{"id":15989,"date":"2026-08-01T09:03:21","date_gmt":"2026-08-01T07:03:21","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/uncategorized\/vom-blitzkrieg-zum-albtraum-wie-der-irankrieg-zur-groessten-strategischen-belastungsprobe-fuer-die-usa-wurde\/"},"modified":"2026-08-01T09:03:21","modified_gmt":"2026-08-01T07:03:21","slug":"vom-blitzkrieg-zum-albtraum-wie-der-irankrieg-zur-groessten-strategischen-belastungsprobe-fuer-die-usa-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/uncategorized\/vom-blitzkrieg-zum-albtraum-wie-der-irankrieg-zur-groessten-strategischen-belastungsprobe-fuer-die-usa-wurde\/","title":{"rendered":"Vom Blitzkrieg zum Albtraum: Wie der Irankrieg zur gr\u00f6\u00dften strategischen Belastungsprobe f\u00fcr die USA wurde"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der von den Vereinigten Staaten begonnene Krieg gegen den Iran entwickelt sich nach Darstellung des Journalisten Ben Norton zunehmend zu einem strategischen, milit\u00e4rischen und wirtschaftlichen Albtraum f\u00fcr Washington. Was offenbar als kurze Operation zur Schw\u00e4chung oder sogar Beseitigung der iranischen F\u00fchrung geplant war, zieht sich immer weiter hin, erfasst zus\u00e4tzliche Staaten und bringt die amerikanischen Streitkr\u00e4fte an die Grenzen ihrer verf\u00fcgbaren Waffenbest\u00e4nde.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig steigen die Verluste unter US-Soldaten, w\u00e4hrend das Pentagon beschuldigt wird, das tats\u00e4chliche Ausma\u00df der Gefallenen und Verwundeten herunterzuspielen. Hinzu kommt eine sich versch\u00e4rfende Energiekrise, weil sowohl die Stra\u00dfe von Hormus als auch der Schiffsverkehr im Roten Meer zunehmend unter Druck geraten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus einem vermeintlich begrenzten Krieg wird damit ein regionaler Fl\u00e4chenbrand, dessen wirtschaftliche Folgen l\u00e4ngst \u00fcber den Nahen Osten hinausreichen.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">\n<div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"Trump is desperate as Iran war spirals out of control\" width=\"800\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/HPBI8ukcA_4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div>\n<\/figure>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Krieg ohne erkennbare Ausstiegsstrategie<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Nortons Darstellung wird innerhalb der Trump-Regierung inzwischen offen dar\u00fcber gestritten, wie der Krieg \u00fcberhaupt beendet werden kann. Er verweist auf einen Bericht von NBC News, wonach Pr\u00e4sident Donald Trump bei internen Sitzungen zunehmend ver\u00e4rgert reagiere, weil sich seine f\u00fchrenden Regierungsvertreter nicht auf eine klare Strategie einigen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dem Umfeld des Pr\u00e4sidenten sei zu h\u00f6ren, Trump habe nicht erwartet, dass es derart schwierig werden w\u00fcrde, den Iran zu einem Abkommen zu zwingen. Es habe weder einen wirklichen Plan f\u00fcr die Dauer des Krieges noch eine klare Vorstellung davon gegeben, wie ein politischer Endpunkt erreicht werden solle.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders schwer wiegt eine im Video wiedergegebene \u00c4u\u00dferung eines Regierungsvertreters. Demnach stehe Washington vor einer \u201estrategischen Niederlage\u201c, ohne \u00fcber klare politische Vorgaben oder eine Entscheidung \u00fcber den weiteren Kurs zu verf\u00fcgen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norton interpretiert dies als Eingest\u00e4ndnis, dass der Krieg f\u00fcr die USA nicht nach Plan verl\u00e4uft. Die Regierung suche verzweifelt nach einem Ausweg, wolle sich gleichzeitig aber nicht eingestehen, dass sie ihre urspr\u00fcnglichen Ziele nicht erreicht habe.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trump stehe damit vor einem politischen Dilemma: Er wolle den Krieg beenden, m\u00fcsse dies innenpolitisch jedoch als Sieg verkaufen. Genau das werde immer schwieriger, weil der Iran weder milit\u00e4risch zusammengebrochen noch politisch isoliert worden sei.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die viert\u00e4gige \u201ePause\u201c und das Scheitern der Gespr\u00e4che<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 25. Juli verk\u00fcndete die Trump-Regierung nach Darstellung des Videos eine Pause der amerikanischen Angriffe. Gleichzeitig erkl\u00e4rte Trump, Washington und Teheran w\u00fcrden erneut \u00fcber eine Beendigung des Krieges sprechen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch bereits vier Tage sp\u00e4ter, am 29. Juli, nahmen die USA ihre Luftangriffe auf den Iran wieder auf. Trump k\u00fcndigte dabei an, die iranische Regierung \u201esehr hart\u201c zu treffen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Norton zeigt dieser kurze Zeitraum, dass die angek\u00fcndigte Pause weder eine tragf\u00e4hige Waffenruhe noch der Beginn ernsthafter Friedensverhandlungen war. Vielmehr habe Washington offenbar versucht, Zeit zu gewinnen, ohne seine milit\u00e4rischen und politischen Forderungen grundlegend zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die iranische Seite begegne neuen amerikanischen Verhandlungsangeboten deshalb mit erheblichem Misstrauen. Norton verweist auf eine lange Reihe gebrochener oder gescheiterter Vereinbarungen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits 2018 hatte Trump w\u00e4hrend seiner ersten Amtszeit das internationale Atomabkommen mit dem Iran einseitig verlassen. Nach seiner R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus seien erneut Verhandlungen gef\u00fchrt worden, bevor die USA und Israel \u00fcberraschend milit\u00e4risch gegen den Iran vorgingen. Auch ein im Juni geschlossenes Memorandum of Understanding sei sp\u00e4ter von Washington verletzt worden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus iranischer Sicht erscheinen neue Gespr\u00e4che daher nicht automatisch als Friedensangebot, sondern m\u00f6glicherweise als taktische Pause zur milit\u00e4rischen Neuordnung.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Drei Krisen zwingen Washington zur Suche nach einem Ausweg<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norton nennt drei zentrale Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass die USA den Krieg wiederholt unterbrechen und nach einem politischen Ausweg suchen:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstens gehen den amerikanischen Streitkr\u00e4ften wichtige Flugabwehrraketen aus.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens steigen die Verluste unter US-Soldaten, w\u00e4hrend das Pentagon das tats\u00e4chliche Ausma\u00df der Opfer m\u00f6glicherweise verschleiert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens hat der Krieg eine globale Energiekrise ausgel\u00f6st, die durch die Beteiligung des Jemen und die Unterbrechung zentraler Schifffahrtswege weiter versch\u00e4rft wird.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese drei Faktoren greifen ineinander. Je l\u00e4nger der Krieg dauert, desto mehr Raketen muss Washington zur Verteidigung seiner St\u00fctzpunkte einsetzen. Je geringer die Vorr\u00e4te werden, desto h\u00e4ufiger k\u00f6nnen iranische Raketen und Drohnen die Luftabwehr durchdringen. Dadurch steigen wiederum die Verluste, w\u00e4hrend gleichzeitig Angriffe auf Energieanlagen und Transportwege die wirtschaftlichen Kosten des Krieges erh\u00f6hen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Patriot-Vorr\u00e4te werden zum strategischen Problem<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der m\u00f6glicherweise entscheidende milit\u00e4rische Engpass betrifft laut dem Video die Patriot-Abfangraketen. Sie werden ben\u00f6tigt, um US-St\u00fctzpunkte, verb\u00fcndete Golfstaaten und wichtige Infrastruktur gegen iranische Raketen und Drohnen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norton beruft sich auf Berichte der New York Times und des Wall Street Journal. Demnach w\u00e4chst im Pentagon die Sorge, dass eine weitere Intensivierung des Krieges die bereits geschrumpften Best\u00e4nde an Patriot-Raketen und anderen Luftabwehrsystemen gef\u00e4hrlich ersch\u00f6pfen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Amerikanische Regierungsvertreter h\u00e4tten eine R\u00fcckkehr zu umfassenden Kampfhandlungen als \u201eenorm riskantes Unterfangen\u201c bezeichnet. Die Trump-Regierung f\u00fcrchte demnach nicht nur einen gr\u00f6\u00dferen Krieg, sondern auch die Entfremdung wichtiger Golfstaaten, eine globale Wirtschaftskrise sowie eine wachsende Energie- und Fl\u00fcchtlingskrise.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den im Video genannten Sch\u00e4tzungen verf\u00fcgten die Vereinigten Staaten zu Beginn des Krieges \u00fcber etwa 2.500 Patriot-Abfangraketen. Seit dem Beginn der Kampfhandlungen am 28. Februar sollen mindestens 1.500 davon eingesetzt worden sein.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollten diese Angaben zutreffen, h\u00e4tte das Pentagon bereits rund 60 Prozent seines urspr\u00fcnglichen Bestands verbraucht. Weniger als 40 Prozent w\u00e4ren noch verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei kostet eine einzelne Patriot-Rakete laut den zitierten Berichten zwischen vier und f\u00fcnf Millionen Dollar. Allein der Einsatz von 1.500 Abfangraketen w\u00fcrde damit Kosten von ungef\u00e4hr sechs bis 7,5 Milliarden Dollar verursachen \u2013 ohne die Kosten der amerikanischen Luftangriffe, der eingesetzten Kampfflugzeuge, der Logistik, der Marineoperationen und s\u00e4mtlicher anderer Waffensysteme einzurechnen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norton spricht von einem Krieg, dessen Gesamtkosten l\u00e4ngst in die Hunderte Milliarden Dollar gehen k\u00f6nnten. Eine genaue, unabh\u00e4ngig best\u00e4tigte Gesamtsumme wird im Video jedoch nicht genannt.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die US-R\u00fcstungsindustrie kann den Verbrauch nicht ausgleichen<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das grundlegende Problem besteht nicht allein darin, dass die vorhandenen Vorr\u00e4te schrumpfen. Die amerikanische R\u00fcstungsindustrie kann neue Raketen offenbar nicht schnell genug produzieren, um den Verbrauch auszugleichen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hersteller RTX, fr\u00fcher Raytheon, k\u00f6nne nach den im Video wiedergegebenen Angaben j\u00e4hrlich ungef\u00e4hr 600 moderne PAC-3-Abfangraketen herstellen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem steht ein Verbrauch von mindestens 1.500 Raketen innerhalb weniger Monate gegen\u00fcber.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst bei voller Produktion w\u00fcrde es somit mehrere Jahre dauern, die bereits verschossenen Best\u00e4nde zu ersetzen. Voraussetzung w\u00e4re zudem, dass s\u00e4mtliche neuen Raketen ausschlie\u00dflich f\u00fcr die US-Streitkr\u00e4fte vorgesehen w\u00e4ren. Tats\u00e4chlich m\u00fcssen die Vereinigten Staaten jedoch auch Verb\u00fcndete beliefern und bestehende Exportvertr\u00e4ge erf\u00fcllen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Knappheit soll inzwischen so gro\u00df sein, dass die US-Armee erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten wieder \u00e4ltere Patriot-Varianten f\u00fcr den eigenen Bedarf bestellt habe.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im M\u00e4rz habe Washington sogar NATO-Verb\u00fcndete um zus\u00e4tzliche Patriot-Raketen gebeten. Polen sei laut dem im Video erw\u00e4hnten Bericht das einzige Land gewesen, das zumindest teilweise helfen konnte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit tritt ein strukturelles Problem zutage: Die amerikanische Milit\u00e4rindustrie kann zwar extrem teure Waffensysteme produzieren, ist aber nicht auf einen langen, hochintensiven Krieg gegen einen Gegner vorbereitet, der t\u00e4glich gro\u00dfe Mengen vergleichsweise g\u00fcnstiger Raketen und Drohnen einsetzen kann.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Iran zwingt die USA in einen kostspieligen Abnutzungskrieg<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die milit\u00e4rische Logik ist f\u00fcr Washington ung\u00fcnstig.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Iran muss nicht jede amerikanische Stellung zerst\u00f6ren. Es reicht, regelm\u00e4\u00dfig Raketen und Drohnen abzufeuern, um die USA und ihre Verb\u00fcndeten zum Einsatz ihrer knappen und teuren Abfangsysteme zu zwingen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst wenn ein iranischer Flugk\u00f6rper abgeschossen wird, hat er seinen Zweck teilweise erf\u00fcllt: Die Gegenseite musste eine mehrere Millionen Dollar teure Abfangrakete einsetzen und verliert damit einen Teil ihrer begrenzten Verteidigungsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je l\u00e4nger dieses Verh\u00e4ltnis anh\u00e4lt, desto gr\u00f6\u00dfer wird die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne iranische Raketen die Abwehr \u00fcberwinden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norton f\u00fchrt die steigende Zahl getroffener US-Ziele und amerikanischer Opfer teilweise darauf zur\u00fcck, dass die Luftverteidigung zunehmend \u00fcberlastet werde. Ob s\u00e4mtliche genannten Treffer tats\u00e4chlich unmittelbar mit einem Mangel an Patriot-Raketen zusammenh\u00e4ngen, l\u00e4sst sich allein anhand des Videos jedoch nicht abschlie\u00dfend \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Strategisch ist der beschriebene Mechanismus dennoch nachvollziehbar: Ein Verteidiger, dessen Abfangraketen schneller verbraucht als produziert werden, verliert mit der Zeit seine F\u00e4higkeit, alle bedrohten Ziele gleichzeitig zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Golfstaaten f\u00fcrchten die Folgen amerikanischer Eskalation<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders verwundbar sind die mit Washington verb\u00fcndeten Golfmonarchien. Dazu geh\u00f6ren Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Bahrain und Katar.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele dieser Staaten beherbergen amerikanische Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte. Dadurch werden sie im Fall einer direkten Konfrontation zwischen den USA und dem Iran automatisch zu potenziellen Zielen iranischer Vergeltungsschl\u00e4ge.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig sind ihre wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systeme von hoch konzentrierter Infrastruktur abh\u00e4ngig. \u00d6lterminals, Raffinerien, Gasfelder, Flugh\u00e4fen, H\u00e4fen, Stromnetze und Entsalzungsanlagen befinden sich an wenigen strategisch wichtigen Standorten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norton hebt insbesondere die Abh\u00e4ngigkeit von Meerwasserentsalzungsanlagen hervor. Die Golfstaaten verf\u00fcgen nur \u00fcber geringe nat\u00fcrliche S\u00fc\u00dfwasserreserven und beziehen einen gro\u00dfen Teil ihres Trinkwassers aus Entsalzungsanlagen an den K\u00fcsten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bislang habe der Iran diese Anlagen nicht angegriffen. Doch allein die M\u00f6glichkeit eines solchen Angriffs verdeutlicht, wie gro\u00df die Verwundbarkeit der Golfstaaten ist.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regierungen der Region h\u00e4tten deshalb ein starkes Interesse daran, Washington von einer v\u00f6llig unkontrollierten Eskalation abzuhalten. Sie unterst\u00fctzen die USA milit\u00e4risch und politisch, m\u00fcssen aber zugleich bef\u00fcrchten, selbst die unmittelbarsten Konsequenzen amerikanischer Angriffe zu tragen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Zahl der US-Verluste bleibt umstritten<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite gro\u00dfe Belastungsfaktor sind die steigenden Verluste unter amerikanischen Soldaten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norton wirft dem Pentagon vor, die tats\u00e4chliche Zahl der Toten und Verwundeten nicht vollst\u00e4ndig offenzulegen. Dabei beruft er sich unter anderem auf den ehemaligen US-Verteidigungsminister und CIA-Direktor Leon Panetta.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Panetta habe die Informationspolitik des Pentagons als besch\u00e4mend bezeichnet und von einem bewussten Versuch gesprochen, Informationen vor der amerikanischen \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcckzuhalten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders auff\u00e4llig sei, dass das Pentagon \u00fcber einen Zeitraum von zweieinhalb Monaten keine regul\u00e4re Pressekonferenz abgehalten habe. Kritiker vermuteten dahinter den Versuch, das wahre Ausma\u00df der Kriegskosten vor den amerikanischen Zwischenwahlen im November zu verbergen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die New York Times habe zun\u00e4chst von 18 get\u00f6teten US-Soldaten berichtet. Sp\u00e4ter sei diese Zahl auf 14 reduziert worden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Begr\u00fcndung des Pentagons habe demnach gelautet, vier Soldaten seien erst nach der Verk\u00fcndung einer Waffenruhe gestorben und w\u00fcrden daher nicht in der urspr\u00fcnglichen Statistik ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norton h\u00e4lt dieses Vorgehen f\u00fcr eine statistische Manipulation. Die Soldaten seien infolge des Krieges gestorben, unabh\u00e4ngig davon, ob ihr Tod vor oder nach einem offiziell verk\u00fcndeten Zeitpunkt eingetreten sei.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus sollen Dutzende Verwundete zun\u00e4chst nicht in den ver\u00f6ffentlichten Zahlen aufgetaucht sein. Die Zahl der Verletzten liege laut dem Video bereits bei mehreren Hundert, k\u00f6nnte tats\u00e4chlich aber deutlich h\u00f6her sein.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine unabh\u00e4ngige Best\u00e4tigung der von Norton vermuteten h\u00f6heren Opferzahlen enth\u00e4lt das Video nicht. Belegt wird vor allem, dass es Streit \u00fcber die Z\u00e4hlweise, versp\u00e4tete Meldungen und eine ungew\u00f6hnlich zur\u00fcckhaltende Informationspolitik des Pentagons gibt.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Krieg breitet sich auf immer mehr L\u00e4nder aus<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zur milit\u00e4rischen Ersch\u00f6pfung der USA erweitert sich der Krieg geografisch.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norton zufolge dr\u00e4ngte die Trump-Regierung Saudi-Arabien dazu, seine Angriffe auf den Jemen wieder aufzunehmen. Saudi-arabische Streitkr\u00e4fte h\u00e4tten daraufhin Ziele im Norden des Landes bombardiert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ansarallah, im Westen meist als Huthi-Bewegung bezeichnet, reagierte mit Angriffen auf saudische Ziele, insbesondere auf Energieanlagen und die Infrastruktur des \u00d6ltransports.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Saudi-Arabien sei dar\u00fcber hinaus gemeinsam mit dem US-Milit\u00e4r gegen proiranische Milizen im Irak vorgegangen. Damit werde das K\u00f6nigreich gleichzeitig in mehreren Kriegsschaupl\u00e4tzen zur direkten Konfliktpartei.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch den Vereinigten Arabischen Emiraten wird im Video eine wachsende milit\u00e4rische Rolle zugeschrieben. Sie sollen amerikanische und israelische Geheimdienstinformationen genutzt haben, um iranische Ziele anzugreifen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlich sei \u00c4gypten getroffen worden. Sollte Kairo milit\u00e4risch reagieren, k\u00f6nnte ein weiterer wichtiger Staat in den regionalen Krieg hineingezogen werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Konflikt ist damit nach Nortons Einsch\u00e4tzung l\u00e4ngst kein isolierter Krieg zwischen den USA und dem Iran mehr. Er erfasst den Jemen, Saudi-Arabien, den Irak, die Emirate, Kuwait, Bahrain und m\u00f6glicherweise \u00c4gypten.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Jemen er\u00f6ffnet eine zweite Energiefront<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders weitreichend ist der Eintritt Ansarallahs in den Konflikt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bewegung kontrolliert den dicht besiedelten Norden des Jemen und ist politisch mit dem Iran verb\u00fcndet. Seit dem Beginn der saudischen Intervention im Jahr 2015 hat sie jahrelange Kriegserfahrung gesammelt und trotz massiver Luftangriffe ihre Machtposition behauptet.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Saudi-Arabien seine Angriffe auf den Jemen wieder aufgenommen hatte, k\u00fcndigte Ansarallah nach Darstellung des Videos eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien an.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies trifft Riad in einem \u00e4u\u00dferst empfindlichen Moment.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der iranischen Sperrung oder weitgehenden Blockierung der Stra\u00dfe von Hormus hatte Saudi-Arabien versucht, einen gr\u00f6\u00dferen Teil seiner \u00d6lexporte \u00fcber die Ost-West-Pipeline an die K\u00fcste des Roten Meeres zu verlagern. Das \u00d6l wird dabei aus den F\u00f6rdergebieten am Persischen Golf quer durch das Land nach Yanbu transportiert und dort auf Tanker verladen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ansarallah droht nun, auch diesen Ausweichweg zu blockieren.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit k\u00f6nnte Saudi-Arabien gleichzeitig an beiden K\u00fcsten unter Druck geraten: im Osten durch die Lage in Hormus und im Westen durch die jemenitischen Operationen im Roten Meer.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Angriffe auf Yanbu und saudische \u00d6linfrastruktur<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit der Verk\u00fcndung der Blockade habe sich die Lage weiter versch\u00e4rft.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ansarallah soll nach Nortons Darstellung Einrichtungen angegriffen haben, die f\u00fcr den Transport des saudischen \u00d6ls von der Ost- an die Westk\u00fcste erforderlich sind. Au\u00dferdem habe die Bewegung Angriffe auf Raffinerien und Anlagen des staatlichen \u00d6lkonzerns Saudi Aramco f\u00fcr sich beansprucht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reuters habe unter Berufung auf Satellitenaufnahmen berichtet, dass sich der Schiffsverkehr im Roten Meer deutlich verlangsamt habe. Anlagen in der Hafenstadt Yanbu seien getroffen worden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Angriffe besitzen eine Bedeutung, die weit \u00fcber die unmittelbaren Sch\u00e4den hinausgeht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Saudi-Arabien finanziert einen gro\u00dfen Teil seines Staatshaushalts, seiner Sozialprogramme und seiner wirtschaftlichen Entwicklungsprojekte durch Einnahmen aus dem \u00d6lverkauf. Ein l\u00e4ngerer R\u00fcckgang der Exporte w\u00fcrde die bereits bestehenden Haushaltsdefizite versch\u00e4rfen und k\u00f6nnte innenpolitischen Druck erzeugen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dasselbe gilt f\u00fcr andere Golfmonarchien. Ihre politische Stabilit\u00e4t beruht zu einem erheblichen Teil darauf, dass die Einnahmen aus \u00d6l und Gas zur Finanzierung von Subventionen, Arbeitspl\u00e4tzen und staatlichen Leistungen eingesetzt werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Krieg, der diese Einnahmen dauerhaft unterbricht, bedroht daher nicht nur einzelne Raffinerien, sondern das politische und wirtschaftliche Modell der gesamten Region.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hormus und Bab al-Mandab geraten gleichzeitig unter Druck<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die strategische Dimension wird besonders deutlich, wenn die beiden zentralen Seewege gemeinsam betrachtet werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stra\u00dfe von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean. Durch sie werden gro\u00dfe Mengen \u00d6l und Fl\u00fcssiggas aus Saudi-Arabien, den Emiraten, Katar, Kuwait, Bahrain, Irak und Iran transportiert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean. Die Meerenge ist entscheidend f\u00fcr den Verkehr zwischen Europa, dem Suezkanal und Asien.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn beide Routen gleichzeitig eingeschr\u00e4nkt werden, verliert die Weltwirtschaft einen erheblichen Teil ihrer kurzfristigen M\u00f6glichkeiten, Energie zwischen dem Nahen Osten, Asien und Europa zu transportieren.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Saudi-Arabien hatte die Ost-West-Pipeline gerade deshalb ausgebaut, um im Fall einer Krise in Hormus weiterhin \u00d6l \u00fcber das Rote Meer exportieren zu k\u00f6nnen. Wird nun auch dieser Weg angegriffen, verliert Riad seine wichtigste strategische Alternative.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Konflikt verwandelt sich dadurch von einem milit\u00e4rischen Krieg in einen Krieg um die globalen Energieadern.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Energiekrise trifft zuerst Asien<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wirtschaftlichen Folgen sind laut Norton bereits sichtbar.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders stark betroffen seien asiatische Staaten wie Japan, S\u00fcdkorea, die Philippinen und Thailand. Einige dieser L\u00e4nder beziehen bis zu 90 Prozent ihres \u00d6lbedarfs aus dem Nahen Osten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Japan und S\u00fcdkorea sind enge Verb\u00fcndete der Vereinigten Staaten und beherbergen gro\u00dfe amerikanische Milit\u00e4rkontingente. Dennoch geh\u00f6ren sie zu den Staaten, die wirtschaftlich am st\u00e4rksten unter einer Unterbrechung der Energieversorgung aus dem Persischen Golf leiden w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Video wird ein vom Guardian zitierter Analyst angef\u00fchrt, wonach die weltweiten Reservekapazit\u00e4ten praktisch ausgesch\u00f6pft seien. Es gebe kaum noch zus\u00e4tzliche Lagerbest\u00e4nde oder kurzfristig aktivierbare F\u00f6rdermengen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Steigende \u00d6lpreise wirken sich nicht nur auf Benzin und Heizenergie aus. \u00d6l wird f\u00fcr den Transport nahezu aller Waren ben\u00f6tigt. H\u00f6here Treibstoffkosten verteuern Schifffahrt, Luftverkehr, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Industrie und Logistik.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird ein milit\u00e4rischer Konflikt im Nahen Osten unmittelbar zu einem Inflationsproblem f\u00fcr Verbraucher auf der ganzen Welt.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nur noch wenige Wochen \u00d6lreserven?<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders alarmierend ist eine im Video Trump zugeschriebene Aussage, wonach die internationalen \u00d6lreserven nur noch f\u00fcr ungef\u00e4hr vier Wochen ausreichen w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Aussage soll aus einer Rede im Juni stammen, als ein Ende des Krieges und neue Gespr\u00e4che mit dem Iran m\u00f6glich erschienen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Video liefert allerdings keine genaue Definition, welche Reserven Trump damit meinte. Es bleibt offen, ob von strategischen Staatsreserven, kommerziellen Lagerbest\u00e4nden bestimmter L\u00e4nder oder den global verf\u00fcgbaren Notfallreserven die Rede war.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unabh\u00e4ngig davon zeigt die Aussage, wie angespannt die Versorgungslage innerhalb der amerikanischen Regierung offenbar eingesch\u00e4tzt wurde.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollten die K\u00e4mpfe weiter eskalieren und gleichzeitig Hormus, das Rote Meer sowie wichtige \u00d6l- und Gasanlagen betroffen sein, k\u00f6nnte die Weltwirtschaft mit einem Angebotsschock konfrontiert werden, der weit \u00fcber gew\u00f6hnliche Preisschwankungen hinausgeht.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Krieg gegen Iran schw\u00e4cht Washington auch gegen\u00fcber China<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die rapide sinkenden Munitionsbest\u00e4nde haben noch eine weitere strategische Konsequenz.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Washington wird seit Jahren \u00fcber einen m\u00f6glichen Krieg gegen China diskutiert. Das Pentagon verlagert Streitkr\u00e4fte in den asiatisch-pazifischen Raum und begr\u00fcndet den Ausbau seiner Waffenbest\u00e4nde mit der Vorbereitung auf einen Konflikt mit einem ebenb\u00fcrtigen Gegner.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch wenn die Vereinigten Staaten bereits in einem Krieg gegen den Iran einen gro\u00dfen Teil ihrer modernen Abfangraketen verbrauchen, stellt sich die Frage, wie sie gleichzeitig einen noch erheblich gr\u00f6\u00dferen Krieg im Westpazifik f\u00fchren wollen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norton zitiert eine Analyse des Autors Arnaud Bertrand beziehungsweise des im Video genannten Analysten, wonach ein Krieg gegen China ein Vielfaches der heute vorhandenen Waffenbest\u00e4nde erfordern w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem sei nicht nur, dass die USA ihre Lagerbest\u00e4nde im Irankrieg leerten. Selbst vor Beginn des Krieges h\u00e4tten sie nicht ann\u00e4hernd \u00fcber die Mengen verf\u00fcgt, die f\u00fcr einen langen Konflikt mit China notwendig w\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">China besitzt eine wesentlich gr\u00f6\u00dfere industrielle Produktionsbasis als der Iran. Das Land verf\u00fcgt \u00fcber enorme Kapazit\u00e4ten in der Stahl-, Elektronik-, Maschinenbau-, Schiffbau- und Energieproduktion.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein l\u00e4ngerer Krieg w\u00e4re daher nicht allein eine Frage technologisch \u00fcberlegener Einzelwaffen, sondern der F\u00e4higkeit, Raketen, Drohnen, Schiffe, Ersatzteile und Munition in gro\u00dfen Mengen kontinuierlich herzustellen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau hier sehen Kritiker eine zentrale Schw\u00e4che der USA: Der milit\u00e4risch-industrielle Komplex produziert extrem teure und komplexe Systeme, kann sie aber nicht schnell genug in den f\u00fcr einen Abnutzungskrieg erforderlichen St\u00fcckzahlen liefern.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hat Iran bereits gewonnen?<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norton zieht aus all diesen Entwicklungen eine eindeutige und bewusst zugespitzte Schlussfolgerung: Die Vereinigten Staaten h\u00e4tten den Krieg bereits strategisch verloren, w\u00e4hrend der Iran gewonnen habe.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Bewertung ist die politische Interpretation des Autors und keine neutral best\u00e4tigte milit\u00e4rische Feststellung.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Argumentation lautet jedoch: Die USA konnten die iranische F\u00fchrung nicht beseitigen, keinen Regimewechsel erzwingen und den iranischen Staat nicht zum Zusammenbruch bringen. Stattdessen weitete sich der Krieg aus, amerikanische Verluste stiegen, die Munitionsvorr\u00e4te schrumpften und die globale Energieversorgung geriet unter Druck.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Iran habe dagegen gezeigt, dass er trotz amerikanischer und israelischer Angriffe weiterk\u00e4mpfen, US-St\u00fctzpunkte treffen und durch seine geografische Lage erheblichen Einfluss auf die wichtigsten Energie- und Schifffahrtswege aus\u00fcben k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit liege der gr\u00f6\u00dfere strategische Hebel zunehmend bei Teheran.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Washington k\u00f6nne den Krieg zwar fortsetzen und weitere Zerst\u00f6rungen anrichten. Doch jede neue Angriffswelle erh\u00f6he zugleich die Kosten f\u00fcr die USA, ihre regionalen Verb\u00fcndeten und die Weltwirtschaft.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Washington steht vor einer unm\u00f6glichen Entscheidung<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Trump-Regierung befindet sich damit in einer strategischen Falle.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Setzt sie den Krieg fort, drohen weitere Verluste, sinkende Munitionsbest\u00e4nde, steigende \u00d6lpreise und eine Ausweitung des Konflikts auf zus\u00e4tzliche Staaten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beendet sie den Krieg ohne die Kapitulation des Iran, m\u00fcsste Trump erkl\u00e4ren, warum die urspr\u00fcnglichen Ziele nicht erreicht wurden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein politisches Abkommen d\u00fcrfte zudem amerikanische Zugest\u00e4ndnisse erfordern. Genau diese Zugest\u00e4ndnisse w\u00e4ren jedoch schwer mit der Behauptung zu vereinbaren, die USA h\u00e4tten den Iran besiegt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb versucht Trump nach Nortons Einsch\u00e4tzung, das Unvereinbare miteinander zu verbinden: Er will einen Ausweg aus dem Krieg, ohne eine Niederlage einzugestehen. Er will Verhandlungen, ohne seine Forderungen aufzugeben. Und er will einen Sieg verk\u00fcnden, obwohl der Iran milit\u00e4risch und politisch weiterhin handlungsf\u00e4hig ist.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die nur vier Tage dauernde Pause Ende Juli zeigt, wie wenig stabil dieser Kurs ist.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein regionaler Krieg droht zum globalen Wirtschaftskrieg zu werden<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gef\u00e4hrlichste Entwicklung liegt jedoch nicht allein in den amerikanischen Raketenbest\u00e4nden oder der Zahl der gefallenen Soldaten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist, dass sich der Krieg zunehmend auf die Energieinfrastruktur und die globalen Transportwege verlagert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Iran \u00fcbt Druck auf die Stra\u00dfe von Hormus aus. Ansarallah bedroht saudische Exporte im Roten Meer. Saudi-Arabien greift erneut im Jemen ein. Amerikanische St\u00fctzpunkte in den Golfstaaten werden zu Zielen. Raffinerien, Pipelines und Hafenanlagen geraten in die Frontlinie.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit entsteht eine Eskalationsspirale, in der jeder milit\u00e4rische Angriff wirtschaftliche Gegenma\u00dfnahmen ausl\u00f6sen kann.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Angriff auf iranische Energieanlagen k\u00f6nnte Vergeltung gegen saudische, emiratische, katarische oder israelische Infrastruktur nach sich ziehen. Darauf k\u00f6nnten neue amerikanische und israelische Angriffe folgen. Gleichzeitig k\u00f6nnten weitere Tanker besch\u00e4digt und noch mehr Schifffahrtsunternehmen zum R\u00fcckzug aus der Region gezwungen werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was als Krieg gegen den Iran begann, droht damit zu einem Krieg gegen die Energieversorgung der Welt zu werden.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Video zeichnet das Bild einer US-Regierung, die sich milit\u00e4risch \u00fcbersch\u00e4tzt und politisch festgefahren hat.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Strategie eines kurzen Krieges ist gescheitert. Die iranische F\u00fchrung wurde nicht beseitigt. Der Konflikt hat sich ausgeweitet. Die Patriot-Vorr\u00e4te schrumpfen schneller, als die amerikanische Industrie sie ersetzen kann. Die Verluste unter US-Soldaten steigen, w\u00e4hrend das Pentagon wegen seiner Informationspolitik unter Druck ger\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig geraten die Stra\u00dfe von Hormus und das Rote Meer unter Druck. Saudi-Arabiens wichtigste Exportwege werden bedroht, w\u00e4hrend asiatische Staaten bereits mit steigenden Energiepreisen und wachsender Inflation k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob man Nortons Schlussfolgerung teilt, dass der Iran den Krieg bereits gewonnen habe, h\u00e4ngt davon ab, wie ein milit\u00e4rischer Sieg definiert wird. Sicher ist jedoch: Washington hat seine entscheidenden politischen Ziele bislang nicht erreicht, w\u00e4hrend die Kosten des Krieges t\u00e4glich wachsen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vereinigten Staaten stehen vor einer Wahl, bei der es keinen einfachen Sieg mehr gibt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein R\u00fcckzug w\u00fcrde das Scheitern der urspr\u00fcnglichen Strategie offenlegen. Eine Fortsetzung des Krieges k\u00f6nnte dagegen die eigenen Waffenbest\u00e4nde ersch\u00f6pfen, weitere amerikanische Soldaten das Leben kosten und die Welt in eine schwere Energie- und Wirtschaftskrise st\u00fcrzen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Irankrieg ger\u00e4t damit nicht nur au\u00dfer Kontrolle. Er zeigt zugleich die Grenzen einer Milit\u00e4rmacht, die zwar \u00fcber die teuersten Waffensysteme der Welt verf\u00fcgt, aber offenbar nicht \u00fcber gen\u00fcgend Raketen, industrielle Kapazit\u00e4ten und politische Ausdauer f\u00fcr den Krieg, den sie selbst begonnen hat.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Video f\u00fchrt als zentrale Erkl\u00e4rung drei zusammenwirkende Krisen an: schrumpfende US-Raketenbest\u00e4nde, wachsende amerikanische Verluste und eine durch Hormus sowie den Jemen versch\u00e4rfte Energiekrise.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der von den Vereinigten Staaten begonnene Krieg gegen den Iran entwickelt sich nach Darstellung des Journalisten Ben Norton zunehmend zu einem strategischen, milit\u00e4rischen und wirtschaftlichen Albtraum f\u00fcr Washington. 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