{"id":15716,"date":"2026-07-30T12:02:07","date_gmt":"2026-07-30T10:02:07","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/konjunktur-deutschlands-wirtschaft-waechst-trotz-krisen-weiter-38034684-html\/"},"modified":"2026-07-30T12:02:07","modified_gmt":"2026-07-30T10:02:07","slug":"konjunktur-deutschlands-wirtschaft-waechst-trotz-krisen-weiter-38034684-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/konjunktur-deutschlands-wirtschaft-waechst-trotz-krisen-weiter-38034684-html\/","title":{"rendered":"Konjunktur: Die deutsche Wirtschaft h\u00e4lt sich im Schatten des Irankriegs stabil"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die Konjunktur in Deutschland zeigt sich angesichts der vielen Krisen robuster als bef\u00fcrchtet. Gleichzeitig warnen \u00d6konomen vor neuen Risiken durch Energiepreise, Z\u00f6lle und das Niedrigwasser am Rhein<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die deutsche Wirtschaft ist im Fr\u00fchjahr trotz der Belastungen durch den Irankrieg das dritte Quartal in Folge gewachsen. Das <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/ist-das-bip-als-wohlstandsindikator-noch-zeitgemaess?utm_medium=standard&amp;utm_source=rss\" title=\"Gastbeitrag: BIP\" class=\"autolinker\">Bruttoinlandsprodukt<\/a> stieg von April bis Juni dank h\u00f6herer Exporte um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Sch\u00e4tzung mitteilte. Von der Nachrichtenagentur befragte \u00d6konomen hatten nur mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Im Schlussquartal 2025 reichte es zu einem Wachstum von 0,3 Prozent, in den ersten drei Monaten 2026 zu einem Plus von 0,4 Prozent: Beide Werte wurden leicht nach oben korrigiert.<\/p>\n<p>Die Ende Februar begonnenen Angriffe der USA und Israels auf den Iran haben die \u00d6lpreise in die H\u00f6he getrieben und Unternehmen wie Verbraucher viel Geld gekostet. \u201eDie Konsumausgaben entwickelten sich den vorl\u00e4ufigen Erkenntnissen nach verhalten, die Investitionen gingen zur\u00fcck\u201c, betonten die Statistiker. Daf\u00fcr nahmen die Exporte im Fr\u00fchjahr zu. Der Bundesbank zufolge k\u00f6nnten die deutschen Exporteure davon profitiert haben, dass ihre internationalen Wettbewerber \u2013 vor allem in Asien \u2013 st\u00e4rker von kriegsbedingten Engp\u00e4ssen bei Vorprodukten betroffen waren.<\/p>\n<\/p>\n<h2>Rezession ist unwahrscheinlich<\/h2>\n<p>\u201eIm Schatten des Irankriegs hat sich die deutsche Wirtschaft gut gehalten\u201c, kommentierte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Kr\u00fcger, die Entwicklung. \u201eDer seit Ende der Coronapandemie aufgelaufene Wachstumsr\u00fcckstand zu anderen L\u00e4ndern bleibt aber hoch.\u201c Wie es in der zweiten Jahresh\u00e4lfte weitergeht, h\u00e4ngt vor allem vom Irankrieg ab. \u201eSollte sich der Konflikt im Nahen Osten beruhigen, d\u00fcrfte Deutschland im Jahresverlauf solide wachsen\u201c, erwartet \u00d6konom Michael Herzum vom Fondsanbieter Union Investment. \u201eKommt es hingegen erneut zu dauerhaft h\u00f6heren Energie- und Rohstoffkosten, f\u00e4llt der Aufschwung schw\u00e4cher aus.\u201c Eine Rezession sei aber selbst in diesem Risikoszenario unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Konjunkturdaten wiesen zuletzt alle nach oben. Industrieauftr\u00e4ge, Produktion, Exporte, Baugenehmigungen und Einzelhandelsumsatz zogen jeweils an. In der Industrie sind die Auftragsb\u00fccher mittlerweile so gut gef\u00fcllt wie noch nie seit Beginn der Statistik 2015. Auch die Reichweite des Auftragsbestands liegt mit 8,9 Monaten auf Rekordniveau. \u201eIm Schatten des Krieges im Nahen Osten zeichnet sich endlich eine Trendwende in der deutschen Industrie ab\u201c, sagte ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski.<\/p>\n<p>Gest\u00fctzt wird die Konjunktur auch von der Politik. Sie steckt Milliarden in Infrastruktur und R\u00fcstung. Auch deshalb hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft im Juli bereits den dritten Monat in Folge aufgehellt, wie das Ifo-Institut bei seiner Umfrage unter 9000 Managern aller Branchen herausfand. Allerdings: Das Barometer liegt mit 86,6 Z\u00e4hlern immer noch deutlich unter dem unmittelbar vor Ausbruch des Irankriegs im Februar erreichten Wert von 88,5 Punkten. \u201eDie deutsche Wirtschaft ist bereit, Schwung aufzunehmen\u201c, sagt Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. \u201eF\u00fcr die Gesamtwirtschaft zeichnet sich ein leichter Aufw\u00e4rtstrend ab.\u201c<\/p>\n<h2>Die Konjunkturrisiken nehmen zu<\/h2>\n<p>Gro\u00dfe Risiken bleiben allerdings. So ist der Iran-Konflikt in den vergangenen Tagen wieder aufgeflammt und hat den \u00d6lpreis zeitweise \u00fcber die Marke von 100 Dollar je Fass getrieben. Die Konjunktur d\u00fcrfte deshalb auch im zweiten Halbjahr unter den hohen Energiepreisen leiden. Hinzu kommen hohe US-Z\u00f6lle und die zunehmende Konkurrenz durch China, etwa bei Autos und Maschinen. \u201eMit Blick auf das zweite Halbjahr nehmen die Konjunkturrisiken zu\u201c, betonte Commerzbank-Chefvolkswirt J\u00f6rg Kr\u00e4mer.<\/p>\n<\/p>\n<p>Auch das Niedrigwasser am Rhein kann Experten zufolge die deutsche Wirtschaftsleistung dr\u00fccken. \u201eInsgesamt k\u00f6nnten die Effekte stark genug sein, um das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozent zu d\u00e4mpfen\u201c, sagte \u00d6konom Stefan Kooths vom Kieler Institut f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW).<\/p>\n<p>F\u00fcr das Gesamtjahr sieht es deshalb mau aus: Die meisten Experten rechnen nur mit einem Wachstum von etwa einem halben Prozent. Erst f\u00fcr 2027 sind die Prognosen optimistischer: Dann soll ein Plus von deutlich mehr als einem Prozent drin sein.\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Die Konjunktur in Deutschland zeigt sich angesichts der vielen Krisen robuster als bef\u00fcrchtet. 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