{"id":17054,"date":"2026-08-09T18:08:48","date_gmt":"2026-08-09T16:08:48","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/die-menschheit-wird-nicht-um-oel-sondern-um-wasser-krieg-fuehren\/"},"modified":"2026-08-09T18:08:48","modified_gmt":"2026-08-09T16:08:48","slug":"die-menschheit-wird-nicht-um-oel-sondern-um-wasser-krieg-fuehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/die-menschheit-wird-nicht-um-oel-sondern-um-wasser-krieg-fuehren\/","title":{"rendered":"Die Menschheit wird nicht um \u00d6l, sondern um Wasser Krieg f\u00fchren"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Sergei Sawtschuk<\/em><\/p>\n<p>Die Geschehnisse im Nahen Osten haben einen globalen Trend ausgel\u00f6st und die Menschheit von einer wachsenden Krise bei Kohlenwasserstoffen und anderen Energieressourcen \u00fcberzeugt. Doch es zeichnet sich ein Defizit ungleich gr\u00f6\u00dferer Gef\u00e4hrlichkeit ab. Die Beh\u00f6rden von Chi\u0219in\u0103u, in Person von Umweltminister Gheorghe Hajder, riefen den Notstand in den Bereichen Energie und Wasserversorgung aus. Ihm zufolge wird Moldawien in K\u00fcrze ein t\u00e4gliches Stromdefizit von 120 bis 130 Megawattstunden verzeichnen, das durch Lieferungen von Notstrom gedeckt werden soll, vorwiegend aus Rum\u00e4nien \u00fcber den Interkonnektor OPCOM sowie aus der Ukraine. Von dort aus wird der Strom \u00fcber den Verband Europ\u00e4ischer \u00dcbertragungsnetzbetreiber ENTSO-E geliefert. Die wichtigste Neuigkeit ist jedoch die, dass die moldauischen Beh\u00f6rden mit der Entnahme strategischer Wasserreserven aus dem Nowodnjestr-Stausee begonnen haben. Einfach gesagt: Chi\u0219in\u0103u entnimmt dem wichtigsten Stausee des Landes praktisch das letzte Wasser.<\/p>\n<p>Den Kern des Problems bildet ein ungew\u00f6hnlich hei\u00dfer Sommer, der die Wasserwege in Mitteleuropa bereits ausgetrocknet hat, was zu einem kritisch niedrigen Wasserstand im Dnjestr, dem wichtigsten Fluss Moldawiens f\u00fchrte. Infolgedessen sank der Zufluss in den Nowodnjestr-Stausee, der sich durch die ukrainischen Gebiete Chmelnizki, Winniza und Tschernowitz erstreckt, auf nur noch 30 Kubikmeter pro Sekunde. Gleichzeitig wird fast die dreifache Menge in den Dnjestr abgelassen. Dadurch liegt der Wasserstand im Stausee derzeit unter der Mittelh\u00f6he, w\u00e4hrend er vor genau einem Jahr f\u00fcnf Meter h\u00f6her lag. Um die Dimensionen zu verstehen: Der Nowodnjestr-Stausee hat eine maximale Tiefe von 54 Metern und eine durchschnittliche Tiefe von 21 Metern.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen wird der Strommangel durch denselben Prozess verursacht, da sich nur 20 Kilometer flussabw\u00e4rts das Wasserkraftwerk Dnjestr-1 mit einer Kapazit\u00e4t von durchaus wuchtigen 700 Megawatt befindet.<\/p>\n<p>Das Geschehen k\u00f6nnte auf jahreszeitliche Temperaturschwankungen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden, wenn auch mit rekordverd\u00e4chtigen Unterschieden. Die ganze Geschichte hat aber eine viel tiefere Bedeutung. K\u00fcrzlich sprach der kasachische Pr\u00e4sident erneut die zunehmende Wasserknappheit an. Qassym-Schomart Toqajew erinnerte daran, dass der weltweite Wasserbedarf laut UN-Experten bis 2040 die verf\u00fcgbaren Ressourcen um 40 Prozent \u00fcbersteigen wird. Seit Jahren bem\u00fcht sich der kasachische Staatschef darum, die \u00d6ffentlichkeit der Welt auf die Verlandung des Aralsees und des Kaspischen Meeres aufmerksam zu machen, und betont dabei immer wieder, dass es sich nicht um ein regionales, sondern um ein globales Problem handelt. Laut den offiziellen Schlussfolgerungen ist nicht nur Nordafrika stark gef\u00e4hrdet, sondern auch Zentralasien, wo Fl\u00fcsse systematisch austrocknen. Zus\u00e4tzlich wird das Problem durch aktiv errichtete Wasserbauwerke versch\u00e4rft, die\u00a0den j\u00e4hrlichen Abfluss umso st\u00e4rker einschr\u00e4nken,\u00a0je weiter stromabw\u00e4rts sie liegen.<\/p>\n<p>In einer rasanten Welt, wo Probleme bei Kohlenwasserstoffen die Schlagzeilen beherrschen, wird die Rede von einer drohenden globalen Trinkwasserkrise kaum ernster als Debatten um die Schutzeigenschaften eines Aluhuts wahrgenommen. Doch zu Unrecht. Wenn die weltweiten Benzinvorr\u00e4te um ein Drittel zur\u00fcckgingen, w\u00fcrde das nur zu einem erheblichen Verlust am Komfort f\u00fchren. Wenn ein Drittel des Trinkwassers verschw\u00e4nde, w\u00fcrde das Massensterben der Menschheit als Spezies beginnen. Dies ist kein Sprachbild, sondern reine Physiologie. Die Dehydrierung des K\u00f6rpers um ein Drittel verursacht unkontrollierbare Kr\u00e4mpfe und Tod, wobei der Mensch nicht einmal mehr trinken will.<\/p>\n<p>Heute erinnert sich kaum jemand an die vor zehn Jahren ver\u00f6ffentlichte Doku\u00a0&#8222;Der Krieg ums Wasser&#8220;\u00a0von Andrei Kondraschow. Fast zwei Stunden lang erkl\u00e4rt ein Team russischer Journalisten in einfachen Worten das Unsichtbare an vielen blutigen Gro\u00dfereignissen, beispielsweise am erbitterten Krieg zwischen Israel und Syrien um die Golanh\u00f6hen. Politiker in Tel Aviv sprechen gern \u00fcber historisches Land und eine Pufferzone, aber die Wahrheit besteht darin, dass die Golanh\u00f6hen die H\u00e4lfte der regionalen Reserven an Mineralwasser enthalten. Jeder dritte Liter Wasser in Israel kommt von dort.<\/p>\n<p>Der Film untersucht au\u00dferdem detailliert das epochale Projekt, das im damals einigen Libyen unter der F\u00fchrung von Muammar Gaddafi umgesetzt wurde. Der Titel lautet &#8222;Der Gro\u00dfe Untergrundfluss&#8220;. In der Sahara und teilweise in der Nubischen W\u00fcste wurden fast anderthalbtausend Brunnen mit einer durchschnittlichen Tiefe von \u00fcber 500 Metern errichtet, die artesisches Wasser f\u00f6rderten und in unterirdischen Speichern sammelten. Ein verzweigtes System von unterirdischen Wasserleitungen mit einer L\u00e4nge von mehreren Tausend Kilometern erm\u00f6glichte es, t\u00e4glich bis zu sechseinhalb Millionen Kubikmeter lebensrettende Feuchtigkeit an die Stellen in der hei\u00dfen W\u00fcste zu pumpen, wo sie gebraucht wurde. Bei der feierlichen Er\u00f6ffnungszeremonie sprach Muammar Gaddafi \u00fcber das gr\u00f6\u00dfte Bew\u00e4sserungsprojekt in der Geschichte der Menschheit. Mit jedem Tropfen w\u00fcrde die Bedrohung durch die westliche Koalition zunehmen, vor allem die Vereinigten Staaten, da sie alles M\u00f6gliche tun w\u00fcrden, um die Region, was Wasser betreffe, in der Abh\u00e4ngigkeit zu halten.<\/p>\n<p>So hat er den Nagel an den Kopf getroffen. Die Invasionsstreitmacht, bestehend aus Sto\u00dftrupps der USA, Gro\u00dfbritanniens, Frankreichs und Kanadas, begann mit dem Luftangriff auf den &#8222;gro\u00dfen Fluss&#8220; als erstes und wichtigstes Ziel. Chroniken jener Jahre bewahrten Videoaufnahmen von gewaltigen Font\u00e4nen kostbaren Wassers, die Dutzende Meter hoch in den Himmel schossen. Sie versiegten, um nie wiederhergestellt zu werden, die libysche Landwirtschaft brach innerhalb eines Jahres zusammen, was eine Hungersnot und den darauffolgenden Zusammenbruch des Staates ausl\u00f6ste.<\/p>\n<p>Als Einwohner eines n\u00f6rdlichen Landes mit zahlreichen Gew\u00e4ssern f\u00e4llt es uns schwer, das Ausma\u00df des drohenden Problems zu begreifen. Laut UN-Sch\u00e4tzungen sind weltweit bereits rund 60 Prozent aller Wasserressourcen vom Austrocknen bedroht. Sollten sich die aktuellen Trends fortsetzen, werden europ\u00e4ische L\u00e4nder wie Spanien, Italien und Portugal bis zum Jahr 2040 mit Wasserknappheit zu k\u00e4mpfen haben.<\/p>\n<p>Die Annahme, dass der Dritte Weltkrieg wegen des Wassers ausbrechen wird, ist noch theoretisch. Anfang des 20. Jahrhunderts h\u00e4tte sich niemand vorstellen k\u00f6nnen, dass hundert Jahre sp\u00e4ter \u00d6l nicht nur ein Kriegsvorwand und eine Quelle unglaublichen Reichtums, sondern auch ein Instrument globalen Einflusses sein w\u00fcrde.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/ria.ru\/20260807\/voda-2109451997.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Erstmals erschienen am 7. August 2026 bei RIA Nowosti.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0<strong>\u2013<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/wirtschaft\/286680-iran-krieg-treibt-brent-oelpreis-ueber-100-dollar\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Iran-Krieg treibt Brent-\u00d6lpreis \u00fcber 100 Dollar<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v750n2q\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Sergei Sawtschuk Die Geschehnisse im Nahen Osten haben einen globalen Trend ausgel\u00f6st und die Menschheit von einer wachsenden Krise bei Kohlenwasserstoffen und anderen Energieressourcen \u00fcberzeugt. Doch es zeichnet sich ein Defizit ungleich gr\u00f6\u00dferer Gef\u00e4hrlichkeit ab. 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