{"id":17516,"date":"2026-08-12T13:03:34","date_gmt":"2026-08-12T11:03:34","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/menschenverachtung-und-volksverhetzung-im-journalistengewand-von-tilo-graeser\/"},"modified":"2026-08-12T13:03:34","modified_gmt":"2026-08-12T11:03:34","slug":"menschenverachtung-und-volksverhetzung-im-journalistengewand-von-tilo-graeser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/menschenverachtung-und-volksverhetzung-im-journalistengewand-von-tilo-graeser\/","title":{"rendered":"Menschenverachtung und Volksverhetzung im Journalistengewand | Von Tilo Gr\u00e4ser"},"content":{"rendered":"<div><!--kg-card-begin: html--><br \/>\n<iframe title=\"Menschenverachtung und Volksverhetzung im Journalistengewand | Von Tilo Gr\u00e4ser\" width=\"560\" height=\"418\" src=\"https:\/\/tube4.apolut.net\/videos\/embed\/jHiSm4zR9hnr6JmaaNqqpJ\" allow=\"fullscreen\" sandbox=\"allow-same-origin allow-scripts allow-popups allow-forms\" style=\"border-radius: 8px;\"><\/iframe><br \/>\n<!--kg-card-end: html--><\/p>\n<div class=\"kg-card kg-audio-card\">. Auch Kriegstreiber Roderich Kiesewetter, Ex-Oberst und CDU-Au\u00dfenpolitiker \u00e4u\u00dferte sie nicht, der von einer \u201ebedingungslosen Kapitulation Russlands\u201c <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/europa-muss-auf-die-kapitulation-russlands-hinarbeiten_86fec2de-a6b7-4a62-9464-9143100fa63b.html?ref=apolut.net\"><u>tr\u00e4umt<\/u><\/a>. Ein deutscher Journalist hat sie gestellt: Michael Martens, Korrespondent der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/em> (<em>FAZ<\/em>) f\u00fcr S\u00fcdosteuropa, bei der gemeinsamen <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ofFia7KVCSE&amp;ref=apolut.net\"><u>Pressekonferenz<\/u><\/a> des serbischen Pr\u00e4sidenten Aleksandar Vu\u010di\u0107 mit Selenskyj am Samstag.<\/p>\n<p>Der Mann aus Kiew antwortete nicht direkt darauf. Vor ihm sagte Vu\u010di\u0107 neben seiner Antwort auf die ebenfalls von Martens gestellte Frage nach der Zusammenarbeit mit der Europ\u00e4ischen Union (EU): \u201eWas das T\u00f6ten angeht, so hoffe ich, dass das T\u00f6ten aufh\u00f6rt.\u201c In seinem am Sonntag in der <em>FAZ<\/em> online ver\u00f6ffentlichten <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/selenskyj-in-serbien-vuis-umarmung-mit-risiko-accg-201108909.html?ref=apolut.net\"><u>Beitrag<\/u><\/a> zur Pressekonferenz in Belgrad stellte Martens den Vorgang so dar:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAuf die eigentlich an Selenskyj gerichtete Frage, was die Europ\u00e4er tun k\u00f6nnten, um die Ukraine dabei zu unterst\u00fctzen, mehr russische Soldaten zu t\u00f6ten, und ob eine Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik Teil seiner Gespr\u00e4che in Serbien gewesen sei, antwortete Vu\u010di\u0107: \u201aWir haben \u00fcber keinerlei milit\u00e4rische Zusammenarbeit gesprochen heute und zum jetzigen Zeitpunkt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Er erkl\u00e4rte als Ausgangspunkt seiner Frage die \u201eseit Monaten kursierenden und leicht divergierenden Aussagen ukrainischer und anderer Verteidigungsexperten \u2026, wie viele russische Soldaten die Ukraine monatlich t\u00f6ten oder kampfunf\u00e4hig machen m\u00fcsste, bis die russische Armee in ernsthafte personelle Schwierigkeiten geriete und Putin vielleicht zu Friedensgespr\u00e4chen gezwungen w\u00e4re\u201c. Seine Frage ist und bleibt zum einen erschreckend, nicht nur, weil sie ein deutscher Journalist gestellt hat.<\/p>\n<p>Das hat nichts mit Journalismus zu tun. Der fr\u00fchere ARD-Journalist Hanns Joachim Friedrichs hatte 1995 in einem <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/cool-bleiben-nicht-kalt-a-73e327d0-0002-0001-0000-000009176410?ref=apolut.net\"><u>Interview<\/u><\/a> mit dem Magazin <em>Der Spiegel<\/em> \u00fcber seine Rolle als Moderator der <em>ARD-Tagesthemen<\/em> gesagt: \u201eDistanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in \u00f6ffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein.\u201c Dieser Satz wird gern als Anspruch an den Journalismus und die Journalisten zitiert.<\/p>\n<p><strong>Scheinheiliges Bedauern<\/strong><\/p>\n<p>Und doch werden ihm die wenigsten gerecht. Martens hat ein erschreckendes Beispiel f\u00fcr diese Unf\u00e4higkeit geliefert. Seine Frage an Selenskyj distanziert und ohne Betroffenheit sowie \u201ecool\u201c zur Kenntnis zu nehmen und entsprechend dar\u00fcber zu schreiben, f\u00e4llt ehrlich gesagt schwer. Sie verst\u00f6\u00dft gegen alle Regeln des Journalismus, auch weil sie menschenverachtend ist. Und sie wird eher dem gerecht, was in Deutschland als \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/apolut.net\/kameraden-im-alten-unheilvollen-geist-von-tilo-graser\/\"><u>Volksverhetzung<\/u><\/a>\u201c unter Strafe steht. Aber damit wird immer nur anderen gedroht, nicht solchen wie Martens.<\/p>\n<p>Das kann auch daran liegen, dass er etwas offen gesagt hat, was andere in der etablierten Politik und den mit ihr verbundenen Medien denken. Sie w\u00fcrden das nat\u00fcrlich nie so sagen und jeglichen Verdacht in diese Richtung weit von sich weisen. So hat denn auch die Chefredaktion der <em>FAZ<\/em> in einer Pressemitteilung am Montag <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.frankfurterallgemeine.de\/presse\/pressemitteilung\/stellungnahme-der-frankfurter-allgemeinen-zeitung-zu-einer-frage-ihres-korrespondenten-bei-der-pressekonferenz-in-belgrad?ref=apolut.net\"><u>erkl\u00e4rt<\/u><\/a>, die Frage von Martens sei \u201eallerdings missverst\u00e4ndlich formuliert, was wir bedauern\u201c. Es sei \u201enicht die redaktionelle Linie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass m\u00f6glichst viele russische Soldaten get\u00f6tet werden sollten\u201c. Zugleich wurden aber \u201eDiffamierungen und Drohungen gegen unseren Korrespondenten\u201c beklagt. Das sei \u201einakzeptabel\u201c hie\u00df es mit Verweis auf die Pressefreiheit. Zu dieser geh\u00f6re das \u201eRecht, Fragen zu stellen, gerade auf einer Pressekonferenz\u201c.<\/p>\n<p>\u201eAuf Bedrohungen unserer Mitarbeiter werden wir mit juristischen Mitteln reagieren\u201c, erkl\u00e4rte die <em>FAZ<\/em>-Chefetage dann noch. Erwartungsgem\u00e4\u00df kein Wort dazu, dass das, was Martens da von sich gab, in seiner Menschenverachtung und Kriegstreiberei eine juristische \u00dcberpr\u00fcfung wert ist. Zwar war seine Frage den etablierten bundesdeutschen Medien keine weitere Meldung wert \u2013 mit der Ausnahme der <em>Berliner Zeitung<\/em>. Die ver\u00f6ffentlichte am Montag einen <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/was-koennen-wir-konkret-tun-um-ihnen-zu-helfen-mehr-russen-zu-toeten-10279603?ref=apolut.net\"><u>Kommentar<\/u><\/a> von Thomas Fassbender dazu. Aber es scheint zahlreiche Proteste an die <em>FAZ<\/em> ob der menschenverachtenden und volksverhetzenden Aussage ihres Korrespondenten gegeben zu haben. Sodass die Chefetage des Blattes reagieren musste.<\/p>\n<p>Doch was angeblich \u201emissverst\u00e4ndlich formuliert\u201c worden sein soll, war Absicht. Martens selbst erkl\u00e4rte am Sonntag auf der Plattform <em>X<\/em>, er habe die Frage nicht \u201eunbewusst\u201c so formuliert: \u201eDiese Formulierung habe ich mir genau \u00fcberlegt\u201c, <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/Andric1961\/status\/2086369867406422299?ref=apolut.net\"><u>schrieb<\/u><\/a> er einem anderen Nutzer. Auf die Entr\u00fcstung \u00fcber seine Frage erkl\u00e4rte er auf <em>X<\/em>:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWie werden Kriege beendet? Indem Soldaten get\u00f6tet und die Infrastruktur des Gegners zerst\u00f6rt wird. Lest Memoiren aus dem 2.\u00a0Weltkrieg. Seht, was Russland mit der Ukraine macht. Nur wenn die freie Welt mehr russische Soldaten t\u00f6ten kann als Putin ersetzen kann, wird er gezwungen, ihn zu beenden.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Journalisten von <em>Sputnik Srbija<\/em> <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/twitterviewer.net\/Andric1961\/status\/2086064627658441021?ref=apolut.net\"><u>teilte<\/u><\/a> er auf der Plattform mit, es sei \u201enicht \u201askandal\u00f6s\u2018, den ukrainischen Pr\u00e4sidenten zu fragen, wie Europa der Ukraine helfen kann, mehr Russen zu t\u00f6ten\u201c. Das sei \u201egenau das, was gebraucht wird\u201c, so Martens. Gegen\u00fcber der serbischen Zeitung <em>Vreme<\/em> <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/vreme.com\/de\/vesti\/mihael-martens-zelenski-ubijati-ruse-novinar-konferencija\/?ref=apolut.net\"><u>erkl\u00e4rte<\/u><\/a> Martens am Sonntag, er arbeite seit Monaten an einem Essay mit dem Titel \u201eDie Russen t\u00f6ten\u201c und dem Untertitel \u201eWas Europa tun muss\u201c. So etwas sei notwendig, sagte er der Zeitung. Als Inspiration verwies er auf die Memoiren von Fitzroy Maclean, Winston Churchills Verbindungsoffizier zu Titos Partisanen. Churchill soll Maclean gesagt haben, er werde Tito unterst\u00fctzen und solle ihm helfen, \u201emehr Deutsche zu t\u00f6ten\u201c.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch erwarte von jedem verantwortungsbewussten Politiker, dass er dar\u00fcber nachdenkt, wie wir so viele Russen \u2013 russische Soldaten \u2013 t\u00f6ten k\u00f6nnen, dass Putin ohne Soldaten dasteht. Nur dann wird es Frieden geben. Alles andere ist zynische \u00dcbertreibung. Ja, wir m\u00fcssen verhandeln, aber Putin muss sich erst selbst dazu zwingen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Aussagen sind bewusster Ausdruck eines Russland- und Russenhasses, der sich in der deutschen Politik und den mit ihr verbundenen Medien breitgemacht hat. Der aber keine neue Erscheinung ist, sondern seine Wurzeln in der deutschen Geschichte hat. Bedenklich und gef\u00e4hrlich ist, dass er so offen und ungestraft ge\u00e4u\u00dfert werden darf.<\/p>\n<p><strong>Scharfe Reaktion<\/strong><\/p>\n<p>In Moskau wurde auf die Frage des <em>FAZ<\/em>isten deutlich reagiert. So <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/RusBotschaft\/status\/2086803116452688343?ref=apolut.net\"><u>erkl\u00e4rte<\/u><\/a> die Sprecherin des russischen Au\u00dfenministeriums Maria Sacharowa am Montag, Martens habe mit seiner Frage die Pressekonferenz in Belgrad \u201ebraun\u201c gef\u00e4rbt. \u201eDieser Deutsche wei\u00df, wie man in der realen Welt Krieg f\u00fchrt und \u201aRussen t\u00f6tet\u2018\u201c, so Sacharowa. Martens stamme \u201eaus einer Nazifamilie\u201c, erkl\u00e4rte sie mit Hinweis auf Martens\u2018 Gro\u00dfvater Hans-Hermann. Der war NSDAP-Mitglied und hochrangiger Offizier im Stab der faschistischen deutschen Wehrmacht. Er habe im Wehrmachts-Oberkommando unter Alfred Jodl gedient, der durch das Urteil des N\u00fcrnberger Tribunals wegen Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit hingerichtet wurde, erinnerte Sacharowa. \u201eEs liegt auf der Hand, welche Gr\u00e4ueltaten der \u00e4ltere Martens unter der F\u00fchrung dieses Nazi-Verbrechers beging\u201c, f\u00fcgte sie hinzu. Und stellte fest:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eMartens ist ein waschechter brauner Propagandist, der fremdenfeindliche \u00c4u\u00dferungen und Entmenschlichung der Russen verbreitet sowie Hasssprache gegen Russland legitimiert.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Einer der wenigen deutschen Journalisten, die fr\u00fchzeitig auf Martens\u2018 skandal\u00f6se Frage aufmerksam machten, war Norbert H\u00e4ring, der unter anderem f\u00fcr das <em>Handelsblatt<\/em> schreibt. Auf seinem Blog <em>Geld und mehr<\/em> <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/norberthaering.de\/propaganda-zensur\/michael-martens-russen-toeten\/?ref=apolut.net\"><u>stellte<\/u><\/a> er am Sonntag fest, der <em>FAZ<\/em>ist habe \u201emit eiskaltem Zynismus das Interesse des deutschen Establishments an einem langen ukrainischen Abnutzungskrieg gegen Russland auf den Punkt gebracht\u201c. Die Frage sei kein Ausrutscher gewesen, best\u00e4tigt H\u00e4ring und macht klar:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDiese Formulierungen eines Journalisten\u00a0der in Sachen \u00f6ffentliche Meinungsbildung wohl wichtigsten deutschen Tageszeitung enth\u00e4lt die ganze Misere der deutschen Au\u00dfenpolitik. Die zynische K\u00e4lte, mit der die unbefristete Fortsetzung des Sterbens Zehntausender ukrainischer und russischer Soldaten f\u00fcr notwendig erkl\u00e4rt wird. Das T\u00f6ten m\u00f6glichst vieler Russen wird sogar zum Ziel erkl\u00e4rt, ohne dessen Erreichung es kein Kriegsende geben kann.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Martens habe im Disput mit Kritikern auf <em>X<\/em> die russische Regierung gar mit der deutschen faschistischen Regierung von 1933 bis 1945 gleichgesetzt, deren Ziel die Weltherrschaft war und die nur gestoppt werden konnte, indem sie milit\u00e4risch besiegt wurde. An dieser \u201eAnalyse\u201c sei \u201ealles falsch\u201c, betont H\u00e4ring. Er warnt, \u201ewenn es der ukrainischen Armee gelingen sollte, noch mehr Russen zu t\u00f6ten, w\u00fcrde Russland wahrscheinlich darauf umschwenken, noch mehr ballistische Raketen auf die ukrainischen St\u00e4dte regnen zu lassen\u201c. Die Formulierung von Martens auf <em>X<\/em>, die \u201efreie Welt\u201c m\u00fcsse in der Ukraine mehr russische Soldaten t\u00f6ten, sei \u201everr\u00e4terisch\u201c. Sie klinge \u201ewie eine Definition von \u201aStellvertreterkrieg\u2018\u201c. Um den handele es sich beim Ukraine-Krieg nach offizieller Lesart angeblich nicht. Der Journalist stellt weiter fest:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Ukraine hat nichts von einer Fortsetzung des Krieges und dem T\u00f6ten von mehr russischen Soldaten. Das bringt ihr nur mehr Zerst\u00f6rung und noch mehr Tote, ohne Aussicht darauf, die Krim und die Ostgebiete zur\u00fcckzuerobern. Es ist lediglich das Interesse der NATO an der Schw\u00e4chung eines zum geopolitischen Konkurrenten erkl\u00e4rten Landes, dem mit der T\u00f6tung von Russen gedient ist.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Warum <em>FAZ<\/em>ist Martens das anders sieht, hat sicher mit seiner famili\u00e4ren Vergangenheit zu tun. Ob es sich dabei um \u201eAbgr\u00fcnde eigener, unges\u00fchnter deutscher Schuld\u201c handelt, wie Thomas Fassbender in der <em>Berliner Zeitung<\/em> <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/was-koennen-wir-konkret-tun-um-ihnen-zu-helfen-mehr-russen-zu-toeten-10279603?ref=apolut.net\"><u>psychologisiert<\/u><\/a>, ist anzuzweifeln. Sicher hat es etwas damit zu tun, \u201edass sein Gro\u00dfvater, Milit\u00e4rrichter und Offizier im Wehrmachtsf\u00fchrungsstab, mehrfach an\u00a0Adolf Hitlers\u00a0Mittagstisch sa\u00df\u201c. Doch nicht eine \u201eunverdaute Familiengeschichte, w\u00fcrgende Erbschuld, die endlich und unverhofft Gelegenheit erh\u00e4lt, sich in selbstgerechter Emp\u00f6rung \u00fcber den russischen Angriffskrieg zu entladen\u201c, wie Fassbender vermutet, d\u00fcrfte der N\u00e4hrboden f\u00fcr die bewusste Frage in Belgrad sein.<\/p>\n<p><strong>Fruchtbarer Scho\u00df<\/strong><\/p>\n<p>Dieser N\u00e4hrboden gr\u00fcndet eher auf der Kontinuit\u00e4t eines Denkens, das nach dem 8. Mai 1945 vor allem in den westlichen Besatzungszonen und ab 1949 in der Bundesrepublik Deutschland, kurz BRD, erhalten blieb, gepflegt und weitergegeben wurde. Das gilt auch f\u00fcr die dazugeh\u00f6rigen gesellschaftlichen Strukturen und Eigentums- und Machtverh\u00e4ltnisse. Mit denen wurde nur im Osten des geteilten Landes, in der sowjetischen Besatzungszone und dann der DDR, gebrochen. Der \u201eScho\u00df\u201c, aus dem der Faschismus kroch, blieb auch nach dessen milit\u00e4rischer Niederlage, \u201efruchtbar noch\u201c, wie Bertolt Brecht ahnungsvoll schon 1938 in seinem St\u00fcck \u00fcber den \u201eaufhaltsamen Aufstieg des Arturo Ui\u201c schrieb. Dieser \u201eScho\u00df\u201c wurde im Westteil Deutschlands konserviert, gesch\u00fctzt und am Leben gehalten, getarnt von der \u201efreiheitlich-demokratischen Grundordnung\u201c.<\/p>\n<p>Er war jenen vor allem in den USA und Gro\u00dfbritannien n\u00fctzlich, die schon das faschistische Deutschland als \u201eBollwerk gegen Sowjetrussland\u201c sahen. Bereits 1920 hatte der US-amerikanische \u00d6konom und Soziologe Thorstein Veblen darauf aufmerksam gemacht. In seiner 1920 ver\u00f6ffentlichten\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/cooperative-individualism.org\/veblen-thorstein_review-of-keynes-the-economic-consequences-of-the-peace-1920-sep.pdf?ref=apolut.net\"><u>Rezension<\/u><\/a>\u00a0des Buches\u00a0von John Maynard Keynes \u201eDie \u00f6konomischen Folgen des Friedens\u201c \u00fcber den Versailler Vertrag machte er klar, worum es bei dem Vertrag eigentlich ging: N\u00e4mlich \u201edas reaktion\u00e4re Regime in Deutschland wiederherzustellen und es zu einem Bollwerk gegen den Bolschewismus zu machen\u201c. Dieses grundlegende Ziel hat sich nach 1945 und bis heute nicht ge\u00e4ndert, obwohl es die Sowjetunion nicht mehr gibt und keine Kommunisten in Moskau an der Macht sind.<\/p>\n<p>Ob <em>FAZ<\/em>ist Martens das alles so bewusst ist, wenn er solche Fragen stellt oder auf <em>X<\/em> ukrainische Faschisten bewundert, d\u00fcrfte fraglich sein. Er eifert mit seinen Worten seinem Gro\u00dfvater nach, ob nun bewusst oder unbewusst. Und z\u00e4hlt zu den deutschen und ukrainischen \u201eKameraden im alten unheilvollen Geist\u201c, auf die ich k\u00fcrzlich <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/apolut.net\/kameraden-im-alten-unheilvollen-geist-von-tilo-graser\/\"><u>hingewiesen<\/u><\/a> habe. Auf die unheilvollen Kontinuit\u00e4ten, die die Worte von Martens zeigen, machte der Journalist Alexander Wallasch am Montag in einem <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.alexander-wallasch.de\/gesellschaft\/martens-frage-und-himmlers-antwort?ref=apolut.net\"><u>Beitrag<\/u><\/a> auf seiner Webseite aufmerksam. Er erinnerte dabei an eine <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.1000dokumente.de\/Dokumente\/Rede_des_Reichsf%C3%BChrers_SS_bei_der_SS-Gruppenf%C3%BChrertagung_in_Posen?ref=apolut.net\"><u>Rede<\/u><\/a> des SS-F\u00fchrers Heinrich Himmler, die dieser am 4. Oktober 1943 in Posen gehalten hatte. Der fanatische Kriegsverbrecher sagte dabei mit Blick auf \u201eden Russen\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eBei ihm macht es nur die Masse, und diese Masse muss eben zertreten und abgestochen, abgeschlachtet werden. Es ist, um einmal ein ganz brutales Beispiel zu gebrauchen, wie bei einem Schwein, das abgestochen wird und allm\u00e4hlich ausbluten muss.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Wallasch betont, damit solle \u201enichts gleichgesetzt, sondern allenfalls hilfreich verglichen werden\u201c. Und er verweist auf einen <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/krieg-in-nahost\/nahostkonflikt-die-falsche-lehre-aus-dem-holocaust-110025975.html?ref=apolut.net\"><u>Beitrag<\/u><\/a> von Martens in der FAZ im Oktober 2024. In dem berichtete er unter anderem, sein Gro\u00dfvater sei \u201eder Held meiner Kindheit\u201c gewesen. Die sp\u00e4ten Erkenntnisse \u00fcber die faschistische Vergangenheit des \u201ewunderbaren Gro\u00dfvaters\u201c h\u00e4tten einen unaufl\u00f6sbaren Zwiespalt erzeugt. \u201eIch habe sozusagen Hitler lebensl\u00e4nglich bekommen, mitsamt einem unstillbaren Interesse an allem, was die Deutschen der Generation meines Gro\u00dfvaters angerichtet haben\u201c, so Martens.<\/p>\n<p>Dennoch sei er mit seiner Frage von Belgrad nahe bei Himmler, so Wallasch. Der SS-F\u00fchrer habe in seiner Posener Rede \u201e1:1 die ganz gro\u00dfe Vorlage\u201c f\u00fcr den <em>FAZ<\/em>isten gegeben, der ein Ende des Krieges sieht, wenn nur gen\u00fcgend Russen get\u00f6tet werden: \u201eEndlos ist \u00fcberhaupt nichts auf der Erde, endlos ist auch das Potential der Russen nicht.\u201c Und \u201edie Bestie Himmler\u201c habe gewusst, dass es sich leichter t\u00f6tet, wenn der Gegen\u00fcber zur Bestie erkl\u00e4rt wird: \u201eGenau so wahr (ist), dass der Russe, hoch oder niedrig, zu den perversesten Dingen neigt, bis zum Auffressen seines Kameraden und bis zum Aufbewahren der Leber seines Nachbarn in seinem Brotbeutel.\u201c<\/p>\n<p><strong>Deutliche Warnung<\/strong><\/p>\n<p>Ausf\u00fchrlich hat sich auch der ehemalige US-Geheimdienstoffizier und UN-Waffenkontrolleur Scott Ritter mit der \u201ekranken Vision eines deutschen Journalisten\u201c auseinandergesetzt. In einem am Dienstag auf seinem Blog ver\u00f6ffentlichten <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/scottritter.substack.com\/p\/on-killing-russians?ref=apolut.net\"><u>Beitrag<\/u><\/a> warnt er \u201eHerrn Martens und alle anderen in Deutschland und Europa, die ein solches Bestreben f\u00fcr irgendwie tugendhaft und realisierbar halten: Seid vorsichtig mit dem, was ihr euch w\u00fcnscht.\u201c<\/p>\n<p>Ex-US-Marine Ritter schreibt \u00fcber seine eigene milit\u00e4rische Erfahrung, auch in der Ausbildung des T\u00f6tens, und stellt fest: \u201eRussen zu t\u00f6ten \u2013 selbst simulierte \u2013 war keineswegs einfach.\u201c Er habe damals angeregt, bei den US-Marines \u00fcberlegene sowjetische Verteidigungstaktiken und -doktrinen anzuwenden und zu trainieren. Er habe das Gl\u00fcck gehabt, nie \u201emeinen antisowjetischen milit\u00e4rischen Scharfsinn in der realen Welt unter Beweis zu stellen\u201c. Stattdessen sei er als R\u00fcstungskontrolleur in die Sowjetunion gekommen, um die Mittelstreckenrakete SS-20 zu vernichten. Seine Schlussfolgerung:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eLetztendlich erwies sich das Lernen, in Frieden mit den Russen zu leben, als weitaus f\u00f6rderlicher f\u00fcr Leben, Freiheit und das Streben nach Gl\u00fcck als das Training, sie zu t\u00f6ten. Dies h\u00e4tte eine universelle Lehre f\u00fcr alle Zeiten sein sollen, eine, die k\u00fcnftige Generationen motivieren w\u00fcrde, die mit Krieg verbundenen Fallstricke zu vermeiden \u2013 insbesondere im Krieg mit Russland.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Martens habe diese Lehre nicht beherzigt, \u201eselbst nachdem vier Jahre Konflikt zwischen Russland und der Ukraine die Sinnlosigkeit des Versuchs bewiesen hatten, Russen auf dem Schlachtfeld zu t\u00f6ten\u201c, stellt Ritter fest. Und f\u00fcgt hinzu:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas T\u00f6ten sollte niemals so leichtfertig begr\u00fc\u00dft werden, wie Martens es getan hat.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Der \u201everwerflichste Aspekt von Martens\u2019 von Unwissenheit gepr\u00e4gtem Versuch, sich als eine Art moderner Fitzroy Maclean darzustellen\u201c, sei die Seite, auf die sich Martens gestellt habe: \u201eDie Sache von Selenskyjs Ukraine, einer buchst\u00e4blichen modernen Verk\u00f6rperung jener deutschen Nazis, deren T\u00f6tung Maclean aufgetragen war.\u201c Es seien dieselben Nazis, f\u00fcr deren Niederlage die Vorfahren der heute k\u00e4mpfenden russischen Soldaten ihr Leben opferten, betont der Ex-US-Offizier, der mehrfach vor Ort war.<\/p>\n<p>Die Frage von Martens in Belgrad an den Machthaber eines von ukrainischen Nationalisten und Faschisten gest\u00fctzten korrupten Systems sind Ausdruck einer tiefen deutschen Kontinuit\u00e4t. Die hat der Soziologe Michael Hartmann im Juni 2025 mit Blick auf die deutschen Eliten analysiert und <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s11609-025-00557-4?ref=apolut.net\"><u>beschrieben<\/u><\/a>. Wie gesagt, nur auf dem Gebiet der DDR wurde damit gebrochen \u2013 auch deshalb wird diese bis heute d\u00e4monisiert, aktuell wieder zum 65. Jahrestag des \u201eMauerbaus\u201c. Die alten Verh\u00e4ltnisse und Strukturen wurden dort nach 1990 wieder hergestellt, restauriert und aufgefrischt. Martens ist bei Weitem alles andere als ein \u201eEinzelfall\u201c. Erkenntnisse wie die des Ex-US-Offiziers Ritter sind dagegen leider selten und in Deutschland wieder Mangelware. Der schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEines Tages wird dieser Krieg enden, und wenn es soweit ist, m\u00fcssen Menschen wie Michael Martens f\u00fcr die Rolle zur Rechenschaft gezogen werden, die sie bei der Anstiftung zum heutigen V\u00f6lkermord an den slawischen V\u00f6lkern Europas gespielt haben. Bis dahin muss jeder, der \u00fcber einen moralischen Kompass verf\u00fcgt, Martens und seinesgleichen, die das \u201aT\u00f6ten von Russen\u2018 bef\u00fcrworten, \u00f6ffentlich anprangern.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Dank an den Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: Zeitungsstand mit Schild der Frankfurter Allgemeinen Zeitung<br \/>Bildquelle: Firn \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>. Auch Kriegstreiber Roderich Kiesewetter, Ex-Oberst und CDU-Au\u00dfenpolitiker \u00e4u\u00dferte sie nicht, der von einer \u201ebedingungslosen Kapitulation Russlands\u201c tr\u00e4umt. Ein deutscher Journalist hat sie gestellt: Michael Martens, Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) f\u00fcr S\u00fcdosteuropa, bei der gemeinsamen Pressekonferenz des serbischen Pr\u00e4sidenten Aleksandar Vu\u010di\u0107 mit Selenskyj am Samstag. Der Mann aus Kiew antwortete nicht direkt darauf. 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