{"id":15756,"date":"2026-07-30T16:02:02","date_gmt":"2026-07-30T14:02:02","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/die-waldbraende-sind-ein-milliarden-risiko-fuer-ganz-europa-38028264-html-3\/"},"modified":"2026-07-30T16:02:02","modified_gmt":"2026-07-30T14:02:02","slug":"die-waldbraende-sind-ein-milliarden-risiko-fuer-ganz-europa-38028264-html-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/die-waldbraende-sind-ein-milliarden-risiko-fuer-ganz-europa-38028264-html-3\/","title":{"rendered":"Wirtschaftliche Folgen: Die Waldbr\u00e4nde sind ein Milliarden-Risiko f\u00fcr ganz Europa"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Waldbr\u00e4nde zerst\u00f6ren nicht nur B\u00e4ume, sie bremsen auch Wachstum, zerst\u00f6ren Ernten und bedrohen Lieferketten. In Europa werden sie damit zu einem immer gr\u00f6\u00dferen \u00f6konomischen Problem \u2013 auch in Deutschland<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Sie w\u00fcten weiter. Auch wenn die Waldbr\u00e4nde in Frankreich und Spanien inzwischen als stabilisiert gelten, k\u00f6nnten hohe Temperaturen am Mittwoch neue Flammen anfachen. Sie fressen sich durch die W\u00e4lder nahe Bordeaux und h\u00fcllten Madrid in dunkle Rauchwolken. Landwirte und Privatpersonen unterst\u00fctzen die Einsatzkr\u00e4fte. Mehr als 330.000 Menschen mussten zwischenzeitlich in Sicherheit gebracht werden, darunter viele Touristen. Noch nie ist in Frankreich so viel Waldfl\u00e4che in einem Jahr verbrannt \u2013 und es ist erst Ende Juli.<\/p>\n<p>\u201eDas ist die neue Normalit\u00e4t\u201c, sagte Spaniens Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez am Montag. \u201eSommer, die immer schwieriger, zerst\u00f6rerischer und folglich t\u00f6dlicher werden.\u201c Doch selbst wenn die Br\u00e4nde bald gel\u00f6scht sind, d\u00fcrften die wirtschaftlichen Folgen noch lange nachwirken \u2013 und die Gefahr, dass so etwas wieder passiert, ist gro\u00df. Tourismus, Landwirtschaft und Unternehmen sind unmittelbar betroffen.<\/p>\n<p>\u201eAuch in Europa entwickeln sich Waldbr\u00e4nde von einem prim\u00e4r \u00f6kologischen hin zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Risiko\u201c, sagt Tobias Grimm im Gespr\u00e4ch mit Capital. Er ist Chef-Klimaforscher beim R\u00fcckversicherer Munich Re. \u201eWie hoch der Schaden ausf\u00e4llt, h\u00e4ngt einerseits an Hitze und Trockenheit, aber auch an der Konzentration von Menschen in gef\u00e4hrdeten Regionen. Pr\u00e4vention ist eine wirkm\u00e4chtige Investition zum Schutz vor Risiken.\u201c<\/p>\n<h2>Waldbr\u00e4nde bremsen das lokale Wirtschaftswachstum<\/h2>\n<p>Dass sich Waldbr\u00e4nde in harten \u00f6konomischen Zahlen niederschlagen, ist nicht neu. Eine <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/pdf.sciencedirectassets.com\/272401\/1-s2.0-S0095069622X00089\/1-s2.0-S0095069623000050\/mainext.pdf?X-Amz-Security-Token=IQoJb3JpZ2luX2VjEJ3%2F%2F%2F%2F%2F%2F%2F%2F%2F%2FwEaCXVzLWVhc3QtMSJHMEUCIDJ9sOR9ACOzf2URYycLreL7W65vm52hKUCJJ6%2F641dRAiEAzPLWg2dqSa16VmEnbIrtTK8Ftito0rep57pvERo2gbAqswUIZhAFGgwwNTkwMDM1NDY4NjUiDJgrPQvZREkliXfN4CqQBdwXSf5r0nde95+wPaQ5OiCV6hQzL8eYXYhCqk7WUpNRBxs4yMyIassvkFGjKebTuMthbKtdNrkO6+B0mfwDl7VC+%2FKLTG1J2TQ9P+yP98QMiayx1JsF3rcf6TO4UGUmlgD%2FV+TAuHxd+MTNpOdTkpu8N3tm6kOgm4t54n%2FZM3r6YgU2kXkChY+c0udpv0ikzztxjsGe4OQMOvKvBETUKgXcaaxj+zBm9aeSVgrR6pTi37Eanvw9GREaZu0sDAG34kFgPfrYl8YUC2uDX7rOnvH+ily7LmKnG6mp5FZNI9ejmkONQ5Ycarpnpy5D8Ijzv2zvSSz0Wfe87PzrP6+aPWtu8FCQikxnwwJeC9ttl307WkY76eYJWWcO8q6y0eVfmj8IYvnVVwcJFW70k+JuDbu0RObLMUNqcCewFDp77NeL5RbsZQm2UHlGbmE+1GxlCdKjOAfE5W2e7ijxiuuD2kimTqV+ze5tu+4mFFebL2N+FpJSb0eG5m70wQZ0WNwUn6Xa60h3uQFmuaIHugkqvg62EOxQBJyOAQ2h9y2Lnariv+ctWLnlzMg6GUwo5XZg9aSw4FTBdU5mP2sx4Xhf3lMp4A2hPPXwRit94RSzT6ips0bO3mNjaAeW%2FbjPf9gdsF7yr8Og4BH2IoFHwptFaWCc1434Ngs8uzcefwAG+JrVGQz4i1O%2F%2FuYftUuZIkQjehWAMeggK5++VbqroHDtGrSNUqMt0wjy1jR38ijIBY5mpvsxxftgKjVbWc9FiSQ2gvKD1MpRAsLh1NWZ5yexX3UojMBO3n5UfVWsShb3tTGGe+gM0AKSZDgriHG%2FRhFUFu6LglmE8PF0mra30+x9WlnOqrjTpzuFfeSIIax6bebBMKvRotMGOrEBXLt5fITq3g1poMiIl%2FHc3kOUz8eCm3obZOAiaju%2FRUrUdQ4e2Ne0xXBlAYyPghFOQYPiw+5VNtO1S3igp38KEbrZcQYabZwoFqCRmmgK5Y7aiJX0C6TV6OZKa%2FNqKHkJUETHHiaJY4OiCoA68DhLhLZy03xrtLbmnw+Ed1%2Fp7M89+Du%2Fg9Nji7qVkBX+4r2AiQWy1aYohZmOhi1iNL0+TaPBcwoLexxBCu7C69rnamov&amp;X-Amz-Algorithm=AWS4-HMAC-SHA256&amp;X-Amz-Date=20260728T141107Z&amp;X-Amz-SignedHeaders=host&amp;X-Amz-Expires=300&amp;X-Amz-Credential=ASIAQ3PHCVTYR2RYAGVN%2F20260728%2Fus-east-1%2Fs3%2Faws4_request&amp;X-Amz-Signature=53302fd87abee79e85a08f4a1d3ab8a4fd05095a44c7d93f423dcff3ea1e5729&amp;hash=29603e35d7cef9ce713928c39673f950b9194fce94eb2940c3ea68d988a3961b&amp;host=68042c943591013ac2b2430a89b270f6af2c76d8dfd086a07176afe7c76c2c61&amp;pii=S0095069623000050&amp;tid=spdf-844082c7-f166-45d7-b6a5-79c9304efc95&amp;sid=34676d937870984f2e692e26d377e3e62556gxrqb&amp;type=client&amp;tsoh=d3d3LnNjaWVuY2VkaXJlY3QuY29t&amp;rh=d3d3LnNjaWVuY2VkaXJlY3QuY29t&amp;ua=1e0304525356585a055356&amp;rr=a22478a36d3384fe&amp;cc=de\" class=\"external-link\">Studie aus dem Jahr 2023 <\/a>im \u201eJournal of Environmental Economics and Management\u201c ergab, dass das Wirtschaftswachstum in Regionen, die mindestens einen Waldbrand erlebt haben, um mindestens 0,11 Prozent niedriger ausf\u00e4llt. Waldbr\u00e4nde um Los Angeles im Fr\u00fchjahr 2025 sorgten f\u00fcr Sch\u00e4den in H\u00f6he von mehr als 50 Mrd. Dollar. Die weiteren \u00f6konomischen Effekte d\u00fcrften noch einmal deutlich h\u00f6her liegen.<\/p>\n<p>Das erleben die betroffenen Regionen in Frankreich und Spanien in diesen Tagen. Allein im Departement Gironde wurden nach Angaben des franz\u00f6sischen Wirtschaftsministeriums rund 13.000 Unternehmen evakuiert. In Madrid mussten zahlreiche Menschen in Sicherheit gebracht werden, oder sie waren von einer Ausgangssperre betroffen. Die f\u00fcr die franz\u00f6sische Atlantikk\u00fcste so wichtige Tourismusbranche d\u00fcrfte massive Einbu\u00dfen erleben, raten die lokalen Beh\u00f6rden doch dringend von der Anreise ab. Landwirte m\u00fcssen Felder abm\u00e4hen, um Brandschneisen zu schlagen, und verlieren so wichtige Ernteertr\u00e4ge.<\/p>\n<\/p>\n<p>\u201eNur rund 19 Prozent der Sch\u00e4den von Waldbr\u00e4nden werden durch die direkte Kapitalvernichtung verursacht\u201c, sagte der spanische Finanzprofessor Carles Vergara dem \u201e<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/klimawandel-waldbraende-zwingen-europa-zum-strategiewechsel-01\/100243042.html?utm_source=hb-morningbriefing&amp;utm_medium=nl&amp;utm_campaign=standard&amp;utm_content=28072026\" class=\"external-link\">Handelsblatt<\/a>\u201c. Die weiteren Sch\u00e4den entst\u00fcnden vor allem durch indirekte \u00f6konomische Folgen wie unterbrochene Lieferketten oder durch gesundheitliche Sch\u00e4den.<\/p>\n<h2>Ein Hitzetag kostet Deutschland 431 Mio. Euro<\/h2>\n<p>Durch den Klimawandel steigt die Gefahr f\u00fcr Waldbr\u00e4nde, auch in Deutschland. Hitze und Trockenheit sorgten daf\u00fcr, dass mehr trockenes Brennmaterial vorhanden sei, hei\u00dft es in einer im Dezember im Fachjournal \u201eCommunications Earth and Environment\u201c <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s43247-025-02955-1\" class=\"external-link\">erschienenen Studie<\/a>. Zuletzt stieg die Zahl der hierzulande verbrannten Hektar Wald \u2013 auch wenn Gro\u00dfbr\u00e4nde wie jetzt in Frankreich und Spanien bisher ausblieben.<\/p>\n<\/p>\n<p>F\u00fcr Probleme sorgen hier eher andere Extremwetter, die durch den Klimawandel wahrscheinlicher werden. \u201eWetterlagen mit zu viel Wasser nehmen zu: schwere St\u00fcrme oder lokale Unwetter. Sie bleiben die relevantesten Naturgefahren\u201c, sagt Munich Re-Experte Grimm. Allein die Flut im Ahrtal im Jahr 2021<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.bundeswirtschaftsministerium.de\/Redaktion\/DE\/Downloads\/M-O\/Merkblaetter\/merkblatt-klimawandelfolgen-in-deutschland-05.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=4\" class=\"external-link\"> kostete rund 40,5 Mrd. Euro<\/a>. Aber auch Hitze, D\u00fcrre und lokale Br\u00e4nde gew\u00e4nnen an Bedeutung. \u201eWir erleben deutlich h\u00e4ufiger Hitzetage als noch in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts. Damit gehen Belastungen f\u00fcr die Wirtschaft einher.\u201c<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Hitzewelle im Juni untermauerte die These. Vor allem Menschen, die im Freien arbeiten, litten unter Temperaturen von teils \u00fcber 40 Grad. Laut einer <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.prognos.com\/de\/projekt\/arbeitsschutz-klimawandel-hitze-wirtschaft\" class=\"external-link\">Studie der Prognos AG<\/a> im Auftrag des Arbeitsministeriums kostet jeder Tag, an dem die Temperatur \u00fcber 30 Grad liegt, die deutsche Volkswirtschaft rund 431 Mio. Euro. 97 Prozent davon seien auf Produktivit\u00e4tsverluste zur\u00fcckzuf\u00fchren. Weil die Zahl der Hitzetage wahrscheinlich zunehmen wird, k\u00f6nnten auf die Unternehmen 2,1 Mrd. bis 4,5 Mrd. Euro an zus\u00e4tzliche Kosten zukommen.<\/p>\n<h2>Waldbr\u00e4nde k\u00f6nnten in Teilen Deutschlands Normalit\u00e4t werden<\/h2>\n<p>Und das ist nur ein Teil der Probleme, die der Klimawandel der deutschen Volkswirtschaft zuf\u00fcgt. D\u00fcrren und Hochwasser d\u00fcrften in den kommenden Jahren f\u00fcr Ernteausf\u00e4lle sorgen, im Gesundheitssektor m\u00fcssen an hei\u00dfen Tagen mehr \u00e4ltere Menschen im Krankenhaus behandelt werden. St\u00fcrme und \u00dcberschwemmungen lassen die Versicherungspr\u00e4mien steigen und machen h\u00f6here R\u00fcckstellungen in Unternehmen n\u00f6tig. Laut einer <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/gws-os.com\/fileadmin\/downloads\/GWS-Kurzmitteilung_2026_11.pdf\" class=\"external-link\">Berechnung der Gesellschaft f\u00fcr wirtschaftliche Strukturforschung<\/a> d\u00fcrften die wirtschaftlichen Folgekosten bis 2050 auf 470 Mrd. Euro steigen.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Auch Waldbr\u00e4nde werden in Deutschland wahrscheinlicher. Bis zum Ende des Jahrhunderts droht im Einzugsgebiet des Mains und in den \u00f6stlichen bayerischen Mittelgebirgen eine hohe Waldbrandgefahr zur Normalit\u00e4t zu werden. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine von der <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/nhess.copernicus.org\/articles\/24\/411\/2024\/\" class=\"external-link\">European Geoscience Union ver\u00f6ffentlichte Studie<\/a>. Nicht immer scheinen sich Anwohner und lokale Firmen der Gefahren bewusst zu sein.<\/p>\n<p>\u201eUnternehmen sind h\u00e4ufig \u00fcberrascht, wenn an ihrem Standort Naturgefahren wirken\u201c, sagt Grimm. \u201eDas Risikobewusstsein ist oft nicht ausgepr\u00e4gt, aber es ist wichtig: Ich muss wissen, ob ich mich in einem Risikogebiet aufhalte und wie stark ich m\u00f6glichen Gefahren ausgesetzt bin.\u201c Welche Folgen das haben kann, l\u00e4sst sich in Frankreich und Spanien beobachten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Waldbr\u00e4nde zerst\u00f6ren nicht nur B\u00e4ume, sie bremsen auch Wachstum, zerst\u00f6ren Ernten und bedrohen Lieferketten. 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