{"id":17673,"date":"2026-08-13T13:03:08","date_gmt":"2026-08-13T11:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/klimaluege-und-klimadiktatur-teil-4-was-bestimmt-das-klima-wirklich-von-uwe-froschauer\/"},"modified":"2026-08-13T13:03:08","modified_gmt":"2026-08-13T11:03:08","slug":"klimaluege-und-klimadiktatur-teil-4-was-bestimmt-das-klima-wirklich-von-uwe-froschauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/klimaluege-und-klimadiktatur-teil-4-was-bestimmt-das-klima-wirklich-von-uwe-froschauer\/","title":{"rendered":"Klimal\u00fcge und Klimadiktatur (Teil 4): Was bestimmt das Klima wirklich? | Von Uwe Froschauer"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Uwe Froschauer<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Im letzten Kapitel habe ich einen Blick auf die Klimageschichte geworfen. Nun stellt sich die n\u00e4chste Frage: Warum ver\u00e4ndert sich das Klima?<\/p>\n<p>In der \u00f6ffentlichen Debatte entsteht meist der Eindruck, als g\u00e4be es auf diese Frage eine einfache Antwort. F\u00fcr viele ist sie inzwischen auf ein einziges Molek\u00fcl reduziert: Kohlendioxid.<\/p>\n<p>Das Klimasystem der Erde ist kein einfaches Ursache-Wirkungs-System, sondern ein hochkomplexes Netzwerk nat\u00fcrlicher Prozesse. Es wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die sich gegenseitig verst\u00e4rken, abschw\u00e4chen oder \u00fcberlagern k\u00f6nnen. Die nachfolgenden Abschnitte stellen die aus meiner Sicht wichtigsten nat\u00fcrlichen Einflussgr\u00f6\u00dfen vor. Sie machen deutlich, wie komplex das Klimasystem tats\u00e4chlich ist und weshalb einfache Ursache-Wirkungs-Zusammenh\u00e4nge ihm nur selten gerecht werden. Auffallend ist, wie stark sich die \u00f6ffentliche und politische Klimadebatte auf einen einzigen Faktor konzentriert: Kohlendioxid. Das bedeutet nicht, dass CO\u2082 keine klimatische Wirkung besitzt. Die entscheidende Frage lautet vielmehr, wie gro\u00df sein Einfluss im Zusammenspiel mit all den anderen Faktoren tats\u00e4chlich ist und welche politischen Schlussfolgerungen daraus gerechtfertigt sind. Dass mit der Beantwortung dieser Fragen inzwischen gewaltige wirtschaftliche und politische Interessen verbunden sind, sollte dabei ebenfalls nicht ausgeblendet werden. Darauf werde ich sp\u00e4ter noch zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p><strong>Die Sonne \u2013 der Motor unseres Klimas<\/strong><\/p>\n<p>Ohne die Sonne g\u00e4be es auf der Erde kein Leben. Sie liefert nahezu die gesamte Energie, die unser Klimasystem antreibt. Jeder Wind, jede Meeresstr\u00f6mung, jede Verdunstung und jeder Wasserkreislauf sind letztlich Folgen der Sonnenenergie.<\/p>\n<p>An der Grenze zum Weltraum \u2013 noch bevor die Sonnenstrahlen in die Erdatmosph\u00e4re eintreten \u2013 treffen im Mittel rund 1.361 Watt Sonnenleistung auf jeden Quadratmeter, der der Sonne direkt zugewandt ist. Erst beim Durchgang durch die Atmosph\u00e4re wird ein Teil dieser Energie von Wolken, Wasserdampf und anderen Bestandteilen der Luft reflektiert oder absorbiert, sodass die Erdoberfl\u00e4che deutlich weniger Sonnenenergie erreicht. 1.361 Watt entsprechen ungef\u00e4hr der Leistung eines kr\u00e4ftigen Heizl\u00fcfters oder gut 13 einhundert Watt-Gl\u00fchbirnen \u2013 und zwar auf jedem einzelnen Quadratmeter. Ein Teil dieser Energie wird von Wolken, Eisfl\u00e4chen und hellen Oberfl\u00e4chen wieder ins Weltall reflektiert. Der \u00fcbrige Teil erw\u00e4rmt Land und Meere, l\u00e4sst Wasser verdunsten, treibt Winde an und setzt den gesamten Wasserkreislauf in Gang. Nahezu jedes Wetterereignis auf der Erde geht letztlich auf diese Energiequelle zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Dabei strahlt die Sonne keineswegs immer gleich stark. Seit Jahrhunderten beobachten Astronomen Schwankungen der Sonnenaktivit\u00e4t. Bekannt ist beispielsweise der etwa elfj\u00e4hrige Sonnenfleckenzyklus. Sonnenflecken sind dunklere Bereiche auf der Sonnenoberfl\u00e4che und gelten als Zeichen einer besonders aktiven Sonne. Obwohl die Flecken selbst etwas k\u00fchler sind als ihre Umgebung, entstehen gleichzeitig besonders helle Regionen \u2013 sogenannte Fackelgebiete (Faculae) \u2013, die diesen Energieverlust mehr als ausgleichen. Deshalb strahlt die Sonne w\u00e4hrend solcher Aktivit\u00e4tsphasen insgesamt sogar etwas mehr Energie ab als in ruhigeren Zeiten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus kennt die Sonnenforschung auch wesentlich l\u00e4ngere Aktivit\u00e4tsschwankungen wie zum Beispiel das sogenannte Maunder-Minimum zwischen etwa 1645 und 1715. W\u00e4hrend dieser Zeit wurden au\u00dfergew\u00f6hnlich wenige Sonnenflecken beobachtet. Diese Phase f\u00e4llt zeitlich in den k\u00e4ltesten Abschnitt der Kleinen Eiszeit. Bis heute wird wissenschaftlich untersucht, ob und in welchem Ausma\u00df die au\u00dfergew\u00f6hnlich geringe Sonnenaktivit\u00e4t zu den damaligen k\u00fchleren Temperaturen beigetragen hat.<\/p>\n<p>Unstrittig ist jedoch, dass die Sonne kein vollkommen konstantes System ist, sondern nat\u00fcrlichen Schwankungen unterliegt.<\/p>\n<p>Neben ihrer Strahlungsleistung ver\u00e4ndert sich auch die magnetische Aktivit\u00e4t der Sonne. Sie erzeugt den sogenannten Sonnenwind \u2013 einen st\u00e4ndigen Strom elektrisch geladener Teilchen, der sich von der Sonne aus in alle Richtungen ausbreitet. Gleichzeitig wirkt dieser Sonnenwind wie ein Schutzschild: Je st\u00e4rker er ist, desto besser schirmt er die Erde gegen einen Teil der kosmischen Strahlung ab \u2013 hochenergetische Teilchen, die \u00fcberwiegend aus den Tiefen unserer Galaxie auf das Sonnensystem treffen und nicht mit der UV-Strahlung der Sonne verwechselt werden d\u00fcrfen. Ist die Sonne dagegen weniger aktiv, wird dieser Schutzschild schw\u00e4cher, sodass mehr kosmische Strahlung die Erdatmosph\u00e4re erreichen kann.<\/p>\n<p>Einige Wissenschaftler vermuten, dass kosmische Strahlung die Entstehung bestimmter Wolken beeinflussen k\u00f6nnte. Vereinfacht gesagt lautet die Idee: Treffen mehr kosmische Teilchen auf die Atmosph\u00e4re, k\u00f6nnten dadurch Bedingungen entstehen, die die Wolkenbildung beg\u00fcnstigen. Diskutiert wird insbesondere ein m\u00f6glicher Einfluss auf tiefer liegende Wolken. Diese Hypothese wird seit Jahren erforscht und kontrovers diskutiert. Ein wissenschaftlicher Konsens \u00fcber einen bedeutenden Einfluss auf das Klima besteht bislang nicht. Unabh\u00e4ngig davon zeigt die Diskussion, wie komplex die Wechselwirkungen zwischen Sonne, Atmosph\u00e4re und Erde tats\u00e4chlich sind.<\/p>\n<p>Die Aktivit\u00e4t der Sonne macht sich zudem auf andere Weise bemerkbar. Besonders starke Sonneneruptionen und Sonnenst\u00fcrme k\u00f6nnen Polarlichter hervorrufen sowie Satelliten, Funkverbindungen, Navigationssysteme und Stromnetze beeintr\u00e4chtigen. Diese Auswirkungen betreffen jedoch in erster Linie moderne technische Infrastrukturen und sind von der Frage langfristiger Klimaver\u00e4nderungen zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Eines steht jedoch fest: Ohne die Sonne g\u00e4be es weder Wetter noch Klima. Sie ist und bleibt die grundlegende Energiequelle unseres gesamten Klimasystems.<\/p>\n<p><strong>Wasser \u2013 der wichtigste Klimafaktor<\/strong><\/p>\n<p>In der \u00f6ffentlichen Diskussion spielt oftmals der Stoff eine untergeordnete Rolle, der f\u00fcr das Klima von zentraler Bedeutung ist: Wasser.<\/p>\n<p>Wasser begegnet uns in unterschiedlichen Formen \u2013 als Wasserdampf in der Atmosph\u00e4re, als Wolken und Niederschlag, als Schnee und Eis oder in fl\u00fcssiger Form in Meeren, Seen und Fl\u00fcssen. Kaum ein anderer Stoff ist auf der Erde so allgegenw\u00e4rtig und zugleich f\u00fcr das Klimasystem von so grundlegender Bedeutung. Wasser beeinflusst das Klimasystem in vielf\u00e4ltiger Weise. Wasser kann enorme Energiemengen speichern und W\u00e4rme \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen transportieren. Zugleich durchl\u00e4uft es, angetrieben vor allem durch die Energie der Sonne, einen st\u00e4ndigen Kreislauf aus Verdunstung, Wolkenbildung, Niederschlag und R\u00fcckfluss in Fl\u00fcsse, Seen und Meere. Auf diese Weise werden Wasser und W\u00e4rme fortw\u00e4hrend zwischen Erdoberfl\u00e4che und Atmosph\u00e4re ausgetauscht und \u00fcber den Planeten verteilt.<\/p>\n<p>Anschaulich wird die Bedeutung dieses Kreislaufs beim Verdunsten und bei der Wolkenbildung. Erw\u00e4rmt die Sonne Wasser an der Erdoberfl\u00e4che, verdunstet ein Teil davon und nimmt dabei Energie auf. Der Wasserdampf steigt in die Atmosph\u00e4re und kann diese Energie \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen mitf\u00fchren. K\u00fchlt er sich sp\u00e4ter ab und kondensiert zu winzigen Wassertr\u00f6pfchen, wird ein Teil der zuvor aufgenommenen W\u00e4rme wieder freigesetzt. Wasser transportiert auf diese Weise nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch gewaltige Mengen an Energie durch die Atmosph\u00e4re. Ohne diesen st\u00e4ndigen Austausch s\u00e4he das Klima unseres Planeten v\u00f6llig anders aus.<\/p>\n<p>Die Weltmeere bedecken rund 70 Prozent der Erdoberfl\u00e4che. Sie wirken wie gewaltige W\u00e4rmespeicher. Tags\u00fcber nehmen sie gro\u00dfe Mengen Sonnenenergie auf und geben sie oft erst Stunden, Tage oder sogar Monate sp\u00e4ter wieder an die Atmosph\u00e4re ab. Dadurch gleichen sie Temperaturunterschiede teilweise aus und beeinflussen das Klima ganzer Kontinente.<\/p>\n<p>Jeder kennt diesen Effekt aus dem Alltag. An einem hei\u00dfen Sommertag erw\u00e4rmt sich ein Sandstrand innerhalb kurzer Zeit so stark, dass man kaum barfu\u00df dar\u00fcber laufen kann. Geht man wenige Schritte weiter ins Wasser, f\u00fchlt es sich dagegen deutlich k\u00fchler an. Der Grund: Wasser kann wesentlich mehr W\u00e4rme aufnehmen als Sand oder Gestein, ohne sich dabei so stark zu erw\u00e4rmen. Diese Eigenschaft macht die Ozeane zu den gr\u00f6\u00dften nat\u00fcrlichen W\u00e4rmespeichern unseres Planeten.<\/p>\n<p>Die Ozeane speichern W\u00e4rme jedoch nicht nur \u2013 sie verteilen sie auch. Gewaltige Meeresstr\u00f6mungen transportieren st\u00e4ndig enorme Energiemengen rund um den Globus. Besonders bekannt ist der Golfstrom. Vereinfacht gesagt transportiert dieses Str\u00f6mungssystem warmes Wasser aus dem Bereich des Golfs von Mexiko entlang der nordamerikanischen Ostk\u00fcste nach Norden und anschlie\u00dfend \u00fcber den Nordatlantik in Richtung Europa. Auf seinem Weg gibt das Wasser einen Teil seiner gespeicherten W\u00e4rme an die Atmosph\u00e4re ab. Zusammen mit der atmosph\u00e4rischen Zirkulation tr\u00e4gt dieser W\u00e4rmetransport dazu bei, dass das Klima in West- und Nordwesteuropa wesentlich milder ist, als es allein aufgrund der geografischen Breite zu erwarten w\u00e4re. St\u00e4dte wie London liegen beispielsweise ungef\u00e4hr auf derselben geografischen Breite wie Teile Kanadas, erleben aber deutlich mildere Winter. Der Nordatlantik und seine Str\u00f6mungen sind daf\u00fcr ein wichtiger Grund.<\/p>\n<p>Besonders anschaulich wird die Bedeutung der Ozeane auch beim Blick auf El Ni\u00f1o und La Ni\u00f1a im tropischen Pazifik. Hierbei handelt es sich um nat\u00fcrliche Schwankungen im Zusammenspiel von Ozean und Atmosph\u00e4re. Normalerweise treiben best\u00e4ndige Passatwinde warmes Oberfl\u00e4chenwasser von S\u00fcdamerika in Richtung Indonesien und Australien. Vor der s\u00fcdamerikanischen K\u00fcste kann dadurch k\u00e4lteres Wasser aus tieferen Meeresschichten nach oben steigen. Bei El Ni\u00f1o schw\u00e4chen sich diese Passatwinde zeitweise ab. Das ist entscheidend: Normalerweise schieben sie warmes Oberfl\u00e4chenwasser von der s\u00fcdamerikanischen K\u00fcste nach Westen in Richtung Indonesien und Australien. Werden die Winde schw\u00e4cher, wird auch weniger warmes Wasser nach Westen gedr\u00fcckt. Ein Teil des dort angesammelten warmen Wassers breitet sich wieder nach Osten in Richtung Zentralpazifik und S\u00fcdamerika aus. Gleichzeitig steigt vor der s\u00fcdamerikanischen K\u00fcste weniger kaltes Wasser aus der Tiefe nach oben. Beides zusammen f\u00fchrt dazu, dass sich der zentrale und \u00f6stliche tropische Pazifik ungew\u00f6hnlich stark erw\u00e4rmt \u2013 das typische Kennzeichen eines El-Ni\u00f1o-Ereignisses. Dadurch ver\u00e4ndern sich wiederum Luftstr\u00f6mungen, Wolkenbildung und Niederschlagsgebiete.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen k\u00f6nnen Tausende Kilometer entfernt zu sp\u00fcren sein. Regionen, die normalerweise relativ trocken sind, k\u00f6nnen pl\u00f6tzlich ungew\u00f6hnlich starke Niederschl\u00e4ge erleben, w\u00e4hrend andernorts Regen ausbleibt und die Gefahr von D\u00fcrren steigt. El Ni\u00f1o kann dar\u00fcber hinaus die globale Durchschnittstemperatur eines Jahres vor\u00fcbergehend anheben.<\/p>\n<p>La Ni\u00f1a stellt gewisserma\u00dfen die Gegenphase dar. Die Passatwinde sind dann h\u00e4ufig st\u00e4rker als gew\u00f6hnlich, warmes Oberfl\u00e4chenwasser wird verst\u00e4rkt nach Westen gedr\u00fcckt und vor der s\u00fcdamerikanischen K\u00fcste steigt mehr kaltes Tiefenwasser auf. Dadurch wird der tropische Ostpazifik \u2013 also vereinfacht gesagt der Teil des Pazifiks vor Mittel- und S\u00fcdamerika \u2013 ungew\u00f6hnlich k\u00fchl. Der Westpazifik liegt dagegen auf der gegen\u00fcberliegenden Seite, in Richtung Indonesien und Australien. Diese geografische Bezeichnung mag zun\u00e4chst irritieren, weil wir mit dem Begriff \u201eFernost\u201c gew\u00f6hnlich Asien verbinden. Ost und West beziehen sich hier jedoch auf den Pazifischen Ozean selbst. Deshalb muss man gegen\u00fcber unserer gewohnten Vorstellung beinahe umgekehrt denken: Der Ostpazifik liegt auf der amerikanischen Seite, der Westpazifik auf der asiatisch-australischen Seite.<\/p>\n<p>Auch La Ni\u00f1a ver\u00e4ndert wiederum Luftstr\u00f6mungen und Niederschlagsmuster auf weiten Teilen der Erde. W\u00e4hrend El-Ni\u00f1o-Jahre die globale Durchschnittstemperatur tendenziell etwas anheben, wirken La-Ni\u00f1a-Phasen tendenziell etwas abk\u00fchlend.<\/p>\n<p>Man kann sich den tropischen Pazifik deshalb vereinfacht wie eine riesige, langsam hin- und herschwappende Badewanne vorstellen: Verschiebt sich das warme Wasser in die eine oder andere Richtung, ver\u00e4ndert sich nicht nur die Temperatur des Wassers vor Ort. Dar\u00fcber ver\u00e4ndert sich die Atmosph\u00e4re \u2013 und mit ihr k\u00f6nnen sich Wetter- und Niederschlagsmuster in weit entfernten Regionen verschieben.<\/p>\n<p>Diese nat\u00fcrlichen Schwankungen beeinflussen Temperaturen, Niederschl\u00e4ge und Wetterextreme auf nahezu allen Kontinenten. Sie verdeutlichen, dass das Klima der Erde nicht von einem einzelnen Faktor bestimmt wird, sondern das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels von Ozeanen, Atmosph\u00e4re und zahlreichen weiteren nat\u00fcrlichen Prozessen ist.<\/p>\n<p>Auch Wolken spielen eine entscheidende Rolle. Sie k\u00f6nnen sowohl k\u00fchlend als auch w\u00e4rmend wirken. Tags\u00fcber reflektieren sie einen Teil der einfallenden Sonnenstrahlung zur\u00fcck ins Weltall. Jeder kennt diesen Effekt: Zieht an einem hei\u00dfen Sommertag eine gr\u00f6\u00dfere Wolke vor die Sonne, wird es innerhalb kurzer Zeit sp\u00fcrbar k\u00fchler. Nachts dagegen k\u00f6nnen Wolken einen Teil der von der Erdoberfl\u00e4che abgegebenen W\u00e4rmestrahlung aufnehmen und Energie wieder in Richtung Erdoberfl\u00e4che abstrahlen. Deshalb k\u00fchlt eine bew\u00f6lkte Nacht h\u00e4ufig weniger stark aus als eine sternenklare. Vereinfacht gesagt k\u00f6nnen Wolken tags\u00fcber wie ein Sonnenschirm und nachts wie eine Decke wirken.<\/p>\n<p>Welche Wirkung letztlich \u00fcberwiegt, h\u00e4ngt von zahlreichen Faktoren ab \u2013 unter anderem von H\u00f6he, Dicke, Zusammensetzung und Ausdehnung der Wolken sowie von der Tages- und Jahreszeit. Hohe, d\u00fcnne Wolken lassen vergleichsweise viel Sonnenlicht zur Erdoberfl\u00e4che durch, halten aber zugleich einen Teil der von der Erde abgegebenen W\u00e4rmestrahlung zur\u00fcck. Sie wirken deshalb im Durchschnitt eher erw\u00e4rmend. Tiefe und dichte Wolken reflektieren dagegen einen gr\u00f6\u00dferen Teil des einfallenden Sonnenlichts zur\u00fcck ins All und wirken dadurch h\u00e4ufig eher k\u00fchlend. Dieses Wechselspiel von Sonneneinstrahlung und W\u00e4rmer\u00fcckhalt macht Wolken zu einem wichtigen und zugleich komplexen Bestandteil des Klimasystems.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass Wasserdampf das h\u00e4ufigste nat\u00fcrliche Treibhausgas der Atmosph\u00e4re ist. Sein Anteil schwankt jedoch stark und h\u00e4ngt unmittelbar mit Temperatur und Wasserkreislauf zusammen. Je w\u00e4rmer die Luft ist, desto mehr Wasserdampf kann sie grunds\u00e4tzlich enthalten. Steigt die Temperatur, kann deshalb \u2013 sofern gen\u00fcgend Wasser zur Verdunstung vorhanden ist \u2013 auch der Wasserdampfgehalt der Atmosph\u00e4re zunehmen.<\/p>\n<p>Was aber bedeutet eigentlich Treibhauseffekt? Die Sonne erw\u00e4rmt zun\u00e4chst die Erdoberfl\u00e4che. Diese gibt einen Teil der aufgenommenen Energie anschlie\u00dfend als W\u00e4rmestrahlung wieder ab. Treibhausgase wie Wasserdampf, Kohlendioxid oder Methan nehmen einen Teil dieser W\u00e4rmestrahlung auf und strahlen Energie in verschiedene Richtungen wieder ab \u2013 auch zur\u00fcck in Richtung Erdoberfl\u00e4che. Dadurch bleibt die untere Atmosph\u00e4re w\u00e4rmer, als sie ohne diese Gase w\u00e4re. Der nat\u00fcrliche Treibhauseffekt ist also zun\u00e4chst nichts Bedrohliches, sondern eine Voraussetzung f\u00fcr das Leben auf der Erde.<\/p>\n<p>Vereinfacht kann man sich die Atmosph\u00e4re dabei wie eine w\u00e4rmende Decke vorstellen. Die Decke erzeugt selbst keine W\u00e4rme. Sie sorgt lediglich daf\u00fcr, dass die vom K\u00f6rper abgegebene W\u00e4rme nicht so schnell verloren geht. Nat\u00fcrlich ist die Atmosph\u00e4re keine wirkliche Decke. Der Vergleich soll lediglich verdeutlichen, dass ein Teil der von der Erde abgegebenen W\u00e4rme nicht unmittelbar ins Weltall entweicht. Treibhausgase nehmen einen Teil dieser W\u00e4rmestrahlung auf und strahlen Energie auch wieder in Richtung Erdoberfl\u00e4che ab. Ohne diesen nat\u00fcrlichen Treibhauseffekt w\u00e4re die Erde erheblich k\u00e4lter.<\/p>\n<p>Zudem kommt eine sogenannte R\u00fcckkopplung ins Spiel. Vereinfacht bedeutet das: Eine Ver\u00e4nderung l\u00f6st eine weitere Ver\u00e4nderung aus, die wiederum auf die urspr\u00fcngliche Entwicklung zur\u00fcckwirkt. Erw\u00e4rmt sich die Atmosph\u00e4re beispielsweise zun\u00e4chst durch eine st\u00e4rkere Sonneneinstrahlung, ver\u00e4nderte Meeresstr\u00f6mungen oder einen anderen Einflussfaktor, kann mehr Wasser verdunsten und mehr Wasserdampf in die Luft gelangen. Da Wasserdampf selbst als Treibhausgas wirkt, kann dies die urspr\u00fcngliche Erw\u00e4rmung zus\u00e4tzlich verst\u00e4rken. Wissenschaftler sprechen in diesem Fall von einer positiven R\u00fcckkopplung.<\/p>\n<p>Doch damit endet die Kette nicht. Mehr Wasserdampf kann zugleich die Wolkenbildung beeinflussen \u2013 und Wolken k\u00f6nnen, wie bereits beschrieben, je nach Art, H\u00f6he und Situation sowohl k\u00fchlend als auch erw\u00e4rmend wirken. Dieses Zusammenspiel zeigt, wie eng Wasserdampf, Temperatur, Wolken und Strahlung miteinander verbunden sind.<\/p>\n<p>Das Klimasystem ist sehr komplex. Wasser verbindet Atmosph\u00e4re, Ozeane, Eis, Wolken und Niederschl\u00e4ge zu einem eng miteinander verkn\u00fcpften System. Wer das Klima verstehen m\u00f6chte, sollte deshalb zun\u00e4chst dieses Zusammenspiel nat\u00fcrlicher Prozesse betrachten. Erst dann l\u00e4sst sich beurteilen, welche Bedeutung einzelne Einflussfaktoren \u2013 etwa das Kohlendioxid \u2013 tats\u00e4chlich besitzen.<\/p>\n<p><strong>Vulkane \u2013 nat\u00fcrliche Eingriffe in das Klimasystem<\/strong><\/p>\n<p>Auch Vulkane beeinflussen das Klima.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Vulkanausbr\u00fcche schleudern Asche sowie enorme Mengen an Schwefeldioxid bis in die Stratosph\u00e4re. Dort verbinden sich die Schwefelgase mit Wasserdampf zu feinsten Aerosolen, die einen Teil der Sonneneinstrahlung zur\u00fcck ins Weltall reflektieren. Dadurch gelangt vor\u00fcbergehend weniger Sonnenenergie auf die Erdoberfl\u00e4che \u2013 die Folge sind zeitweise k\u00fchlere Temperaturen.<\/p>\n<p>Man kann sich diese Aerosole wie einen hauchd\u00fcnnen Schleier vorstellen, der sich um die Erde legt. Er ist f\u00fcr das menschliche Auge kaum sichtbar, wirkt aber \u00e4hnlich wie ein leicht get\u00f6ntes Sonnenschutzglas: Ein Teil des Sonnenlichts wird reflektiert, sodass sich die Erdoberfl\u00e4che vor\u00fcbergehend weniger stark erw\u00e4rmt. Je gr\u00f6\u00dfer der Ausbruch, desto st\u00e4rker kann dieser Effekt ausfallen.<\/p>\n<p>Der Ausbruch des Tambora im Jahr 1815 ist eines der eindrucksvollsten Beispiele. Das darauffolgende Jahr 1816 ging als \u201eJahr ohne Sommer\u201c in die Geschichte ein. In Teilen Europas und Nordamerikas kam es selbst in den Sommermonaten zu Frost und Schneefall. Ernten brachen ein, Hungersn\u00f6te breiteten sich aus, und zahlreiche Menschen wanderten aus.<\/p>\n<p>Auch der Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991 zeigte, welche Auswirkungen ein einzelnes Naturereignis auf das globale Klima haben kann. Rund 20 Millionen Tonnen Schwefeldioxid gelangten bis in die Stratosph\u00e4re und bildeten dort einen feinen Aerosolschleier, der einen Teil der Sonneneinstrahlung zur\u00fcck ins All reflektierte. In den folgenden ein bis zwei Jahren sank die globale Durchschnittstemperatur zeitweise um etwa 0,5 \u00b0C. Erst nachdem sich die Aerosole allm\u00e4hlich wieder aus der Atmosph\u00e4re abgebaut hatten, verschwand auch dieser k\u00fchlende Effekt.<\/p>\n<p>Vulkane setzen selbstverst\u00e4ndlich auch Kohlendioxid frei. Nach dem heutigen Stand der Forschung sto\u00dfen alle aktiven Vulkane der Erde zusammen j\u00e4hrlich etwa 0,13 bis 0,44 Gigatonnen CO\u2082 aus. Die weltweiten menschlichen Emissionen liegen dagegen heute bei rund 40 Gigatonnen pro Jahr und sind damit um ein Vielfaches h\u00f6her. F\u00fcr den kurzfristigen Einfluss gro\u00dfer Vulkanausbr\u00fcche auf das Klima ist deshalb nicht ihr Kohlendioxid entscheidend, sondern die gewaltigen Mengen an Schwefeldioxid und Aerosolen, die das Sonnenlicht vor\u00fcbergehend abschirmen.<\/p>\n<p>Der Blick auf gro\u00dfe Vulkanausbr\u00fcche verdeutlicht, wie dynamisch das Klimasystem sein kann. Selbst einzelne Naturereignisse sind in der Lage, das globale Klima f\u00fcr Monate oder Jahre messbar zu beeinflussen \u2013 ganz ohne menschliches Zutun.<\/p>\n<p><strong>Die langsamen Taktgeber des Klimas<\/strong><\/p>\n<p>Neben kurzfristigen Einfl\u00fcssen existieren auch Ver\u00e4nderungen, die sich \u00fcber Jahrtausende oder sogar Hunderttausende von Jahren vollziehen.<\/p>\n<p>Der serbische Mathematiker und Geophysiker Milutin Milankovi\u0107 beschrieb im fr\u00fchen 20. Jahrhundert, dass sich die Erdbahn um die Sonne, die Neigung der Erdachse und die langsame, kreiselartige Taumelbewegung der Erdachse im Laufe der Zeit ver\u00e4ndern. Diese Ver\u00e4nderungen vollziehen sich nicht innerhalb von Jahrzehnten oder Jahrhunderten, sondern \u00fcber Zeitr\u00e4ume von rund 26.000, 41.000 oder sogar 100.000 Jahren. Die sogenannten Milankovi\u0107-Zyklen beeinflussen die Verteilung der Sonneneinstrahlung auf der Erde und gelten als einer der entscheidenden nat\u00fcrlichen Ausl\u00f6ser f\u00fcr den Wechsel zwischen Eiszeiten und Warmzeiten.<\/p>\n<p>Man kann sich die Erde dabei wie einen Kreisel vorstellen. Ein Kreisel dreht sich nicht nur um seine eigene Achse, sondern beginnt mit der Zeit auch leicht zu taumeln. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit der Erde. Ihre Achse ver\u00e4ndert ihre Ausrichtung ganz langsam, ihre Neigung schwankt geringf\u00fcgig, und auch die Form ihrer Umlaufbahn um die Sonne ver\u00e4ndert sich im Laufe sehr langer Zeitr\u00e4ume. Keine dieser Ver\u00e4nderungen ist f\u00fcr den Menschen im Alltag wahrnehmbar. \u00dcber Zehntausende von Jahren k\u00f6nnen sie jedoch dazu f\u00fchren, dass einzelne Regionen der Erde unterschiedlich viel Sonnenenergie erhalten.<\/p>\n<p>Die Folgen zeigen sich nicht von heute auf morgen, sondern erst \u00fcber sehr lange Zeitr\u00e4ume. Erhalten die n\u00f6rdlichen Regionen der Erde \u00fcber viele Jahrtausende hinweg etwas weniger Sonneneinstrahlung w\u00e4hrend des Sommers, schmilzt der im Winter gefallene Schnee nicht mehr vollst\u00e4ndig ab. Aus den liegen gebliebenen Schneemassen entstehen nach und nach Gletscher und schlie\u00dflich m\u00e4chtige Eisschilde. Umgekehrt f\u00fchrt eine st\u00e4rkere sommerliche Sonneneinstrahlung dazu, dass gro\u00dfe Eismassen allm\u00e4hlich abschmelzen und w\u00e4rmere Klimaphasen beg\u00fcnstigt werden.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sagen: Die Milankovi\u0107-Zyklen wirken wie ein extrem langsam arbeitendes Stellrad des Klimas. Es dreht sich so langsam, dass ein Mensch davon w\u00e4hrend seines Lebens praktisch nichts bemerkt. \u00dcber Zehntausende von Jahren kann diese langsame Ver\u00e4nderung jedoch das Gesicht unseres Planeten grundlegend ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die Milankovi\u0107-Zyklen zeigen, dass Klimaver\u00e4nderungen auf ganz unterschiedlichen Zeitskalen ablaufen. Manche Prozesse dauern Monate oder Jahre, andere Jahrzehnte, Jahrhunderte oder sogar Hunderttausende von Jahren. Wer nur kurze Zeitr\u00e4ume betrachtet, l\u00e4uft Gefahr, langfristige Zusammenh\u00e4nge zu \u00fcbersehen.<\/p>\n<p>An dieser Stelle wird deutlich, weshalb Klimaforschung au\u00dferordentlich anspruchsvoll ist. Das Klimasystem besteht aus einer Vielzahl von Einflussgr\u00f6\u00dfen, die gleichzeitig wirken und sich gegenseitig beeinflussen. Sonne, Ozeane, Wolken, Wasserdampf, Meeresstr\u00f6mungen, Vulkane und langfristige astronomische Ver\u00e4nderungen greifen wie Zahnr\u00e4der ineinander. Ver\u00e4ndert sich ein Faktor, kann dies zahlreiche weitere Prozesse beeinflussen.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund warnen seri\u00f6se Klimaforscher davor, die Zusammenh\u00e4nge des Klimasystems auf einfache Ursache-Wirkungs-Muster zu reduzieren.<\/p>\n<p><strong>Klimamodelle \u2013 hilfreiche Werkzeuge, aber keine Kristallkugeln<\/strong><\/p>\n<p>Wenn niemand die Zukunft kennt, wie k\u00f6nnen Wissenschaftler dann Aussagen dar\u00fcber treffen, wie sich das Klima in f\u00fcnfzig oder hundert Jahren entwickeln k\u00f6nnte?<\/p>\n<p>Die Antwort lautet: mithilfe von Klimamodellen.<\/p>\n<p>Ein Klimamodell ist kein Blick in die Zukunft und erst recht keine Kristallkugel. Es handelt sich um ein mathematisches Rechenmodell, das versucht, die bekannten physikalischen Prozesse des Klimas m\u00f6glichst realit\u00e4tsnah nachzubilden. Dazu werden riesige Datenmengen verarbeitet und die wichtigsten Einflussgr\u00f6\u00dfen des Klimas \u2013 etwa Sonne, Atmosph\u00e4re, Ozeane, Wasserkreislauf, Meeresstr\u00f6mungen oder Treibhausgase \u2013 miteinander verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Man kann sich ein Klimamodell wie einen riesigen Flugsimulator vorstellen. Ein Pilot trainiert darin gef\u00e4hrliche Situationen, ohne dass tats\u00e4chlich ein Flugzeug abst\u00fcrzt. Der Simulator berechnet auf Grundlage physikalischer Gesetze, wie sich das Flugzeug unter bestimmten Bedingungen wahrscheinlich verhalten wird. Keiner kann jedoch behaupten, der Simulator k\u00f6nne den n\u00e4chsten echten Flug bis auf die letzte Windb\u00f6e exakt vorhersagen. Ebenso verh\u00e4lt es sich mit Klimamodellen. Sie helfen, m\u00f6gliche Entwicklungen zu untersuchen, ersetzen aber nicht die Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Damit ein Modell rechnen kann, m\u00fcssen zahlreiche Annahmen getroffen werden. Nicht jeder Prozess des Klimas l\u00e4sst sich vollst\u00e4ndig erfassen. Manche Gr\u00f6\u00dfen sind gut bekannt, andere m\u00fcssen gesch\u00e4tzt werden. Au\u00dferdem wei\u00df heute niemand mit Sicherheit, wie sich die Welt in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird. Wie viele Menschen werden im Jahr 2100 auf der Erde leben? Welche Energietr\u00e4ger werden genutzt? Welche technischen Innovationen wird es geben? Wie entwickeln sich Wirtschaft, Wohlstand oder politische Entscheidungen? F\u00fcr all diese Fragen m\u00fcssen Annahmen getroffen werden, die die Ergebnisse der Modelle beeinflussen. Deshalb liefern Klimamodelle keine unumst\u00f6\u00dflichen Wahrheiten, sondern Szenarien. Ein Szenario beschreibt nicht, was zwangsl\u00e4ufig eintreten wird. Es beschreibt vielmehr, was eintreten k\u00f6nnte, wenn bestimmte Annahmen zutreffen. \u00c4ndern sich diese Annahmen, ver\u00e4ndern sich auch die Ergebnisse.<\/p>\n<p>Man kann das mit einem Navigationsger\u00e4t vergleichen. Gibt man unterschiedliche Routen oder Geschwindigkeiten ein, erh\u00e4lt man unterschiedliche Ankunftszeiten. Das Navigationsger\u00e4t sagt nicht voraus, wie die Fahrt tats\u00e4chlich verlaufen wird. Es berechnet verschiedene M\u00f6glichkeiten unter den eingegebenen Voraussetzungen. Klimamodelle arbeiten nach einem \u00e4hnlichen Prinzip \u2013 allerdings mit ungleich gr\u00f6\u00dferer Komplexit\u00e4t.<\/p>\n<p>Demzufolge verwenden Klimaforscher mehrere Modelle und verschiedene Szenarien. Sie berechnen unterschiedliche m\u00f6gliche Entwicklungen und vergleichen anschlie\u00dfend die Ergebnisse miteinander. Daraus lassen sich Wahrscheinlichkeiten ableiten \u2013 keine Gewissheiten.<\/p>\n<p>Klimamodelle werden fortlaufend \u00fcberpr\u00fcft. Seri\u00f6se Wissenschaftler vergleichen ihre Berechnungen mit tats\u00e4chlichen Messdaten. Wo stimmen Modell und Wirklichkeit \u00fcberein? Wo weichen sie voneinander ab? Welche Annahmen m\u00fcssen verbessert werden?<\/p>\n<p>Unseri\u00f6s wird Wissenschaft dagegen, wenn das gew\u00fcnschte Ergebnis bereits feststeht und Modelle, Annahmen oder Theorien anschlie\u00dfend nur noch dazu dienen, politische Entscheidungen wissenschaftlich zu legitimieren. Forschung darf nicht zur nachtr\u00e4glichen Rechtfertigung politischer Vorgaben \u2013 siehe die \u201eWissenschaft\u201c in Coronazeiten \u2013 verkommen. Gerade deshalb lohnt sich immer auch die Frage: Wer finanziert welche Forschung \u2013 und mit welchen Interessen? Dieser Spur des Geldes werde ich sp\u00e4ter noch genauer folgen.<\/p>\n<p>Die st\u00e4ndige \u00dcberpr\u00fcfung der Annahmen und der daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen ist ein Wesensmerkmal wissenschaftlichen Arbeitens. Ein Modell ist kein Beweis und keine Wahrheit. Es ist ein Werkzeug, das helfen soll, die Wirklichkeit besser zu verstehen. Je besser die zugrunde liegenden Daten und Annahmen sind, desto zuverl\u00e4ssiger k\u00f6nnen auch die Ergebnisse werden. Vollst\u00e4ndig ersetzen k\u00f6nnen Modelle die Wirklichkeit jedoch nie.<\/p>\n<p><strong>Zwischenfazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Klima der Erde wird von einer Vielzahl nat\u00fcrlicher Prozesse beeinflusst. Sonne, Wasser, Ozeane, Meeresstr\u00f6mungen, Vulkane und langfristige astronomische Zyklen wirken gleichzeitig auf das Klimasystem ein. Hinzu kommen Wechselwirkungen, R\u00fcckkopplungen und Unsicherheiten, die eine exakte Vorhersage erschweren.<\/p>\n<p>Wer diese Komplexit\u00e4t kennt, wird vorsichtig gegen\u00fcber einfachen Erkl\u00e4rungen. Ein System, das von so vielen Faktoren beeinflusst wird, l\u00e4sst sich kaum auf eine einzige Ursache reduzieren.<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Kapitel geht es um den Stoff, der die Klimadebatte wie kein anderer gepr\u00e4gt hat: Kohlendioxid. Ich gehe darin der Frage nach, welche Rolle CO\u2082 im Klimasystem tats\u00e4chlich spielt, was wissenschaftlich gut belegt ist und wo bis heute kontrovers diskutiert wird. Erst auf dieser Grundlage l\u00e4sst sich der behauptete Einfluss des Menschen auf das Klima aus meiner Sicht sachgerecht beurteilen.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<h3 id=\"anmerkungen-und-quellen\">Anmerkungen und Quellen<\/h3>\n<p>Mein Buch \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B0H761YF9H\/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=&amp;ref=apolut.net\"><u>Eine Reise zum Selbst<\/u><\/a>\u201c wurde am 2. Juli 2026 ver\u00f6ffentlicht. Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualit\u00e4t, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verst\u00e4ndlichen und lebensnahen Reflexion \u00fcber das Menschsein. Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenw\u00e4rtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, pers\u00f6nliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.<\/p>\n<p>Ende M\u00e4rz und Anfang April 2025 wurden meine beiden B\u00fccher<br \/>\u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Die-Friedensunt%C3%BCchtigen-Kriegstreiber-Deutschland-Europa\/dp\/B0F3XG6Q8Z\/ref=sr_1_1?__mk_de_&amp;ref=apolut.net\"><u>Die Friedensunt\u00fcchtigen<\/u><\/a>\u201c und \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Taumel-Niedergangs-Demokratischer-wirtschaftlicher-Deutschlands\/dp\/B0F32JS87R\/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3JJ04002EWR69&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.Oj5YLI-ra13Jo1-hO3-QxpjVbqW4Zp-PgBoc_HkFZ0vRUAWpRhr9t_FAukNDd-Kjcz24yajuJ0MGZH2qtGzmxpn7IHu4XH4zz7p1a1MmegCroLWfM0lg0S7-NKT7bzhndp4CWW4gSeOmVn4mEJkRb4EDuTDPcwlTL9C2uagF3SY.y1TkrGl-reGDcZECS28yDUvz5-L9ZR9OorjTu71NTfk&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Im+Taumel+des+Niedergangs&amp;qid=1744634000&amp;s=books&amp;sprefix=im+taumel+des+niedergangs,stripbooks,110&amp;sr=1-1&amp;ref=apolut.net\"><u>Im Taumel des Niedergangs<\/u><\/a>\u201c ver\u00f6ffentlicht. Ende September 2024 erschien das Buch \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Gef%C3%A4hrliche-Nullen-Kriegstreiber-Elitenvertreter-Deutschlands\/dp\/B0DJ374G6K\/ref=sr_1_2?__mk_de_&amp;ref=apolut.net\"><u>Gef\u00e4hrliche Nullen \u2013 Kriegstreiber und Elitenvertreter<\/u><\/a>\u201c.<\/p>\n<p><strong>+++\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Dank an den Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: aufgehende Sonne \u00fcber der Erde<br \/>Bildquelle: buradaki \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Meinungsbeitrag von Uwe Froschauer. Im letzten Kapitel habe ich einen Blick auf die Klimageschichte geworfen. Nun stellt sich die n\u00e4chste Frage: Warum ver\u00e4ndert sich das Klima? In der \u00f6ffentlichen Debatte entsteht meist der Eindruck, als g\u00e4be es auf diese Frage eine einfache Antwort. 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