{"id":18452,"date":"2026-08-18T21:03:22","date_gmt":"2026-08-18T19:03:22","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/devaluierung-der-hrywnja-richtung-50-ukrainische-reserven-brennen-langsam-ab\/"},"modified":"2026-08-18T21:03:22","modified_gmt":"2026-08-18T19:03:22","slug":"devaluierung-der-hrywnja-richtung-50-ukrainische-reserven-brennen-langsam-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/devaluierung-der-hrywnja-richtung-50-ukrainische-reserven-brennen-langsam-ab\/","title":{"rendered":"Devaluierung der Hrywnja Richtung 50: Ukrainische Reserven brennen langsam ab"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Hans-Ueli L\u00e4ppli<\/em><\/p>\n<p>Seit Jahresbeginn 2026 verliert die ukrainische Hrywnja (UAH) kontinuierlich an Wert gegen\u00fcber dem US-Dollar und dem Euro. Offiziell spricht die Nationalbank der Ukraine (NBU) von einer &#8222;gesteuerten Flexibilit\u00e4t&#8220; des Wechselkurses.\u00a0<\/p>\n<p>Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass diese Formulierung eher verschleiert als erkl\u00e4rt und die Kosten dieser Politik vor allem die B\u00fcrger tragen.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"462\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Von rund 42 UAH je USD zu Jahresbeginn ist der Kurs bis Mitte August 2026 auf knapp 48 UAH gestiegen, mit einem Rekordhoch im Juni. Der Staatshaushalt selbst kalkuliert f\u00fcr das laufende Jahr bereits mit einem Durchschnittskurs von 45 UAH. Das deutet darauf hin, dass die Regierung nicht mit einer dauerhaften Stabilisierung rechnet und eine weitere Abwertung bereits einkalkuliert. Analysten rechnen zum Jahresende mit Werten zwischen 50 und 51 UAH je USD.<\/p>\n<p>Das Wort &#8222;gesteuert&#8220; suggeriert Kontrolle. Tats\u00e4chlich beschreibt es aber vor allem den Versuch, eine strukturell kaum vermeidbare Abwertung so zu gestalten, dass sie keine Panik ausl\u00f6st. Die Kontrolle \u00fcber das Tempo bedeutet jedoch nicht automatisch Kontrolle \u00fcber die Richtung.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"660\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Um den Wechselkurs vor abrupten Spr\u00fcngen zu sch\u00fctzen, greift die NBU massiv in den Devisenmarkt ein. Allein in der ersten Augusth\u00e4lfte 2026 verkaufte die Zentralbank Devisen im Wert von 2,11 Milliarden US-Dollar an Importeure. Dabei handelt es sich um Mittel aus den nationalen Reserven, die eingesetzt werden, um den Kurs zu stabilisieren, obwohl die Hrywnja langfristig weiter unter Druck steht. Solche Interventionen sind keine einmalige Ausnahme, sondern geh\u00f6ren inzwischen zum Alltag. Bereits im Fr\u00fchjahr musste die Zentralbank innerhalb einer einzigen Woche mehr als eine Milliarde US-Dollar aufwenden, um einen weiteren Kursverfall auf \u00fcber 44 Hrywnja zu bremsen.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"390\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Diese Strategie wirft eine unbequeme Frage auf. Wie lange l\u00e4sst sich eine W\u00e4hrung mit Reserven st\u00fctzen, wenn die grundlegenden wirtschaftlichen Ungleichgewichte bestehen bleiben? Jede verkaufte Milliarde US-Dollar verringert den finanziellen Puffer f\u00fcr den n\u00e4chsten Schock. Das k\u00f6nnte etwa eine neue Belastung der Energieinfrastruktur oder eine Verz\u00f6gerung internationaler Hilfszahlungen sein.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/6a844ffeb480cc5e5837c691.jpg 850w,\n                https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:I8Qs.c40\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/6a844ffeb480cc5e5837c691.jpg 1960w,            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/6a844ffeb480cc5e5837c691.jpg 460w,\n              https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:I8Qs.c40\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/6a844ffeb480cc5e5837c691.jpg 980w,\n            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Ein Kurs, der nur eine Richtung kennt<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Alexander Demjantschuk<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Der eigentliche Treiber der Abwertung ist keine spekulative Attacke, sondern eine schlichte Zahl. Zwischen Januar und Juli 2026 importierte die Ukraine Waren im Wert von 58,1 Milliarden US-Dollar, exportierte aber nur f\u00fcr 24,1 Milliarden US-Dollar. In nur sieben Monaten entstand damit ein Handelsdefizit von rund 34 Milliarden US-Dollar. Die L\u00fccke ist vor allem auf die hohen Importe von Energie, Treibstoff und R\u00fcstungsg\u00fctern zur\u00fcckzuf\u00fchren, w\u00e4hrend die Exportm\u00f6glichkeiten der ukrainischen Wirtschaft weiterhin stark eingeschr\u00e4nkt sind.<\/p>\n<p>Eine W\u00e4hrung eines Landes, das strukturell deutlich mehr importiert als exportiert, l\u00e4sst sich auf Dauer nur schwer stabil halten, unabh\u00e4ngig davon, wie stark die Zentralbank interveniert. Die Abwertung ist damit weniger eine politische Entscheidung als eine Folge der wirtschaftlichen Ungleichgewichte, die die NBU lediglich abzufedern versucht.<\/p>\n<p><strong>Wer die Rechnung zahlt<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Exporteure von einer schw\u00e4cheren Hrywnja profitieren k\u00f6nnen, trifft die Abwertung die breite Bev\u00f6lkerung unmittelbar. Importierte G\u00fcter von Energie bis zu Medikamenten werden teurer. Die Inflation lag im Juli 2026 bei 0,3 Prozent im Monatsvergleich, nachdem sie im Juni noch leicht zur\u00fcckgegangen war. Einige Finanzexperten fordern bereits, dass die Zentralbank ihren Leitzins, der derzeit bei 15,5 Prozent liegt, bis Jahresende weiter anheben sollte, um die Inflation unter Kontrolle zu halten, die weiterhin \u00fcber dem Zielwert von 2 Prozent liegt. Hohe Zinsen verteuern wiederum Kredite f\u00fcr Unternehmen und Privathaushalte. Das belastet Investitionen zus\u00e4tzlich, obwohl die Ukraine f\u00fcr den Wiederaufbau dringend neues Kapital ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist zudem der Zeitpunkt. Ausgerechnet w\u00e4hrend die Landesw\u00e4hrung unter Druck steht, hat die NBU am 11. August 2026 die Devisenkontrollen sp\u00fcrbar gelockert. Dazu geh\u00f6rt etwa die Vervierfachung des Limits f\u00fcr den bargeldlosen Fremdw\u00e4hrungskauf von Privatpersonen auf 200.000 UAH monatlich. Die Zentralbank selbst rechnet zwar nur mit einer moderaten zus\u00e4tzlichen Nachfrage nach Devisen. Dennoch setzt die Ma\u00dfnahme die ohnehin fragile W\u00e4hrung einem zus\u00e4tzlichen Risiko aus. Denn jede weitere Nachfrage nach US-Dollar oder Euro k\u00f6nnte den Abwertungsdruck verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die NBU verdient Anerkennung daf\u00fcr, dass sie bislang eine unkontrollierte Kurspanik verhindert hat. Doch die Erz\u00e4hlung von der &#8222;gesteuerten Abwertung&#8220; sollte nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass es sich um das Management eines strukturellen Problems handelt, nicht um dessen L\u00f6sung.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/6a84549548fbef1c67152482.jpg 850w,\n                https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/6a84549548fbef1c67152482.jpg 1960w,            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/6a84549548fbef1c67152482.jpg 460w,\n              https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/6a84549548fbef1c67152482.jpg 980w,\n            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img data-opt-id=791639987  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" data-sizes=\"auto\" src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/6a84549548fbef1c67152482.jpg\" alt=\"\"><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img data-opt-id=16193803  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/6a84549548fbef1c67152482.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Die Hrywnja f\u00e4llt nicht st\u00e4rker, weil die NBU den Kurs mit Reservenverk\u00e4ufen aktiv st\u00fctzt und westliche Hilfsgelder diese Reserven immer wieder auff\u00fcllen. Kapitalkontrollen d\u00e4mpfen zus\u00e4tzlich den Abwertungsdruck. Es ist eine k\u00fcnstlich abgefederte, von externer Hilfe abh\u00e4ngige Stabilisierung.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Alexander Demjantschuk<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"395\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Das anhaltende Handelsdefizit, der Krieg und die angreifbare Energieinfrastruktur setzen die Hrywnja weiter unter Druck. Damit ger\u00e4t auch die Kaufkraft der ukrainischen Bev\u00f6lkerung zunehmend unter Druck. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob die Abwertung weitergeht, sondern wie lange die Reserven und die internationale Unterst\u00fctzung ausreichen, um sie in geordneten Bahnen zu halten.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"395\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\"><strong>Mehr zum Thema\u00a0<\/strong>\u2013\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/freedert.online\/schweiz\/202642-nzz-behauptet-selenskij-ist-makellos\/\">NZZ behauptet: Selenskij ist nicht korrupt! Seine Offshore-Firmen? Nur eine Risikoreduzierung<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7c5fko\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Hans-Ueli L\u00e4ppli Seit Jahresbeginn 2026 verliert die ukrainische Hrywnja (UAH) kontinuierlich an Wert gegen\u00fcber dem US-Dollar und dem Euro. 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