{"id":17085,"date":"2026-08-10T07:03:07","date_gmt":"2026-08-10T05:03:07","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/china-errichtet-mauer-gegen-abwanderung-von-fachkraeften\/"},"modified":"2026-08-10T07:03:07","modified_gmt":"2026-08-10T05:03:07","slug":"china-errichtet-mauer-gegen-abwanderung-von-fachkraeften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/china-errichtet-mauer-gegen-abwanderung-von-fachkraeften\/","title":{"rendered":"China errichtet Mauer gegen Abwanderung von Fachkr\u00e4ften"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Geworg Mirsajan<\/em><\/p>\n<p>Man hat sich l\u00e4ngst daran gew\u00f6hnt, dass eine Reihe von L\u00e4ndern Einreisebeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Ausl\u00e4nder verh\u00e4ngt. In einigen L\u00e4ndern ist die Einreise f\u00fcr B\u00fcrger einer bestimmten Nationalit\u00e4t verboten, in anderen f\u00fcr Personen mit einer bestimmten Staatsangeh\u00f6rigkeit. Wieder andere L\u00e4nder unterziehen Besucher an der Grenze einfach einer strengen Kontrolle.<\/p>\n<p>China hat dieser Praxis jedoch eine Neuerung hinzugef\u00fcgt \u2013 ab dem 15. September 2026 treten neue Regeln f\u00fcr das \u00dcberschreiten der chinesischen Grenze in Kraft. Und zwar nicht f\u00fcr Ausl\u00e4nder, sondern f\u00fcr die B\u00fcrger der Volksrepublik China selbst.<\/p>\n<p>Chinesen, die ins Ausland reisen, werden nun verpflichtet, &#8222;rechtm\u00e4\u00dfige und wahrheitsgem\u00e4\u00dfe&#8220; Gr\u00fcnde f\u00fcr ihre Ausreise anzugeben. Die Zollbeamten haben das Recht, nicht nur erg\u00e4nzende Fragen zu stellen, sondern beispielsweise auch die Daten auf ihren Mobiltelefonen zu \u00fcberpr\u00fcfen. Je nach Ergebnis haben die Beamten das Recht, einem B\u00fcrger die Ausreise zu verweigern.<\/p>\n<p>Dabei wird der Reisende in drei F\u00e4llen definitiv nicht ausreisen d\u00fcrfen. Erstens, wenn der chinesische Staatsb\u00fcrger &#8222;im Ausland rechtswidrige oder kriminelle Handlungen begangen hat, die eine Gefahr f\u00fcr die nationalen Interessen darstellen&#8220;. Zweitens, wenn er gegen die Vorschriften zur Exportkontrolle oder zur Verwaltung des Imports beziehungsweise Exports von Technologien versto\u00dfen und damit die nationale Sicherheit gef\u00e4hrdet hat. Und schlie\u00dflich, wenn er wegen illegaler Grenz\u00fcberschreitung und\/oder der illegalen Beschaffung von Ausreisedokumenten festgenommen wurde.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich geht es um die Einf\u00fchrung einer Art vereinfachter Ausreisevisa in China. Solche Visa gab es beispielsweise in der UdSSR von den 1930er Jahren bis zum Zusammenbruch des Staates. Um dieses Visum zu erhalten, musste man alle Instanzen des damaligen b\u00fcrokratischen H\u00f6llenrings durchlaufen, einschlie\u00dflich einer \u00dcberpr\u00fcfung durch den Geheimdienst KGB und die lokalen Parteiorgane.<\/p>\n<p>Heute ist die Erlaubnis zur freien Ausreise durch Artikel 27 der russischen Verfassung geregelt und gilt nur nicht f\u00fcr eine kleine Gruppe von B\u00fcrgern (zum Beispiel f\u00fcr diejenigen, gegen die ermittelt wird oder die Zugang zu Staatsgeheimnissen haben). Bis vor kurzem gab es in China \u00e4hnliche Einschr\u00e4nkungen, doch mittlerweile wurden sie ausgeweitet. Und aller Voraussicht nach nicht zum letzten Mal. Kritiker versichern, dass die Ausreise aus dem Land zu einem &#8222;Privileg und nicht zu einem Recht&#8220; werde.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die chinesischen Beh\u00f6rden selbst begr\u00fcnden die neuen Vorschriften mit neuen Risiken. Da China weiterhin hohe Standards der Offenheit in allen Bereichen vorantreibe, w\u00fcrden sich bei der Verwaltung der Ein- und Ausreiseverfahren neue Herausforderungen und Probleme ergeben, so die Beamten. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail.<\/p>\n<p>So \u00e4u\u00dfern beispielsweise die taiwanesischen Beh\u00f6rden ernsthafte Bedenken hinsichtlich der neuen Ma\u00dfnahmen. Sie machen deutlich, dass diese Vorschriften das Leben der Inselbewohner erschweren k\u00f6nnten, die das chinesische Festland besuchen (Peking betrachtet die Taiwanesen als seine B\u00fcrger \u2013 und somit gelten f\u00fcr sie alle Beschr\u00e4nkungen). Doch \u2013 bei allem Respekt vor den Bef\u00fcrchtungen der Taiwanesen sowie der Hongkonger und der chinesischen Dissidenten \u2013 wurde das Konzept der Ausreisebeschr\u00e4nkungen nicht um ihretwillen eingef\u00fchrt, sondern um die Kontrolle \u00fcber den Export chinesischer Technologien zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>China \u2013 ein Land, das noch vor kurzem alle westlichen Technologien \u00fcbernommen hat, die es nur in die Finger bekommen konnte \u2013 ist zu einem der technologischen Spitzenreiter aufgestiegen. In den Bereichen K\u00fcnstliche Intelligenz, Quantencomputing, seltene Erden, Mikroelektronik und vielen weiteren geh\u00f6rt das Land inzwischen zur Weltspitze. Und nun \u2013 in dem Bestreben, die errungene F\u00fchrungsposition zu verteidigen \u2013 kontrollieren die chinesischen Beh\u00f6rden die Hightech-Industrie streng und verbieten ausl\u00e4ndischen Firmen (wie beispielsweise dem US-Unternehmen Meta) den Aufkauf vielversprechender Start-ups in der Volksrepublik China.<\/p>\n<p>Bis vor kurzem wurde diese Kontrolle entweder durch die Umregistrierung eines chinesischen Start-ups in einem anderen Land (zum Beispiel in Singapur) oder durch die Abwerbung chinesischer Ingenieure durch westliche Unternehmen umgangen. Ihnen wurden h\u00f6here Geh\u00e4lter, Green Cards und manchmal sogar Anteile am Unternehmenskapital angeboten, wenn sie dabei halfen, \u00e4hnliche Produktionsst\u00e4tten au\u00dferhalb der Volksrepublik China aufzubauen. Tats\u00e4chlich zeigt der zweite Weg bereits Ergebnisse \u2013 In westlichen Projekten zur Gewinnung und Verarbeitung seltener Erden in Australien, Mexiko und anderen L\u00e4ndern kommen bereits chinesische Fachkr\u00e4fte zum Einsatz.<\/p>\n<p>Es habe F\u00e4lle gegeben, in denen Personen nach ihrer Ausreise unter Versto\u00df gegen die Vorschriften Technologien illegal ins Ausland weitergegeben h\u00e4tten, was die nationale industrielle und technologische Sicherheit gef\u00e4hrdet habe, geben die chinesischen Beh\u00f6rden selbst zu. Und die gro\u00dfe Zahl solcher F\u00e4lle hat f\u00fcr Peking nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein politisches Problem geschaffen.<\/p>\n<p>Da Peking bei der F\u00f6rderung und Verarbeitung seltener Erden nahezu eine Monopolstellung innehat, nutzt es diese Position, um aktiv Druck auf die USA und Japan auszu\u00fcben. So schr\u00e4nkt China beispielsweise als Reaktion auf neue Sanktionen Trumps oder einen weiteren &#8222;militaristischen Schritt&#8220; Tokios den Export seltener Erden in diese L\u00e4nder ein \u2013 und legt damit die Elektronikindustrie seiner Konkurrenten faktisch lahm.<\/p>\n<p>Genau aus diesem Grund hat Peking begonnen, nicht nur seine Hightech-Branche, sondern auch deren Mitarbeiter zu sch\u00fctzen. So berichtete beispielsweise das Wirtschaftsmagazin <em>Wall Street Journal<\/em> im Juni 2025, dass das chinesische Handelsministerium von Unternehmen, die im Bereich der seltenen Erden t\u00e4tig sind, Listen der bei ihnen besch\u00e4ftigten technischen Fachkr\u00e4fte angefordert habe. Von einigen dieser Fachkr\u00e4fte sei verlangt worden, ihre Reisep\u00e4sse abzugeben.<\/p>\n<p>Im Mai 2026 berichtete die Nachrichtenagentur <em>Bloomberg<\/em>, dass einer Reihe von Fachleuten im Bereich der Entwicklung k\u00fcnstlicher Intelligenz, die bei f\u00fchrenden chinesischen Unternehmen t\u00e4tig sind, die Ausreise aus dem Land ohne besondere Genehmigung der Regierung untersagt worden sei.<\/p>\n<p>Mit dem neuen Ausreisegesetz hat der Schutz des intellektuellen Potenzials nun jedoch systematischen Charakter angenommen. Bemerkenswert ist dabei, dass das Gesetz keine konkreten Branchen oder Technologien nennt, deren Experten das Land nicht verlassen d\u00fcrfen. Dadurch k\u00f6nnen die Bestimmungen sehr weit ausgelegt werden, um die Schl\u00fcsselbereiche der chinesischen Wirtschaft vor Technologiediebstahl und der Abwerbung von Fachkr\u00e4ften zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/8\/8\/1440727.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist am 8. August 2026 zuerst auf der Webseite der Zeitung &#8222;Wsgljad&#8220; erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Geworg Mirsajan<\/strong> (geboren 1984 in Taschkent) ist au\u00dferordentlicher Professor an der Finanzuniversit\u00e4t der Regierung der Russischen F\u00f6deration, Politikwissenschaftler und eine Pers\u00f6nlichkeit des \u00f6ffentlichen Lebens. Er erwarb seinen Abschluss an der Staatlichen Universit\u00e4t des Kubangebiets und promovierte in Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt USA. Mirsajan war in der Zeit von 2005 bis 2016 Forscher am Institut f\u00fcr die Vereinigten Staaten und Kanada an der Russischen Akademie der Wissenschaften.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/288051-elon-musk-baut-groesste-chipfabrik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Neuer KI-Wettlauf: Elon Musk plant Mega-Chipfabrik in Texas \u2013 Anleger feiern SpaceX <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7bpgba\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Geworg Mirsajan Man hat sich l\u00e4ngst daran gew\u00f6hnt, dass eine Reihe von L\u00e4ndern Einreisebeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Ausl\u00e4nder verh\u00e4ngt. In einigen L\u00e4ndern ist die Einreise f\u00fcr B\u00fcrger einer bestimmten Nationalit\u00e4t verboten, in anderen f\u00fcr Personen mit einer bestimmten Staatsangeh\u00f6rigkeit. Wieder andere L\u00e4nder unterziehen Besucher an der Grenze einfach einer strengen Kontrolle. China hat dieser Praxis jedoch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4846,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-17085","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":7}},"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1920&fit=1920,1080&ssl=1",1920,1080,true],"thumbnail":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=150&resize=150,150&ssl=1",150,150,true],"medium":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=300&fit=300,300&ssl=1",300,300,true],"medium_large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=768&resize=768,0&ssl=1",768,0,true],"large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1024&fit=1024,1024&ssl=1",1024,1024,true],"1536x1536":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1536&fit=1536,1536&ssl=1",1536,1536,true],"2048x2048":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=2048&fit=2048,2048&ssl=1",2048,2048,true],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=18&fit=18,12&ssl=1",18,12,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Von Geworg Mirsajan Man hat sich l\u00e4ngst daran gew\u00f6hnt, dass eine Reihe von L\u00e4ndern Einreisebeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Ausl\u00e4nder verh\u00e4ngt. In einigen L\u00e4ndern ist die Einreise f\u00fcr B\u00fcrger einer bestimmten Nationalit\u00e4t verboten, in anderen f\u00fcr Personen mit einer bestimmten Staatsangeh\u00f6rigkeit. Wieder andere L\u00e4nder unterziehen Besucher an der Grenze einfach einer strengen Kontrolle. China hat dieser Praxis jedoch&hellip;","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17085","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17085"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17085\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4846"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17085"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17085"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17085"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}