{"id":17302,"date":"2026-08-11T10:07:31","date_gmt":"2026-08-11T08:07:31","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/uncategorized\/un-weltsteuer-500-milliarden-mehr-fuer-die-staaten-die-neue-un-steuerarchitektur-nimmt-fahrt-auf-und-der-buerger-wird-wieder-zur-kasse-gebeten\/"},"modified":"2026-08-11T10:07:31","modified_gmt":"2026-08-11T08:07:31","slug":"un-weltsteuer-500-milliarden-mehr-fuer-die-staaten-die-neue-un-steuerarchitektur-nimmt-fahrt-auf-und-der-buerger-wird-wieder-zur-kasse-gebeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/uncategorized\/un-weltsteuer-500-milliarden-mehr-fuer-die-staaten-die-neue-un-steuerarchitektur-nimmt-fahrt-auf-und-der-buerger-wird-wieder-zur-kasse-gebeten\/","title":{"rendered":"UN-Weltsteuer? 500 Milliarden mehr f\u00fcr die Staaten \u2013 die neue UN-Steuerarchitektur nimmt Fahrt auf, und der B\u00fcrger wird wieder zur Kasse gebeten"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neue globale Steuerordnung nimmt Gestalt an \u2013 und am Ende k\u00f6nnte wieder der B\u00fcrger die Rechnung bezahlen<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Weltwirtschaft unter Kriegen, steigenden Energie- und Transportkosten und angespannten Lieferketten leidet, wird in New York \u00fcber eine grundlegende Neuordnung der internationalen Besteuerung verhandelt. Der US-Finanzanalyst Martin Armstrong <a href=\"https:\/\/www.lewrockwell.com\/2026\/08\/martin-armstrong\/the-countries-that-will-pay-for-the-un-tax-experiment\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.lewrockwell.com\/2026\/08\/martin-armstrong\/the-countries-that-will-pay-for-the-un-tax-experiment\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">warnt<\/a> bereits vor einem \u201eUN-Steuerexperiment\u201c. Gleichzeitig <a href=\"https:\/\/taxjustice.net\/press\/countries-to-gain-500bn-more-tax-a-year-under-un-pay-where-you-play-plan\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/taxjustice.net\/press\/countries-to-gain-500bn-more-tax-a-year-under-un-pay-where-you-play-plan\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zeigt das Tax Justice Network<\/a>, welche finanziellen Dimensionen Bef\u00fcrworter einer neuen globalen Steuerarchitektur inzwischen f\u00fcr m\u00f6glich halten: <strong>Bis zu 500 Milliarden Dollar zus\u00e4tzliche Steuereinnahmen pro Jahr<\/strong> sollen allein durch eine andere Besteuerung multinationaler Konzerne mobilisiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch handelt es sich nicht um eine \u201eUN-Weltsteuer\u201c, die von den Vereinten Nationen direkt beim B\u00fcrger eingezogen wird. Doch Armstrongs Kritik setzt an einem anderen Punkt an: Immer mehr Entscheidungen dar\u00fcber, wer was besteuern darf und wo diese Einnahmen anfallen sollen, k\u00f6nnten k\u00fcnftig international koordiniert werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und genau daran wird derzeit gearbeitet.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vom 3. bis 13. August 2026 findet am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York die f\u00fcnfte Verhandlungsrunde \u00fcber die <strong>UN Framework Convention on International Tax Cooperation<\/strong> statt. Erstmals beraten die Staaten dabei konkrete Entwurfstexte. Die fertige Konvention und zwei erste Zusatzprotokolle sollen 2027 der UN-Generalversammlung vorgelegt werden. (<a href=\"https:\/\/indico.un.org\/event\/1024271\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Indico.UN (Indico)<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Offiziell geht es um mehr Steuergerechtigkeit. Die Vereinten Nationen argumentieren, dass insbesondere Entwicklungsl\u00e4nder erhebliche Einnahmen verlieren, weil die bestehenden internationalen Steuerregeln nicht mehr zu einer globalisierten und zunehmend digitalen Wirtschaft passen. Neu geregelt werden soll unter anderem, welcher Staat grenz\u00fcberschreitende Dienstleistungen und Gewinne besteuern darf.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Armstrong betrachtet diese Entwicklung wesentlich kritischer. F\u00fcr ihn geht es nicht nur um eine technische Reform des Steuerrechts, sondern um die schrittweise Verlagerung steuerpolitischer Kompetenzen auf die internationale Ebene. Steuerpolitik geh\u00f6rt traditionell zu den wichtigsten Hoheitsrechten eines souver\u00e4nen Staates. Wird die Architektur zunehmend international festgelegt, ver\u00e4ndert sich auch das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis zwischen nationalen Regierungen und internationalen Institutionen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie viel Geld dabei auf dem Spiel steht, zeigt ausgerechnet eine Organisation, die eine st\u00e4rkere internationale Besteuerung ausdr\u00fccklich unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das <strong>Tax Justice Network<\/strong> wirbt f\u00fcr das Prinzip \u201ePay Where You Play\u201c. Multinationale Unternehmen sollen ihre Gewinne st\u00e4rker dort versteuern, wo sie tats\u00e4chlich wirtschaftlich t\u00e4tig sind, statt Gewinne \u00fcber Tochtergesellschaften und Konzernkonstruktionen in Niedrigsteuerl\u00e4nder zu verschieben.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Berechnungen der Organisation k\u00f6nnten Staaten dadurch weltweit <strong>rund 500 Milliarden Dollar zus\u00e4tzliche Steuereinnahmen pro Jahr<\/strong> erzielen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist allerdings keine bereits beschlossene zus\u00e4tzliche 500-Milliarden-Dollar-Steuer. Es handelt sich um eine Modellrechnung des Tax Justice Network \u00fcber m\u00f6gliche Mehreinnahmen durch eine andere Verteilung internationaler Besteuerungsrechte. Dennoch macht die Zahl deutlich, welche Gr\u00f6\u00dfenordnung die Neuordnung des internationalen Steuersystems erreichen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dabei bleibt es nicht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zur eigentlichen UN-Steuerkonvention werden international weitere Modelle diskutiert, mit denen zus\u00e4tzliche Einnahmen f\u00fcr \u201eKlima- und Entwicklungsfinanzierung\u201c mobilisiert werden k\u00f6nnten. Im Fokus stehen unter anderem Luftfahrt, internationale Schifffahrt, Finanztransaktionen, fossile Energietr\u00e4ger, Kunststoffe, Kryptow\u00e4hrungen und sehr gro\u00dfe Verm\u00f6gen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Papier sollen damit vor allem diejenigen belastet werden, die besonders reich sind, gro\u00dfe Gewinne erzielen oder besonders viele Emissionen verursachen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Politisch klingt das attraktiv: \u00d6lkonzerne zahlen. Reedereien zahlen. Banken und Finanzmarktakteure zahlen. Milliard\u00e4re zahlen. Fluggesellschaften und besonders wohlhabende Passagiere zahlen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch genau an dieser Stelle beginnt die entscheidende wirtschaftliche Frage.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wer \u00fcberweist eine Steuer \u2013 und wer tr\u00e4gt ihre Kosten tats\u00e4chlich?<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist nicht dasselbe.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird eine internationale Reederei zus\u00e4tzlich belastet, kann sie versuchen, diese Kosten \u00fcber h\u00f6here Frachtraten weiterzugeben. Der Importeur bezahlt mehr, anschlie\u00dfend der Gro\u00dfhandel und schlie\u00dflich der Einzelhandel. Am Ende kann ein Teil der neuen Belastung im Preis eines Smartphones, eines Ersatzteils, eines Kleidungsst\u00fccks oder eines Lebensmittels landen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Fluggesellschaften funktioniert es \u00e4hnlich. Neue Abgaben k\u00f6nnen zumindest teilweise auf Ticketpreise umgelegt werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch weitreichender w\u00e4ren zus\u00e4tzliche Belastungen auf \u00d6l und Gas. Energie steckt praktisch in jedem Produkt. Sie wird f\u00fcr Herstellung, Landwirtschaft, K\u00fchlung, Verarbeitung und Transport ben\u00f6tigt. Steigen die Energiekosten, wandert dieser Preisimpuls durch gro\u00dfe Teile der Volkswirtschaft.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau deshalb ist der Zeitpunkt besonders brisant.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die internationale Wirtschaft k\u00e4mpft bereits mit erheblichen geopolitischen Belastungen. Die Krise um die Stra\u00dfe von Hormus zeigt, wie abh\u00e4ngig die Welt von wenigen strategischen Handelswegen ist. Werden \u00d6l- und Gastransporte gest\u00f6rt, steigen nicht nur unmittelbar die Energiepreise. Auch Versicherungen, Frachtraten und alternative Transportwege k\u00f6nnen teurer werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unternehmen geben solche Mehrkosten nach M\u00f6glichkeit weiter.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn auf eine solche Kostenstruktur anschlie\u00dfend zus\u00e4tzliche internationale Abgaben auf Energie, Schifffahrt oder Luftverkehr gesetzt werden, k\u00f6nnen sich die Belastungen addieren.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teurere Energie verteuert die Produktion. Teurere Schifffahrt verteuert Importe. H\u00f6here Transportkosten verteuern Lebensmittel und Konsumg\u00fcter. Und h\u00f6here Unternehmenssteuern k\u00f6nnen \u2013 abh\u00e4ngig von Markt, Wettbewerb und Steuerart \u2013 teilweise Arbeitnehmer, Eigent\u00fcmer oder Kunden treffen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau hier liegt der Kern von Armstrongs Kritik.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Staaten verf\u00fcgen nicht \u00fcber einen geheimen Geldtopf. Wenn eine Regierung zus\u00e4tzliche internationale Verpflichtungen finanziert, stammt dieses Geld letztlich aus Steuern und anderen Staatseinnahmen oder aus neuen Schulden. Schulden wiederum m\u00fcssen verzinst und langfristig aus zuk\u00fcnftigen Einnahmen bedient werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb kann eine internationale Abgabe den B\u00fcrger auch dann indirekt treffen, wenn auf dem entsprechenden Dokument niemals sein Name auftaucht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet keineswegs, dass jede zus\u00e4tzliche Unternehmenssteuer automatisch vollst\u00e4ndig auf Verbraucher abgew\u00e4lzt wird. Wie stark eine Belastung weitergegeben werden kann, h\u00e4ngt von Wettbewerb, Nachfrage, Marktstruktur und der konkreten Steuer ab.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch die politische Formulierung \u201eKonzerne und Staaten bezahlen\u201c verschleiert einen entscheidenden Punkt: <strong>Unternehmen und Staaten sind keine vom Rest der Gesellschaft isolierten Geldquellen.<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unternehmen beziehen ihre Einnahmen von Kunden. Staaten beziehen ihre Einnahmen \u00fcberwiegend aus der Wirtschaft und ihren B\u00fcrgern.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch gibt es keine UN-Steuerbeh\u00f6rde, die den B\u00fcrgern Europas oder anderer L\u00e4nder unmittelbar Rechnungen schickt. Auch die vom Tax Justice Network genannten 500 Milliarden Dollar sind eine Berechnung und kein bereits verabschiedetes Steuerpaket.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die internationale Steuerarchitektur ver\u00e4ndert sich tats\u00e4chlich. Die UN best\u00e4tigt selbst, dass die aktuellen Verhandlungen dar\u00fcber entscheiden k\u00f6nnen, <strong>wie Besteuerungsrechte k\u00fcnftig verteilt werden, wie grenz\u00fcberschreitende Dienstleistungen besteuert werden und wie die neue Konvention verwaltet werden soll<\/strong>.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verhandlungen laufen bis 2027. Danach sollen die fertigen Texte der UN-Generalversammlung vorgelegt werden. (<a href=\"https:\/\/financing.desa.un.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">financing.desa.un.org<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Armstrong sieht darin ein gef\u00e4hrliches Steuerexperiment. Das Tax Justice Network betrachtet dieselbe Entwicklung von der entgegengesetzten Seite und sieht die Chance, den Staaten Hunderte Milliarden zus\u00e4tzlicher Einnahmen zu verschaffen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade diese beiden Perspektiven zeigen, worum es tats\u00e4chlich geht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Es geht um sehr viel Geld \u2013 und um die Frage, wer k\u00fcnftig dar\u00fcber entscheidet, wo dieses Geld erhoben wird.<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bef\u00fcrworter sprechen von Steuergerechtigkeit, Klimafinanzierung und davon, multinationale Konzerne dort zahlen zu lassen, wo sie ihre Gesch\u00e4fte machen. Kritiker sehen eine immer st\u00e4rkere Internationalisierung der Steuerpolitik und warnen vor zus\u00e4tzlichen Belastungen in einer ohnehin angespannten Weltwirtschaft.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitten in Energiekrise, Hormus-Konflikt, steigenden Transportkosten und geopolitischer Unsicherheit bekommt diese Debatte deshalb eine zus\u00e4tzliche Dimension.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn unabh\u00e4ngig davon, wie eine neue Abgabe bezeichnet wird \u2013 Unternehmenssteuer, Solidarit\u00e4tsabgabe, Klimaabgabe oder internationale Steuerkooperation \u2013 bleibt am Ende eine einfache Frage:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wer tr\u00e4gt die tats\u00e4chlichen Kosten?<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Unternehmen ihre Belastungen \u00fcber Preise weiterreichen und Staaten ihre Verpflichtungen \u00fcber Steuern oder Schulden finanzieren, k\u00f6nnte zumindest ein Teil der Antwort dort landen, wo politische Versprechen \u00fcber \u201eSteuern f\u00fcr Konzerne und Reiche\u201c besonders selten hinzeigen:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>beim normalen B\u00fcrger<\/strong>.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue globale Steuerordnung nimmt Gestalt an \u2013 und am Ende k\u00f6nnte wieder der B\u00fcrger die Rechnung bezahlen W\u00e4hrend die Weltwirtschaft unter Kriegen, steigenden Energie- und Transportkosten und angespannten Lieferketten leidet, wird in New York \u00fcber eine grundlegende Neuordnung der internationalen Besteuerung verhandelt. 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