{"id":15784,"date":"2026-07-30T18:02:11","date_gmt":"2026-07-30T16:02:11","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/weniger-geld-fuer-solar-wirtschaftsministerin-reiche-dreht-am-eeg-38037000-html\/"},"modified":"2026-07-30T18:02:11","modified_gmt":"2026-07-30T16:02:11","slug":"weniger-geld-fuer-solar-wirtschaftsministerin-reiche-dreht-am-eeg-38037000-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/weniger-geld-fuer-solar-wirtschaftsministerin-reiche-dreht-am-eeg-38037000-html\/","title":{"rendered":"Reiches Energiewende: Kurswechsel in der Energiepolitik: Das ist geplant"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Wirtschaftsministerin Katherina Reiche nimmt die Solarf\u00f6rderung ins Visier \u2013 aber nicht nur die. Was Sie \u00fcber die Energiereformen der Bundesregierung wissen m\u00fcssen<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Es sind umstrittene Pl\u00e4ne \u2013 und es geht um viel. Nach langen Verhandlungen innerhalb der Bundesregierung hat das Kabinett diese Woche grundlegende Reformen in der Energiepolitik auf den Weg gebracht. Konkret geht es um eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie um ein Netzpaket. \u201eWir beenden das EEG als Rundum-sorglos-Paket\u201c, sagte Reiche in Berlin. \u00dcberf\u00f6rderung werde abgeschafft.<\/p>\n<p>Falls sie vom Bundestag beschlossen werden, k\u00f6nnten die Vorhaben weitreichende Folgen haben \u2013 f\u00fcr B\u00fcrger, die sich eine <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/immobilien\/so-rentiert-sich-die-solaranlage-auf-dem-dach-31103566.html?utm_medium=standard&amp;utm_source=rss\" title=\"Immobilien: Solaranlage\" class=\"autolinker\">Solaranlage<\/a> aufs Dach setzen wollen oder Betreiber von Windr\u00e4dern. Energie- und Umweltverb\u00e4nde kritisieren, Reiche bremse die Energiewende aus.<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">Was will Reiche erreichen?<\/h2>\n<p>Ein Ziel von Reiche ist es, Kosten zu senken. Steigende Energiepreise belasteten den Wirtschaftsstandort Deutschland, sagte Reiche. Die F\u00f6rderung der erneuerbaren Energien vor allem aus Wind und Sonne kostet jedes Jahr viel Geld, getragen vom Steuerzahler. Im Bundeshaushalt 2027 sind daf\u00fcr rund 16,5 Milliarden Euro veranschlagt.<\/p>\n<p>Reiche ist der Ansicht, dass die erneuerbaren Energien \u201eerwachsen\u201c geworden sind und mehr finanzielle Verantwortung sowie Verantwortung f\u00fcr das Stromnetz tragen m\u00fcssen &#8211; das Schlagwort daf\u00fcr lautet \u201esystemdienlich\u201c. Durch ein neues Instrument sollten Gewinne nach oben begrenzt werden.<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">Warum gibt es Zeitdruck?<\/h2>\n<p>Die beihilferechtliche Genehmigung des aktuellen F\u00f6rdersystems durch die EU-Kommission l\u00e4uft Ende 2026 aus. Falls bis dahin keine Neuregelung in Kraft ist, k\u00f6nnten zwar laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gesetzlich gef\u00f6rderte Neuanlagen in Betrieb genommen, allerdings noch nicht gef\u00f6rdert werden. Reiche hatte gesagt, man wolle eine Unterbrechung nicht riskieren. Die EU-Kommission muss den \u00c4nderungen, sofern sie beschlossen sind, noch zustimmen.<\/p>\n<p>Innerhalb der Bundesregierung wurde monatelang vor allem zwischen den Ministerien von Reiche sowie dem Umweltressort von Minister Carsten Schneider (SPD) verhandelt.\u00a0<\/p>\n<p>Schneider sagte, es sei das gemeinsame Ziel, die erneuerbaren Energien jetzt schnell weiter auszubauen \u2013 mit mehr Kosteneffizienz und besserer regionaler Steuerung. Er sprach von einem verl\u00e4sslichen Rahmen f\u00fcr eine neue Phase beim Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze.<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">Was sind Kernpunkte der geplanten Reform?<\/h2>\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte des Stroms stammt aktuell bereits aus erneuerbaren Energien &#8211; 2030 sollen es 80 Prozent sein. An diesem Ziel h\u00e4lt Reiche fest. Es soll aber Anpassungen geben. Derzeit w\u00fcrden Anlagen in Netzgebieten errichtet, die den produzierten Strom in vielen Stunden nicht aufnehmen k\u00f6nnten. Um Netzengp\u00e4sse zu vermeiden, kommt es deswegen immer wieder zur Abregelung von Wind- und Solaranlagen, deren Leistung gedrosselt oder abgeschaltet wird. Die Eingriffe werden Redispatch genannt und kosten wegen Entsch\u00e4digungen jedes Jahr Milliarden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Reiche will daher den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Netzausbau besser aufeinander abstimmen. Im Zuge der Energiewende sind Tausende Kilometer neue Stromleitungen geplant, damit der vor allem im Norden produzierte Windstrom in gro\u00dfe Verbrauchszentren im S\u00fcden gelangt.\u00a0Trotz gro\u00dfer Fortschritte beim Ausbautempo gebe es beim Netzausbau weiterhin \u201eHemmnisse\u201c, die h\u00e4ufig zu Realisierungsdauern von acht bis zw\u00f6lf Jahren f\u00fchrten, hei\u00dft es im Gesetzentwurf: \u201eDer Netzausbau kann somit h\u00e4ufig nicht mit dem Anlagenzubau Schritt halten.\u201c<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">Worum geht es in Gebieten mit Netzengp\u00e4ssen?<\/h2>\n<p>Konkret geplant ist eine bessere regionale Steuerung des Zubaus. Netzbetreiber sollen \u201eHot Spots\u201c ausweisen, in denen ein hoher Teil der Stromerzeugung abgeregelt werden muss. In diesen Gebieten soll die Redispatch-Kompensation entfallen, geplant ist aber eine Deckelung auf einen bestimmten Prozentsatz des j\u00e4hrlichen Stromertrags der Anlage.<\/p>\n<p>Dadurch sollten in diesen Netzengpass-Gebieten Redispatch-Kosten gesenkt und die Stromkunden von daraus resultierenden, h\u00f6heren Stromkosten entlastet werden, hei\u00dft es im Gesetzentwurf. Reiche sagte, wenn Anlagen sich in einem Netzgebiet ansiedelten und \u201esehenen Auges\u201c in eine Abregelung liefen, solle der Betreiber vor\u00fcbergehend f\u00fcr einen bestimmten Anteil keine F\u00f6rderung mehr erhalten.\u00a0<\/p>\n<p>Die Netzbetreiber sollen in \u201eHot Spots\u201c verpflichtet werden, das Netz priorit\u00e4r zu optimieren, zu verst\u00e4rken und auszubauen. Das Umweltministerium betonte, der Vorschlag Reiches f\u00fcr einen \u201eRedispatchvorbehalt\u201c sei erheblich abgeschw\u00e4cht worden.\u00a0<\/p>\n<p>Geplant ist auch eine st\u00e4rkere Priorisierung von Netzanschl\u00fcssen. Hintergrund ist, dass bei Netzbetreibern die Zahl der sogenannten Netzanschlussbegehren massiv gestiegen ist. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) wies darauf hin, dass Unternehmen derzeit h\u00e4ufig sehr lange auf Netzanschl\u00fcsse warten m\u00fcssten.<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">Welche Einschnitte bei der Solarf\u00f6rderung soll es geben?<\/h2>\n<p>Steuergelder sollen dort eingesetzt werden, wo sie die gr\u00f6\u00dfte Wirkung erzielen &#8211; das ist die Linie Reiches. Die Zeit der festen Einspeiseverg\u00fctung auf Kosten des Steuerzahlers laufe aus, sagte die Ministerin. Kleine Solaranlagen kombiniert mit einer Batterie und in den allermeisten F\u00e4llen auch noch mit einem Anschluss f\u00fcr ein Elektroauto seien eine Investition, die sich nach wenigen Jahren lohne. Dies sollte nicht auf Dauer von der Allgemeinheit bezahlt werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>Bisher gilt: Wer Solarstrom in das Netz einspeist, erh\u00e4lt 20 Jahre lang pro Kilowattstunde einen festen Betrag &#8211; dieser ist abh\u00e4ngig etwa von der Anlagengr\u00f6\u00dfe und dem Umfang der Einspeisung ins Netz. Die sogenannte Einspeiseverg\u00fctung sinkt jedes halbe Jahr.\u00a0<\/p>\n<p>Ab 2027 sollen neue kleine Anlagen unter 25 Kilowatt installierter Leistung, vor allem kleine Dach-Photovoltaik, keine dauerhafte F\u00f6rderung mehr bekommen. Geplant ist nach dem bisher vorliegenden Entwurf Reiches eine verpflichtende \u201eDirektvermarktung\u201c: Haushalte sollen Solarstrom, den sie nicht verbrauchen, an Stromb\u00f6rsen vermarkten.<\/p>\n<p>Geplant ist eine \u00dcbergangsphase: F\u00fcr 36 Monate soll f\u00fcr kleine Solaranlagen eine befristete \u00dcbergangszahlung eingef\u00fchrt werden, die unterhalb der vormaligen Einspeiseverg\u00fctung liegt. Nach dem Wechsel in die Direktvermarktung sollen kleine Anlagen f\u00fcr weitere vier Jahre einen \u201eDirektvermarktungsbonus\u201c in Anspruch nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">Warum gibt es Kritik an den Pl\u00e4nen?<\/h2>\n<p>Die Solarbranche kritisiert unter anderem, Direktvermarktung sei noch nicht massentauglich. Der Bundesverband Solarwirtschaft warnt generell bei einer Umsetzung der Pl\u00e4ne vor einem massiven Einbruch des Photovoltaikausbaus in Deutschland. Investitionen w\u00fcrden erheblich ausgebremst. Eine auf drei Jahre befristete \u00dcbergangszahlung in H\u00f6he von 5,2 Cent je Kilowattstunde sei ein \u201eTrostpflaster\u201c.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Bundesverband Erneuerbare Energie kritisiert, die Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien w\u00fcrden auf Grundlage der Pl\u00e4ne faktisch nicht zu erreichen sein. \u201eArbeitspl\u00e4tze und Investitionen werden gef\u00e4hrdet.\u201c Die Branche hofft auf Nachbesserungen in ihrem Sinne im parlamentarischen Verfahren. Vor allem in der SPD-Fraktion gibt es Stimmen, die erhebliche \u00c4nderungen der Pl\u00e4ne wollen.<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">Wie kommen die Pl\u00e4ne in der Industrie an?<\/h2>\n<p>Industrieverb\u00e4nde begr\u00fc\u00dfen die Pl\u00e4ne generell. So sagte Wolfgang Gro\u00dfe Entrup, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes der Chemischen Industrie: \u201eEs ging viel zu lange nur um ungez\u00fcgeltes Wachstum der Erneuerbaren. Die Folge sind hohe Systemkosten und ein erheblicher Investitionsbedarf in Netze und Infrastruktur.\u201c Dies habe dem Standort Deutschland die nahezu h\u00f6chsten Stromkosten unter den Industriel\u00e4ndern beschert.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Wirtschaftsministerin Katherina Reiche nimmt die Solarf\u00f6rderung ins Visier \u2013 aber nicht nur die. 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