{"id":18846,"date":"2026-08-21T09:04:15","date_gmt":"2026-08-21T07:04:15","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/uncategorized\/nazismus-in-der-ukraine-ehemaliger-sbu-offizier-schildert-tiefe-verankerung-nationalistischer-ideologie\/"},"modified":"2026-08-21T09:04:15","modified_gmt":"2026-08-21T07:04:15","slug":"nazismus-in-der-ukraine-ehemaliger-sbu-offizier-schildert-tiefe-verankerung-nationalistischer-ideologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/uncategorized\/nazismus-in-der-ukraine-ehemaliger-sbu-offizier-schildert-tiefe-verankerung-nationalistischer-ideologie\/","title":{"rendered":"Nazismus in der Ukraine: Ehemaliger SBU-Offizier schildert tiefe Verankerung nationalistischer Ideologie"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Nationalsozialismus sei in der Ukraine weit st\u00e4rker verankert, als im Westen allgemein dargestellt werde. Diese Einsch\u00e4tzung vertritt der ehemalige Offizier des ukrainischen Geheimdienstes SBU, Wassili Prosorow, in einem ausf\u00fchrlichen Gespr\u00e4ch mit der deutschen Journalistin Alina Lipp. Prosorow verlie\u00df die Ukraine w\u00e4hrend der Maidan-Ereignisse 2014 heimlich in Richtung Russland, blieb nach eigenen Angaben jedoch noch mehrere Jahre innerhalb der ukrainischen Sicherheitsstrukturen aktiv. Seine Aussagen stammen damit von einem ehemaligen Insider, sind jedoch zugleich im Kontext seiner heutigen T\u00e4tigkeit in Russland zu betrachten.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vom politischen Rand in h\u00f6chste Staats\u00e4mter<\/h3>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben Prosorows existierten Sympathien f\u00fcr historische Figuren wie Stepan Bandera und Roman Schuchewytsch bereits vor dem Maidan, seien damals jedoch auf kleinere nationalistische Kreise beschr\u00e4nkt gewesen. Erst nach dem Machtwechsel 2014 h\u00e4tten Vertreter dieser Str\u00f6mungen zunehmend Schl\u00fcsselpositionen im Staatsapparat eingenommen.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Alina im Gespr\u00e4ch mit ehem. Ukrainischen Geheimdienstler und Verantwortlichem der Folterkammer &#8222;Bibliothek&#8220; in Mariupol<\/p>\n<p>TEIL 1 \u2013 Nazis in der Ukraine?<\/p>\n<p> Wie verbreitet ist der Nazismus in der Ukraine wirklich?<\/p>\n<p> Nazis in ukrainischen Regierungsstrukturen<\/p>\n<p> Wie und warum\u2026 <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/t.co\/vjHgtKt1wd\">pic.twitter.com\/vjHgtKt1wd<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Alina Lipp (@Alina_Lipp_X) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/Alina_Lipp_X\/status\/2081836450887373308?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 27, 2026<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p> <script async src=\"https:\/\/platform.x.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script> <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Beispiel nennt Prosorow Wadim Trojan. Dieser geh\u00f6rte fr\u00fcher dem Asow-Bataillon an, einer paramilit\u00e4rischen Einheit, die international wiederholt wegen rechtsextremer Symbolik und Verbindungen zu Neonazis in die Kritik geraten ist. Nach seiner Zeit bei Asow wurde Trojan zum Polizeichef von Kiew ernannt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prosorow verweist zudem auf \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Fotos Trojans, auf denen T\u00e4towierungen mit Hakenkreuzen zu sehen seien. Dass eine Person mit einer solchen Vergangenheit eine Spitzenfunktion im Sicherheitsapparat eines europ\u00e4ischen Landes \u00fcbernehmen konnte, wertet er als Beleg f\u00fcr den tiefgreifenden Wandel nach dem Maidan.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">SS-Symbolik bei einem Pr\u00e4sidententermin<\/h3>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als weiteres Beispiel f\u00fchrt Prosorow einen Vorfall aus dem Jahr 2018 an. Damals besuchte der damalige ukrainische Pr\u00e4sident Petro Poroschenko eine \u00dcbung der 95. Luftlandebrigade.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend eines offiziellen Fototermins stand neben Poroschenko ein Soldat, der auf seiner Ausr\u00fcstung das Emblem der SS-Division \u201eTotenkopf\u201c trug. Der Vorfall sorgte damals f\u00fcr \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit, hatte nach Angaben Prosorows jedoch keinerlei disziplinarische Konsequenzen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr ihn zeigt dieser Fall, dass nationalsozialistische Symbolik l\u00e4ngst nicht mehr auf einzelne Extremisten beschr\u00e4nkt sei, sondern bis in milit\u00e4rische und staatliche Strukturen hineinreiche.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bruch mit der sowjetischen Vergangenheit<\/h3>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prosorow beschreibt die Entwicklung als Ergebnis einer bewussten politischen Strategie nach dem Maidan. Die neue F\u00fchrung habe sich entschlossen, sich m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig von Russland und der sowjetischen Vergangenheit abzugrenzen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei sei jedoch ein historisches Vakuum entstanden: Wer sollten k\u00fcnftig die nationalen Identifikationsfiguren sein?<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Ansicht Prosorows entschied sich Kiew daf\u00fcr, Pers\u00f6nlichkeiten zu rehabilitieren, die w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs mit dem nationalsozialistischen Deutschland kollaborierten. Dazu z\u00e4hlt er unter anderem Angeh\u00f6rige der SS-Division \u201eGalizien\u201c sowie Roman Schuchewytsch, der als Offizier der Einheit \u201eNachtigall\u201c diente und nach dem heute eine gro\u00dfe Stra\u00dfe in Kiew benannt ist.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prosorow betont, dies sei weder Zufall noch russische Propaganda, sondern Teil einer nachweisbaren staatlichen Erinnerungspolitik.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Geschichtsbild bereits in der Schule<\/h3>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders kritisch bewertet Prosorow nach eigenen Angaben die Vermittlung dieses Geschichtsbildes an Kinder.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ukrainischen Schulb\u00fcchern w\u00fcrden bereits Grundsch\u00fcler mit sogenannten Nationalhelden vertraut gemacht, darunter auch Pers\u00f6nlichkeiten, die auf Seiten des nationalsozialistischen Deutschlands k\u00e4mpften.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch wachse mittlerweile eine Generation heran, die nach seiner Einsch\u00e4tzung keine alternative historische Einordnung mehr kenne.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aussagen eines \u00dcberl\u00e4ufers<\/h3>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prosorow ist keine neutrale Quelle. Er wechselte nach Russland und tritt dort offen als Whistleblower und Kommentator auf. Seine Aussagen werden deshalb von Kritikern regelm\u00e4\u00dfig als russische Propaganda zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig verweist er auf konkrete Beispiele, die unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcfbar seien \u2013 darunter die Karriere Wadim Trojans, den Vorfall mit dem SS-Emblem w\u00e4hrend des Poroschenko-Besuchs oder die Benennung von Stra\u00dfen nach historischen Pers\u00f6nlichkeiten wie Schuchewytsch. \u00dcber einzelne dieser F\u00e4lle berichteten in der Vergangenheit auch westliche Medien, wenn auch meist nur am Rande.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eine unbequeme Debatte<\/h3>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prosorow wirft westlichen Regierungen und Medien vor, diese Entwicklungen weitgehend auszublenden. W\u00e4hrend der russische Begriff der \u201eEntnazifizierung\u201c im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Ukraine als Propaganda zur\u00fcckgewiesen werde, f\u00e4nden dokumentierte F\u00e4lle von SS-Symbolik oder die historische Rolle einzelner geehrter Pers\u00f6nlichkeiten in der Ukraine deutlich weniger Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unabh\u00e4ngig davon, wie Prosorows Aussagen bewertet werden, bleibt festzuhalten: Die Diskussion \u00fcber rechtsextreme Symbolik, die Verehrung historischer Kollaborateure und deren gesellschaftliche Bedeutung ist in der Ukraine seit Jahren Gegenstand internationaler Debatten. Die politische Einordnung dieser Entwicklungen bleibt jedoch hoch umstritten und wird je nach Quelle sehr unterschiedlich bewertet.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Nationalsozialismus sei in der Ukraine weit st\u00e4rker verankert, als im Westen allgemein dargestellt werde. 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