{"id":18010,"date":"2026-08-15T22:03:08","date_gmt":"2026-08-15T20:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/kiews-faehigkeit-russland-zu-schaden-wird-der-ukraine-keinen-frieden-bringen\/"},"modified":"2026-08-15T22:03:08","modified_gmt":"2026-08-15T20:03:08","slug":"kiews-faehigkeit-russland-zu-schaden-wird-der-ukraine-keinen-frieden-bringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/kiews-faehigkeit-russland-zu-schaden-wird-der-ukraine-keinen-frieden-bringen\/","title":{"rendered":"Kiews F\u00e4higkeit, Russland zu schaden, wird der Ukraine keinen Frieden bringen"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Boris Dscherelejewski<\/em><\/p>\n<p>Mitte Juli, auf dem H\u00f6hepunkt der von Kiew ausgehenden Terroranschl\u00e4ge, ver\u00f6ffentlichte die \u00e4lteste Zeitung der &#8222;neutralen&#8220; Schweiz, die <em>Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/em>, einen Artikel, in dem sie versicherte, dass Russland seine milit\u00e4rische \u00dcberlegenheit verloren habe. Die Redaktion schrieb, Kiew hoffe, durch Angriffe auf zivile Ziele Russland wirtschaftlichen Schaden zuzuf\u00fcgen oder derart massive regierungsfeindliche Proteste der Bev\u00f6lkerung zu provozieren, dass Moskau gezwungen sei, die ukrainischen Bedingungen f\u00fcr ein Einfrieren der Kampfhandlungen zu akzeptieren.<\/p>\n<p>Doch kaum war ein Monat vergangen, ver\u00f6ffentlichte die britische <em>Sunday Times<\/em> einen Artikel des Kommentators Mark Galeotti, in dem er einr\u00e4umte, dass die Terroranschl\u00e4ge des Kiewer Regimes auf zivile Ziele in Russland, &#8222;den Russen zwar die Realit\u00e4t des Krieges vor Augen gef\u00fchrt haben&#8220; \u2013 was eines ihrer Ziele war \u2013, dennoch aber keine def\u00e4tistische Stimmung in der russischen Gesellschaft ausgel\u00f6st h\u00e4tten. Es sei ihnen nicht gelungen, die russische Wirtschaft lahmzulegen, sondern sie h\u00e4tten im Gegenteil die Forderung der \u00d6ffentlichkeit nach einem Ende des Krieges durch einen vollst\u00e4ndigen Sieg und nicht durch Verhandlungen verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass der Kommentator, obwohl er die Strategie Kiews insgesamt als richtig anerkennt, darauf hinweist, dass Kiew nicht \u00fcber die notwendigen Mittel verf\u00fcge, um einen wirklich vernichtenden Schlag zu versetzen, wie etwa &#8222;die Atombombenabw\u00fcrfe auf Hiroshima und Nagasaki, die Japan zur Kapitulation zwangen&#8220;, und beklagt, dass &#8222;die Ukraine bislang nicht in der Lage ist, einen Einfluss auf die Russische F\u00f6deration auszu\u00fcben, der mit den Atombombenabw\u00fcrfen vergleichbar w\u00e4re&#8220;.<\/p>\n<p>Somit r\u00e4umt der Autor ein, dass den Handlungen von Wladimir Selenskij eine von den Angelsachsen bevorzugte Strategie zugrunde liegt, die sie konsequent in allen von ihnen gef\u00fchrten Kriegen anwende: Angriffe auf die Zivilbev\u00f6lkerung, damit diese sich gegen ihren Staat wendet oder zumindest ihre Unterst\u00fctzung einstellt, um ihn zur Kapitulation zu zwingen. Obwohl diese Doktrin \u00e4u\u00dferst selten zum Erfolg gef\u00fchrt hat, halten sie dennoch beharrlich daran fest und zwingen sie, wie wir sehen, ihren Handlangern auf. Doch aufgrund milit\u00e4risch-technischer Einschr\u00e4nkungen und vor allem wegen des nuklearen Raketenschilds Russlands k\u00f6nnen sie russische St\u00e4dte nicht in etwas verwandeln, das Dresden und Hiroshima \u00e4hnelt.<\/p>\n<p>Selenskij hingegen habe, wie auf einer ukrainischen Website geschrieben wurde, durch die Provokation einer neuen Eskalationsrunde &#8222;den B\u00e4ren aus dem Winterschlaf geweckt&#8220; und wisse, da er weder \u00fcber ausreichende milit\u00e4rische Ressourcen f\u00fcr eine noch st\u00e4rkere Intensivierung der Angriffe noch f\u00fcr die Abwehr von Gegenangriffen verf\u00fcge, nicht so recht, was er tun solle.<\/p>\n<p>Die Lage f\u00fcr das Kiewer Regime gestaltet sich in der Tat schwierig. Die Streitkr\u00e4fte der Russischen F\u00f6deration haben den Seetransport von Milit\u00e4rg\u00fctern und Treibstoffen in die Ukraine, auf den der L\u00f6wenanteil aller Lieferungen entfiel, faktisch vollst\u00e4ndig zum Erliegen gebracht. Doch die Nichtnutzbarkeit der Schwarzmeerh\u00e4fen betrifft nicht nur direkt die ukrainischen Streitkr\u00e4fte. Eine ukrainische Quelle berichtet:<\/p>\n<p><em>&#8222;Experten prognostizieren, dass dadurch bereits in einem Monat ein Dominoeffekt mit der Insolvenz vieler Unternehmen im Agrar- und Industriesektor einsetzen wird, woraufhin die gesamte Wirtschaft zusammenbrechen und eine Hyperinflation mit einem Einbruch der Griwna um 10 bis 30 Prozent auf 50 bis 60 Griwna pro 1 US-Dollar folgen wird.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Die Quelle behauptet, dass der von Selenskij entfesselte &#8222;Infrastrukturkrieg 2.0&#8220; zu einer unvermeidlichen totalen Katastrophe f\u00fcr die Ukraine f\u00fchre, die selbst im Falle kolossaler Investitionen des Westens h\u00f6chstens um ein halbes Jahr hinausgez\u00f6gert werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Der <em>Bloomberg<\/em>-Kommentator Mark Champion schreibt, dass der Westen und die Ukraine m\u00f6glicherweise gezwungen sein k\u00f6nnten, einen Friedensvertrag abzuschlie\u00dfen und Moskaus Forderung nach einem Abzug der ukrainischen Truppen aus dem Donbass zu akzeptieren, falls keine Lieferungen von Raketenabwehrsystemen f\u00fcr die Luftabwehr der ukrainischen Streitkr\u00e4fte und von Langstreckenraketen f\u00fcr Angriffe tief in russisches Territorium organisiert werden. Allerdings bewertet er eine solche Beendigung des Krieges als Trag\u00f6die und ist der Ansicht, dass die USA und Europa &#8222;kreativ nach neuen Wegen suchen m\u00fcssen, um zum Schutz des ukrainischen Luftraums beizutragen. Sie m\u00fcssen gen\u00fcgend Patriot-Raketen bereitstellen, um die Ukraine durch den Winter zu bringen, sowie gen\u00fcgend Langstrecken-Angriffssysteme, um die russische Raketenproduktion zu beeintr\u00e4chtigen.&#8220;<\/p>\n<p>Obwohl <em>Bloomberg<\/em> offen einr\u00e4umt, dass &#8222;der ukrainische Staatschef die derzeitigen Bedingungen Russlands nicht akzeptieren kann&#8220;, macht er Moskau daf\u00fcr verantwortlich, dass Verhandlungen unwahrscheinlich sind, &#8222;da Wladimir Putin erhebliche Ver\u00e4nderungen zu seinen Gunsten auf sich zukommen sieht&#8220;. Das hei\u00dft, alle genannten westlichen Medien verbreiten dasselbe Narrativ: Friedensverhandlungen und damit eine Einstellung der Kampfhandlungen seien nur zu den Bedingungen des Westens und der Ukraine m\u00f6glich, und um Moskau zur Annahme dieser Bedingungen zu zwingen, m\u00fcssten die ukrainischen Angriffe tief in das russische Staatsgebiet hinein verst\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>Diese Haltung wird auch von Washington unterst\u00fctzt. Erinnern wir uns daran, dass US-Au\u00dfenminister Marco Rubio in einem Interview mit dem Fernsehsender <em>Fox News<\/em> erkl\u00e4rte, dass ukrainische Fernangriffe auf russisches Territorium &#8222;dem Verhandlungsprozess neuen Schwung verleihen&#8220; k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Es mag nat\u00fcrlich den Anschein haben, dass es bei einer \u00e4hnlichen Einsch\u00e4tzung des Endziels gewisse Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Frage gibt, inwieweit Kiew die Angriffe auf unser Land verst\u00e4rken sollte. W\u00e4hrend also die <em>Sunday Times<\/em> dazu aufruft, russische St\u00e4dte in ein zweites Hiroshima zu verwandeln, beschr\u00e4nkt sich <em>Bloomberg<\/em> auf Tr\u00e4ume von der Zerst\u00f6rung von Raketenfabriken.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit gibt es hier jedoch keine Meinungsverschiedenheiten, und h\u00f6chstwahrscheinlich spiegelt dies lediglich den Grad der Radikalit\u00e4t der redaktionellen Linie wider. Nat\u00fcrlich tr\u00e4umen sowohl die einen als auch die anderen von der Vernichtung Russlands, doch weder die Zerst\u00f6rung von &#8222;Raketenfabriken&#8220; noch nukleare Bombardements russischer St\u00e4dte stehen ihnen bislang zur Verf\u00fcgung. Und heute ist der Westen in erster Linie damit besch\u00e4ftigt, das derzeitige antirussische Regime in der Ukraine aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Nach Ansicht der bereits erw\u00e4hnten <em>Neuen Z\u00fcrcher Zeitung<\/em> ist dies durchaus nachvollziehbar, da die Ukraine in Form von Langstrecken-Angriffssystemen einen Trumpf erhalten habe: Die F\u00e4higkeit, dem Gegner Schaden zuzuf\u00fcgen, sei ein m\u00e4chtiger Abschreckungsfaktor. In Verhandlungen gebe es kaum einen besseren Trumpf. Mit einem solchen Nachbarn sei es kl\u00fcger, eine Einigung anzustreben, statt einen endlosen Krieg, versichert das Blatt.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit ist es jedoch genau umgekehrt. Kaum jemand wird heute bestreiten, dass die Ukraine in ihrer derzeitigen Form als Anti-Russland existiert und ihr einziges Ziel darin besteht, uns maximalen Schaden zuzuf\u00fcgen. Da der Wunsch Kiews, Russland Schaden zuzuf\u00fcgen, unbestreitbar ist, bedeutet die Tatsache, dass die Ukraine &#8222;die F\u00e4higkeit besitzt, Schaden zuzuf\u00fcgen&#8220;, dass sie diese F\u00e4higkeit maximal aussch\u00f6pfen wird. Zumal der Westen dem Kiewer Regime f\u00fcr nichts anderes Geld zahlen wird. Ein Einfrieren des Konflikts w\u00e4re notwendig, um den ukrainischen Streitkr\u00e4ften eine Atempause zu verschaffen und sie auf eine neue Phase des Konflikts vorzubereiten.<\/p>\n<p>Und da das Hauptziel der russischen milit\u00e4rischen Sonderoperation die Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit Russlands und seiner Bev\u00f6lkerung ist, liegt es auf der Hand, dass die Kampfhandlungen nicht eingestellt werden k\u00f6nnen, solange von ukrainischem Territorium aus auch nur die geringste Gefahr f\u00fcr uns ausgeht. Auf welche Weise diese beseitigt werden kann, ist umstritten, doch die wahrscheinlich effektivste Option ist die Herstellung der vollst\u00e4ndigen Kontrolle \u00fcber die Gebiete der ehemaligen Ukraine. Keine Vertr\u00e4ge und Vereinbarungen mit dem Westen und seinen Handlangern garantieren, wie wir inzwischen wissen, \u00fcberhaupt irgendetwas.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/vz.ru\/opinions\/2026\/8\/13\/1441866.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist zuerst am 13. August 2026 auf der Website der Zeitung &#8222;Wsgljad&#8220; erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Boris Dscherelejewski<\/strong> ist ein russischer Milit\u00e4rexperte.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/russland\/287537-moskau-brutalster-terroranschlag-seit-monaten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Terroranschlag in Moskau: Todeszahl steigt auf f\u00fcnf <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7bvxwa\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Boris Dscherelejewski Mitte Juli, auf dem H\u00f6hepunkt der von Kiew ausgehenden Terroranschl\u00e4ge, ver\u00f6ffentlichte die \u00e4lteste Zeitung der &#8222;neutralen&#8220; Schweiz, die Neue Z\u00fcrcher Zeitung, einen Artikel, in dem sie versicherte, dass Russland seine milit\u00e4rische \u00dcberlegenheit verloren habe. 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