{"id":17981,"date":"2026-08-15T16:03:41","date_gmt":"2026-08-15T14:03:41","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/fuer-den-migrations-tsunami-in-ceuta-ist-allein-die-eu-verantwortlich\/"},"modified":"2026-08-15T16:03:41","modified_gmt":"2026-08-15T14:03:41","slug":"fuer-den-migrations-tsunami-in-ceuta-ist-allein-die-eu-verantwortlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/fuer-den-migrations-tsunami-in-ceuta-ist-allein-die-eu-verantwortlich\/","title":{"rendered":"F\u00fcr den Migrations-Tsunami in Ceuta ist allein die EU verantwortlich"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Wadim Truchatschow<\/em><\/p>\n<p>Die ersten Migrantenwellen waren bereits Ende Juli in Ceuta eingetroffen. Nach und nach stieg ihre Zahl auf Zehntausende an. Die spanische Regierung erkl\u00e4rte, sie habe die Situation unter Kontrolle gebracht\u00a0\u2013 von 72.000 illegalen Einwanderern seien 70.000 ins benachbarte Marokko zur\u00fcckgekehrt. Die Beh\u00f6rden von Ceuta selbst bezweifelten dies jedoch und lie\u00dfen durchblicken, dass sich mindestens 10.000 illegale Einwanderer weiterhin auf den Stra\u00dfen der Stadt aufhalten. Deutsche Reporter, die in die Region gereist waren, berichteten von etwa 140.000 Migranten.<\/p>\n<p>Beim Anblick der Bilder aus Ceuta erinnerten sich viele Europ\u00e4er an die Ereignisse der Jahre 2011 sowie 2015 und 2016. Damals hatten\u00a0\u00e4hnlich gro\u00dfe Migrantenmassen die italienische Insel Lampedusa gest\u00fcrmt und\u00a0sich anschlie\u00dfend \u00fcber ganz Europa verteilt. Eine ebenso gro\u00dfe Schar von Fl\u00fcchtlingen war auf den griechischen Inseln in der \u00c4g\u00e4is gelandet und gelangte dann quer durch halb Europa nach Deutschland und Schweden. Das erinnerte auch an das Lager im franz\u00f6sischen Calais, von wo aus sich ein Teil der Fl\u00fcchtlinge aufgemacht hatte, Paris zu &#8222;erobern&#8220;, w\u00e4hrend ein anderer Teil darauf gebrannt hatte, \u00fcber den \u00c4rmelkanal nach Gro\u00dfbritannien zu gelangen.<\/p>\n<p>Diese Geschichte hatte zudem zu einer Vielzahl islamistischer Terroranschl\u00e4ge in ganz Europa gef\u00fchrt. Frankreich, Gro\u00dfbritannien, Deutschland, die Niederlande, Belgien, Spanien, Schweden, D\u00e4nemark, Finnland\u00a0\u2013 sie alle sahen sich damals mit einer Welle des Terrors konfrontiert. Dabei befanden sich die Islamisten nicht nur unter den neu angekommenen Fl\u00fcchtlingen, sondern auch unter den Nachkommen von Einwanderern aus dem Nahen Osten, die bereits in der dritten Generation in Europa lebten. Nat\u00fcrlich wollte kaum jemand eine Wiederholung der Geschichte\u00a0\u2013 au\u00dfer vielleicht denjenigen, die sich hartn\u00e4ckig durch Minenfelder und Stacheldraht nach Ceuta dr\u00e4ngten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich mangelte es nicht an Theorien dar\u00fcber, wer den neuen &#8222;Migrations-Tsunami&#8220; ausgel\u00f6st hatte. Besonders hartn\u00e4ckige europ\u00e4ische Russophobe zeigten sofort mit dem Finger auf Russland\u00a0\u2013 angeblich sei es f\u00fcr Russland von Vorteil, die Aufmerksamkeit der Europ\u00e4ischen Union von sich abzulenken. Dieser Gedanke fand jedoch keine gro\u00dfe Verbreitung. Weitaus h\u00e4ufiger wurde auf Marokko selbst hingewiesen, das seit Langem die R\u00fcckgabe der einst von ihm abgetrennten St\u00e4dte Ceuta und Melilla (einer weiteren spanischen Stadt an der marokkanischen Mittelmeerk\u00fcste) anstrebt. Das Land habe beschlossen, diesen Prozess mithilfe der Migranten zu beschleunigen.<\/p>\n<p>Aber mit Marokko w\u00e4re das nur eine Art lokal begrenzte Angelegenheit gewesen. Ganz anders sieht es bei Israel aus. Der derzeitige spanische Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez unterst\u00fctzt Pal\u00e4stina offen und h\u00e4lt seinen israelischen Amtskollegen Benjamin Netanjahu fast schon f\u00fcr einen Faschisten. Nat\u00fcrlich blieb Bibi nicht ohne Antwort und schlug Spanien vor, auf seinem Territorium einen eigenen Staat f\u00fcr Migranten nach dem Vorbild des Gazastreifens zu errichten. Zudem unterh\u00e4lt Israel derzeit gute Beziehungen zu Marokko, und beide L\u00e4nder h\u00e4tten durchaus gemeinsam handeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich dachte man bei den Theorien auch an die USA. S\u00e1nchez weigerte sich kategorisch, den spanischen Luftraum f\u00fcr Fl\u00fcge US-amerikanischer Flugzeuge in Richtung Iran zur Verf\u00fcgung zu stellen. Zudem hat die derzeitige spanische Regierung demonstrativ darauf verzichtet, die Milit\u00e4rausgaben auf Forderung der USA zu erh\u00f6hen. US-Pr\u00e4sident Donald Trump scheute sich nicht, den spanischen Politiker mit harschen Worten zu kritisieren, und drohte ihm sogar mit einem Abbruch der Beziehungen. Kurz gesagt: Es gibt einen triftigen Grund, Spanien mithilfe von Migranten das Leben schwer zu machen und sich f\u00fcr seine Unnachgiebigkeit zu r\u00e4chen.<\/p>\n<p>Allerdings h\u00e4tten weder die USA noch Israel noch Marokko noch die mysteri\u00f6sen &#8222;Puppenspieler hinter den Kulissen&#8220; etwas ausrichten k\u00f6nnen, wenn da nicht das Handeln der spanischen Regierung selbst gewesen w\u00e4re. Und wenn man noch tiefer gr\u00e4bt, st\u00f6\u00dft man sofort auf die langj\u00e4hrigen Misserfolge der Migrationspolitik der EU und einer ganzen Reihe europ\u00e4ischer Staaten, deren Folgen bis heute nicht \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In diesem Fall kann S\u00e1nchez nur sich selbst die Schuld geben. Heute versucht er, sich an die Spitze einer &#8222;antifaschistischen Front&#8220; zu stellen, die den rechten Kr\u00e4ften entgegenstehe, die gerade dank der migrationspolitischen Herausforderungen an Popularit\u00e4t gewonnen h\u00e4tten. Um seine Toleranz zu demonstrieren, gew\u00e4hrte er im Juni \u00fcber einer halben Million illegalen Einwanderern eine Amnestie. Anfang Juli erschwerte der Oberste Gerichtshof Spaniens zudem die Abschiebung illegaler Migranten. Und obwohl der spanische Geheimdienst die Regierung vor den bevorstehenden Problemen gewarnt hatte, wurden seine Warnungen ignoriert.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat eine solche Entscheidung eine gro\u00dfe Zahl von Menschen aus dem Nahen Osten und Afrika dazu veranlasst, ihr Gl\u00fcck in Spanien zu suchen. Zumal es gar nicht so schwer ist, nach Ceuta zu gelangen\u00a0\u2013 die Stadt k\u00e4mpft schon seit mindestens 20 Jahren gegen solche &#8222;Eindringlinge&#8220;. Die marokkanischen Beh\u00f6rden haben gerade erst eine Amnestie f\u00fcr H\u00e4ftlinge verk\u00fcndet, und einige ehemalige Strafgefangene str\u00f6mten in die spanische Enklave. Ger\u00fcchte \u00fcber den &#8222;Humanismus&#8220; von S\u00e1nchez erreichten sogar L\u00e4nder in Subsahara-Afrika wie den Senegal und Mali, aber auch Afghanistan und Pakistan. Nat\u00fcrlich gab es auch dort Menschen, die die spanische Gastfreundschaft auf die Probe stellen wollten.<\/p>\n<p>Bei dieser Entscheidung hat sich S\u00e1nchez nicht mit seinen Kollegen aus anderen L\u00e4ndern des Schengen-Raums beraten. Das hat nat\u00fcrlich deren Emp\u00f6rung hervorgerufen. Am weitesten ging dabei die italienische Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni. Sie forderte den Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum und f\u00fchrte Kontrollen f\u00fcr Passagiere von Schiffen ein, die aus Spanien ankommen. Der schwedische Ministerpr\u00e4sident Ulf Kristersson kritisierte die Entscheidung Spaniens scharf, illegale Einwanderer zu legalisieren. Auch die Regierungen Deutschlands, Frankreichs, \u00d6sterreichs, D\u00e4nemarks und Finnlands gingen hart mit S\u00e1nchez ins Gericht.<\/p>\n<p>Dies wirft bereits Fragen an die Europ\u00e4ische Union auf. Am 12.\u00a0Juni trat dort der neue Migrationspakt in Kraft, der insgesamt die Regeln f\u00fcr die Gew\u00e4hrung von Asyl versch\u00e4rft. Allerdings enth\u00e4lt er keine Bestimmungen, die die Willk\u00fcr von Politikern wie S\u00e1nchez einschr\u00e4nken w\u00fcrden. Diese k\u00f6nnen aus welchen Gr\u00fcnden auch immer eine Migrationsamnestie beschlie\u00dfen, ohne sich mit anderen L\u00e4ndern abzustimmen. Und dann wird der Strom der amnestierten illegalen Einwanderer in andere L\u00e4nder str\u00f6men. Und letztendlich wird etwas \u00c4hnliches passieren wie das, was die Europ\u00e4ische Union in den Jahren 2014 bis 2017 erlebt hatte.<\/p>\n<p>Bei genauerer Betrachtung sind es die Europ\u00e4ische Union und die Regierungen Deutschlands, Frankreichs, der Niederlande, Schwedens (und so weiter) selbst, die Europa als ein &#8222;Paradies f\u00fcr Faulenzer&#8220; dargestellt haben, in das Migranten kommen k\u00f6nnen, um Sozialleistungen zu beziehen und nichts zu tun. Und sie erhalten Essen, ein Dach \u00fcber dem Kopf, \u00c4rzte, Lehrer, Sozialarbeiter und so weiter. Bislang hat noch kein Land, in dem dieser Ansatz praktiziert wird, ihn wieder \u00fcberdacht. Und genau diese Staaten bestimmen letztendlich die Migrationspolitik der Europ\u00e4ischen Union insgesamt.<\/p>\n<p>Unter den zahlreichen in der EU verabschiedeten Dokumenten gibt es bis heute keine gemeinsamen Regeln f\u00fcr die Gew\u00e4hrung von Asyl. Es fehlen einheitliche Vorgaben f\u00fcr die Auszahlung von Sozialleistungen und deren H\u00f6he, f\u00fcr die Familienzusammenf\u00fchrung sowie f\u00fcr die den Migranten zur Verf\u00fcgung gestellten Wohnfl\u00e4chen. Bis heute gibt es keine Liste von Staaten, aus denen Personen stammen, die hinsichtlich Terrorismus, Drogenhandel und h\u00e4uslicher Gewalt die gr\u00f6\u00dfte Gefahr darstellen. Infolgedessen handelt der Linke S\u00e1nchez in seinem Land auf eine Weise, w\u00e4hrend die Rechte Meloni in ihrem Land ganz anders vorgeht.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich haben sich bislang nur \u00d6sterreich und D\u00e4nemark des Problems der Einwandererghettos angenommen\u00a0\u2013 die \u00fcbrigen L\u00e4nder sind noch nicht dazu gekommen. Auch in den strategischen Dokumenten der EU wird dazu geschwiegen. Unterdessen suchen illegale Einwanderer gerade Kontakt zu Landsleuten in ebendiesen Problemvierteln, die von Polizei und Sicherheitsdiensten nur sehr begrenzt kontrolliert werden. In Spanien verwandeln sich Ceuta und Melilla rasant in solche Ghettos \u2013 ebenso wie eine Reihe von Stadtteilen in Madrid, Barcelona und Sevilla. Und die Regierung S\u00e1nchez unternimmt nichts dagegen.<\/p>\n<p>Man muss also keine Verschw\u00f6rungstheorien ins Spiel bringen. An der aktuellen, isoliert betrachteten Krise in Ceuta ist die spanische Regierung schuld, und zwar sie allein. Und f\u00fcr die systematische Wiederholung solcher &#8222;Migrations-Tsunamis&#8220; ist bereits die F\u00fchrung der Europ\u00e4ischen Union verantwortlich, die jahrelang nichts Nennenswertes unternommen hat. Der Migrationspakt kam 20\u00a0Jahre zu sp\u00e4t. Und Russland hat dank der Ereignisse in Spanien ein weiteres anschauliches Beispiel daf\u00fcr erhalten, welche Art von Migrationspolitik man nicht betreiben sollte.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/vz.ru\/opinions\/2026\/8\/14\/1442544.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist am 14.\u00a0August 2026 zuerst auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Wadim Truchatschow<\/strong> ist ein russischer Historiker und Dozent an der Finanzuniversit\u00e4t der Russischen F\u00f6deration.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/288235-spanisches-militaer-wurde-angewiesen-sich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Spanien: Milit\u00e4r soll sich auf neue Migrationskrise in Ceuta vorbereiten <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7bpe8c\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wadim Truchatschow Die ersten Migrantenwellen waren bereits Ende Juli in Ceuta eingetroffen. 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