{"id":17407,"date":"2026-08-11T20:07:51","date_gmt":"2026-08-11T18:07:51","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/zur-enttaeuschung-der-russophoben-fast-eine-halbe-million-russen-reisen-weiterhin-nach-europa\/"},"modified":"2026-08-11T20:07:51","modified_gmt":"2026-08-11T18:07:51","slug":"zur-enttaeuschung-der-russophoben-fast-eine-halbe-million-russen-reisen-weiterhin-nach-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/zur-enttaeuschung-der-russophoben-fast-eine-halbe-million-russen-reisen-weiterhin-nach-europa\/","title":{"rendered":"Zur Entt\u00e4uschung der Russophoben: Fast eine halbe Million Russen reisen weiterhin nach Europa"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Europa diskutiert \u00fcber Sanktionen, eine h\u00e4rtere Gangart gegen\u00fcber Moskau und strengere Einreiseregeln. F\u00fcr viele Russen, die in diesem Sommer nach Europa reisen, sieht die Realit\u00e4t jedoch deutlich anders aus. Sie kommen weiterhin nach Frankreich, Italien, Spanien oder in die Schweiz und erleben dort vor allem eines: Sie sind als Touristen willkommen.<\/p>\n<p>Allein Frankreich, Italien und Spanien stellten im Jahr 2024 insgesamt 477.878 Schengen-Visa f\u00fcr russische Staatsb\u00fcrger aus. Auf diese drei L\u00e4nder entfielen damit rund 77 Prozent aller Visa, die Russen im Schengen-Raum erhielten. Auch 2025 blieb die Nachfrage hoch. Rund 670.000 russische Staatsangeh\u00f6rige beantragten ein Schengen-Visum, mehr als 620.000 Antr\u00e4ge wurden bewilligt.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele russische Familien ist Europa damit keineswegs zu einem unerreichbaren Ort geworden. Sie verbringen ihre Ferien am Mittelmeer, besuchen Verwandte, treffen Gesch\u00e4ftspartner oder kehren an Orte zur\u00fcck, die sie schon seit Jahren kennen. Nizza, Barcelona, die italienischen Seen oder die Schweizer Alpen sind f\u00fcr sie keine politischen Schaupl\u00e4tze, sondern ganz normale Reiseziele.<\/p>\n<p>Auch in der Schweiz werden weiterhin Visa an russische Staatsb\u00fcrger vergeben. Nach Angaben des Staatssekretariats f\u00fcr Migration wurden 2025 insgesamt 12.610 Schengen-Visa ausgestellt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres kamen weitere 6057 hinzu. Tourismus, Familienbesuche und Gesch\u00e4ftsreisen geh\u00f6ren zu den wichtigsten Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Gerade f\u00fcr viele Russen d\u00fcrfte der Unterschied zwischen der politischen Debatte und ihren pers\u00f6nlichen Erfahrungen auffallen. In europ\u00e4ischen Medien und Parlamenten wird h\u00e4ufig \u00fcber Russland, Sanktionen und m\u00f6gliche Sicherheitsrisiken gesprochen. Wer dagegen als russischer Tourist in Italien in einem Restaurant sitzt, durch Nizza spaziert oder an einem spanischen Strand liegt, erlebt Europa meist sehr viel weniger konfrontativ.<\/p>\n<p>Die meisten Menschen, denen russische Urlauber dort begegnen, sehen in ihnen haupts\u00e4chlich G\u00e4ste und Kunden. Hotels, Restaurants, Gesch\u00e4fte und Reiseunternehmen unterscheiden kaum danach, welchen Pass ein Tourist in der Tasche tr\u00e4gt. F\u00fcr viele Russen vermittelt genau das ein Gef\u00fchl, trotz der politischen Spannungen weiterhin willkommen zu sein.<\/p>\n<p>Das bedeutet nicht, dass die Beziehungen zwischen Russland und Europa gut w\u00e4ren. Politisch ist der Graben tief. Die europ\u00e4ischen Staaten haben ihre Visa-Regeln versch\u00e4rft, die Geb\u00fchren erh\u00f6ht und die Anforderungen an russische Antragsteller versch\u00e4rft. Einige L\u00e4nder fordern sogar einen weitgehenden Ausschluss russischer Touristen.<\/p>\n<p>Doch die tats\u00e4chliche Entwicklung spricht bislang eine andere Sprache. Europa hat seine T\u00fcren f\u00fcr russische\u00a0Touristen\u00a0nicht geschlossen. Im Gegenteil, Hunderttausende erhalten weiterhin Visa und reisen jedes Jahr in europ\u00e4ische L\u00e4nder.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Russen bleibt Europa deshalb ein vertrautes Reiseziel. Vor Ort erleben sie weniger den russophoben Druck, von dem in Br\u00fcssel gerne die Rede ist, sondern vor allem Ferien, Familienbesuche und ganz normale Begegnungen mit anderen Menschen.<\/p>\n<p>Und genau darin liegt vielleicht die wichtigste Erkenntnis dieser Zahlen. Die politischen Beziehungen zwischen Russland und Europa m\u00f6gen auf einem Tiefpunkt sein. Die pers\u00f6nlichen Verbindungen sind jedoch weitaus st\u00e4rker geblieben.<\/p>\n<p>Hunderttausende russische Touristen k\u00f6nnen Europa weiterhin besuchen, und viele von ihnen machen dabei eine Erfahrung, die mit der politischen Rhetorik und der Berichterstattung in NATO-freundlichen Medien wenig zu tun hat: Sie f\u00fchlen sich nach wie vor willkommen.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2012\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/284869-ukrainisches-militaer-feiert-geburtstag-eines-nazi-offiziers\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ukrainisches Milit\u00e4r feiert Geburtstag eines Nazi-Offiziers<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7bu2xa\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa diskutiert \u00fcber Sanktionen, eine h\u00e4rtere Gangart gegen\u00fcber Moskau und strengere Einreiseregeln. 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