellschaft zu behalten.<\/p>\n<p>Die Kritik daran ist enorm. \u201eDie enge Beziehung zwischen dem Fifa-Pr\u00e4sidenten und dem US-Pr\u00e4sidenten hat eine finanzielle Dimension angenommen, die dem Fu\u00dfball erheblichen Schaden zuf\u00fcgt. Niemand hat das Recht, unseren Sport zu verkaufen\u201c, schrieb der ehemalige Fifa-Boss Joseph Blatter bei X.<\/p>\n<\/p>\n<p>Auch Gro\u00dfbritanniens Premier Andy Burnham (\u201eDer Fu\u00dfball geh\u00f6rt nicht den Investoren\u201c) und die britischen Medien (\u201eWM zum Verkauf\u201c und \u201eRote Karte f\u00fcr Fifa-Plan, die WM zu verkaufen\u201c) \u00fcbten deutliche Kritik.<\/p>\n<h2>Wie ist es mit Investoren in der Bundesliga?<\/h2>\n<p>Auch die Deutsche Fu\u00dfball Liga (heute Bundesliga) wollte auf \u00e4hnliche Weise wie die Fifa einen Minderheitsinvestor an einer geplanten Vermarktungsgesellschaft namens MediaCo beteiligen. Nach massiven Fanprotesten wurden die Pl\u00e4ne Anfang 2024 aber aufgegeben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Gianni Infantino will Investoren f\u00fcr die Rechte auch an WM-Turnieren ins Spiel bringen. 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