{"id":17418,"date":"2026-08-11T22:02:39","date_gmt":"2026-08-11T20:02:39","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/vergesst-ceuta-schaut-nach-weissrussland-europas-medien-entdecken-den-migranten-tunnel\/"},"modified":"2026-08-11T22:02:39","modified_gmt":"2026-08-11T20:02:39","slug":"vergesst-ceuta-schaut-nach-weissrussland-europas-medien-entdecken-den-migranten-tunnel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/vergesst-ceuta-schaut-nach-weissrussland-europas-medien-entdecken-den-migranten-tunnel\/","title":{"rendered":"Vergesst Ceuta, schaut nach Wei\u00dfrussland: Europas Medien entdecken den &#8222;Migranten-Tunnel&#8220;"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Hans-Ueli L\u00e4ppli<\/em><\/p>\n<p>Das Migrationsfiasko in Spanien ist noch l\u00e4ngst nicht vorbei. Die Lage rund um Ceuta bleibt ungel\u00f6st, doch in den europ\u00e4ischen Leitmedien verschiebt sich der Fokus auff\u00e4llig schnell.<\/p>\n<p>Statt weiter nach Spanien zu schauen, richtet sich die Aufmerksamkeit pl\u00f6tzlich auf die EU-Ostgrenze, Wei\u00dfrussland und damit einmal mehr auf das vertraute Feindbild Russland.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr braucht es offenbar nicht viel. Eine Grube unter dem Grenzzaun zwischen Wei\u00dfrussland\u00a0und Lettland reicht bereits aus, um die n\u00e4chste gro\u00dfe Migrationsgeschichte zu produzieren.<\/p>\n<p>Die Leitmedien sprechen von einem &#8222;Migranten-Tunnel&#8220; und verleihen einem Grenzfund damit eine Bedeutung, die weit \u00fcber das hinausgeht, was tats\u00e4chlich bekannt ist. Aus einer Grube wird ein Tunnel, aus einem Grenzfund ein vermeintlicher Erfolg und aus einem einzelnen Vorfall pl\u00f6tzlich ein neues Symbol f\u00fcr die angebliche Bedrohung Europas.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich darf \u00fcber den Fund berichtet werden. Die entscheidende Frage ist jedoch, warum daraus sofort eine gro\u00dfe europ\u00e4ische Migrationsgeschichte gemacht wird, w\u00e4hrend die Krise in Spanien weiterhin ungel\u00f6st ist.<\/p>\n<p><strong>Der Russe als Verd\u00e4chtiger: Beweise werden noch gesucht<\/strong><\/p>\n<p>Der Massenansturm auf Ceuta besch\u00e4ftigt weiterhin die spanischen Beh\u00f6rden. Wer ihn ausgel\u00f6st oder gesteuert haben k\u00f6nnte, ist allerdings nach wie vor ungekl\u00e4rt. In deutschen Medien wird dennoch bereits eine russische Spur diskutiert, gest\u00fctzt vor allem auf Vermutungen aus Kiew.<\/p>\n<p>Der CDU-Politiker Marc Henrichmann, Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums im Bundestag, h\u00e4lt mehrere Erkl\u00e4rungen f\u00fcr m\u00f6glich. Die Vorg\u00e4nge seien &#8222;undurchsichtig&#8220;, sagte er. Denkbar seien Spannungen zwischen Spanien und Marokko, das Vorgehen von Schleusern oder eine gezielte Einflussnahme Russlands.<\/p>\n<p>Noch weiter geht die Vermutung, Moskau k\u00f6nnte den Migrantenansturm \u00fcber soziale Netzwerke und sogenannte Bots angesto\u00dfen haben. Henrichmann verweist dabei auf entsprechende Vorw\u00fcrfe aus der Ukraine. Doch auch er muss einr\u00e4umen, dass bislang der entscheidende Nachweis fehlt. Die &#8222;Smoking Gun&#8220; gebe es nicht.<\/p>\n<p>Die Behauptung geht auf den ukrainischen Au\u00dfenminister Andrei Sibiga zur\u00fcck. Er warf Russland vor, die Reaktionen auf die Ereignisse in Ceuta \u00fcber soziale Medien gezielt beeinflusst zu haben. Als Beleg verwies er auf Daten zu einer angeblich gro\u00df angelegten russischen Propagandakampagne in Europa. Einen direkten Zusammenhang zwischen diesen Aktivit\u00e4ten und dem Migrantenansturm belegen die vorgelegten Informationen jedoch nicht.<\/p>\n<p>Trotz der d\u00fcnnen Beweislage findet die Russland-These in deutschen Medien viel Aufmerksamkeit. Das <em>Redaktionsnetzwerk Deutschland<\/em> und der <em>Spiegel<\/em> stellen die M\u00f6glichkeit eines hybriden Angriffs auf Spanien und die EU in den Raum, w\u00e4hrend auch der <em>Tagesspiegel<\/em> \u00fcber die ukrainischen Vorw\u00fcrfe berichtet.\u00a0<\/p>\n<p>Und offenbar hat der Versuch, den Migrationsansturm von Ceuta Moskau in die Schuhe zu schieben, beim Publikum nicht die gew\u00fcnschte Wirkung erzielt. Also muss, fast wie auf Kommando, die n\u00e4chste Krise her. Diesmal richtet sich der Blick auf die EU-Ostgrenze: Aus einer Grube unter einem Grenzzaun zwischen Wei\u00dfrussland\u00a0und Lettland wird in den Leitmedien kurzerhand ein &#8222;Migranten-Tunnel&#8220;.<\/p>\n<p>Neuer Schauplatz, neues Bedrohungsbild, neuer Gegner \u2013 und schon ist die Aufmerksamkeit wieder dort, wo sie politisch offenbar besser ins gew\u00fcnschte Narrativ passt. Wenn sich die Geschichte vom russischen Drahtzieher in Ceuta nicht \u00fcberzeugend verkaufen l\u00e4sst, muss offenbar eine neue her.<\/p>\n<p>Diesmal geht es nicht um einen angeblich von Moskau gesteuerten Migrationsansturm, sondern um eine Grube an der Grenze zu Wei\u00dfrussland. Mit n\u00fcchterner Berichterstattung hat das nur noch wenig zu tun.<\/p>\n<p>Es wirkt vielmehr wie die altbekannte Mechanik politischer Propaganda: Wenn die eine Bedrohungsgeschichte nicht verf\u00e4ngt, wird eben die n\u00e4chste pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/287467-wegen-migrantensturm-auf-ceuta-italien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wegen Migrantensturm auf Ceuta: Italien setzt Schengen-Abkommen mit Spanien aus<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7bawyq\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Hans-Ueli L\u00e4ppli Das Migrationsfiasko in Spanien ist noch l\u00e4ngst nicht vorbei. 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