{"id":17723,"date":"2026-08-13T19:02:03","date_gmt":"2026-08-13T17:02:03","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/duerre-dieser-landwirt-musste-bereits-15-kuehe-schlachten-38101462-html\/"},"modified":"2026-08-13T19:02:03","modified_gmt":"2026-08-13T17:02:03","slug":"duerre-dieser-landwirt-musste-bereits-15-kuehe-schlachten-38101462-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/duerre-dieser-landwirt-musste-bereits-15-kuehe-schlachten-38101462-html\/","title":{"rendered":"Anhaltende D\u00fcrre: \u201eIch musste bereits 15 K\u00fche schlachten\u201c"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die D\u00fcrre zwingt Landwirte im S\u00fcdwesten zu drastischen Schritten: Weil das Futter knapp wird, m\u00fcssen sie ihre Viehherden verkleinern. Anruf bei einem Landwirt, der schon erste K\u00fche geschlachtet hat<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Harald Gronbach f\u00fchrt einen Bauernhof im baden-w\u00fcrttembergischen Crailsheim bei Schw\u00e4bisch-Hall. Zu seinem Betrieb z\u00e4hlten bisher 130 Milchk\u00fche \u2013 f\u00fcr die nun das Futter knapp wird.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Herr Gronbach, Sie betreiben einen landwirtschaftlichen Betrieb in Baden-W\u00fcrttemberg. Dort stiegen die Temperaturen in den vergangenen Wochen deutlich \u00fcber 30 Grad Celsius. Wie k\u00fchlen sich Ihre Tiere ab?<\/strong><br \/>HARALD GRONBACH: In den St\u00e4llen haben wir Ventilatoren und Kuhduschen installiert, so k\u00f6nnen sie die Hitze gut \u00fcberstehen. Wir tun alles daf\u00fcr, dass es unseren Tieren auch bei diesen Temperaturen gut geht.<\/p>\n<p><strong>Haben Sie genug Futter?<\/strong><br \/>Nein. Meine Vorr\u00e4te sind vollst\u00e4ndig aufgebraucht. Deshalb muss ich jetzt vorsorgen, damit das Futter auch \u00fcber den Winter reicht. Erst heute war ich bei einem anderen Landwirt und habe Mais gekauft, der jetzt ins Silo kommt und sp\u00e4ter als Futter f\u00fcr meine K\u00fche dient.<\/p>\n<p><strong>Was ist mit dem Mais auf Ihren Feldern, ist der vertrocknet?<\/strong><br \/>Ja, aber das ist nicht das Hauptproblem. Zum einen haben wir zwar wirklich deutlich weniger Mais: Die Pflanzen sind kleiner, die Kolben nicht so gro\u00df und auch die Qualit\u00e4t ist schlechter. Das wirklich gro\u00dfe Problem ist aber, dass es seit Juni kaum geregnet hat und deshalb kein Gras mehr w\u00e4chst. Normalerweise h\u00e4tten wir das Gras in diesem Jahr noch mindestens zweimal m\u00e4hen k\u00f6nnen. Im Moment sieht es allerdings nicht danach aus, dass wir noch einmal m\u00e4hen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet das f\u00fcr Ihre Tiere?<\/strong><br \/>Ich musste bereits 15 meiner 130 K\u00fche schlachten. Das sind rund zehn Prozent meines Bestands.<\/p>\n<p><strong>Das sind au\u00dfergew\u00f6hnlich viele Tiere f\u00fcr diese Jahreszeit.<\/strong><br \/>Das stimmt. Wir mussten in diesem Jahr mehr Tiere als in den Vorjahren schlachten, weil sie bereits jetzt vom Winterfutter fressen. Dadurch bleibt weniger Futter f\u00fcr die anderen K\u00fche \u00fcbrig. Gras haben wir ja keines mehr. Bei den geschlachteten Tieren handelte es sich um \u00e4ltere K\u00fche, die durchaus noch zwei bis drei Jahre h\u00e4tten leben k\u00f6nnen. Weitere Tiere m\u00f6chte und kann ich jetzt nicht schlachten. Deshalb muss ich daf\u00fcr sorgen, dass die Tiere, die noch auf dem Hof sind, diesen Sommer und den kommenden Winter \u00fcberleben.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Wie sehr belastet Sie die aktuelle Situation?\u00a0<\/strong><br \/>Sorge macht mir das schon. Aber irgendwann wird es auch wieder regnen. Ich bin jetzt 59 Jahre alt und habe als Betriebsleiter schon mehrere Trockenperioden erlebt, etwa 2003 und 2013. Damals war es vielleicht nicht ganz so warm und nicht ganz so lange trocken. Aber irgendwann hat es im Sp\u00e4tsommer oder Herbst wieder geregnet, das Gras ist nachgewachsen und wir konnten noch einmal m\u00e4hen. Darauf hoffe ich auch diesmal.<\/p>\n<p><strong>Was, wenn es nicht bald regnet?<\/strong><br \/>Irgendwann muss es regnen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich kaufe jetzt so viel Futter zu, dass ich meine K\u00fche auch ohne Regen durchf\u00fcttern kann. Regnet es doch noch, kann ich das Futter aufbewahren und habe einen Vorrat f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr. Kommt dann wieder eine Trockenperiode, hilft mir dieser.<\/p>\n<p><strong>In der Schweiz sind die Futterh\u00e4ndler schon v\u00f6llig \u00fcberfordert, Landwirte k\u00f6nnen nicht mehr genug Futter zukaufen und m\u00fcssen noch mehr Tiere schlachten. Wie ist das bei Ihnen?<\/strong><br \/>Bei uns gibt es Landwirte, die K\u00f6rnermais anbauen und ihn normalerweise dreschen. Ich konnte einige von ihnen inzwischen davon \u00fcberzeugen, mir den Mais stattdessen als Silomais zu verkaufen. Den kann ich dann aufbewahren und als Futter f\u00fcr meine K\u00fche verwenden. Daf\u00fcr muss ich zwar einen h\u00f6heren Preis bezahlen, und auch die Transportwege sind etwas l\u00e4nger. Aber letztlich ist mir das egal. Hauptsache, ich bekomme irgendwo gen\u00fcgend Futter, damit ich \u00fcber den Winter komme.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Kommt Ihr Betrieb trotz der zus\u00e4tzlichen Ausgaben f\u00fcr das Futter noch \u00fcber die Runden?<\/strong><br \/>Ja, das tun wir. Was aber schwierig ist: Ich kann jetzt keine Investitionen t\u00e4tigen, die ich sonst gemacht h\u00e4tte. Irgendwann brauche ich zum Beispiel einen neuen Futtermischwagen oder eine Gr\u00fcnlandmaschine f\u00fcr die Heu- und Silageernte. Mein Geld flie\u00dft im Moment aber vollst\u00e4ndig in den Futterzukauf. Wird es in den n\u00e4chsten ein bis zwei Jahren wieder so hei\u00df, k\u00f6nnen wir als Bauernhof nur schwer \u00fcberleben. Ein landwirtschaftlicher Betrieb muss laufend investieren, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Wenn sich solche Investitionen \u00fcber mehrere Jahre aufstauen, kommen schnell gro\u00dfe Summen zusammen, die irgendwann nicht mehr finanzierbar sind. Deshalb hoffe ich, dass diese Trockenheit eine Ausnahme bleibt und nicht jedes Jahr wiederkommt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Die D\u00fcrre zwingt Landwirte im S\u00fcdwesten zu drastischen Schritten: Weil das Futter knapp wird, m\u00fcssen sie ihre Viehherden verkleinern. 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