{"id":15667,"date":"2026-07-29T23:03:09","date_gmt":"2026-07-29T21:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/gegensanktionen-china-aergert-sich-ueber-europa\/"},"modified":"2026-07-29T23:03:09","modified_gmt":"2026-07-29T21:03:09","slug":"gegensanktionen-china-aergert-sich-ueber-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/gegensanktionen-china-aergert-sich-ueber-europa\/","title":{"rendered":"Gegensanktionen: China \u00e4rgert sich \u00fcber Europa"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Olga Samofalowa<\/em><\/p>\n<p>China hat beschlossen, Europa daf\u00fcr zu bestrafen, dass es chinesische Unternehmen in das 21. Sanktionspaket gegen Russland aufgenommen hat. Die Europ\u00e4ische Union verd\u00e4chtigt 14 Unternehmen aus China und Hongkong, dabei zu helfen, die antirussischen Sanktionen zu umgehen, und Elektronik, CNC-gesteuerte Maschinen, Ausr\u00fcstung zur Herstellung von Mikrochips und \u00c4hnliches nach Russland zu liefern.<\/p>\n<p>In Peking wurde dieser Schritt als Angriff auf die eigenen Unternehmen gewertet, als ungerecht bezeichnet und mit einer spiegelbildlichen Reaktion beantwortet. Es wurden Exportkontrollen gegen 14 europ\u00e4ische Unternehmen aus verschiedenen Branchen \u2013 von der R\u00fcstungsindustrie bis hin zur Hochtechnologie \u2013 verh\u00e4ngt. Genauso viele chinesische Unternehmen wurden von den EU-Sanktionen erfasst.<\/p>\n<p>Nun ist es chinesischen Exporteuren untersagt, G\u00fcter mit doppeltem Verwendungszweck an diese europ\u00e4ischen Unternehmen zu verkaufen, und auch ausl\u00e4ndische Unternehmen sowie Privatpersonen d\u00fcrfen dies nicht tun. Ausnahmen k\u00f6nnen nur vom Handelsministerium der Volksrepublik China erteilt werden.<\/p>\n<p>Auf die Liste gesetzt wurden der italienische Elektromotorenhersteller Lafert, der deutsche Hersteller von gepanzerten Fahrzeugen, Artillerie und Munition Rheinmetall, der tschechische Hersteller von Schwerlastkraftwagen TATRA TRUCKS, der franz\u00f6sische Halbleiterhersteller III-V LAB, das niederl\u00e4ndische Schiffbauunternehmen IHC Merwede, ein litauischer Hersteller von Laserger\u00e4ten sowie weitere Unternehmen.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen auf diese verschiedenen Unternehmen werden unterschiedlich ausfallen. Alexander Bachtin, Investmentstratege bei der Investmanagement-Firma Garda Capital, sagt:<\/p>\n<p><em>&#8222;F\u00fcr chinesische Unternehmen erschweren die neuen Sanktionen die Abrechnungen, die Logistik und den Zugang zu europ\u00e4ischen Technologien. Am anf\u00e4lligsten sind Unternehmen, die auf den Export in die EU ausgerichtet sind oder europ\u00e4ische Ausr\u00fcstung und Software in ihren Produktionsketten einsetzen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Was die Reaktion Pekings angeht, so ist China f\u00fcr einen der gr\u00f6\u00dften R\u00fcstungskonzerne Europas, das deutsche Unternehmen Rheinmetall, zwar nicht die einzige Quelle f\u00fcr kritische Milit\u00e4rtechnologien, aber ein wichtiger Lieferant f\u00fcr bestimmte Materialien und Komponenten, weshalb die Beschr\u00e4nkungen Schwierigkeiten mit sich bringen werden. F\u00fcr einen Teil der auf der Liste aufgef\u00fchrten Unternehmen werden die Beschr\u00e4nkungen eher symbolischen Charakter haben. F\u00fcr Hersteller von Spezialelektronik und -optik (wie Vigo Photonics oder Ekspla) hingegen werden die Lieferbeschr\u00e4nkungen zu einem ernsthaften Problem, auch wenn es in einigen F\u00e4llen m\u00f6glich ist, Ersatz f\u00fcr chinesische Komponenten zu finden.<\/p>\n<p>Besonders schwierig ist die Situation bei kritisch wichtigen Materialien. China dominiert die weltweite Produktion von Metallen wie Gallium und Germanium sowie einer Reihe von Seltenerdelementen \u2013 ohne diese kommen Optoelektronik und Halbleiter nicht aus. Bei einigen Produkten liegt der Anteil Chinas bei \u00fcber der H\u00e4lfte des weltweiten Volumens, und den europ\u00e4ischen Unternehmen stehen nur wenige kurzfristige Alternativen zur Verf\u00fcgung. Bachtin erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p><em>&#8222;Unter den europ\u00e4ischen Unternehmen k\u00f6nnten Hersteller von hochtechnologischen Industrieprodukten von den Beschr\u00e4nkungen betroffen sein, f\u00fcr die China nach wie vor einer der gr\u00f6\u00dften Absatzm\u00e4rkte ist. Dies betrifft in erster Linie Unternehmen aus den Bereichen Mikroelektronik, Photonik, Lasertechnologie und Pr\u00e4zisionsmaschinenbau.<\/em><\/p>\n<p><em>F\u00fcr sie ist China nicht nur ein Absatzmarkt, sondern auch ein wichtiges Glied in den Produktionsketten. Die Beschr\u00e4nkungen k\u00f6nnen zu Vertragsverlusten, Lieferverz\u00f6gerungen und der Suche nach teureren Alternativen f\u00fchren.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Die wahrscheinlichste Folge der chinesischen Gegensanktionen werde nicht ein Produktionsstillstand sein, sondern ein Anstieg der Selbstkosten einzelner Projekte, die Notwendigkeit, Lieferketten umzustrukturieren, alternative Lieferanten zu suchen oder \u00fcber Zwischenh\u00e4ndler zu arbeiten, meint Witali Lawrinowitsch, Business-Analyst bei PRoud.365. Er f\u00fcgt hinzu:<\/p>\n<p><em>&#8222;Dies kann zu steigenden Kosten und l\u00e4ngeren Laufzeiten bei einigen Technologieprogrammen f\u00fchren, wird aber kaum kritische Risiken f\u00fcr die Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit gro\u00dfer europ\u00e4ischer Unternehmen mit sich bringen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Allerdings ist diese Situation nur ein weiterer Abschnitt in der Geschichte des langj\u00e4hrigen Handelskonflikts zwischen der EU und China. Bachtin hebt hervor:<\/p>\n<p><em>&#8222;In den letzten Jahren haben die Seiten wiederholt gegenseitige Beschr\u00e4nkungen eingef\u00fchrt. Die EU versch\u00e4rft die Kontrolle \u00fcber chinesische Investitionen, schr\u00e4nkt den Export von Hochtechnologien ein und untersucht staatliche Subventionen f\u00fcr chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen, w\u00e4hrend China mit Exportbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr kritische Rohstoffe, \u00dcberpr\u00fcfungen europ\u00e4ischer Unternehmen und Sanktionen gegen einzelne Firmen reagiert.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Europ\u00e4er sind der Ansicht, dass viele chinesische Unternehmen umfangreiche staatliche Subventionen erhalten, was es ihnen erm\u00f6glicht, Dumping zu betreiben und europ\u00e4ische Hersteller vom Markt zu verdr\u00e4ngen. Genau aus diesem Grund verst\u00e4rkt die EU ihre Antidumping-Untersuchungen, f\u00fchrt zus\u00e4tzliche Z\u00f6lle und Beschr\u00e4nkungen ein und versucht so, die eigene Industrie zu sch\u00fctzen. Und China reagiert in der Regel mit Spiegelma\u00dfnahmen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Trotz der bestehenden Widerspr\u00fcche seien die Volkswirtschaften Chinas und der Europ\u00e4ischen Union weiterhin eng miteinander verflochten, stellt Lawrinowitsch fest und f\u00fcgt hinzu:<\/p>\n<p><em>&#8222;Daher hat heute keine der beiden Seiten ein Interesse an einem vollst\u00e4ndigen Abbruch der Handelsbeziehungen, und die derzeitigen Beschr\u00e4nkungen erh\u00f6hen eher die Kosten einzelner Projekte und erschweren die Logistik, als dass sie die Marktsituation insgesamt ver\u00e4ndern.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/vz.ru\/economy\/2026\/7\/28\/1438130.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist zuerst am 28. Juli 2026 auf der Website der Zeitung &#8222;Wsgljad&#8220; erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Olga Samofalowa<\/strong> ist Wirtschaftsanalystin bei der Zeitung &#8222;Wsgljad&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/286499-eu-bruessel-im-selbstzerstoerungsmodus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EU-Br\u00fcssel im Selbstzerst\u00f6rungsmodus <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7a3s0a\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Olga Samofalowa China hat beschlossen, Europa daf\u00fcr zu bestrafen, dass es chinesische Unternehmen in das 21. Sanktionspaket gegen Russland aufgenommen hat. 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