{"id":18447,"date":"2026-08-18T20:06:58","date_gmt":"2026-08-18T18:06:58","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/jetzt-bricht-russland-ganz-sicher-zusammen-europa-weiss-wo-es-den-entscheidenden-schlag-setzen-muss\/"},"modified":"2026-08-18T20:06:58","modified_gmt":"2026-08-18T18:06:58","slug":"jetzt-bricht-russland-ganz-sicher-zusammen-europa-weiss-wo-es-den-entscheidenden-schlag-setzen-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/jetzt-bricht-russland-ganz-sicher-zusammen-europa-weiss-wo-es-den-entscheidenden-schlag-setzen-muss\/","title":{"rendered":"Jetzt bricht Russland ganz sicher zusammen: Europa wei\u00df, wo es den entscheidenden Schlag setzen muss"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Kirill Strelnikow<\/em><\/p>\n<p>Gestern zitierte die deutsche Zeitung <em>Die Welt<\/em> die EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas, die ank\u00fcndigte, in den kommenden Monaten w\u00fcrden die &#8222;umfangreichsten Sanktionslisten seit Kriegsbeginn&#8220; erstellt. Die Gesamtzahl der sanktionierten russischen Unternehmen und Privatpersonen werde dabei &#8222;um ein Drittel steigen&#8220;.<\/p>\n<p>Derzeit stehen mehr als dreitausend russische nat\u00fcrliche und juristische Personen auf den EU-Sanktionslisten. Die Europ\u00e4er nehmen also mutig noch einmal rund tausend weitere ins Visier \u2013 offenbar in der Hoffnung, dass es dieses Mal mit einem Schlag und endg\u00fcltig klappt.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung ist so formuliert, dass selbst eingefleischten Skeptikern klar sein m\u00fcsste: Jetzt werden die t\u00f6nernen F\u00fc\u00dfe des russischen Pappkolosses ganz sicher und absolut garantiert mit lautem Krachen einknicken. Und sobald sich der Staub gelegt hat, wird sich der Kollektive Westen an den H\u00e4nden fassen und gemeinsam dem lang ersehnten Frieden, der Demokratie und einer speziell ausgedachten Siegerversion entgegenmarschieren.<\/p>\n<p>Doch bei all dieser angeblichen Pracht und dem ganzen Pathos nagt trotzdem ein kleiner Zweifel.<\/p>\n<p>Das Problem liegt n\u00e4mlich darin, dass die Skandale und Streitigkeiten um das vorherige Sanktionspaket, das als &#8222;wirkungsloseste von allen&#8220; bezeichnet wurde, noch nicht einmal vorbei sind. Um \u00fcberhaupt noch irgendetwas zu beschlie\u00dfen und den Anschein gro\u00dfer Einigkeit zu wahren, musste sich die EU-Kommission den unterschiedlichsten und oft sp\u00f6ttischen Forderungen einiger EU-L\u00e4nder beugen, wodurch die Wirkung des Sanktionspakets irgendwo zwischen hei\u00dfer Luft und dem Umhang des nackten Kaisers lag.<\/p>\n<p>Mehr noch: Es stellte sich heraus, dass sich faktisch kaum noch etwas oder jemand zus\u00e4tzlich mit Sanktionen belegen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wie die franz\u00f6sische Zeitung <em>Le Monde<\/em> berichtete, r\u00e4umten EU-Diplomaten ein, dass sie &#8222;an der Grenze dessen angelangt sind, was noch mit neuen Sanktionen belegt werden kann&#8220;. Laut <em>Euronews<\/em> wird es f\u00fcr die Europ\u00e4er &#8222;immer schwieriger, sich (bei den Sanktionen gegen Russland) zu einigen&#8220;, und &#8222;es gibt fast keine neuen Ideen mehr&#8220;: Wie ein EU-Beamter erkl\u00e4rte, &#8222;hat die EU-Kommission die Grenze dessen erreicht, was noch in ein Sanktionspaket aufgenommen werden kann \u2013 jedes neue Sanktionspaket l\u00e4sst sich immer schwerer ausarbeiten und abstimmen&#8220;. Selbst das US-Portal <em>UnHerd<\/em> kommentierte bissig:<\/p>\n<p><em>&#8222;Die EU behauptet, sie treffe Putin dort, wo es am meisten wehtut, schafft es aber nicht einmal, auf russischen Kabeljau zu verzichten.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Zudem werden inzwischen immer h\u00e4ufiger Stimmen laut, denen zufolge die antirussischen Sanktionen nicht nur keinen Einfluss auf den Kreml haben, sondern sich auch auf verheerende Weise auf die Sanktionsverfechter selbst auswirken. In den letzten Tagen sind im westlichen Informationsraum zeitgleich mehrere Beitr\u00e4ge zum Thema &#8222;Spuck nicht in den russischen Brunnen&#8220; erschienen, deren Schlussfolgerungen sich sehr \u00e4hneln.<\/p>\n<p>In einem davon wird einger\u00e4umt, dass die russische Wirtschaft nicht zusammengebrochen sei und h\u00f6chstwahrscheinlich auch nicht mehr zusammenbrechen werde. Das l\u00e4sst sich anhand eines einfachen Beispiels verdeutlichen: Seit 2022 ist die russische Wirtschaft in keinem einzigen Jahr ins Minus gerutscht. &#8222;Das russische BIP wuchs im Jahr 2023 um 4 Prozent, 2024 um 4,9 Prozent und 2025 um rund 1 Prozent. F\u00fcr das Jahr 2026 prognostiziert der IWF ein Wachstum von 1,1 Prozent \u2013 die Prognose wurde also (wieder einmal) nach oben und nicht nach unten korrigiert.&#8220;<\/p>\n<p>In einem anderen Artikel bekommen die Autoren geradezu einen Anfall angesichts der Tatsache, dass Russland trotz all der Sanktionspakete allein mit seinen \u00d6l- und Gasexporten t\u00e4glich (!) rund eine halbe Milliarde US-Dollar verdient \u2013 f\u00fcr Liebhaber genauer Zahlen: 464 Millionen Euro pro Tag. Dabei werden etwa 68 Prozent der russischen \u00d6lexporte von Tankern transportiert, die mit gro\u00dfem Tamtam auf die Sanktionslisten gesetzt wurden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sieht die europ\u00e4ische Wirtschaft durch diese Eigentore immer blasser aus. Die durchschnittliche Inflationsrate in der Eurozone lag im Juni 2026 bei 2,8 Prozent, w\u00e4hrend die Inflation im Energiesektor auf 8,5 Prozent sprunghaft anstieg: Die Gro\u00dfhandelspreise f\u00fcr Gas stiegen im Vergleich zum Jahr 2025 um 93,8 Prozent und erreichten den h\u00f6chsten Stand seit Anfang 2023. Die Strompreise f\u00fcr die Industriebetriebe in der EU lagen mehr als doppelt so hoch wie in den USA und anderthalbmal so hoch wie in China.<\/p>\n<p>Bezeichnend ist das Beispiel Deutschlands, auf das etwa ein Viertel der Produktion in der Eurozone entf\u00e4llt. Stand Juli 2026 verliert die deutsche Industrie monatlich rund 15.000 Arbeitspl\u00e4tze, und eines der deutschen Zugpferde \u2013 die chemische Industrie \u2013 hat seit 2022 ein F\u00fcnftel ihrer gesamten Produktionskapazit\u00e4ten eingeb\u00fc\u00dft. Wie die britische Fachzeitschrift f\u00fcr Sanktions-Compliance <em>Riskwire<\/em> schrieb:<\/p>\n<p><em>&#8222;Die EU hat eine g\u00fcnstigere, stabilere Gasbezugsquelle, gegen die sie Sanktionen verh\u00e4ngt hat, gegen eine teurere und weniger stabile ausgetauscht \u2013 und die europ\u00e4ischen Verbraucher und die Industrie sehen den Unterschied nun auf ihren Stromrechnungen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wurden die neuen &#8222;H\u00f6llensanktionen&#8220; von Kallas sehr &#8222;klug&#8220; und &#8220; rechtzeitig&#8220; angek\u00fcndigt \u2013 gerade als Europa unter der Hitze und den Waldbr\u00e4nden leidet. Nach Angaben der niederl\u00e4ndischen Triodos Bank &#8222;k\u00f6nnten die Verluste infolge des extremen Sommers etwa ein Prozent des BIP der Europ\u00e4ischen Union zunichtemachen und damit wirtschaftliche Sch\u00e4den von etwa 180 Milliarden Euro verursachen&#8220;. Wenn man bedenkt, dass selbst f\u00fcr Deutschland das prognostizierte BIP-Wachstum 2026 irgendwo um 0,9 Prozent schwankte, d\u00fcrfte Europas Wirtschaft im Herbst garantiert ins Minus rutschen.<\/p>\n<p>Doch der eigentliche &#8222;Zirkus&#8220; beginnt im Winter. Eigentlich sollten die Gasspeicher vor Beginn der kalten Jahreszeit zu mindestens 75 bis 80 Prozent gef\u00fcllt sein. Derzeit liegt der F\u00fcllstand jedoch bei lediglich 58 Prozent \u2013 dem niedrigsten Wert seit 2021. Die Europ\u00e4er hatten auf die \u00d6ffnung der Stra\u00dfe von Hormus gehofft, um in letzter Minute noch zu g\u00fcnstigen Preisen einzukaufen, doch sie haben sich verkalkuliert. Nun erwartet sie eine Zeit voller \u00fcberraschender Abenteuer, in der man sogar in Opas alten Jacken nach dem letzten Geld greifen wird.<\/p>\n<p>Wie die Carnegie-Stiftung (eine gemeinn\u00fctzige Organisation, die als ausl\u00e4ndischer Agent t\u00e4tig ist) erstaunt feststellte:<\/p>\n<p><em>&#8222;Sanktionen sind ihrem Wesen nach ein zweischneidiges Schwert. [\u2026] Diese Ma\u00dfnahmen sollen dem Zielland Kosten auferlegen, k\u00f6nnen jedoch zugleich wirtschaftliche und politische Kosten f\u00fcr diejenigen verursachen, die sie umsetzen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ach was! Warten wir also auf die Supersanktionen im Herbst \u2013 vielleicht klappt es ja?<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/ria.ru\/20260818\/evropa-2111453402.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist am 18. August 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/freedert.online\/schweiz\/288642-schweiz-weitet-russland-sanktionen-aus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweiz weitet Russland-Sanktionen aus und r\u00fcckt damit die Neutralit\u00e4tsinitiative ins Zentrum<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7c5nfm\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Kirill Strelnikow Gestern zitierte die deutsche Zeitung Die Welt die EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas, die ank\u00fcndigte, in den kommenden Monaten w\u00fcrden die &#8222;umfangreichsten Sanktionslisten seit Kriegsbeginn&#8220; erstellt. 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