{"id":18710,"date":"2026-08-20T11:12:43","date_gmt":"2026-08-20T09:12:43","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/das-asyl-debakel-im-mittelmeer-von-janine-beicht\/"},"modified":"2026-08-20T11:12:43","modified_gmt":"2026-08-20T09:12:43","slug":"das-asyl-debakel-im-mittelmeer-von-janine-beicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/das-asyl-debakel-im-mittelmeer-von-janine-beicht\/","title":{"rendered":"Das Asyl-Debakel im Mittelmeer | Von Janine Beicht"},"content":{"rendered":"<div><!--kg-card-begin: html--><br \/>\n<iframe title=\"tagesdosis-20260820-apolut\" width=\"560\" height=\"418\" src=\"https:\/\/tube4.apolut.net\/videos\/embed\/cyGJ8RhUgUwcEEDRsrDgPC\" allow=\"fullscreen\" sandbox=\"allow-same-origin allow-scripts allow-popups allow-forms\" style=\"border-radius: 8px\"><\/iframe><br \/>\n<!--kg-card-end: html--><\/p>\n<div class=\"kg-card kg-audio-card\"><audio src=\"https:\/\/apolut.net\/content\/media\/2026\/08\/tagesdosis-20260820-apolut.mp3\" preload=\"metadata\" controls><\/audio><\/div>\n<p><strong>Italiens Absage an die deutsche Doppelmoral<\/p>\n<p>Private Initiativen unter deutscher Flagge schaffen vollendete Tatsachen, die den Konflikt mit den s\u00fcdeurop\u00e4ischen Nachbarn auf die Spitze treiben. Die emp\u00f6rten Reaktionen aus Rom entlarven eine Praxis, die die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t anderer L\u00e4nder unverbl\u00fcmt untergr\u00e4bt. Das europ\u00e4ische Gef\u00fcge ger\u00e4t dadurch ins Wanken.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Kommentar von\u00a0<strong>Janine Beicht<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Die europ\u00e4ische Migrationsarchitektur offenbart sich im Sommer 2026 vollends als das, was pragmatische Beobachter seit Jahren anprangern: Ein gigantisches b\u00fcrokratisches Kartenhaus, das unter dem Druck der Realit\u00e4t vollkommen zusammenbricht. W\u00e4hrend Regierende in Berlin und Rom in gewohnter Regelm\u00e4\u00dfigkeit von historischem Zusammenhalt schwadronieren, zerschl\u00e4gt die raue Wirklichkeit an den Au\u00dfengrenzen und in den Gerichtss\u00e4len jegliche Illusionen von europ\u00e4ischer Solidarit\u00e4t. Die sogenannte Reform des Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems, verabschiedet unter gro\u00dfem Eigenlob der EU-B\u00fcrokratie, entpuppt sich nicht als L\u00f6sung, sondern als Treibstoff f\u00fcr eine beispiellose Krise, die das Vertrauen der B\u00fcrger in die Handlungsf\u00e4higkeit der Staaten endg\u00fcltig ruiniert. Wer die Berichterstattung der etablierten Medien verfolgt, sieht sich einer Dauerberieselung von Besch\u00f6nigung ausgesetzt, in der das offensichtliche Scheitern politischer Eliten krampfhaft als tempor\u00e4re Abstimmungsschwierigkeit verkauft wird.<\/p>\n<p><strong>Der Paragraphen-Pakt als Papiertiger<\/strong><\/p>\n<p>Schon im Dezember 2023 w\u00fcrdigte die Europ\u00e4ische Union die Einigung (1) auf das neue Gemeinsame Europ\u00e4ische Asylsystem (GEAS) (2) als ma\u00dfgeblichen Wendepunkt, um Wiederholungen der desastr\u00f6sen Zust\u00e4nde von 2015\/2016 vorzubeugen. Seit Juni 2026 soll das neue EU-Asylrecht nun verbindlich Anwendung finden (2). Fernando Grande-Marlaska G\u00f3mez, der seit 2018 amtierende spanische Innenminister, bezeichnete den Kompromiss stellvertretend f\u00fcr die EU-Staaten als historischen Erfolg. Aus heutiger Sicht wirkt diese Selbstbeweihr\u00e4ucherung angesichts der weitgehend ausgebliebenen Verbesserungen geradezu grotesk. Er sagte (1):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDie B\u00fcrger der EU verlangen von ihren Regierungen, mit der Herausforderung der Migration umzugehen, und der heutige Tag markiert einen gro\u00dfen Schritt in diese Richtung.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Pakt, der aus f\u00fcnf zentralen Gesetzestexten besteht, versprach eine Versch\u00e4rfung der Regeln, strengere Grenzkontrollen und eine wirksame Entlastung der Erstaufnahmel\u00e4nder an den s\u00fcdlichen Au\u00dfengrenzen. An den Au\u00dfengrenzen sollten verbindliche Grenzverfahren etabliert werden, um Migranten aus Staaten mit einer Anerkennungsquote von h\u00f6chstens zwanzig Prozent direkt in Grenzn\u00e4he festzuhalten und innerhalb von zw\u00f6lf Wochen abzuschieben, wof\u00fcr schrittweise bis zu 120.000 Lagerpl\u00e4tze entstehen sollten.<\/p>\n<p>Die Einigung auf das neue europ\u00e4ische Asylsystem erweist sich in der Praxis als Papiertiger. Die deutsche Bundesregierung (zu diesem Zeitpunkt bestehend aus SPD, Gr\u00fcnen und FDP) wollte verhindern, dass Familien mit Kindern in die geplanten beschleunigten Grenzverfahren an den EU-Au\u00dfengrenzen kommen (4), da sie mit Unterbringungen in geschlossenen Einrichtungszentren (\u201ehaft\u00e4hnlich\u201c) vergleichbar seien. Dieser Vorsto\u00df scheiterte jedoch am Widerstand der \u00fcbrigen EU-Partner. Auch das Vorhaben, abgelehnte Asylbewerber schneller in sogenannte sichere Drittstaaten zur\u00fcckzuf\u00fchren, erwies sich als schwierig. Eine einheitliche EU-weite Regelung f\u00fcr die Einstufung solcher Staaten existierte bislang nicht; die Mitgliedstaaten verf\u00fcgten vielmehr \u00fcber unterschiedliche nationale Regelungen und Listen. So wurden etwa Albanien und Nordmazedonien in einzelnen Mitgliedstaaten als sichere Drittstaaten eingestuft.<\/p>\n<p>Gleichzeitig bleibt zwar das sogenannte Dublin-Prinzip (5) bestehen, wonach das Erstaufnahmeland f\u00fcr Asylverfahren zust\u00e4ndig ist, doch der beschlossene Solidarit\u00e4tsmechanismus greift kaum. Zwar sollen j\u00e4hrlich bis zu 30.000 Schutzsuchende innerhalb der EU umverteilt werden, verweigerungsunwillige Staaten wie Ungarn k\u00f6nnen sich von dieser Pflicht jedoch einfach mit einer Zahlung von 20.000 Euro pro Person freikaufen. (6) Erg\u00e4nzt wird dieses Regelwerk durch die Pflicht, Fingerabdr\u00fccke und biometrische Daten bereits von Kindern ab sechs Jahren in der Eurodac-Datenbank zu speichern, sowie durch Sonderregeln f\u00fcr Krisenzeiten.<\/p>\n<p><strong>Erschlichene Einreisen und das System der deutschen Staatsfinanzierung<\/strong><\/p>\n<p>Die verheerende Wirkung dieser bislang verfehlten Europapolitik zeigt sich besonders deutlich am Agieren sogenannter Nichtregierungsorganisationen (NGOs) auf der zentralen Mittelmeerroute, deren Handeln von den Betroffenen mit Unverst\u00e4ndnis und Wut beobachtet wird. W\u00e4hrend Rom vergeblich versucht, die Kontrolle \u00fcber die eigenen K\u00fcsten zur\u00fcckzugewinnen, agieren private Rettungsschiffe unter deutscher Flagge wie ein staatlich geduldeter Shuttle-Dienst, der die illegale Migration nach Italien massiv anheizt und Schleuserstrukturen faktisch in die H\u00e4nde spielt.<\/p>\n<p>Seit dem Amtsantritt der italienischen Regierung unter Giorgia Meloni im Oktober 2022 brachten private Schlepphelfer unter dem Deckmantel sogenannter Humanit\u00e4t Zehntausende Migranten in italienische H\u00e4fen, wobei der L\u00f6wenanteil dieser Transporte auf das Konto deutscher Organisationen geht. Wenn Schiffe, die mit deutscher Unterst\u00fctzung betrieben werden, kontinuierlich Menschen von Nordafrika nach S\u00fcdeuropa bef\u00f6rdern, verwandeln sie den Mittelmeerraum in eine operative Zone f\u00fcr illegale Grenz\u00fcbertritte und untergraben die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t Italiens auf eklatante Weise. Die italienische Staatsf\u00fchrung sieht sich gezwungen, dieser Praxis einen Riegel vorzuschieben, da das heimische Aufnahmesystem unter der Last der unkontrollierten Zug\u00e4nge schlicht zusammenbricht. Entsprechend deutlich \u00e4u\u00dferte sich der stellvertretende Ministerpr\u00e4sident Matteo Salvini (3):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eBevor man uns eine einzige Person r\u00fcck\u00fcberstellt, sollen sie diesen NGOs die deutsche Flagge wegnehmen, die im Endeffekt Menschen von Nordafrika nach Italien bef\u00f6rdern. Danach k\u00f6nnen wir \u00fcber alles sprechen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Der Zahlensalat der Scheinheiligkeit<\/strong><\/p>\n<p>Ein Blick auf die harten Fakten des italienischen Innenministeriums entlarvt die monumentale Doppelmoral der Berliner Politik, die einerseits nach Regelkonformit\u00e4t ruft, andererseits die Schleusen f\u00fcr Sekund\u00e4rmigration weit ge\u00f6ffnet h\u00e4lt. Von den rund 42.300 Migranten, die von Oktober 2022 bis zum Sommer 2026 an Bord privater Rettungsschiffe in italienischen H\u00e4fen anlandeten, wurden exakt 22.500 Menschen von deutschen Hilfsorganisationen an Land gebracht. Z\u00e4hlt man jene 4.500 Bootsmigranten hinzu, die auf Schiffen anderer europ\u00e4ischer Tr\u00e4ger unter deutscher Flagge reisten, zeichnet Deutschland f\u00fcr fast zwei Drittel aller NGO-gest\u00fctzten Anlandungen verantwortlich, w\u00e4hrend spanische und italienische Organisationen im selben Zeitraum lediglich rund 5.600 beziehungsweise 4.700 Menschen aufnahmen. Im laufenden Jahr 2026 brachten deutsche Schiffe bis Mitte August bereits wieder 2.200 Migranten nach Italien, wovon allein \u00fcber 500 Ank\u00fcnfte auf die Zeit nach dem Inkrafttreten des neuen Asylpakets am 12. Juni entfallen (7). Inmitten dieser Welle politisch mitverursachter Migration meldeten Organisationen wie Emergency, Sea-Watch und Resqship erneut tragische Todesf\u00e4lle auf dem Mittelmeer, darunter sieben Tote vor Libyen und weitere Leichenfunde, w\u00e4hrend die IOM f\u00fcr das laufende Jahr mindestens 872 Tote oder Vermisste registrierte (8). Dessen ungeachtet steuern Schiffe wie die \u201eSea Watch 5\u201c ungehindert italienische H\u00e4fen an, um unbegleitete Minderj\u00e4hrige und andere Aufgenommene an Land zu geben (9), w\u00e4hrend Innenminister Matteo Piantedosi nun unmissverst\u00e4ndlich eine verrechenbare Entsch\u00e4digung f\u00fcr diese aufgezwungene Dauerbelastung einfordert. (8)\u00a0<\/p>\n<p><strong>Diplomatischer Eiertanz und das Abschiebe-Fiasko<\/strong><\/p>\n<p>Die Absurdit\u00e4t des europ\u00e4ischen Zust\u00e4ndigkeitssystems zeigt sich besonders deutlich bei den sogenannten Dublin-R\u00fcck\u00fcberstellungen. Deutschland versucht weiterhin, Asylsuchende, f\u00fcr deren Verfahren nach den europ\u00e4ischen Zust\u00e4ndigkeitsregeln Italien verantwortlich ist, nach Italien zu \u00fcberstellen. Allein 2023 stellte Deutschland 15.479 \u00dcbernahmeersuchen an Italien; tats\u00e4chlich wurden jedoch lediglich elf Personen dorthin \u00fcberstellt. Italien hatte bereits Ende 2022 angek\u00fcndigt, Dublin-\u00dcberstellungen vorl\u00e4ufig weitgehend nicht mehr zu akzeptieren. (10)<\/p>\n<p>Mit dem vollst\u00e4ndigen Inkrafttreten des neuen Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems (GEAS) will Deutschland die \u00dcberstellungen nun wieder aufnehmen. Das Bundesinnenministerium betonte gegen\u00fcber der BILD (11):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eEin funktionierendes Dublin-System ist die Bedingung f\u00fcr den Erfolg des Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems. Deutschland erwartet daher, dass \u00dcberstellungen [\u2026] wieder durchgef\u00fchrt werden.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Damit beharrt Berlin darauf, die europ\u00e4ischen Zust\u00e4ndigkeitsregeln auch gegen\u00fcber Italien wieder konsequent anzuwenden.<\/p>\n<p>Rom widersetzt sich diesem Kurs jedoch weiterhin. Im August 2026 verweigerte Italien die Aufnahme von Personen, deren \u00dcberstellung aus Deutschland f\u00fcr den 19. August vorgesehen war (12). Der Streit verdeutlicht damit ein grundlegendes Problem des europ\u00e4ischen Asylsystems: Selbst nach der umfassenden Reform des GEAS bleibt die praktische Durchsetzung der gemeinsamen Zust\u00e4ndigkeitsregeln von der Bereitschaft der einzelnen Mitgliedstaaten abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p><strong>Das N\u00fcrnberger Kirchenasyl als Farce des Rechtsstaates<\/strong><\/p>\n<p>Das vollst\u00e4ndige Versagen staatlicher Kontrollanspr\u00fcche manifestiert sich exemplarisch an einer 22-j\u00e4hrigen Somalierin, deren Fall von interessierten Kreisen zum tragischen Symbol hochstilisiert wird, um das Rechtssystem ad absurdum zu f\u00fchren. Nach ihrer Flucht \u00fcber \u00c4thiopien, Kenia und Libyen landete die Frau Ende Februar 2026 auf Lampedusa an, registrierte sich im Aufnahmezentrum Mailand, tauchte kurz darauf ab und reiste ungeniert \u00fcber Kontakte ihrer Community auf dem Landweg nach Deutschland weiter, wo sie Ende M\u00e4rz erneut Asyl beantragte.<\/p>\n<p>Als die deutschen Beh\u00f6rden versuchten, die juristisch eindeutige \u00dcberstellung nach Italien am 19. August 2026 zu vollziehen, wurde die Betroffene prompt von einer kirchlichen Organisation in ein evangelisches Schutzquartier nach N\u00fcrnberg verfrachtet. Dies best\u00e4tigte Stephan Reichel vom Verein \u201ematteo \u2013 Kirche und Asyl e. V.\u201c (14):<\/p>\n<blockquote><p>\u201e<em>Wir haben die\u00a0von ihrer Flucht schwer angeschlagene und ver\u00e4ngstigte F., deren Familie mit Anerkennung und Asyl in Deutschland lebt,\u00a0heute Mittag in einem Kirchenasyl in N\u00fcrnberg in Schutz genommen.\u00a0F. wird so lange in unserem Schutz bleiben, bis Deutschland dem Wunsch Italiens nachkommt, die \u00dcberstellung endg\u00fcltig abzusagen. Der jungen Frau geht es gut. Sie f\u00fchlt sich nun (zu Recht) sicher. Sie lebt auf dem Kirchengel\u00e4nde und wird von der Gemeinde versorgt. Wir warten nun darauf, dass das BAMF auf den deutlichen Wunsch der italienischen Regierung hin die Abschiebung aufhebt.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Mit dem Segen kirchlicher Asylhelfer wird das geltende europ\u00e4ische Recht also ungeniert untergraben, w\u00e4hrend staatliche Beh\u00f6rden wie das BAMF zusehen m\u00fcssen, wie der Rechtsstaat vor Ort im N\u00fcrnberger Kirchenasyl kapitulieren muss.<\/p>\n<p><strong>Die Erpressbarkeit der Regierenden durch Grenzchaos<\/strong><\/p>\n<p>Die panische Angst vor dem eigenen Souver\u00e4n treibt die politische Klasse in Berlin und Rom zu einer Fassadenpolitik, die von reinem Machterhalt gepr\u00e4gt ist. W\u00e4hrend Friedrich Merz und Giorgia Meloni nach au\u00dfen hin eine harte Kante vorgaukeln, um das unaufhaltsame Erstarken konservativer und rechter Kr\u00e4fte im Zaum zu halten, brennt an den Au\u00dfengrenzen das Haus.<\/p>\n<p>Die fragile Natur der offenen Grenzen trat offen zu Tage, als Ende Juli 2026 ein gigantischer Migrationsansturm die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika ersch\u00fctterte und binnen weniger Tage rund 72.000 Menschen illegalen Zugang forderten (15).<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser dieser Bewegung waren Urteile des Obersten Gerichtshofs Spaniens zur Verhinderung direkter Zur\u00fcckweisungen auf See (16) sowie wilde Ger\u00fcchte in den sozialen Netzwerken (17). Politiker in Br\u00fcssel boten daraufhin gebetsm\u00fchlenartig Hilfe durch Frontex an und Friedrich Merz mahnte gebieterisch die Schlie\u00dfung der Au\u00dfengrenzen an (18):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDer Schutz der Au\u00dfengrenzen der Europ\u00e4ischen Union ist entscheidend f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung illegaler Migration. Ich habe die klare Erwartung an alle EU-Mitgliedstaaten, dass sie dieser Pflicht nachkommen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Italien reagierte kompromisslos und setzte das Schengen-Abkommen mit Spanien schlagartig aus (19). Zwar betraf dies mangels Landgrenze vor allem den Flug- und Seeverkehr und f\u00fchrte zu selektiven Personenkontrollen bei Drittstaatsangeh\u00f6rigen, doch entlarvte der Schritt die angebliche europ\u00e4ische Freiheit vollends als sch\u00f6nwetterbedingtes Konstrukt. Madrid konterte das italienische Vorgehen umgehend mit Gegenkontrollen f\u00fcr Reisende aus Italien, was den Binnenmarkt l\u00e4hmte (20). Dieser offene Schlagabtausch zwischen Rom und Madrid offenbart, wie schnell das europ\u00e4ische Kartenhaus unter dem kleinsten Druck zusammenbricht, w\u00e4hrend der Auslandsgeheimdienst AISE bereits vor weiteren Anst\u00fcrmen warnt.<\/p>\n<p>Das gesamte europ\u00e4ische Asylregime steht im Sommer 2026 vor dem Tr\u00fcmmerhaufen seiner eigenen Scheinheiligkeit. Anstatt Fehlentwicklungen einzugestehen, verstricken sich die Akteure in Berlin, Rom, Madrid und Br\u00fcssel in rechtlichen Spitzfindigkeiten, gegenseitigen Erpressungen und medialen Nebelkerzen. Wenn Regierungen Verpflichtungen verweigern, Kirchen das Recht beugen und private Akteure die staatliche Souver\u00e4nit\u00e4t aushebeln, verkommt der Rechtsstaat zur Farce.<\/p>\n<p>Was als geordnete europ\u00e4ische L\u00f6sung verkauft wird, entpuppt sich als politisches Konkursvergehen, dessen Zeche der Steuerzahler und die B\u00fcrger Europas zu zahlen haben.<\/p>\n<h3 id=\"quellen-und-anmerkungen\">Quellen und Anmerkungen<\/h3>\n<p>(1) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/eu-asylreform-108.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/eu-asylreform-108.html<\/a><\/p>\n<p>(2) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/themen\/migration\/gemeinsame-europaeische-asylsystem\/gemeinsame-europaeische-asylsystem-node.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/themen\/migration\/gemeinsame-europaeische-asylsystem\/gemeinsame-europaeische-asylsystem-node.html<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>(3) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asylstreit-italien-deutschland-100.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asylstreit-italien-deutschland-100.html<\/a><\/p>\n<p>(4) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2023\/kw24-de-asylsysteme-951866?ref=apolut.net\">https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2023\/kw24-de-asylsysteme-951866<\/a><\/p>\n<p>(5) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/asylum-info-germany.de\/de\/dublin-procedure?ref=apolut.net\">https:\/\/asylum-info-germany.de\/de\/dublin-procedure<\/a><\/p>\n<p>(6) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2023\/06\/08\/migration-policy-council-reaches-agreement-on-key-asylum-and-migration-laws\/?ref=apolut.net\">https:\/\/www.consilium.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2023\/06\/08\/migration-policy-council-reaches-agreement-on-key-asylum-and-migration-laws\/<\/a><\/p>\n<p>(7) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/rettungsschiffe-im-mittelmeer-rom-fordert-entschaedigung-201133115.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/rettungsschiffe-im-mittelmeer-rom-fordert-entschaedigung-201133115.html<\/a><\/p>\n<p>(8) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a842207d54f65372fb0cb4d\/mehr-als-22-000-mittelmeer-fluechtlinge-erreichten-italien-offenbar-mit-deutschen-ngo-schiffen.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article6a842207d54f65372fb0cb4d\/mehr-als-22-000-mittelmeer-fluechtlinge-erreichten-italien-offenbar-mit-deutschen-ngo-schiffen.html<\/a><\/p>\n<p>(9) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ifattidinapoli.it\/articolo.php?id=6a8421de9548ad3e7478c7e2&amp;ref=apolut.net\">https:\/\/www.ifattidinapoli.it\/articolo.php?id=6a8421de9548ad3e7478c7e2<\/a><\/p>\n<p>(10) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/20\/105\/2010520.pdf%C2%A0?ref=apolut.net\" rel=\"noreferrer\">https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/20\/105\/2010520.pdf\u00a0<\/a><\/p>\n<p>(11) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/deutschland-schiebt-migranten-nach-italien-zurueck-6a787a770e3689919ec75c5d?ref=apolut.net\">https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/deutschland-schiebt-migranten-nach-italien-zurueck-6a787a770e3689919ec75c5d<\/a><\/p>\n<p>(12) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.merkur.de\/politik\/dublin-faelle-aus-deutschland-rom-bleibt-hart-italien-verweigert-zr-94443462.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.merkur.de\/politik\/dublin-faelle-aus-deutschland-rom-bleibt-hart-italien-verweigert-zr-94443462.html<\/a><\/p>\n<p>(13) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/italien-deutschland-migranten-ngo-rueckueberstellungen-10305739?ref=apolut.net\">https:\/\/www.fr.de\/politik\/dobrindt-ignoriert-euasylregeln-und-will-somalierin-trotz-meloni-veto-nach-italien-abschieben-94450516.html<\/a><\/p>\n<p>(14) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/dobrindt-ignoriert-euasylregeln-und-will-somalierin-trotz-meloni-veto-nach-italien-abschieben-94450516.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.fr.de\/politik\/dobrindt-ignoriert-euasylregeln-und-will-somalierin-trotz-meloni-veto-nach-italien-abschieben-94450516.html<\/a><\/p>\n<p>(15) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/migration-madrid-erhoeht-zahl-der-ceuta-ankoemmlinge-auf-72.000\/100245001.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/migration-madrid-erhoeht-zahl-der-ceuta-ankoemmlinge-auf-72.000\/100245001.html<\/a><\/p>\n<p>(16) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/efe.com\/espana\/2026-07-08\/supremo-devolucion-caliente-migrantes-mar\/?ref=apolut.net\">https:\/\/efe.com\/espana\/2026-07-08\/supremo-devolucion-caliente-migrantes-mar\/<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>(17) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/maldita.es\/investigaciones\/20260806\/tribunal-supremo-sentencia-ceuta-marruecos-facebook\/?ref=apolut.net\">https:\/\/maldita.es\/investigaciones\/20260806\/tribunal-supremo-sentencia-ceuta-marruecos-facebook\/<\/a><\/p>\n<p>(18) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/bundeskanzler-friedrich-merz-zur-lage-in-ceuta--2448818?ref=apolut.net\">https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/bundeskanzler-friedrich-merz-zur-lage-in-ceuta&#8211;2448818<\/a><\/p>\n<p>(19) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/ceuta-eu-reaktionen-102.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/ceuta-eu-reaktionen-102.html<\/a><\/p>\n<p>(20) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/spanien-italien-grenzkontrollen-102.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/spanien-italien-grenzkontrollen-102.html<\/a><\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Dank an die Autorin f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: Ein kleines Gummiboot voller Einwanderer am 3\/3\/2019 im Mittelmeer, in der N\u00e4he von Lybia<br \/>Bildquelle:\u00a0<u>AlejandroCarnicero<\/u>\u00a0\/ shutterstock<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Italiens Absage an die deutsche Doppelmoral Private Initiativen unter deutscher Flagge schaffen vollendete Tatsachen, die den Konflikt mit den s\u00fcdeurop\u00e4ischen Nachbarn auf die Spitze treiben. Die emp\u00f6rten Reaktionen aus Rom entlarven eine Praxis, die die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t anderer L\u00e4nder unverbl\u00fcmt untergr\u00e4bt. Das europ\u00e4ische Gef\u00fcge ger\u00e4t dadurch ins Wanken. Ein Kommentar von\u00a0Janine Beicht. 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