{"id":17295,"date":"2026-08-11T10:02:22","date_gmt":"2026-08-11T08:02:22","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/kein-genozid-in-gaza-von-uwe-froschauer\/"},"modified":"2026-08-11T10:02:22","modified_gmt":"2026-08-11T08:02:22","slug":"kein-genozid-in-gaza-von-uwe-froschauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/kein-genozid-in-gaza-von-uwe-froschauer\/","title":{"rendered":"Kein Genozid in Gaza? | Von Uwe Froschauer"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Uwe Froschauer<\/strong>.<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u201eF\u00fcr die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen V\u00f6lkermord in Gaza. Wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen den Terror und Aggression.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Diesen Satz sagte die CDU-Politikerin Franziska Hoppermann \u2013 Bundestagsabgeordnete f\u00fcr Hamburg-Wandsbek und seit Ende Juli 2026 auf Vorschlag von Bundeskanzler und CDU-Vorsitzendem Friedrich Merz zur neuen Generalsekret\u00e4rin der CDU Deutschlands gew\u00e4hlt. Zuvor war sie Bundesschatzmeisterin der Partei und geh\u00f6rt seit Jahren zu deren F\u00fchrungsebene.<\/p>\n<p>Dass eine Politikerin in einer solch herausgehobenen Funktion einen Satz wie <strong>\u201eF\u00fcr die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen V\u00f6lkermord in Gaza.\u201c<\/strong> ausspricht, macht diese Aussage besonders bedeutsam. Generalsekret\u00e4re sprechen nicht nur f\u00fcr sich selbst. Sie pr\u00e4gen das \u00f6ffentliche Gesicht einer Partei. Sollte diese \u00c4u\u00dferung tats\u00e4chlich den moralischen Kompass der neuen CDU-Generalsekret\u00e4rin widerspiegeln, dann l\u00e4sst das aus meiner Sicht wenig Hoffnung auf eine Politik erkennen, die das Leid der Menschen in den Mittelpunkt stellt \u2013 insbesondere dort, wo Krieg, Vertreibung und Gewalt das Leben unz\u00e4hliger Familien zerst\u00f6ren, ob in Gaza, in der Ukraine oder in anderen Krisengebieten der Welt.<\/p>\n<p>Menschlichkeit zeigt sich nicht darin, das Leid der einen gegen das Leid der anderen aufzurechnen. Menschlichkeit beginnt dort, wo jedes unschuldige Menschenleben denselben Wert besitzt.<\/p>\n<p>Als ich diesen Satz las, musste ich ihn zweimal lesen. Nicht, weil ich ihn missverstanden h\u00e4tte. Sondern weil ich kaum glauben konnte, dass ein Mensch angesichts der Bilder aus Gaza zu einer derart eindeutigen Schlussfolgerung gelangt.<\/p>\n<p>Frau Hoppermann, woher nehmen Sie diese Gewissheit?<\/p>\n<p>Woher kommt die Sicherheit, mit der Sie eine Frage beantworten, \u00fcber die V\u00f6lkerrechtler, Menschenrechtsorganisationen und internationale Gerichte seit Monaten streiten?<\/p>\n<p>Woher kommt diese Gewissheit angesichts Zehntausender get\u00f6teter Menschen, darunter nach Berichten internationaler Organisationen und Medien sehr viele Frauen und Kinder?<\/p>\n<p>Es ist nicht nur die Aussage selbst, die mich fassungslos macht. Es ist die Selbstverst\u00e4ndlichkeit, mit der sie vorgetragen wird. Als g\u00e4be es daran nichts mehr zu pr\u00fcfen. Als sei das Urteil bereits gesprochen.<\/p>\n<p>Ihre Gewissheit empfinde ich als Ausdruck einer menschenverachtenden, politischen Hybris.<\/p>\n<p>W\u00e4ren Sie dem\u00fctig, w\u00fcrden Sie anerkennen, dass Sie sich auch irren k\u00f6nnen. Demut w\u00fcrde bedeuten zu sagen: <em>\u201eDie Vorw\u00fcrfe sind schwerwiegend. Internationale Gerichte pr\u00fcfen sie. Ich warte deren Bewertung ab.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Doch stattdessen verk\u00fcnden Sie ein endg\u00fcltiges Urteil.<\/p>\n<p>Mich macht das w\u00fctend.<\/p>\n<p>Nicht, weil jemand eine andere politische Meinung vertritt. Sondern weil hinter juristischen Begriffen Menschen stehen. Familien. Kinder. M\u00fctter. V\u00e4ter.<\/p>\n<p>Man kann \u00fcber Definitionen streiten. Man kann \u00fcber milit\u00e4rische Ziele streiten. Man kann \u00fcber Verantwortlichkeiten streiten. Wor\u00fcber man nicht leichtfertig hinweggehen sollte, ist das menschliche Leid.<\/p>\n<p>Wenn Berichte von einer enormen Zahl ziviler Todesopfer sprechen und darunter besonders viele Frauen und Kinder nennen, dann stellt sich f\u00fcr mich eine moralische Frage, die sich nicht einfach mit einem Satz vom Tisch wischen l\u00e4sst:<\/p>\n<p>Ab welchem Punkt h\u00f6rt ein Krieg auf, lediglich Krieg zu sein?<\/p>\n<p>Ab welchem Punkt wird das Ausma\u00df ziviler Opfer so gro\u00df, dass wir nicht mehr zuerst \u00fcber Begriffe sprechen sollten, sondern \u00fcber unsere Menschlichkeit?<\/p>\n<p>Ich halte die Aussage \u201eDas ist kein Genozid\u201c nicht nur f\u00fcr politisch problematisch. Ich halte sie f\u00fcr moralisch erschreckend. Menschen wie Sie, Frau Hoppermann, sollten nicht an der Spitze einer Partei stehen. Menschen wie Sie, Frau Hoppermann, sind in meinen Augen der Hauptgrund f\u00fcr das \u00dcbel auf dieser Welt.<\/p>\n<p><strong>Die Zahlen, Frau Hoppermann \u2013 schauen Sie hin!<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\u201eEs gibt keinen V\u00f6lkermord in Gaza.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>So einfach ist das also, Frau Hoppermann?<\/p>\n<p>Ein Satz, sieben W\u00f6rter, und schon ist die Sache f\u00fcr Sie und angeblich f\u00fcr die gesamte CDU Deutschlands gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Dann schauen wir uns einmal an, wor\u00fcber Sie mit einer derart unverfrorenen Selbstgewissheit urteilen.<\/p>\n<p>Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF waren bis zum 3. Februar 2026 mindestens 71.803 Pal\u00e4stinenser im Gazastreifen get\u00f6tet worden. Unter den Toten befanden sich nach diesen Angaben mindestens 21.289 Kinder. Weitere 171.230 Menschen wurden verletzt, darunter rund 44.500 Kinder.<\/p>\n<p>Mehr als 21.000 get\u00f6tete Kinder. Nicht verirrte Raketen. Nicht besch\u00e4digte Geb\u00e4ude. Nicht abstrakte \u201eKollateralsch\u00e4den\u201c. Kinder, Frau Hoppermann, Kinder!<\/p>\n<p>Kinder, die gelebt haben. Kinder, die Eltern hatten. Kinder, die spielen, lernen, lachen und eines Tages erwachsen werden wollten. Kinder, deren K\u00f6rper unter Tr\u00fcmmern lagen, die verbrannten, verbluteten oder von Bomben zerfetzt wurden.<\/p>\n<p>Und Sie, selbst Mutter, stellen sich hin und erkl\u00e4ren:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEs gibt keinen V\u00f6lkermord in Gaza.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Frau Hoppermann, wie viele get\u00f6tete Kinder w\u00e4ren f\u00fcr Sie genug, um wenigstens einen Augenblick innezuhalten?<\/p>\n<p>25.000?<\/p>\n<p>30.000?<\/p>\n<p>50.000?<\/p>\n<p>Ab welcher Zahl w\u00fcrden Sie Ihre kategorische Gewissheit verlieren?<\/p>\n<p>UNICEF berichtete Anfang Februar 2026 au\u00dferdem, dass kein einziges Krankenhaus im Gazastreifen vollst\u00e4ndig funktionsf\u00e4hig war. Nur 18 von 36 Krankenh\u00e4usern arbeiteten \u00fcberhaupt noch teilweise. Von 200 Einrichtungen der medizinischen Grundversorgung waren gerade einmal drei vollst\u00e4ndig einsatzf\u00e4hig. Der Zugang zu Medikamenten, Beatmungsger\u00e4ten und Inkubatoren wurde weiterhin behindert. Nahezu die gesamte Bev\u00f6lkerung war durch zerst\u00f6rte Wasser-, Abwasser- und Hygienesysteme schweren Gesundheitsgefahren ausgesetzt.<\/p>\n<p>Auch das geh\u00f6rt zu diesem volks- und kindermordenden Krieg des israelischen Regimes.<\/p>\n<p>Es sterben nicht nur Menschen unter Bomben. Menschen sterben, weil Krankenh\u00e4user zerst\u00f6rt wurden. Weil Medikamente fehlen. Weil Verwundete nicht behandelt werden k\u00f6nnen. Weil Schwangere unterern\u00e4hrt sind. Weil S\u00e4uglinge frieren. Weil sauberes Wasser fehlt. Weil Hunger, Krankheiten und die Zerst\u00f6rung der Lebensgrundlagen ebenfalls t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Die offiziell registrierten Opferzahlen bilden wahrscheinlich nicht das gesamte Ausma\u00df ab. Eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts f\u00fcr demografische Forschung und des Centre for Demographic Studies kam zu dem Ergebnis, dass bereits zwischen dem 7. Oktober 2023 und Ende 2024 sch\u00e4tzungsweise 78.318 Menschen unmittelbar durch den Krieg get\u00f6tet wurden. Die statistische Spannbreite lag zwischen etwa 70.600 und 87.500 Toten.<\/p>\n<p>In einer sp\u00e4teren Aktualisierung gelangten die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Zahl der unmittelbar konfliktbedingten Todesf\u00e4lle bis zum 6. Oktober 2025 wahrscheinlich die Marke von 100.000 \u00fcberschritten hatte.<\/p>\n<p>Mehr als 100.000 Tote.<\/p>\n<p>Und selbst diese Sch\u00e4tzung erfasst nach ausdr\u00fccklicher Erkl\u00e4rung der Forscher nur die direkten gewaltsamen Todesf\u00e4lle. Menschen, die infolge von Hunger, Krankheiten, zusammengebrochener medizinischer Versorgung oder den langfristigen Folgen der Zerst\u00f6rung starben, wurden darin nicht vollst\u00e4ndig ber\u00fccksichtigt. Die Wissenschaftler bezeichneten ihre Berechnung deshalb eher als Untergrenze der tats\u00e4chlichen Sterblichkeit.<\/p>\n<p>Besonders ersch\u00fctternd ist ein weiteres Ergebnis dieser Untersuchung: Die Alters- und Geschlechterverteilung der gewaltsam Get\u00f6teten \u00e4hnelte nach Angaben der Forscher den demografischen Mustern mehrerer von den Vereinten Nationen dokumentierter Genozide. Die Wissenschaftler betonten zwar zu Recht, dass eine solche statistische \u00c4hnlichkeit allein noch kein abschlie\u00dfendes juristisches Urteil ersetzt. Aber sie zeigt, wie absurd es ist, den Genozidvorwurf mit einem Handstreich vom Tisch zu wischen.<\/p>\n<p>Frau Hoppermann, kennen Sie diese Zahlen? Kennen Sie die Berichte von UNICEF? Kennen Sie die Untersuchungen der Max-Planck-Gesellschaft? Kennen Sie die Berichte der Vereinten Nationen?<\/p>\n<p>Oder interessieren Sie diese Erkenntnisse nicht, weil Ihre politische Antwort bereits feststand, bevor Sie sich mit ihnen auseinandergesetzt hatten?<\/p>\n<p><strong>Eine Frau, die hinsieht<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt gl\u00fccklicherweise auch andere Stimmen. Menschen, die sich ihre F\u00e4higkeit zum Mitgef\u00fchl nicht durch Parteir\u00e4son, Staatsr\u00e4son oder politische Loyalit\u00e4t haben nehmen lassen.<\/p>\n<p>Eine dieser Stimmen ist Francesca Albanese, die UN-Sonderberichterstatterin f\u00fcr die Menschenrechtssituation in den seit 1967 besetzten pal\u00e4stinensischen Gebieten. Albanese ist keine Politikerin, die nach einer Talkshow-Schlagzeile sucht. Sie ist Juristin und untersucht im Auftrag des UN-Menschenrechtsrats seit Jahren die Lage in den besetzten Gebieten.<\/p>\n<p>Bereits im M\u00e4rz 2024 legte sie einen Bericht mit dem Titel \u201eAnatomie eines Genozids\u201c vor. Darin gelangte sie zu der Einsch\u00e4tzung, es gebe hinreichende Gr\u00fcnde f\u00fcr die Annahme, dass die Schwelle zur Begehung eines Genozids erreicht sei.<\/p>\n<p>Im Oktober 2024 folgte ihr Bericht \u201eGenozid als koloniale Ausl\u00f6schung\u201c. Im Juli 2025 untersuchte sie unter dem Titel \u201eVon der \u00d6konomie der Besatzung zur \u00d6konomie des Genozids\u201c, welche Unternehmen und wirtschaftlichen Interessen von Besatzung, Zerst\u00f6rung und Krieg profitieren.<\/p>\n<p>Albanese dokumentiert. Sie benennt Verantwortlichkeiten. Sie legt Quellen vor. Sie beschreibt nicht nur die Bomben, sondern auch Vertreibung, Hunger, die Zerst\u00f6rung medizinischer Einrichtungen und die Vernichtung der materiellen Grundlagen eines gesellschaftlichen Lebens.<\/p>\n<p>Man muss nicht jede Schlussfolgerung Albaneses ungepr\u00fcft \u00fcbernehmen. Aber man muss sich mit ihren Berichten auseinandersetzen, bevor man erkl\u00e4rt, es gebe \u201eganz klar\u201c keinen V\u00f6lkermord.<\/p>\n<p>Darin liegt der Unterschied: Francesca Albanese schaut hin. Sie h\u00f6rt den Opfern zu. Sie wertet Dokumente aus. Sie benennt das Leid. Und sie riskiert f\u00fcr ihre Haltung politischen Druck, Diffamierungen und pers\u00f6nliche Sanktionen.<\/p>\n<p>Frau Hoppermann dagegen verk\u00fcndet ein Ergebnis.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEs gibt keinen V\u00f6lkermord in Gaza.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Keine erkennbare Unsicherheit. Kein Vorbehalt. Kein Hinweis auf das laufende Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof. Kein Wort \u00fcber mehr als 21.000 registrierte tote Kinder. Kein Wort \u00fcber eine wissenschaftliche Sch\u00e4tzung von mehr als 100.000 unmittelbar Get\u00f6teten. Kein Wort \u00fcber die zerst\u00f6rten Krankenh\u00e4user, den Hunger, die Vertreibung und die ausgel\u00f6schten Familien.<\/p>\n<p>Nur ein kategorisches Urteil. Wer so spricht, demonstriert keine Klarheit. Er demonstriert Hybris.<\/p>\n<p>Und wer angesichts Zehntausender get\u00f6teter Menschen, darunter mehr als 21.000 Kinder, zuerst die politische Solidarit\u00e4tsformel aufsagt und erst danach \u2013 oder m\u00f6glicherweise \u00fcberhaupt nicht \u2013 auf die Opfer schaut, muss sich eine noch grunds\u00e4tzlichere Frage gefallen lassen:<\/p>\n<p>Auf welcher Seite steht hier eigentlich die Menschlichkeit?<\/p>\n<p><strong>Auf welcher Seite stehen Sie, Frau Hoppermann?<\/strong><\/p>\n<p>Sie sagten:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eF\u00fcr die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen V\u00f6lkermord in Gaza. Wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen Terror und Aggression.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Satz hat mich nachdenklich gemacht. Nicht nur wegen seines Inhalts. Sondern wegen dessen, was er \u00fcber Ihr politisches Denken offenbart.<\/p>\n<p>Nach allem, was ich in diesem Artikel dargelegt habe \u2013 nach den Berichten der Vereinten Nationen, den Dokumentationen von UNICEF, den Untersuchungen unabh\u00e4ngiger Wissenschaftler und den Analysen der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese \u2013 kann ich eine derart kategorische Aussage weder nachvollziehen noch moralisch mittragen.<\/p>\n<p>Ob internationale Gerichte den Tatbestand des V\u00f6lkermords letztlich bejahen oder verneinen werden, ist ihre Aufgabe. Meine moralische Bewertung h\u00e4ngt jedoch nicht von einem sp\u00e4teren Urteilsspruch ab. Denn eines steht f\u00fcr mich bereits heute fest:<\/p>\n<p>Jedes get\u00f6tete Kind ist eines zu viel.<\/p>\n<p>Jede zerbombte Schule ist eine zu viel.<\/p>\n<p>Jedes zerst\u00f6rte Krankenhaus ist eines zu viel.<\/p>\n<p>Jede Familie, die ausgel\u00f6scht wird, ist eine zu viel.<\/p>\n<p>Kein politisches Ziel der Welt darf dazu f\u00fchren, dass wir abstumpfen und das Leid von Zivilisten zur Randnotiz erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>Deshalb m\u00f6chte ich Ihrer Aussage meine eigene entgegensetzen:<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr mich ganz klar: Ich stehe nicht an der Seite des Krieges. Ich stehe an der Seite der Menschen.<\/p>\n<p>Ich stehe an der Seite der Kinder \u2013 ganz gleich, ob sie in Gaza, in Israel, in der Ukraine oder irgendwo sonst auf dieser Welt geboren wurden.<\/p>\n<p>Ich stehe an der Seite der M\u00fctter und V\u00e4ter, die ihre Kinder verlieren.<\/p>\n<p>Ich stehe an der Seite der Zivilbev\u00f6lkerung, die den Preis f\u00fcr politische Entscheidungen bezahlt.<\/p>\n<p>Ich stehe an der Seite derjenigen, die Frieden schaffen wollen, anstatt immer neue Waffen sprechen zu lassen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche mir ein Ende des T\u00f6tens.<\/p>\n<p>Ein Ende der Bombardierungen.<\/p>\n<p>Ein Ende des Hungers.<\/p>\n<p>Ein Ende der Vertreibung.<\/p>\n<p>Ein Ende des Hasses.<\/p>\n<p>Und ich w\u00fcnsche mir Politiker, die den Mut haben, sich zuerst dem Leid der Menschen verpflichtet zu f\u00fchlen \u2013 und erst danach ihrer Partei, ihrer Ideologie oder geopolitischen Interessen.<\/p>\n<p>Staaten haben Interessen.<\/p>\n<p>Parteien haben Programme.<\/p>\n<p>Milit\u00e4rs haben Strategien.<\/p>\n<p>Aber Kinder haben nur ein Leben.<\/p>\n<p>Das ist die Seite, auf der ich stehe.<\/p>\n<p>Und auf dieser Seite werde ich bleiben.<\/p>\n<p>Und das ist nicht nur heroisches, selbstbeweihr\u00e4ucherndes Geschwafel.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Wir danken dem Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: zerst\u00f6rte Gebiete im Osten des Zawaida-Lagers im zentralen Gazastreifen 2024<\/p>\n<p>Bildquelle: Anas-Mohammed \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Uwe Froschauer<\/strong>.<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\u201eF\u00fcr die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen V\u00f6lkermord in Gaza. 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