{"id":17569,"date":"2026-08-12T19:08:11","date_gmt":"2026-08-12T17:08:11","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/schweiz-macht-druck-auf-ukrainer-wer-bleibt-soll-arbeiten\/"},"modified":"2026-08-12T19:08:11","modified_gmt":"2026-08-12T17:08:11","slug":"schweiz-macht-druck-auf-ukrainer-wer-bleibt-soll-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/schweiz-macht-druck-auf-ukrainer-wer-bleibt-soll-arbeiten\/","title":{"rendered":"Schweiz macht Druck auf Ukrainer: Wer bleibt, soll arbeiten"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>F\u00fcr Ukrainer mit Schutzstatus S wird die Situation in der Schweiz zunehmend anspruchsvoller. Ab 2027 will sich der Bund schrittweise aus der Finanzierung der Sozialhilfe zur\u00fcckziehen. Den Kantonen bleibt daf\u00fcr mehr Spielraum, die H\u00f6he der Unterst\u00fctzung selbst festzulegen. Der Druck auf jene w\u00e4chst, die auch nach mehreren Jahren noch auf Sozialhilfe angewiesen sind.<\/p>\n<p>Ab dem 1. Januar 2027 beteiligt sich der Bund nicht mehr an den Sozialhilfekosten f\u00fcr Personen mit Schutzstatus S. Diese Ausgaben m\u00fcssen k\u00fcnftig die Kantone tragen. F\u00fcr den Bund sinken damit die Kosten, w\u00e4hrend die finanzielle Verantwortung st\u00e4rker bei Kantonen und Gemeinden liegt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ukrainer bedeutet dies nicht automatisch, dass Leistungen wegfallen. Die konkrete Ausgestaltung liegt dann st\u00e4rker bei den Kantonen. Sie k\u00f6nnen sich an den regul\u00e4ren Ans\u00e4tzen orientieren, die bisherigen reduzierten Leistungen weiterf\u00fchren oder einen eigenen Mittelweg w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Dadurch k\u00f6nnen sich die Lebensbedingungen je nach Wohnkanton deutlich unterscheiden. W\u00e4hrend manche Kantone am bisherigen Niveau festhalten d\u00fcrften, k\u00f6nnten andere die Unterst\u00fctzung reduzieren.\u00a0<\/p>\n<p>Der Schutzstatus S ist nicht als dauerhafte Grundlage f\u00fcr eine staatlich finanzierte Existenz in der Schweiz gedacht. Mit zunehmender Aufenthaltsdauer steigt daher die Erwartung, dass die Betroffenen ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Der Einstieg in den Arbeitsmarkt gewinnt damit an Bedeutung.<\/p>\n<p>Das Thema gewinnt an Aktualit\u00e4t, weil ein gro\u00dfer Teil der Ukrainer inzwischen seit mehreren Jahren in der Schweiz lebt und dennoch nicht im Arbeitsmarkt angekommen ist. Ende Februar 2026 verf\u00fcgten mehr als 72.000 Menschen \u00fcber den Schutzstatus S\u00a0\u2012 viele davon waren arbeitslos und auf Sozialhilfe angewiesen. Zwar sprechen inzwischen viele Deutsch, doch beim Einstieg in den Arbeitsmarkt zeigt sich eine andere H\u00fcrde. Wer in der Ukraine einen Hochschulabschluss erworben hat, erwartet nicht selten eine entsprechend qualifizierte B\u00fcrot\u00e4tigkeit. F\u00fcr einfachere Arbeiten oder Stellen au\u00dferhalb des bisherigen Berufsbildes fehlt bei manchen die Bereitschaft. Nach dieser Logik scheint es attraktiver, weiterhin von Sozialhilfe zu leben, als vor\u00fcbergehend auch eine Arbeit anzunehmen, die nicht dem eigenen Abschluss entspricht, etwa bei der Reinigung von Stra\u00dfen oder anderen einfachen T\u00e4tigkeiten.<\/p>\n<p>Der Bund verschiebt damit die Verantwortung. W\u00e4hrend er in der Anfangsphase der Fluchtbewegung einen gro\u00dfen Teil der Kosten \u00fcbernommen hat, sollen die Kantone langfristig st\u00e4rker selbst entscheiden und bezahlen. F\u00fcr die Kantone bedeutet dies allerdings eine erhebliche zus\u00e4tzliche Belastung.<\/p>\n<p>Noch weiter gehen die Konsequenzen, falls der Schutzstatus S eines Tages aufgehoben wird. Dann entf\u00e4llt auch die bisherige Grundlage f\u00fcr Sozialhilfeleistungen. Personen, die danach ausreisepflichtig sind, h\u00e4tten grunds\u00e4tzlich nur noch Anspruch auf Nothilfe. Der Bund will den Kantonen f\u00fcr diese Kosten eine einmalige Pauschale zahlen.<\/p>\n<p>Damit zeichnet sich ein grundlegender Wandel ab. Die Schweiz h\u00e4lt am Schutz f\u00fcr Menschen aus der Ukraine fest, signalisiert aber zunehmend, dass dieser Schutz nicht mit einer unbegrenzten finanziellen Unterst\u00fctzung verbunden sein soll.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ukrainer, die arbeiten und sich wirtschaftlich integrieren, muss sich dadurch wenig \u00e4ndern. F\u00fcr diejenigen, die dauerhaft auf staatliche Unterst\u00fctzung angewiesen sind, wird der Spielraum dagegen enger. Hinzu kommt, dass die Leistungen k\u00fcnftig st\u00e4rker vom jeweiligen Wohnkanton abh\u00e4ngen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema\u00a0<\/strong>\u2013 <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/286585-wann-wird-europa-finanzierung-ukraine\/\">Wann wird Europa die Finanzierung der Ukraine einstellen?<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7bvnou\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Ukrainer mit Schutzstatus S wird die Situation in der Schweiz zunehmend anspruchsvoller. Ab 2027 will sich der Bund schrittweise aus der Finanzierung der Sozialhilfe zur\u00fcckziehen. 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