{"id":15979,"date":"2026-08-01T07:02:20","date_gmt":"2026-08-01T05:02:20","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/das-abartige-sind-wir-von-daniel-sandmann\/"},"modified":"2026-08-01T07:02:20","modified_gmt":"2026-08-01T05:02:20","slug":"das-abartige-sind-wir-von-daniel-sandmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/das-abartige-sind-wir-von-daniel-sandmann\/","title":{"rendered":"Das Abartige sind wir | Von Daniel Sandmann"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><strong>Oder: Frank H\u00f6fer liest, was in den Epstein-Mails steht.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Daniel Sandmann<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><strong>I. Ein Leichtes<\/strong><\/p>\n<p>Es w\u00e4re ein Leichtes, vom Seismographen Lauterbach zu schreiben, davon, wie er sich auf die Hitzemeldung wirft, kaum ist sie abgesetzt, erst noch nach langen Monaten der K\u00e4lte, eine Zeit der Versenkung f\u00fcr einen wie ihn, dessen Selbstvergewisserung doch g\u00e4nzlich an der \u00dcberhitzung h\u00e4ngt. Auch andere Seismographen des Systems k\u00f6nnten als angenehmer Schreibanlass dienen, die Zustimmung der Dissidenz w\u00e4re garantiert. Ich denke etwa an jenen von Lauterbachs grotesker Betroffenheitskunst g\u00e4nzlich abweichenden Verbund der Bundepressekonferenzsprecher, ein Verbund, der mit den zwei eingetrichterten Schablonen \u201aWir haben nichts geh\u00f6rt, nichts gesehen, wir wissen von nichts\u2018 und \u201aDer brutal von Russland brutal begonnene brutale Krieg gegen die Ukraine\u2018 jede Frage zu jedwelchem Thema niederwalzt, dem Diktum Emmanuel Todds vom Niedergang Europas alle Tage von Neuem einen konkreten Ort in der Zeit verschaffend, so dass ich mich als Vater eines Kindes, das mich eben als Vater und Mitglied dieses Bundespressesprecherchores mit derlei S\u00e4tzen ertappen w\u00fcrde, nur noch todsch\u00e4men k\u00f6nnte, k\u00e4me ich abends nach Hause und tr\u00e4fe auf seinen Blick. Und doch lasse ich das beiseite und zur\u00fcck, denn Gehirne, die denken, also dissidente Gehirne gewisserma\u00dfen, k\u00f6nnen dergestalt kein Licht erkennen, hingegen mit Epstein schon. Vorausgesetzt, er wird endlich richtig gelesen.<\/p>\n<p><strong>II. Frank H\u00f6fer liest Epstein<\/strong><\/p>\n<p>Frank H\u00f6fer hat es getan. Er hat die Emails gelesen. Er ist mit keinem Theorem an die Sache gegangen, jedoch mit der genauen seismographischen Auffassungsgabe, die ihm vielleicht von seinem einstigen Beruf als Schnitttechniker her eigen ist. Und angetrieben von einem Gesp\u00fcr:\u00a0<em>Das kann nicht jenes \u201ap\u00e4dophile Netzwerk\u2018 gewesen sein, zu dem das Ganze allerseits narrativiert worden ist. Das war ein anderes Spiel.<\/em><\/p>\n<p>N\u00e4her bei uns, n\u00e4her an den Zielen, die wir (fast) alle teilen. Ist beizuf\u00fcgen. Viel n\u00e4her.<\/p>\n<p>Ich zeichne einige Kernaussagen aus jenem h\u00f6renswerten\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/apolut.net\/im-gespraech-frank-hoefer\/\"><u>Gespr\u00e4ch mit Frank H\u00f6fer<\/u><\/a>, gef\u00fchrt von Markus Fiedler, nach und stelle Sch\u00e4rfendes heraus, das Dissidenz und System gleicherma\u00dfen trifft. Dabei operiere ich bei der Wiedergabe sinngem\u00e4\u00df und durchaus deutend und zuspitzend \u2013 wer \u00fcberpr\u00fcfen will, muss das Gespr\u00e4ch selbst h\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Statt Abartigkeit pl\u00f6tzlich unser Weltbild<\/strong><\/p>\n<p>Am Anfang gesetzt die Schl\u00fcsselerkenntnis: Das Fundament des Epstein-Netzwerkes ist nicht das sowohl in den Leit- wie in Alternativmedien transponierte Bild der sexuellen Ausbeutung, \u00fcbergro\u00df angeschrieben mit\u00a0<em>P\u00e4dophilennetzwerk<\/em>, eine Schablone, die sich gar gut eignet, ein zentrales Muster der westlichen Zivilisation zu bedienen: Das \u201aAbartige\u2018, das \u201aKranke\u2018, das \u201aB\u00f6se\u2018 liegt stets bei den Anderen. Die Abtrennung davon ist kinderleicht. Und dass es in dieser Auslagerung gar noch \u201amitausgelebt\u2018 werden kann, das w\u00e4re die Komponente, auf die Freud hingewiesen h\u00e4tte, und Freud lag nicht \u00fcberall falsch.<\/p>\n<p>Stattdessen und als Vorwegnahme: Es ist das b\u00fcbisch-materialistisch-mechanistische Weltbild, das alles \u201el\u00f6sen\u201c, alles optimieren will und am Ende die Ewigkeit in Aussicht stellt. Also:\u00a0<em>Unser aller Weltbild<\/em>. Es hat sich ins Leben eingefressen wie nichts anders und bedeutet: Hinter allem steht die gl\u00e4nzende Technologie, die verspricht:\u00a0<em>Du musst nicht sterben<\/em>. Das hat auch Jeffrey Epstein geh\u00f6rt. Und dass man, um nicht zu sterben, zur Maschine werden muss, kann einen Buben nicht st\u00f6ren, im Gegenteil. Buben sind gerne Maschinen und machen auch andere gerne zu solchen. Und nicht nur der Bub Epstein, auch die vielen V\u00e4ter der KI und V\u00e4ter des Nichts wollen nicht sterben. Ich komme in der zweiten Jahresh\u00e4lfte musterg\u00fcltig auf einen von ihnen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Dieses Weltbild und sein Wahn, bereits in MK Ultra aufschimmernd und von eugenischen Zirkeln ausgehend, ist\u00a0<em>auch<\/em>\u00a0Fundament und Antrieb jenes netzwerkartigen weltweiten Auf- und Durchzuckens, das mit dem Namen \u201aEpstein\u2018 verbunden ist \u2013 und dass hierbei naturgem\u00e4\u00df auch geopolitische Bewegungen wie der Zionismus, vom Judentum g\u00e4nzlich zu trennen, aufpoppen, ist durchaus ein Aspekt, den ich hier deshalb beiseitelasse, weil das Gespr\u00e4ch mit H\u00f6fer auf den Antrieb des Epstein-Geflechts fokussiert, auf den Wunsch ewig zu sein, den Wunsch, den Tod zu \u00fcberwinden, den b\u00fcbischen Wunsch nach \u00fcberm\u00e4chtiger Macht. Exzeptionalismuskonstrukte wie Zionismus gehen daraus hervor, logisch, aber wie gesagt: Ich trete hier darauf nicht weiter ein.<\/p>\n<p>Nun, was Frank H\u00f6fer zusammentr\u00e4gt aufgrund seiner genauen Email-Lekt\u00fcre, dreht alles um, was auch die Alternativen \u2013 mit einer gewissen Obsession f\u00fcr das Abartige \u2013 kultivieren, und legt die andere Schicht frei. Die Technologieschicht. Dabei ist H\u00f6fer au\u00dferordentlich zur\u00fcckhaltend, beansprucht nichts f\u00fcr sich. Er sei erstaunt, dass er der erste sei, der das entdecke, w\u00e4re es doch g\u00e4nzlich einfach abzulesen, so sein Kommentar. Dass es nicht gelesen wurde und wird, zeigt an, wie unkenntlich das digitaltechnokratische Weltbild mit unserem Weltzugang bereits verzahnt ist. Weitgehend ununterscheidbar von der Natur des Menschen, den es zersetzt.<\/p>\n<p>Das Bild, mit dem H\u00f6fer die Dekonstruktion der Epstein-Saga, wie sie auch bei den Alternativen erz\u00e4hlt wird, beginnt: Er, H\u00f6fer, habe es nicht glauben k\u00f6nnen, dass es bei dieser Geschichte mit Epstein darum ginge, dass Kinder entf\u00fchrt und Kunden weltweit auf einem Silbertablett serviert w\u00fcrden. Dass es also um einen \u201eRing\u201c gehen k\u00f6nnte, der Kinder sexuell ausbeutet zum Zweck eben dieser Ausbeutung. Gerne mit satanischem Hintergrund dekoriert.<\/p>\n<p>Und seine Lekt\u00fcre weist aus: Das ist auch nicht der Fall. Daf\u00fcr muss H\u00f6fer zuerst ein paar Schablonen l\u00f6schen. Auch im Kopf des Interviewers. Nein, es sind keine\u00a0<em>Kinder<\/em>\u00a0gewesen. Der Begriff liegt falsch \u2013 sein Zweck deshalb Emp\u00f6rungsbewirtschaftung (und Emp\u00f6rung deckt Macht). Als Opfer sind sehr wenige Personen knapp unter 16 bekannt, ansonsten handelt es sich um junge Frauen. Auch f\u00fcr satanische Messen und \u00c4hnliches, ein gerne verbreitetes Narrativ, gibt es keine Evidenz. Das\u00a0<em>Wirkliche<\/em>, das durch solche Geschichten naturgem\u00e4\u00df \u00fcberdeckt wird: Der Wahn des Menschen, den Tod zu \u00fcberwinden und hierf\u00fcr\u00a0<em>ALLES<\/em>\u00a0zu tun.<\/p>\n<p>Gar exemplarisch zeigt sich dieses ALLES bei Epstein in der Verschr\u00e4nkung von b\u00fcbischen Allmachtfantasien \u2013 ein Peer Group-Begehren im Grunde, und dass Techniknerds und Unendlichkeitsversprecher wie ein Joscha Bach und ein Ben Goertzel sich an vorderster Front miteingebunden vorfinden, ist in sich stimmig \u2013 mit Kapital, das zu Ende gedacht die \u201aVerg\u00f6ttlichung\u2018 dieser Allmachtfantasie schlechthin darstellt\u00a0<em>und ist<\/em>, sein karzinogenes Wuchern nichts anderes als eine Ewigkeit suggerierende Turbo-Dynamik, die jeder Allmacht eingeschrieben sein muss, damit sie funktioniert.<\/p>\n<p>Abgesehen von oberfl\u00e4chlichen Hinweisen ist das Kapital indes nicht Thema des Gespr\u00e4chs, und ich belasse es deshalb bei diesem Verweis auf die verheerende Verschr\u00e4nkung von Bubentraum und Kapital, wobei genau genommen gar keine Verschr\u00e4nkung vorliegt. In einer Welt ohne Kapital g\u00e4be es ein Netzwerk wie das Epstein\u2018sche nicht. Dieses Netzwerk\u00a0<em>ist das<\/em>\u00a0Kapital, das es verschiebt. Und umgekehrt. In diesem Sinne zeichnet man Eigenschaften des Kapitals, wenn man das Netzwerk analysiert.<\/p>\n<p><strong>Das Werk der Kumpels und ihr Antrieb<\/strong><\/p>\n<p>Was haben Epstein und Kumpels mit ihrem Kumpelbewusstsein also getan? Sie haben im Rahmen des sogenannten\u00a0<em>Brooklyn Projects<\/em>\u00a0\u2013 das ist der Name, der f\u00fcr die Zielsetzung jener steht, die von der Idee besessen sind, ewig zu sein \u2013 eine konkrete Vollzugsapparatur implementiert. Daf\u00fcr setzten sie alles in Bewegung, was mit Kapital in Bewegung zu setzen war. Und das ist in einer materialistischen Welt tats\u00e4chlich ALLES \u2013 au\u00dfer Geist und Seele, sofern diese sich nicht materialisieren lassen, versteht sich. Indes, was Epstein und die transhumanistische Technologie \u2013 das ist der Kern der Unternehmung: die \u00dcberwindung des Menschen, das \u201eHin\u00fcberhieven\u201c des Menschen aus der Todeszone ins Paradies des Niemals-Sterben-M\u00fcssens \u2013, was also einen Epstein und die mit im Boot sitzenden Bach und Goertzel und die unz\u00e4hligen anderen Buben und V\u00e4ter antreibt, ist exakt das, was auch das Silicon Valley antreibt und die Karps und Thiels und Kurzweils und die Forschungen und Apparaturen am MIT, an der John Hopkins, in Oxford und an tausend anderen Instituten der Welt: Es ist die Technologie, die ALLES kann \u2013 und am Ende den Tod \u00fcberwindet.<\/p>\n<p>Der Kern der Unternehmung, bei Epstein und Kumpels eben\u00a0<em>Brooklyn Project<\/em>\u00a0genannt \u2013 auf diese Nennung gehe ich hier nicht weiter ein, der Hintergrund dazu kann im Gespr\u00e4ch nachgeh\u00f6rt oder im Buch von H\u00f6fer nachgelesen werden, f\u00fcr das, was ich hier herausstelle, ist es unwichtig \u2013, der Kern ist also der gro\u00dfe b\u00fcbische Traum, zwischen Groteske und Monstrosit\u00e4t schwankend. Die Investitionen gigantischen Ausma\u00dfes in Epsteins H\u00e4nden zielten darauf, Bewusstsein \u2013 genauer: das reduktiv-mechanistische Verst\u00e4ndnis davon \u2013 \u00fcber Technologie in eine unsterbliche Form \u201aeinzumontieren\u2018. In diesem Zusammenhang band Epstein eine ganze Reihe renommierter Wissenschaftler in weltbekannten Institutionen, zum Beispiel am MIT, an sein Netzwerk. Namen von Weltrang tauchten auf \u2013 Noam Chomsky etwa ist zu nennen, dessen generatives Sprachmodell wie auch dessen faschistischer Ausraster gegen Ungeimpfte zu Ende gedacht exakt jenem technoiden Weltbild entstammen, das auch Epsteins Begehren nach Unsterblichkeit f\u00fctterte. (1) Und als dem wissenschaftlichen Laien Epstein die Unternehmungen an den renommierten Instituten zu wenig schnell und zu wenig konkret vorangingen, nahm er \u2013 nat\u00fcrlich \u00fcber Geld \u2013 Nerds au\u00dferhalb der Institutionen mit an Bord, Goertzel und Bach zum Beispiel, ich habe sie bereits erw\u00e4hnt und H\u00f6fer nennt sie im Gespr\u00e4ch mehrmals, Nerds, deren Versprechen hinsichtlich der angepeilten Unsterblichkeit noch gro\u00dfmundiger waren.<\/p>\n<p>Epstein, einem wissenschaftlich Unbedarften und gewieften Geldakrobaten, auf den Seilen eines karzinogenen Systems in seiner Endphase tanzend, ging es dabei ganz konkret \u2013 und wahrhaftig nichts k\u00f6nnte konkreter sein \u2013 um sein eigenes Leben. Um sein Gehirn, seinen K\u00f6rper, sein Geschlechtsteil. Klonungen seiner selbst geh\u00f6rten \u2013 gem\u00e4\u00df Emails \u2013 mit zum Bestandteil der Versuchsanordnungen, die Transplantation eines ganzen Kopfes wurde kurz vor Vollzug gestoppt. Durchgef\u00fchrt wurden aber zig andere Experimente. Und f\u00fcr diese und f\u00fcr das Austragen von manipuliertem Saatgut mussten junge Frauen her \u2013 eben als Probandinnen und Austr\u00e4gerinnen, angelockt \u00fcber Geld und T\u00e4uschung. Ein Entkommen, einmal drin, war allerdings schwierig. Die Frauen fungierten im b\u00fcbischen Setting, das naturgem\u00e4\u00df einen Haufen Milliard\u00e4re, die ihr Zeitliches ablaufen sahen, zur Gabe veranlasste, also als erkaufte Versuchskaninchen und Geb\u00e4rerinnen von manipulierten DNA-Wesenheiten zwecks Heranz\u00fcchtung der Unsterblichkeit.<\/p>\n<p><strong>Epstein als Modell unserer Vorstellung von Welt<\/strong><\/p>\n<p>Basis der Unternehmung, auf der das funktionieren soll und einzig auch kann, ist ein Menschenbild, das den Menschen zur Maschine macht, zum Input-Output-Apparat mit ein paar selbstrekursiven Schleifen dazwischen \u2013 der einzigen Neuerung gegen\u00fcber\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.freie-medienakademie.de\/medien-plus\/der-mensch-er-lebe-hoch?ref=apolut.net\"><u>Skinner<\/u><\/a>\u00a0im Grunde, dessen Simplizit\u00e4t aber erkenntnistheoretisch gesehen am Ende noch \u00fcbertreffend \u2013, eine Maschine, die man selbstverst\u00e4ndlich manipulieren kann und der man mit ebenso digitalmechanistisch gedachtem Einbau von selbstrekursiven \u201eNeuronenstrukturen\u201c das einpflanzt, was Technokraten als Bewusstsein verstehen, auf dass das gro\u00dfe Bewusstseinsproblem gel\u00f6st ist (<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WRqiFWTANSY&amp;ref=apolut.net\"><u>Originalton<\/u><\/a>\u00a0des sich \u201eVater der KI\u201c nennen lassenden J\u00fcrgen Schmidhuber dazu: \u201eEs ist alles ganz einfach\u201c, dazu mehr im Herbst). Diese L\u00f6sung wiederum ist der Schl\u00fcssel zur b\u00fcbischen Unsterblichkeit: Bewusstsein ist materialisierbar! Ist herzustellen! Uff! Alles gut. Kein Thema. Und all jene f\u00fcgen sich dieser Verapparatisierung und Banalisierung des Menschen bei, welche die KI mit einem mentalen Wesen verwechseln (das sind Milliarden), wie auch jene, die deren Effizienz loben. Optimieren bis zur Ewigkeit und dar\u00fcber hinaus: Das ist der zivilisatorische Wahn, dem auch das Epstein-Netzwerk als verdichtetes Abbild entstammt.<\/p>\n<p>Mehr noch, in dieser Lesart ist die Epstein-Saga vielleicht gar blo\u00df ein Epiph\u00e4nomen des Optimierungswahns schlechthin. Ein Epiph\u00e4nomen der stetigen \u201aVerbesserung\u2018 des Menschen bis hin zur Unsterblichwerdung, ein Epiph\u00e4nomen, das nahtlos an den Wahn, den eigenen K\u00f6rper ewig jung zu halten, anschlie\u00dft, an den Wahn, sich zu trimmen und zu fitten und zu optimieren bis weit \u00fcber 90, wof\u00fcr eine ganze Industrie bereitsteht. Mit anderen Worten: Aus dem Optimierungswahn, welcher diese Zivilisation ergriffen hat, musste eine Konstruktion, wie es das Epstein-Netzwerk ist, zwingend hervorgehen \u2013 und w\u00e4re es nicht dieser eine Epstein, es w\u00e4re ein anderer gewesen, und diese Epsteins sind alle auch noch am Werk und in den Labors der Institute und Konzerne. Und nicht nur dort.<\/p>\n<p>Und so ist die Epstein-Saga am Ende das Extrakt aus einem materialistischen Weltbild,\u00a0<em>das unser Weltbild ist<\/em>, ein Produkt der V\u00e4ter der KI und aller anderen V\u00e4ter des Nichts. Kein Wunder: Wir halten die Abartigkeitsstory hoch und sprechen von P\u00e4dophilennetzwerk, von Satanismus und Kulten, um das alles auszulagern und weit weg von uns zu schieben.<\/p>\n<p>Dass Epstein von Bewusstsein viel verstanden h\u00e4tte, davon ist nicht auszugehen. Er wird den durchaus komplexen Diskurs dazu kaum gekannt haben \u2013 etwa jenen in den 1990ern aufschie\u00dfenden und sowohl von mehrschichtig denkenden materialistischen Forschern gef\u00fchrten wie von Erkenntnistheoretikern, welche auf die Unhintergehbarkeitsstruktur dessen verwiesen, was ph\u00e4nomenal als Bewusstsein sich zeigt. Bereits das Fach, in dem er eine Ausbildung erhalten hatte, Mathematik, betrieb er auf bescheidenem Niveau. Buben m\u00fcssen nicht viel verstehen, um zu handeln. Auch das ein Merkmal dieser Zivilisation, in der komplexe Zusammenh\u00e4nge \u2013 \u00fcbrigens allein schon sprachlich-syntaktisch! \u2013 soweit reduziert werden, dass Robotertechnik und Transhumanismus \u201egreifen\u201c. Alles ist machbar: Es ist das Maschinenverst\u00e4ndnis, das \u00fcber alles gelegt wird, und es funktioniert nicht, weil die Ger\u00e4te zu Menschen w\u00fcrden, sondern der Mensch zur Ware, zum Apparat. Menschen, die ihr Bewusstsein auf Apparateniveau abgesenkt haben, erkennen nicht, auf welcher Reduktionsstufe sie unterwegs sind, beispielsweise, wenn sie mit der KI \u201ereden\u201c. Und es k\u00e4me ihnen nie in den Sinn, dieses \u201eReden\u201c in Anf\u00fchrungszeichen zu setzen. Kurz: Wer \u00fcber KI schw\u00e4rmt und dar\u00fcber, was die alles kann, ist bereits in die mechanistische Struktur eingegangen, die den zumindest halbwegs hin\u00fcbergehievten Apparat als mentales Flimmern deutet. In der Tat irrlichtert dort einzig das k\u00fcnstliche Feuer der Technologie, die alles kann. So hat es auch bei Epstein angefangen.<\/p>\n<p>Bezeichnenderweise ist der Interviewer Markus Fiedler kaum von seinem Abartigenbild bez\u00fcglich Epstein und dessen Netzwerk abzubringen. Immer wieder beharrt er auf Moral, darauf, dass diese Frauen (zun\u00e4chst spricht er auch noch von \u201eKindern\u201c) sexuell ausgebeutet wurden (ziemlich w\u00f6rtlich: sie wurden doppelt ausgebeutet, sexuell und f\u00fcr Experimente), um das gesellschaftlich beruhigende Narrativ des abartigen Rings, von dem man sich leicht abtrennen kann, aufrechtzuerhalten. Frank H\u00f6fer zeigt auf: Sie wurden instrumentalisiert, zu Objekten gemacht, zur Ware. Aber in einem g\u00e4nzlich totalit\u00e4ren Sinne, und die Strukturen sind in unserem Weltbild angelegt. (2) Als Abartige indes tangieren Epstein und Co. unsere Welt und Kapital deutlich weniger denn als b\u00fcbische Vorreiter einer Optimierung, die wir alle mittragen. Frank H\u00f6fer r\u00e4umt das Narrativ ab und legt den Wahn frei, der unser aller Wahn ist.<\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch empfehle ich als Einstieg zum Buch und mehr noch: zum eigenen Nachdenken \u00fcber Optimierung, Technologie und Niedergang einer Zivilisation, welche Geistiges zur Apparatur, zur Lagertechnik macht.<\/p>\n<blockquote><p>Und meine Seele spannte \/ weit ihre Fl\u00fcgel aus, \/ flog durch die stillen Lande, \/ als fl\u00f6ge sie nach Haus.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n<p>1 \u2013 Die geopolitischen Analysen, in Teilen auch die medial-gesellschaftlichen Analysen Chomskys verlieren deshalb nicht an Aussagekraft. Die Fragen, die aufkommen, setzen nicht seine Kritik an der US-Hegemonie in ein anderes Licht, indes die Beweggr\u00fcnde f\u00fcr diese Kritik. In diesem Zusammenhang k\u00f6nnte das ber\u00fchmte Streitgespr\u00e4ch zwischen Noam Chomsky und Michel Foucault (die Chomsky-Foucault-Debatte aus dem Jahre 1971) ein Ausgangspunkt sein. Vor allem in Deutschland, wo dekonstruktivistisches Denken niemals und von keiner Seite begriffen wurde, hat sich die akademische Linke hinter Chomsky gestellt, der in Foucaults Ausf\u00fchrungen nur postmoderne Spielereien erkannte. Eine genaue Analyse zeigt ein umgekehrtes Bild: Die echte Machtkritik \u2013 g\u00e4nzlich ohne Moral vorgetragen, weitgehend deskriptiv sozusagen \u2013 lag in den Zeilen Foucaults, nicht bei Chomsky. Diese Verwechslung zeigt sich heute noch, wenn ansonsten pr\u00e4zise Denker wie Hauke Ritz oder Tariq H\u00fcbsch den Mythos, die Postmoderne (und sie nennen Foucault explizit) h\u00e4tte wesentlich zum gesellschaftlichen Zustand, wie er sich heute zeigt, zum Wertezerfall, namentlich auch zur Verapparatrisierung des Menschen gef\u00fchrt. Auf der Linie zur Apparatisierung aber liegen materialistisch-mechanische Konzepte wie dasjenige Chomskys und nicht die De-Konstruktion, die sich dem Materialismus g\u00e4nzlich entzieht. Diese medial wichtige Aufkl\u00e4rung greife ich sp\u00e4ter am Tresen auf. Eine genauere Einordnung von Chomskys faschistischem Ungeimpftenausraster im Zusammenhang mit seinem mechanistisch-materialistischen Weltbild findet sich\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.manova.news\/artikel\/chomskys-letzte-worte?ref=apolut.net\"><u>hier<\/u><\/a>.<\/p>\n<p>2 \u2013 Schwierig zu denken, weil g\u00e4nzlich gegen die uns eingetrichterten Schablonen gerichtet: H\u00f6fers Hinweise stellen die Sexualisierung des Netzwerkes zu Ende gedacht als Verharmlosung heraus. Seine Lekt\u00fcre der Emails r\u00fcckt die Ausbeutung durch das Netzwerk in den gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang, auf dass die Monstrosit\u00e4t in ihrer Totalit\u00e4t sichtbar wird, weil es unsere mechanistisch-materialistische Waren-Monstrosit\u00e4t ist, die zum Vorschein kommt. Dass im Rahmen dieser Totalit\u00e4t Sexualit\u00e4t auch ein Faktor ist, verneint H\u00f6fer keineswegs. Aber seine Lekt\u00fcre r\u00e4umt das \u2013 beispielsweise auch beim Interviewer festh\u00e4ngende \u2013 Muster ab, es h\u00e4tten einerseits sexuelle Ausbeutung und daneben auch noch Experimente stattgefunden, ein Muster, bei dem die Abartigkeit \u00fcber das Sexuelle Bestand hat, auf dass die Abschiebung \u201aauf die stets Anderen\u2018, eben Abartigen, m\u00f6glich bleibt. Die Ausbeutung, welche H\u00f6fers Lekt\u00fcre freilegt, ist hingegen keine, welche durch Reiz-Schl\u00fcsselw\u00f6rter wie \u201ap\u00e4dophil\u2018 oder \u201aabartig\u2018 ausgelagert werden kann. Das ist sein Verdienst.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Hier geht es zum apolut-Interview mit Frank H\u00f6fer: <strong>Im Gespr\u00e4ch: Frank H\u00f6fer | &#8222;Das Brooklyn Projekt&#8220;\u00a0<\/strong><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/apolut.net\/im-gespraech-frank-hoefer\/\"><u>https:\/\/apolut.net\/im-gespraech-frank-hoefer\/<\/u><\/a><\/p>\n<p><strong>Hier geht es zum Buch<\/strong>:\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/c.kopp-verlag.de\/kopp,verlag_4.html?1=1056&amp;3=0&amp;4=&amp;5=&amp;d=https%3A%2F%2Fwww.kopp-verlag.de%2FDas-Brooklyn-Projekt.htm%3Fwebsale8%3Dkopp-verlag%26pi%3DBAFB60D1%26ci%3D%2524_AddOn_%2524&amp;ref=apolut.net\">https:\/\/c.kopp-verlag.de\/kopp,verlag_4.html?1=1056&amp;3=0&amp;4=&amp;5=&amp;d=https%3A%2F%2Fwww.kopp-verlag.de%2FDas-Brooklyn-Projekt.htm%3Fwebsale8%3Dkopp-verlag%26pi%3DBAFB60D1%26ci%3D%2524_AddOn_%2524<\/a><\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Beitrag erschien zuerst am 24. Juli 2026 auf <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.freie-medienakademie.de\/medien-plus\/das-abartige-sind-wir?ref=apolut.net\"><u>freie-medienakademie.de<\/u><\/a>.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Wir danken dem Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: Frank H\u00f6fer<br \/>Bildquelle: apolut<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>\n<p><strong>Oder: Frank H\u00f6fer liest, was in den Epstein-Mails steht.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Daniel Sandmann<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><strong>I. Ein Leichtes<\/strong><\/p>\n<p>Es w\u00e4re ein Leichtes, vom Seismographen Lauterbach zu schreiben, davon, wie er sich auf die Hitzemeldung wirft, kaum ist sie abgesetzt, erst noch nach langen Monaten der K&amp;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":15980,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-15979","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienkritik"],"blocksy_meta":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Artikel_20260801_H-fer_apolut.jpg",1920,1080,false],"thumbnail":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:150\/h:150\/q:mauto\/rt:fill\/g:ce\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Artikel_20260801_H-fer_apolut.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:300\/h:169\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Artikel_20260801_H-fer_apolut.jpg",300,169,true],"medium_large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:768\/h:432\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Artikel_20260801_H-fer_apolut.jpg",768,432,true],"large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:1024\/h:576\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Artikel_20260801_H-fer_apolut.jpg",1024,576,true],"1536x1536":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:1536\/h:864\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Artikel_20260801_H-fer_apolut.jpg",1536,864,true],"2048x2048":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Artikel_20260801_H-fer_apolut.jpg",1920,1080,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:18\/h:10\/q:mauto\/f:best\/dpr:2\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Artikel_20260801_H-fer_apolut.jpg",18,10,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Oder: Frank H\u00f6fer liest, was in den Epstein-Mails steht.Ein Meinungsbeitrag von Daniel Sandmann.I. 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