{"id":16895,"date":"2026-08-07T22:03:06","date_gmt":"2026-08-07T20:03:06","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/fregatten-desaster-trifft-ruestungsriese-rheinmetall-korrigiert-jahresziel-nach-unten\/"},"modified":"2026-08-07T22:03:06","modified_gmt":"2026-08-07T20:03:06","slug":"fregatten-desaster-trifft-ruestungsriese-rheinmetall-korrigiert-jahresziel-nach-unten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/fregatten-desaster-trifft-ruestungsriese-rheinmetall-korrigiert-jahresziel-nach-unten\/","title":{"rendered":"Fregatten-Desaster trifft R\u00fcstungsriese: Rheinmetall korrigiert Jahresziel nach unten"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Rheinmetall reagiert auf das Ende des deutschen Fregattenprojekts F126 mit einer Anpassung seiner Jahresprognose. Der Konzern erwartet rund 300 Millionen Euro weniger Umsatz und rechnet nun mit Einnahmen von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro. Die Auswirkungen des weggefallenen 15-Milliarden-Euro-Projekts auf die langfristige Entwicklung werden noch bewertet.<\/p>\n<p data-start=\"1917\" data-end=\"2233\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Der Stopp des Programms durch das Verteidigungsministerium im Juni 2026 kam f\u00fcr Rheinmetall \u00fcberraschend. Nach der \u00dcbernahme von Naval Vessels L\u00fcrssen hatte der Konzern gro\u00dfe Hoffnungen in den Auftrag gesetzt und ein Angebot in Milliardenh\u00f6he eingereicht. Die Absage f\u00fchrte zu einem deutlichen Kursverlust der Aktie.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Das F126-Programm, urspr\u00fcnglich unter dem Namen &#8222;Mehrzweckkampfschiff 180&#8220; gestartet, sollte die Deutsche Marine mit sechs modernen Fregatten ausstatten. Es w\u00e4re das gr\u00f6\u00dfte deutsche Marineschiffprojekt seit dem Zweiten Weltkrieg gewesen. Den Auftrag erhielt 2020 der niederl\u00e4ndische Werftenkonzern <em>Damen<\/em>.<\/p>\n<p>Doch das Vorhaben geriet zunehmend unter Druck. Technische Schwierigkeiten, Probleme mit der Software und Verz\u00f6gerungen lie\u00dfen die Kosten steigen. Ein Wechsel des Generalunternehmers zu Rheinmetall h\u00e4tte die Gesamtausgaben nach Einsch\u00e4tzung des Verteidigungsministeriums auf mehr als 18 Milliarden Euro erh\u00f6hen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Verteidigungsminister Boris Pistorius zog deshalb einen Schlussstrich.<\/p>\n<p><em>&#8222;Lieber ein hartes Ende als eine dauerhafte H\u00e4ngepartie. Die k\u00f6nnen wir uns nicht leisten, weder finanziell noch zeitlich. Die Marine braucht dringend neue Fregatten, die sie bef\u00e4higen zur U-Boot-Jagd&#8220;,<\/em> begr\u00fcndete er den Schritt.<\/p>\n<p>Statt der F126 setzt die Bundeswehr nun auf bis zu acht kleinere MEKO-A-200-Fregatten des deutschen Herstellers TKMS. Die Schiffe sollen schneller verf\u00fcgbar sein und vor allem die dringend ben\u00f6tigten F\u00e4higkeiten zur U-Boot-Bek\u00e4mpfung im NATO-Verbund st\u00e4rken. Rund 2,3 Milliarden Euro Steuergeld waren bereits in das F126-Projekt geflossen.<\/p>\n<p>Trotz der gesenkten Umsatzprognose konnte Rheinmetall f\u00fcr das erste Halbjahr 2026 starke Gesch\u00e4ftszahlen vorlegen. Der Umsatz stieg um 39 Prozent auf mehr als f\u00fcnf Milliarden Euro, das operative Ergebnis erh\u00f6hte sich um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserte sich von 12 auf 15 Prozent. Der Auftragsbestand wuchs von 56 auf mehr als 80 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Konzernchef Armin Papperger sprach von einem &#8222;Rekordwachstum&#8220; und verwies auf die starke Gesch\u00e4ftsentwicklung. Die Prognose f\u00fcr den Auftragsbestand wurde auf mehr als 100 Milliarden Euro angepasst, nachdem zuvor rund 135 Milliarden Euro erwartet worden waren. Der Ausbau der Marinesparte mit rund 1000 zus\u00e4tzlichen Stellen liegt vorerst auf Eis.<\/p>\n<p>Den Blick richtet Rheinmetall nun verst\u00e4rkt auf das Landgesch\u00e4ft. Noch vor Jahresende soll ein Gro\u00dfauftrag f\u00fcr mehrere Hundert Boxer-Radpanzer der Bundeswehr abgeschlossen werden. Das unter dem Namen &#8222;Arminius&#8220; gef\u00fchrte Programm k\u00f6nnte inklusive Wartung und Serviceleistungen ein Volumen von mindestens 14 Milliarden Euro erreichen. Nach j\u00fcngeren Angaben geht es um einen m\u00f6glichen Festauftrag von rund 12,4 Milliarden Euro mit zus\u00e4tzlichen Optionen.<\/p>\n<p>Papperger zeigte sich zuversichtlich und erkl\u00e4rte, dem geplanten Boxer-Gro\u00dfauftrag stehe aus seiner Sicht nichts Grunds\u00e4tzliches im Weg.<\/p>\n<p>Den Einstieg in das Marinegesch\u00e4ft bezeichnete der Vorstandschef trotz der F126-Niederlage weiterhin als sinnvoll. Die neue Sparte arbeite daran, bestehende Auftr\u00e4ge zuverl\u00e4ssig umzusetzen und internationale Kunden zu gewinnen. Einen ersten Erfolg konnte Rheinmetall bereits verbuchen. Die Modernisierung der Fregatte &#8222;Bayern&#8220; wurde an den Konzern vergeben.<\/p>\n<p>Das Ende der F126-Fregatte ist ein deutlicher R\u00fcckschlag f\u00fcr Rheinmetalls Ausbau im Marinebereich und zeigt die Risiken gro\u00dfer staatlicher R\u00fcstungsprojekte. Das operative Gesch\u00e4ft bleibt jedoch von der steigenden Nachfrage nach milit\u00e4rischer Ausr\u00fcstung in Europa gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p data-start=\"513\" data-end=\"742\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Der geplante Boxer-Gro\u00dfauftrag gewinnt f\u00fcr Rheinmetall nach dem F126-Aus an Bedeutung. Die Aktie bleibt abh\u00e4ngig von der starken Nachfrage nach R\u00fcstungsg\u00fctern und den Entscheidungen der \u00f6ffentlichen Auftraggeber.<\/p>\n<p data-start=\"513\" data-end=\"742\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\"><strong>Mehr zum Thema\u00a0<\/strong>\u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/freedert.online\/meinung\/273065-profitieren-durch-bombardieren-rheinmetall-im-kriegsrausch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Profitieren durch Bombardieren: Rheinmetall im Kriegsrausch<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v758iiw\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rheinmetall reagiert auf das Ende des deutschen Fregattenprojekts F126 mit einer Anpassung seiner Jahresprognose. 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