{"id":16058,"date":"2026-08-02T06:03:28","date_gmt":"2026-08-02T04:03:28","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/die-enkel-der-nazis-hat-deutschland-es-sich-mit-den-russen-verscherzt\/"},"modified":"2026-08-02T06:03:28","modified_gmt":"2026-08-02T04:03:28","slug":"die-enkel-der-nazis-hat-deutschland-es-sich-mit-den-russen-verscherzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/die-enkel-der-nazis-hat-deutschland-es-sich-mit-den-russen-verscherzt\/","title":{"rendered":"&#8222;Die Enkel der Nazis&#8220;: Hat Deutschland es sich mit den Russen verscherzt?"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Paul R. Wolf<\/em><\/p>\n<p><strong>Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine \u2013 von Gefechtshelmen zur dauerhaften milit\u00e4rischen Partnerschaft<\/strong><em><\/em><\/p>\n<p>Nach dem Beginn des in den westlichen Medien so genannten &#8222;v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffskriegs&#8220; Russlands gegen die Ukraine ver\u00e4nderte sich das deutsch-russische Verh\u00e4ltnis grundlegend. W\u00e4hrend die Bundesregierung bis zum 24. Februar 2022 an ihrer langj\u00e4hrigen Linie festhielt, keine t\u00f6dlichen Waffen in Krisengebiete zu liefern und stattdessen auf Diplomatie sowie nicht-letale Unterst\u00fctzung zu setzen, f\u00fchrte der Start der milit\u00e4rischen Sonderoperation Russlands zu einem tiefgreifenden Kurswechsel. Symbolisch f\u00fcr die anf\u00e4ngliche Zur\u00fcckhaltung stand die Lieferung von 5.000 Gefechtshelmen in die Ukraine, die vielfach als Ausdruck einer z\u00f6gerlichen deutschen Haltung kritisiert wurde. Die Bundesregierung begr\u00fcndete ihre Politik damals unter anderem noch mit der historischen Verantwortung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg sowie der Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts mit Russland.<\/p>\n<p>Bereits wenige Tage nach Beginn des Gro\u00dfangriffs \u00e4nderte Berlin seine Position jedoch grundlegend. Am 26. Februar 2022 genehmigte die Bundesregierung erstmals umfangreiche Waffenlieferungen an Kiew, darunter Panzerabwehrwaffen, Flugabwehrraketen vom Typ Stinger sowie weitere Ausr\u00fcstung aus Best\u00e4nden der Bundeswehr. Mit der von Bundeskanzler Olaf Scholz am 27. Februar ausgerufenen &#8222;Zeitenwende&#8220; leitete Deutschland zudem eine umfassende Neuausrichtung seiner Sicherheits- und Verteidigungspolitik ein. Dazu geh\u00f6rten ein Sonderverm\u00f6gen von 100 Milliarden Euro f\u00fcr die Bundeswehr, eine deutlich intensivere Unterst\u00fctzung der Ukraine und eine grundlegende Neubewertung der deutschen Sicherheitspolitik.<\/p>\n<p>Im Verlauf des Jahres 2022 wurde die milit\u00e4rische Hilfe schrittweise ausgeweitet. Deutschland stellte unter anderem Panzerhaubitzen PzH 2000, Mehrfachraketenwerfer MARS II, Flugabwehrsysteme vom Typ IRIS-T SLM, Munition und Milit\u00e4rfahrzeuge bereit. Gleichzeitig begann die Ausbildung ukrainischer Soldaten auf deutschem Boden.<\/p>\n<p>Parallel beteiligte sich Deutschland ma\u00dfgeblich an der Aushandlung und Verh\u00e4ngung s\u00e4mtlicher anti-russischer Sanktionspakete gegen den russischen Finanz- und Energiesektor, Personen und Organisationen, russische Medien sowie am Erlass von Handels- und Exportbeschr\u00e4nkungen und Ma\u00dfnahmen gegen Fluggesellschaften, Schiffe und insbesondere Tanker der so genannten &#8222;Schattenflotte&#8220; Russlands. Im Zeitraum 2022 bis 2026 verabschiedete die EU insgesamt 21 Sanktionspakete gegen Russland.<\/p>\n<p>Im Jahr 2023 weitete die Bundesregierung ihre milit\u00e4rische Hilfe erneut deutlich aus. Geliefert beziehungsweise zugesagt wurden unter anderem Kampfpanzer Leopard 2, Sch\u00fctzenpanzer Marder, zus\u00e4tzliche Flugabwehrsysteme, Pionier- und Bergefahrzeuge sowie umfangreiche Munitionspakete. Besonders die Entscheidung zur Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern galt in Moskau als Beleg f\u00fcr die zunehmende direkte Beteiligung des Westens am Krieg.<\/p>\n<p>Zwischen 2024 und 2026 entwickelte sich die Unterst\u00fctzung schlie\u00dflich von einzelnen Waffenlieferungen zu einer langfristig angelegten milit\u00e4rischen Partnerschaft. Im Mittelpunkt standen die St\u00e4rkung der ukrainischen Luftverteidigung, Artilleriemunition, Drohnenabwehr, Ersatzteile und Wartung, die fortgesetzte Ausbildung ukrainischer Streitkr\u00e4fte sowie die Finanzierung der R\u00fcstungsproduktion. Nach Angaben der Bundesregierung belief sich die deutsche milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung seit Beginn des Krieges bis 2026 unter Einbeziehung zugesagter Mittel auf rund 55 Milliarden Euro. Damit z\u00e4hlt Deutschland zu den wichtigsten milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzern der Ukraine in Europa.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>&#8222;Revisionismus und Nazi-Instinkte&#8220; \u2013 von Moskau weht jetzt ein rauer Wind Richtung Berlin<\/strong><\/p>\n<p>Russland sieht im Euromaidan 2013\/2014 in erster Linie einen neonazistischen Umsturz, der sich vor allem gegen die russische Minderheit in der Ostukraine, im Donbass und auf der Krim richtete. Aufgeschreckt von den antirussischen Pogromen im Zuge des Maidan begehrte die Bev\u00f6lkerung in diesen Regionen gegen die von der F\u00fchrung in Kiew forcierte Ukrainisierung, die Beseitigung sowjetischen und russischen Erbes sowie die Verehrung von Hitler-Kollaborateuren wie Stepan Bandera, Andrei Melnyk und Roman Schuchewitsch als &#8222;Nationalhelden&#8220; auf.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Ukraine und ihre westlichen Unterst\u00fctzer von einem &#8222;v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffskrieg&#8220; sprechen, sieht Moskau in seiner milit\u00e4rischen Sonderoperation ab 2022 einen notwendigen Schritt zur Beendigung eines langj\u00e4hrigen B\u00fcrgerkriegs, zum Schutz der russischsprachigen Bev\u00f6lkerung in der Ostukraine, zur Wahrung russischer Sicherheitsinteressen sowie zur Beseitigung des aus seiner Sicht grassierenden Faschismus, der Krieg und Zerst\u00f6rung \u00fcber das Land brachte.<\/p>\n<p>Dass gerade Deutschland Kiew in diesem Konflikt so stark unterst\u00fctzt, kann in den Augen der Russen nur als Verrat an der deutsch-russischen Auss\u00f6hnung nach 1945, als Geschichtsvergessenheit und ein Versuch gewertet werden, f\u00fcr die deutsche Niederlage im Zweiten Weltkrieg Rache zu nehmen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich im Wahlkampf f\u00fcr eine noch st\u00e4rkere Unterst\u00fctzung der Ukraine ausgesprochen, unter anderem durch die Lieferung von Taurus-Raketen. Sp\u00e4ter ruderte er zwar zur\u00fcck und konstatierte, dass die Ukraine keine Taurus mehr ben\u00f6tige, da die ukrainische Drohnen- und Raketenproduktion mit deutscher Hilfe forciert werden soll. Aber Russlands Medien und Politik kreideten ihm diese Aussagen an: Merz wolle <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/255106-swr-merz-will-sich-fuer-niederlage-nazideutschlands-an-russland-raechen\/\">Rache<\/a> f\u00fcr die Niederlage Nazideutschlands und seine rassistischen \u00c4u\u00dferungen l\u00e4gen ihm in den <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/kurzclips\/video\/264953-lawrow-merz-macht-rassistische-aeusserungen\/\">Genen<\/a>. Dar\u00fcber hinaus hat das politische Moskau wiederholt scharf kritisiert, dass Deutschland sich weigert, die Opfer der <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/russland\/268501-moskau-weigerung-berlins-zahlungen-auf\/\">Leningrader Blockade<\/a> zu entsch\u00e4digen, und ebenso die Initiativen zur pro-ukrainischen &#8222;<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/282224-sowjetische-gedenkstaetten-geben-deutschen-revisionisten\/\">Kontextualisierung<\/a>&#8220; sowjetischer Gedenkst\u00e4tten in Ostdeutschland.<\/p>\n<p>Der ehemalige russische Pr\u00e4sident Dmitri Medwedew sieht, dass die Bundesrepublik nach 1945 nur unzureichend entnazifiziert wurde. In einer <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/279195-remilitarisierung-deutschlands-renaissance-geistes-oder-revanchismus\/\">Generalabrechnung<\/a> anl\u00e4sslich des Tages des Sieges im Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieg warf er den Deutschen eine Renaissance des Geistes des Revanchismus vor. Au\u00dfenminister Sergei Lawrow wiederum vertritt die Ansicht, die Unterst\u00fctzung des Kiewer Regimes sei ein Zeichen daf\u00fcr, dass in Deutschland die <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/283301-hat-deutschland-seine-nazi-instinkte\/\">Nazi-Instinkte<\/a> wieder offen zu Tage treten. Und nachdem die Ukraine den Angriff auf das Studentenwohnheim in Starobelsk (LVR) geleugnet hatte und der Westen dazu durch die Bank schwieg, erkl\u00e4rte Pr\u00e4sident Putin, f\u00fcr Europas Medien seien Russen weniger wert als Tiere.<\/p>\n<p>In Russland sieht man die Remilitarisierung in der Bundesrepublik mit gro\u00dfer Sorge. Es hei\u00dft, Deutschland bereite sich nach 85 Jahren wieder darauf vor, Russland anzugreifen, und die deutsch-russischen Beziehungen bef\u00e4nden sich auf dem Niveau von <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/247455-wie-zu-anfang-1941-militaerexperte-zustand-der-deutsch-russischen-beziehungen\/\">1941<\/a>.<\/p>\n<p>Die deutschen Leitmedien \u2013 wie etwa <em>Der Spiegel<\/em> mit einer Sonderausgabe unter dem Titel &#8222;<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/283741-spiegel-und-unser-krieg-gegen\/\">Unser Krieg gegen Russland<\/a>&#8220; \u2013 bem\u00fchen sich dennoch nicht um eine Beschwichtigung der Gem\u00fcter, sondern sch\u00fcren mit ihrer propagandistischen Berichterstattung weiter antirussische Ressentiments in der deutschen Bev\u00f6lkerung. Und auch die deutsche Botschaft in Moskau, die eigentlich erste Anlaufstelle f\u00fcr V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung sein sollte, provoziert mit <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/256004-politik-macht-frei-deutsche-botschaft\/\">Plakatw\u00e4nden<\/a>, zynischen <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/283908-deutscher-botschafter-provoziert-zum-jahrestag\/\">Videobotschaften<\/a> und immer denselben Phrasen in Richtung Kreml.<\/p>\n<p>Einzig die AfD tritt in Deutschland als m\u00e4\u00dfigende politische Kraft gegen die ausufernde Russophobie auf und fordert ein freundschaftliches Verh\u00e4ltnis zu Russland \u2013 so wie einst der konservative Reichskanzler Otto von Bismarck.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Die Geschichte zeigt: Es geht auch anders<\/strong><\/p>\n<p>Aus Sicht des deutschen Mainstreams verteidigt die Bundesrepublik die Ukraine gegen &#8222;Putins Russland&#8220;, das nach Expansion strebt. Aus russischer Sicht wiederum unterst\u00fctzt die revanchistische Polit-Elite in Berlin das Kiewer Regime in seinem Kampf gegen alles Russische, wenn n\u00f6tig &#8222;bis zum letzten Ukrainer&#8220;. Die deutsch-russischen Beziehungen befinden sich aufgrund dieser zunehmenden Konfrontation seit Jahren auf einem Tiefpunkt. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass das nicht immer so war. \u00dcber weite Strecken der vergangenen zwei Jahrhunderte war das Verh\u00e4ltnis zwischen beiden Staaten vielmehr von Zusammenarbeit, gemeinsamen Interessen und Phasen der Auss\u00f6hnung gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Bereits im Jahr 1805 besuchte der russische Zar Alexander I. Berlin, um sich mit K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. gegen die Expansion des napoleonischen Frankreichs zu verb\u00fcnden. Der preu\u00dfische K\u00f6nig gab dem einstigen Ochsenmarkt im alten Zentrum Berlins anl\u00e4sslich dieses Besuchs den Namen &#8222;Alexanderplatz&#8220;.<\/p>\n<p>Nach der Gr\u00fcndung des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871 versuchte Otto von Bismarck, an diese Tradition guter Beziehungen anzukn\u00fcpfen. Der konservative Reichskanzler war \u00fcberzeugt, dass Deutschland eine Feindschaft mit Russland unbedingt vermeiden m\u00fcsse. Dennoch kam es nach dem Attentat von Sarajevo im Jahr 1914 aufgrund kolossaler Fehleinsch\u00e4tzungen auf beiden Seiten zum Beginn des Ersten Weltkriegs, in den Deutschland aufseiten des verb\u00fcndeten \u00d6sterreich-Ungarns und Russland als Schutzmacht Serbiens eintraten. Nach sehr hohen Verlusten auf beiden Seiten und angesichts der Russischen Oktoberrevolution von 1917 endete der Krieg an der Ostfront mit Verbr\u00fcderungen deutscher und russischer Soldaten sowie dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk.<\/p>\n<p>Trotz dieser kriegerischen Auseinandersetzung fanden beide Staaten bereits wenige Jahre sp\u00e4ter wieder zueinander. W\u00e4hrend der Weimarer Republik bestanden enge Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Das Deutsche Reich war als Verlierer des Ersten Weltkriegs international weitgehend isoliert. Gleiches galt f\u00fcr die Sowjetunion nach dem Sieg der Bolschewiki, denn viele westliche Staaten misstrauten der neuen kommunistischen F\u00fchrung. Beide hatten daher ein gemeinsames Interesse daran, ihre Isolation zu durchbrechen. Moskau half Berlin, die Bestimmungen des Versailler Vertrags heimlich zu umgehen: In der N\u00e4he von Kasan wurden an der Panzerschule Kama Panzerfahrer der Reichswehr ausgebildet, unweit von Wolsk befand sich das Kampfstoff-Testgel\u00e4nde Tomka und in Lipezk eine Fliegerschule. Zugleich fand die Sowjetunion in der erstarkenden KPD unter Ernst Th\u00e4lmann einen verl\u00e4sslichen politischen Partner.<\/p>\n<p>Mit der nationalsozialistischen Macht\u00fcbernahme wurde diese Entwicklung j\u00e4h unterbrochen. Im Spanischen B\u00fcrgerkrieg k\u00e4mpften viele deutsche Antifaschisten an der Seite der Sowjets und der Republik gegen die Falangisten unter General Francisco Franco. Zahlreiche deutsche Widerstandsk\u00e4mpfer und Kommunisten flohen in die Sowjetunion. Ein Teil von ihnen fiel den stalinistischen S\u00e4uberungen zum Opfer, w\u00e4hrend die deutschen Nazis im Zweiten Weltkrieg beispiellose Verbrechen an der sowjetischen Zivilbev\u00f6lkerung ver\u00fcbten.<\/p>\n<\/p>\n<p>Trotzdem hatten die Deutschen dank des Widerstands im Untergrund gegen den Nationalsozialismus auch in diesen finsteren Zeiten bei den Russen einen Stein im Brett, sodass nach dem Krieg eine Vers\u00f6hnung beider V\u00f6lker und der gemeinsame Wiederaufbau Ostdeutschlands m\u00f6glich wurden.<\/p>\n<p>Aus dieser Vers\u00f6hnung entwickelte sich w\u00e4hrend des Kalten Krieges insbesondere in der DDR ein enges Verh\u00e4ltnis zur Sowjetunion. Auch wenn sich Ostblock und Westm\u00e4chte mit Atomraketen bedrohten und zahlreiche Stellvertreterkriege (in Korea, Vietnam, Angola, Mo\u00e7ambique, Afghanistan und Nicaragua) ausfochten, wurde den Kindern in der DDR in der Schule vermittelt:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8222;Wir Jungpioniere lieben den Frieden. Wir Jungpioniere halten Freundschaft mit den Kindern der Sowjetunion und aller L\u00e4nder.&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Bereits zu Beginn unserer Schulzeit lernten wir, dass die Rote Armee gro\u00dfe Teile Deutschlands und Osteuropas vom Hitlerfaschismus befreit hatte. Wir Kinder schrieben Dankesbriefe an die Soldaten der Sowjetarmee. Entsprechend dieser Politik der Auss\u00f6hnung gab es von 1950 bis 1990 \u2013 unter anderem in Berlin \u2013 ein &#8222;Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft&#8220; (heute firmiert diese Einrichtung unter der n\u00fcchternen Bezeichnung &#8222;Russisches Haus der Kultur&#8220;).<\/p>\n<p>Doch nicht nur die DDR pflegte enge Beziehungen zur Sowjetunion. Im Zuge der Entspannungspolitik machte auch die Bundesrepublik Deutschland Gesch\u00e4fte mit der SU, um preiswertes Gas und \u00d6l zu beziehen. Nach 1990 wurde der ostdeutsche Strang der Druschba-Pipeline (Druschba hei\u00dft auf Deutsch &#8222;Freundschaft&#8220;) Teil des gesamtdeutschen Energienetzes. Die russischen Energielieferungen waren bis 2022 ein entscheidender Standortvorteil f\u00fcr Deutschland. Unter Bundeskanzler Gerhard Schr\u00f6der (SPD) wurde 2005 sogar der Bau der Nord-Stream-Pipeline zwischen Gazprom und deutschen Partnern vereinbart, was eine kosteng\u00fcnstige und sichere Energieversorgung f\u00fcr Europa garantiert h\u00e4tte. Die Sprengung der Nord-Stream-Pipeline durch \u2013 nach westlicher Darstellung \u2013 ukrainische Akteure am 26. September 2022 machte diesen Pl\u00e4nen schlie\u00dflich ein Ende.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Ein Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Wie die russische F\u00fchrung bereits vor Beginn der Sonderoperation in der Ukraine stets betont hat, k\u00f6nnen Russlands Sicherheitsinteressen im Zuge des Aufbaus einer neuen Sicherheitsarchitektur in Europa nicht ignoriert werden. Die Fortsetzung oder gar Ausweitung des Krieges gegen das gr\u00f6\u00dfte Land der Erde mit dem Ziel, ihm eine strategische Niederlage zu bereiten und die Russische F\u00f6deration in einzelne Teilstaaten zu zersplittern, k\u00f6nnte in einer atomaren Katastrophe enden.<\/p>\n<p>Die Bestrebungen von EU und NATO immer mehr L\u00e4nder zu einem wirtschaftlich-politischen Block zusammenzuschwei\u00dfen und gegen Russland aufzur\u00fcsten, angeblich um sich vor der &#8222;russischen Agression&#8220; zu sch\u00fctzen, haben bislang nur zu noch mehr Leid und Zerst\u00f6rung in Osteuropa gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Insbesondere Deutschland kommt, in Anbetracht seiner historischen Verantwortung, die Aufgabe zu, mit Russland wieder einen gemeinsamen Nenner zu finden, sodass wieder Frieden und Wohlstand in Europa einkehren k\u00f6nnen. Ob dies gelingt, wird die Zukunft zeigen. Es ist jedoch das Gebot der Stunde!<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013 <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/287176-gleich-zwei-fehler-in-einem-satz-botschafter-goetze-leistet-sich-fehlstart-in-moskau\/\">Gleich zwei Fehler in einem Satz \u2013 Botschafter Goetze leistet sich Fehlstart in Moskau<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7bbepo\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Paul R. 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