{"id":16964,"date":"2026-08-08T18:03:30","date_gmt":"2026-08-08T16:03:30","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/senkung-der-mehrwertsteuer-in-der-gastronomie-kommt-bei-verbrauchern-nicht-an\/"},"modified":"2026-08-08T18:03:30","modified_gmt":"2026-08-08T16:03:30","slug":"senkung-der-mehrwertsteuer-in-der-gastronomie-kommt-bei-verbrauchern-nicht-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/senkung-der-mehrwertsteuer-in-der-gastronomie-kommt-bei-verbrauchern-nicht-an\/","title":{"rendered":"Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie kommt bei Verbrauchern nicht an"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Zum ersten Januar 2026 reduzierte der Gesetzgeber die Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf sieben Prozent. Mit dieser Ma\u00dfnahme, die im schwarz-roten Koalitionsvertrag vereinbart worden war, sollte die kriselnde Gastronomiebranche eine Stabilisierung erfahren. Die Restaurants waren allerdings nicht dazu verpflichtet, aufgrund der Steuersenkung auch die Preise f\u00fcr ihre Gerichte entsprechend zu senken.<\/p>\n<p>Und tats\u00e4chlich: Wer als Gast auf eine Preissenkung aufgrund der niedrigeren Mehrwertsteuer gehofft hatte, muss sich weitgehend get\u00e4uscht sehen. Denn heutigen Medienberichten zufolge ergibt eine Umfrage des Deutschen Hotel- und Gastst\u00e4ttenverbands (Dehoga), dass sich die meisten Gastronomen in Deutschland gegen eine Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung entschieden.<\/p>\n<p>Als Grund nannten von der <em>ARD<\/em> interviewte Gastwirte vor allem die gestiegenen Energie-, Waren- und Personalkosten, die einen Preisnachlass unm\u00f6glich machten. Wie eine Vertreterin des Dehoga im Interview erkl\u00e4rte, h\u00e4tte es aber der gesenkte Mehrwertsteuersatz immerhin erm\u00f6glicht, dass die zu erwartenden Preiserh\u00f6hungen f\u00fcr Gerichte in den Gastst\u00e4tten geringer ausgefallen seien.<\/p>\n<p>An der Umfrage des Dehoga waren etwa 2000 Gastronomiebetriebe beteiligt. Das Ergebnis: 73,4 Prozent der Umfrageteilnehmer haben ihre Preise stabil gehalten, also die Preise auf ihren Speisekarten aufgrund des Wechsels bei der Mehrwertsteuer nicht ver\u00e4ndert. Unklar bleibt, wie sich die restlichen Betriebe verhalten haben, also ob ihre Preisgestaltung ab Januar 2026 nach oben oder nach unten ging.<\/p>\n<p>Die erste Alternative ist weitaus wahrscheinlicher. Denn laut Statistischem Bundesamt sind die Preise f\u00fcr Gerichte in Restaurants im Jahr 2026 insgesamt weiter <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Wirtschaft\/Konjunkturindikatoren\/Preismonitor\/_Grafik\/_Interaktiv\/gastronomie.html\">angestiegen<\/a>. Getr\u00e4nke unterliegen in der Gastronomie ohnehin weiterhin der h\u00f6heren Mehrwertsteuer. Auch in diesem Konsumfeld verzeichnet das Statistische Bundesamt einen Preisanstieg.<\/p>\n<p>Die Konsumenten reagieren dabei durchaus sensibel auf Preissteigerungen. Einer repr\u00e4sentativen <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/bzt.bayern\/umfrage-konsumverhalten-gastronomie-2026\/\">Studie<\/a> des Bayerischen Zentrums f\u00fcr Touristik (BZT) zufolge, die den Titel &#8222;Wie Deutschland essen geht&#8220; tr\u00e4gt, gehen 48 Prozent der Befragten im Vergleich zum Jahr 2025 seltener essen, 40 Prozent haben ihr Ausgehverhalten nicht ge\u00e4ndert und nur vier Prozent besuchen h\u00e4ufiger ein Restaurant.<\/p>\n<p>Und auch bei den Zukunftspl\u00e4nen herrscht Sparsamkeit vor: K\u00fcnftig wollen 42 Prozent der Studienteilnehmer seltener essen gehen. 47 Prozent planen nicht, ihre diesbez\u00fcglichen Gewohnheiten zu ver\u00e4ndern, und ebenfalls lediglich vier Prozent wollen h\u00e4ufiger eine Gastst\u00e4tte aufsuchen.<\/p>\n<p>Bei denjenigen, die sich selten oder nie einen Restaurantbesuch g\u00f6nnen, ist der Hauptgrund, dass sie sich diesen gar nicht leisten k\u00f6nnen (49 Prozent). Erst danach kommen Kritik an einer versp\u00fcrten Diskrepanz zwischen Preis und angebotener Qualit\u00e4t (31 Prozent) sowie Bequemlichkeitsgr\u00fcnde (29 Prozent) oder Zeitmangel (acht Prozent).<\/p>\n<p>Das hei\u00dft: Eine zunehmend zur Sparsamkeit gezwungene Bev\u00f6lkerung st\u00f6\u00dft auf eine Gastronomie, die kaum Spielr\u00e4ume f\u00fcr Preissenkungen hat oder die Preise gar erh\u00f6hen muss, um keinen Verlust zu erleiden. Das sind Umst\u00e4nde, die wenig Hoffnung auf eine baldige Erholung dieser Krisenbranche machen.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/258330-regierungsbericht-immer-mehr-arme-und-und-reichere-reiche\/\">Regierungsbericht: Immer mehr Arme \u2013 und reichere Reiche<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v6wdmu0\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum ersten Januar 2026 reduzierte der Gesetzgeber die Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf sieben Prozent. Mit dieser Ma\u00dfnahme, die im schwarz-roten Koalitionsvertrag vereinbart worden war, sollte die kriselnde Gastronomiebranche eine Stabilisierung erfahren. 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