{"id":16866,"date":"2026-08-07T19:02:05","date_gmt":"2026-08-07T17:02:05","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/trump-macht-sein-amt-zum-echtzeit-geschaeft-fuer-100-000-dollar-38067202-html-3\/"},"modified":"2026-08-07T19:02:05","modified_gmt":"2026-08-07T17:02:05","slug":"trump-macht-sein-amt-zum-echtzeit-geschaeft-fuer-100-000-dollar-38067202-html-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/trump-macht-sein-amt-zum-echtzeit-geschaeft-fuer-100-000-dollar-38067202-html-3\/","title":{"rendered":"F\u00fcr 100.000 Dollar pro Monat: Trump macht sein Amt zum Echtzeit-Gesch\u00e4ft f\u00fcr B\u00f6rsenprofis"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Donald Trump verkauft Finanzprofis Zugang zu seinen Posts und damit zu marktbewegenden Informationen. Es ist der n\u00e4chste Schritt einer Pr\u00e4sidentschaft, in der Amt und Business kaum noch zu trennen sind<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Donald Trumps neuestes Produkt hat einen klaren Leistungsumfang: F\u00fcr <a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Truth-Social-verlangt-fuer-Echtzeit-Zugriff-wohl-bis-zu-100-000-Dollar-im-Monat-id31099350.html\" class=\"external-link\">100.000 Dollar monatlich<\/a> bekommen Trader und Banken seit dem Wochenende laut Pressemitteilung einen exklusiven \u201elizenzierten Echtzeit-Zugang zu den Posts der einflussreichsten Truth-Social-Accounts\u201c, darunter nat\u00fcrlich alle Beitr\u00e4ge des amtierenden US-Pr\u00e4sidenten selbst. Gleich am ersten Tag, als diese Schnittstelle zu Truth Social verf\u00fcgbar war, erwies sich der US-Pr\u00e4sident f\u00fcr die stattlichen Geb\u00fchren als verl\u00e4sslicher Lieferant von hochkar\u00e4tigem Content. Er postete wirre KI-Bilder von sich selbst als Elvis, als General im amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg oder wie er neben einem Alien mit Handschellen l\u00e4uft. Dazu eine Simulation seines geplanten Triumphbogens und eine Fotomontage, in der die eine H\u00e4lfte von Trumps Gesicht das des US-Gr\u00fcndervaters George Washington erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Trader ist das nur Hintergrundrauschen, das sie ertragen m\u00fcssen. Sie schielen auf das, was die Firma hinter der Online-Plattform, die Trump Media and Technology Group (TMTG), dem Finanzmarkt ungeniert verspricht: \u201esofortigen, gepr\u00fcften Zugang zu Informationen\u201c, mit denen sich bares Geld verdienen l\u00e4sst. Denn: \u201eTruth-Social-Posts bewegen schon jetzt die M\u00e4rkte\u201c, so TMTG-Chef, Kevin McGurn. Zwischen wirren Verschw\u00f6rungstheorien und KI-Bildchen nutzt Trump sein eigenes Netzwerk f\u00fcr offizielle Regierungsakte: Regelm\u00e4\u00dfig verk\u00fcndet er hier Personalentscheidungen, k\u00fcndigt pl\u00f6tzlich neue Z\u00f6lle an oder droht mit milit\u00e4rischen Angriffen. \u00c4u\u00dferungen, die Auswirkungen auf Aktien, Devisenkurse oder beispielsweise den \u00d6lpreis haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/p>\n<p>\u201eLegalisierten Insiderhandel\u201c hat seine Ex-Pressesprecherin Sarah Matthews die Kommerzialisierung von Trumps Posts daher genannt. Als \u201eskandal\u00f6sen Missbrauch des Pr\u00e4sidentenamts zu seinem pers\u00f6nlichen Vorteil, der Kleinanleger sch\u00e4digt, die Integrit\u00e4t unserer M\u00e4rkte aush\u00f6hlt und Wall Street und andere reiche Insider bereichert\u201c, kritisierten die demokratischen Senatoren Adam Schiff und Elizabeth Warren den Vorgang und legten Beschwerde bei der B\u00f6rsenaufsicht SEC ein.<\/p>\n<p>F\u00fcr Trump ist die direkte Monetarisierung seiner eigenen, teils amtlichen \u00c4u\u00dferungen allerdings l\u00e4ngst kein Tabubruch mehr, es ist vielmehr der n\u00e4chste logische Schritt: Er hat aus dem Wei\u00dfen Haus bereits ein Gesch\u00e4ft gemacht. Weite Teile des politischen Systems der USA haben vor seiner <a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Wie-die-US-Regierung-zu-Trumps-Selbstbedienungsladen-wird-article25640925.html\" class=\"external-link\">Selbstbereicherung kapituliert<\/a>. Die Vermarktung erreicht nun lediglich eine neue Stufe.<\/p>\n<p>Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar vergangenen Jahres zieht Trump dabei alle Register: Vor dem Wei\u00dfen Haus machte er ungeniert Werbung f\u00fcr Elon Musks Tesla-Autos. \u00dcber seine Fantasiew\u00e4hrung $Trump und seine Krypto-B\u00f6rse World Liberty Financial (WLFI) verkaufte er Zugang zum Wei\u00dfen Haus an <a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Donald-Trump-paktiert-mit-dem-Drecksack-des-Internets-article25282732.html\" class=\"external-link\">dubiose Kryptoinvestoren<\/a> und an ausl\u00e4ndische M\u00e4chte, wie den Geheimdienstchef der Vereinigten Arabischen Emirate, der heimlich mit 500 Mio. Dollar als <a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Scheich-kaufte-sich-heimlich-mit-500-Millionen-Dollar-bei-Trump-ein-id30322307.html\" class=\"external-link\">gr\u00f6\u00dfter Investor<\/a> bei WLFI einstieg. Den Binance-Gr\u00fcnder Changpeng Zhao, auf dessen Krypto-B\u00f6rse sich Terroristen von Hamas, al-Kaida und Islamischem Staat tummelten, und der deshalb eine Haftstrafe absa\u00df, begnadigte er, nachdem er einen <a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Trump-kassiert-Milliarden-bei-Krypto-Deals-article25756949.html\" class=\"external-link\">Milliardendeal aus Dubai f\u00fcr Trumps WLFI <\/a>eingef\u00e4delt hatte. Und er fliegt in einem geschenkten<a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Trump-nimmt-geschenkte-Boeing-aus-Katar-in-Betrieb-id30990113.html\" class=\"external-link\"> 400-Mio.-Dollar-Luxusjet der Herrscherfamilie aus Katar<\/a> als neuer Air Force One um die Welt, obwohl die US-Verfassung solche Zuwendungen verbietet.<\/p>\n<h2><strong>Vor dem Gesetz sind nicht mehr alle gleich<\/strong><\/h2>\n<p>2,2 Mrd. Dollar hat Trump das erste Jahr seiner zweiten Amtszeit reicher gemacht, wie aus Angaben hervorgeht, die er aufgrund von Transparenzregeln ver\u00f6ffentlichen musste. 1,4 Mrd. Dollar kassierte er allein mit fragw\u00fcrdigen Krypto-Gesch\u00e4ften. Im Vergleich dazu fallen einige Hunderttausend oder Millionen Dollar zus\u00e4tzlich aus dem \u201elegalisierten Insiderhandel\u201c mit seinen Truth-Social-Posts weniger ins Gewicht. Doch sie zeigen, wie in den USA gerade die Grenze zwischen offiziellem Amt und pers\u00f6nlichem Profit verschwimmt. Trump hat den Staat soweit unter seine Kontrolle gebracht und die Demokratie derartig ausgeh\u00f6hlt, dass alle Regeln, die bislang galten, infrage stehen.<\/p>\n<p>M\u00f6glich ist das nicht nur, weil die Republikaner im Kongress dem Pr\u00e4sidenten keine Grenzen setzen, sondern weil Trump das politische System insgesamt abwickelt: Die von ihm ernannten Richter am Supreme Court haben ihm faktisch einen Blankoscheck zur Selbstbereicherung gegeben. Mit einem Jahrhunderturteil haben sie die Gleichschaltung <a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Supreme-Court-staerkt-Trump-Jahrhunderturteil-gibt-Praesident-mehr-Macht-ueber-Behoerden-id31050734.html\" class=\"external-link\">bislang unabh\u00e4ngiger Bundesbeh\u00f6rden legalisiert<\/a> und Trumps Macht ausgeweitet wie nie zuvor: Der US-Pr\u00e4sident darf deren Personal nun feuern, wie er will. Das gilt nicht zuletzt f\u00fcr die B\u00f6rsenaufsicht SEC, weswegen Trump m\u00f6gliche Ermittlungen wegen Insiderhandel durch die Beh\u00f6rde nicht f\u00fcrchten muss. Zudem haben die Richter ihm r\u00fcckwirkende Immunit\u00e4t f\u00fcr alle \u201eoffiziellen Akte\u201c im Amt gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Was genau das hei\u00dft, m\u00fcssen Gerichte wohl noch kl\u00e4ren. Die Opposition kann zwar immer versuchen, gegen Trumps gr\u00f6bste Regelverst\u00f6\u00dfe zu klagen. Doch am Ende landen die meisten Verfahren wieder vor Trumps loyalen Richtern. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass er je juristisch belangt werden wird. Die gegenseitige Kontrolle der Verfassungsorgane, die \u201echecks and balances\u201c, die einst die St\u00e4rke der US-Verfassung ausmachten, ist weitgehend dahin. Es gibt kaum noch ein Korrektiv, das Trump Grenzen setzt.<\/p>\n<\/p>\n<p>In der Folge entsteht eine zweigeteilte Justiz: F\u00fcr die Masse der B\u00fcrger gelten die strengen Ma\u00dfst\u00e4be von Recht und Gesetz. Die Machtelite um Trump spielt nach ihren eigenen Sonderregeln. Am Verkauf von Trumps Truth-Social-Posts zeigt sich das deutlich: Gabriel Perez, der Mann, der f\u00fcr Trump den Teleprompter bedient, hat sich offenbar von der offenen Selbstbereicherung seines Chefs anstecken lassen. Auch er versuchte, aus seinem Insiderwissen Profit zu schlagen: Mutma\u00dflich \u00fcber 100.000 Dollar<a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Mann-hinter-Trumps-Teleprompter-wettete-auf-Reden-des-Praesidenten-id31094966.html\" class=\"external-link\"> Gewinn machte Perez auf der Vorhersage-Plattform Kalshi<\/a>, indem er darauf wettete, welche S\u00e4tze Trump in seinen Reden sagen w\u00fcrde, da er sie vorher kannte. Doch die Reaktion darauf war g\u00e4nzlich anders als bei Trumps organisiertem Informationsverkauf: Perez wurde beurlaubt, die US-Derivateaufsicht CFTC leitete Ermittlungen ein. Warum begr\u00fcndete ein Trump-Sprecher: \u201eDas Wei\u00dfe Haus hat strikte Ethik-Richtlinien, die alle Mitarbeiter und Amtstr\u00e4ger befolgen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p><em>Der Beitrag ist zuerst bei ntv.de erschienen. Das Nachrichtenportal geh\u00f6rt wie Capital zu RTL Deutschland.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Donald Trump verkauft Finanzprofis Zugang zu seinen Posts und damit zu marktbewegenden Informationen. 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