{"id":15882,"date":"2026-07-31T13:02:02","date_gmt":"2026-07-31T11:02:02","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/russland-die-reichste-frau-des-landes-geraet-ins-kreuzfeuer-des-krieges-38039886-html\/"},"modified":"2026-07-31T13:02:02","modified_gmt":"2026-07-31T11:02:02","slug":"russland-die-reichste-frau-des-landes-geraet-ins-kreuzfeuer-des-krieges-38039886-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/russland-die-reichste-frau-des-landes-geraet-ins-kreuzfeuer-des-krieges-38039886-html\/","title":{"rendered":"Tatjana KIm: Die reichste Frau Russlands ger\u00e4t ins Kreuzfeuer des Krieges"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Ukrainische Angriffe treffen Wildberries, den gr\u00f6\u00dften Online-H\u00e4ndler Russlands. Der Konzern von Gr\u00fcnderin Tatjana Kim ist f\u00fcr die Wirtschaft des Landes so wichtig, dass ein Ausfall weitreichende Folgen h\u00e4tte<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die heftigen ukrainischen Angriffe auf den Online-H\u00e4ndler Wildberries sollen der russischen Bev\u00f6lkerung klarmachen: Der Angriffskrieg gegen ihr Nachbarland betrifft auch sie, ganz pers\u00f6nlich. Die Ukraine selbst erkl\u00e4rte ihre Attacken damit, dass auf der Plattform auch R\u00fcstungsg\u00fcter gehandelt werden. Deren Anteil dort ist allerdings gering \u2013 das \u201erussische Amazon\u201c ist vor allem eine entscheidende wirtschaftliche S\u00e4ule des Landes. Dahinter steht die wohl reichste Frau Russlands: Tatjana Kim.<\/p>\n<p>Kim kann laut dem US-Wirtschaftsmagazin \u201eForbes\u201c auf umgerechnet genauso viele Milliarden Euro wie eigene Kinder stolz sein: ganze sieben an der Zahl. Die ehemalige Englischlehrerin, geboren in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny, gr\u00fcndete Wildberries 2004 in Moskau. Die damals 28-J\u00e4hrige war gerade in Mutterschutz und verkaufte in den ersten Jahren Kleidung des deutschen Versandh\u00e4ndlers Otto weiter, wie das Magazin ausf\u00fchrt. Ihr damaliger Ehemann Wladislaw Bakaltschuk, ein IT-Techniker, stieg demnach bald in die Firma ein. Zun\u00e4chst arbeitete das Paar von zu Hause aus.<\/p>\n<p>Heute sind die beiden getrennt, der Scheidungskrieg 20 Jahre nach Firmengr\u00fcndung war im w\u00f6rtlichen Sinne blutig. Nachdem Kim ihren Mann aus dem Unternehmen geworfen hatte, tat sich dieser mit dem Tschetschenen-Chef Ramsan Kadyrow zusammen und versuchte, mit Bewaffneten in die Konzernzentrale einzudringen. Bei der Schie\u00dferei mit dem Sicherheitsdienst starben zwei M\u00e4nner. Kim nahm daraufhin wieder ihren eigenen Familiennamen an.<\/p>\n<p>Die Unternehmerin legte Wildberries gegen den Willen ihres Ex-Mannes mit dem Werbe-Riesen Russ zusammen. Seit Genehmigung der Fusion durch den Kreml sollen angeblich hochrangige Putin-Vertraute, wie der Chef der Pr\u00e4sidialverwaltung, Anton Waino, an dem Konzern beteiligt sein.<\/p>\n<\/p>\n<h2><strong>Wildberries als Systemrisiko?<\/strong><\/h2>\n<p>Eine solche Beteiligung von Kreml-Vertretern w\u00fcrde auch dabei helfen, mithilfe einer Staatsbank eine Pleite infolge der massiven ukrainischen Angriffe zu verhindern. Dar\u00fcber wird Berichten zufolge derzeit nachgedacht.<\/p>\n<p>Mit der Rettung des gr\u00f6\u00dften Online-H\u00e4ndlers des Landes w\u00fcrde sich die russische F\u00fchrung allerdings auch selbst helfen. Wildberries ist einer der, wenn nicht gar der gr\u00f6\u00dfte Kreditnehmer des Landes, wie der britische \u201eGuardian\u201c einen ukrainischen R\u00fcstungsvertreter zitierte. Mit dem Online-Riesen w\u00fcrden demnach zahlreiche russische Banken ebenfalls zusammenbrechen. Wildberries hatte zuletzt versucht, mithilfe von Krediten weiter zu wachsen und seine Lagerfl\u00e4chen im Eiltempo erweitert. Hinzu kamen eine eigene Online-Bank sowie ein Reiseb\u00fcro.<\/p>\n<p>Wildberries&#8216; Marktmacht ist inzwischen enorm, sowohl bei Verbrauchern als auch bei H\u00e4ndlern. Hunderttausende Anbieter verkaufen ihre Waren \u00fcber das riesige Netzwerk mit Zehntausenden Abholstellen, die bis in die kleinsten St\u00e4dte und mehrere Nachbarl\u00e4nder reichen. Mehr als 20 Millionen Transaktionen pro Tag wickelt Wildberries nach eigenen Angaben ab. Waren im Wert von umgerechnet fast drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts wurden im vergangenen Jahr laut der Nachrichtenagentur Bloomberg auf der Plattform abgefertigt. Wegen des gro\u00dfen Angebots und schnellen Lieferungen wird der Online-Marktplatz auch \u201erussisches Amazon\u201c genannt.<\/p>\n<p>Die H\u00e4ndler, die dort verkaufen, sind von den ukrainischen Angriffen ebenso getroffen wie Wildberries selbst. Auch sie bangen teilweise um ihre Existenz. Bei den Br\u00e4nden von Wildberries-Logistikzentren werden teils gro\u00dfe Anteile ihrer dort gelagerten Waren zerst\u00f6rt \u2013 mit einem Wert in Milliardenh\u00f6he. Wildberries hat insbesondere kleinen Anbietern eine Entsch\u00e4digung zugesagt, doch \u00fcber deren H\u00f6he wird noch gestritten; die Beschwerden h\u00e4ufen sich.<\/p>\n<\/p>\n<h2><strong>Gewinn in Milliardenh\u00f6he<\/strong><\/h2>\n<p>Dabei hatte \u201eRusslands Amazon\u201c im vergangenen Jahr umgerechnet fast zwei Milliarden Euro Gewinn gemacht, eine Steigerung von 68 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. Der Umsatz betrug 67 Milliarden Euro. Etwa die H\u00e4lfte des gesamten russischen Online-Handels l\u00e4uft \u00fcber Wildberries. Der gr\u00f6\u00dfte Konkurrent Ozon schaffte nur 100 Millionen Euro Gewinn.<\/p>\n<p>Die Rubrik \u201eAlles f\u00fcr die Spezialoperation\u201c, wie Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine nennt, hat Wildberries infolge der inzwischen fast t\u00e4glichen ukrainischen Attacken entfernt, wie die \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c berichtete. Milit\u00e4rbedarf wie Kampfhelme oder Drohnen-Steuerger\u00e4te l\u00e4sst sich demnach trotzdem noch bestellen.<\/p>\n<p>Bereits vor den ukrainischen Attacken hatte Wildberries \u2013 wie auch Ozon \u2013 laut \u201eBloomberg\u201c die Bedingungen f\u00fcr die Verk\u00e4ufer ge\u00e4ndert. F\u00fcr Verluste aufgrund h\u00f6herer Gewalt m\u00fcssen nun die H\u00e4ndler selbst haften. Dazu z\u00e4hlen auch Drohnenangriffe.<\/p>\n<p>Ukrainische Drohnen zielen auch regelm\u00e4\u00dfig auf Moskau. Dort soll Wildberries&#8216; neue Zentrale im Jahr 2030 das h\u00f6chste Geb\u00e4ude werden. Falls es fertig gebaut wird.<\/p>\n<p><em>Der Beitrag ist zuerst bei\u00a0ntv.de\u00a0erschienen. Das Nachrichtenportal geho\u0308rt wie Capital zu RTL Deutschland.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Ukrainische Angriffe treffen Wildberries, den gr\u00f6\u00dften Online-H\u00e4ndler Russlands. 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