{"id":18983,"date":"2026-08-21T22:03:50","date_gmt":"2026-08-21T20:03:50","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/russlands-armee-kommt-zusammenbruch-der-ukrainischen-saporoschje-front-naeher\/"},"modified":"2026-08-21T22:03:50","modified_gmt":"2026-08-21T20:03:50","slug":"russlands-armee-kommt-zusammenbruch-der-ukrainischen-saporoschje-front-naeher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/russlands-armee-kommt-zusammenbruch-der-ukrainischen-saporoschje-front-naeher\/","title":{"rendered":"Russlands Armee kommt Zusammenbruch der ukrainischen Saporoschje-Front n\u00e4her"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Jewgeni Krutikow<\/em><\/p>\n<p>Russlands Verteidigungsministerium hat die Befreiung der Ortschaft Malaja Tokmatschka bisher noch nicht offiziell best\u00e4tigt, doch Angaben \u00fcber deren Sturm erschienen seit etwa einer Woche. Russische Sto\u00dftrupps sollen bereits im bebauten Gebiet k\u00e4mpfen, also an der wichtigsten ukrainischen Stellung am Frontabschnitt Saporoschje.<\/p>\n<p>Einige Siedlungen verbleiben so lange an der Frontlinie und erscheinen so oft in den Meldungen, dass ihr Name zum Sprichwort wird. In der Praxis werden solche Orte zur H\u00f6lle auf Erden, besonders, wenn sie eine taktisch wichtige Lage einnehmen, etwa eine gr\u00f6\u00dfere Stadt decken. Die meisten Geb\u00e4ude sind dort bis auf die Grundmauern zerst\u00f6rt, der gesamte Raum bis zum allerletzten Busch eingeschossen und die Stra\u00dfen mit zerst\u00f6rten Fahrzeugen vollgestopft.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kolonnen oder gr\u00f6\u00dfere Verb\u00e4nde ist es unm\u00f6glich, sich dort zu bewegen. Sto\u00dftrupps k\u00f6nnen sich nur in Zweier- oder Dreiergruppen bewegen, weswegen kleine Geb\u00e4ude mehrmals die Besitzer wechseln und ein sogenannter Bl\u00e4tterteig entsteht, in dem es unm\u00f6glich ist, eine genaue Frontlinie zu bestimmen und gr\u00f6\u00dfere K\u00e4mpfe als Gefechte um ein Landh\u00e4uschen zu organisieren. Dabei wird jede Bewegung sofort erfasst und die entsprechende Stellung oder Route sofort mit Minenwerfern, Drohnen und Rohrartillerie angegriffen.<\/p>\n<p>Da Frontalangriffe zu gro\u00dfen und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Verlusten f\u00fchren, setzen die Streitkr\u00e4fte an solchen Orten auf Einkesselung \u00fcber die Flanken. Doch auch hier besteht die Gefahr der Bewegung \u00fcber offenes Gel\u00e4nde, w\u00e4hrend sich der Gegner in der Regel in Deckungen befindet.<\/p>\n<p>So kann es wochen- oder gar monatelang weitergehen: Die Einnahme kleinen Ortes erweist sich f\u00fcr jede der Seiten als zu kompliziert und kostspielig. Genau das ist mit Malaja Tokmatschka passiert.<\/p>\n<p>Es ist ein Dorf im Gebiet Saporoschje, das sich von Norden nach S\u00fcden erstreckt und durch den Fluss Konka eingegrenzt ist. Um das Dorf herum liegen mehrere hohe H\u00fcgel. Auf einem davon, zwischen der Stadt Orechow und Malaja Tokmatschka, richtete das ukrainische Milit\u00e4r einen gro\u00dfen St\u00fctzpunkt ein, aus dem das gesamte Gel\u00e4nde bis zu den ukrainischen Frontstellungen weiter s\u00fcdlich unter Feuer genommen werden konnte. Am s\u00fcdlichen Dorfrand lag zudem neben der Bahnstation der Geb\u00e4udekomplex der ehemaligen Strafkolonie Nr.\u00a088, dessen Frontfassade s\u00fcdw\u00e4rts zur Steppe zeigte\u00a0\u2013 dorthin, wo russische Sto\u00dftrupps passieren mussten.<\/p>\n<p>Strafkolonien und Gef\u00e4ngnisse sowjetischer Bauart sind ideale Festungen. Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass ukrainische Truppen solche Geb\u00e4ude zur Errichtung eines Verteidigungsg\u00fcrtels nutzten.<\/p>\n<p>Diese Geb\u00e4ude sind massiv, und so wurde die Strafkolonie Nr.\u00a088 in den jahrelangen K\u00e4mpfen immer noch nicht vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Sie wechselte mehrmals die Besitzer, wobei ukrainische Truppen dorthin von der Seite des zerst\u00f6rten, aber immerhin Deckung gebenden Dorfes einr\u00fcckten, w\u00e4hrend Soldaten der 42.\u00a0Gardedivision der russischen 58.\u00a0Armee \u00fcber freies Feld marschieren mussten.<\/p>\n<p>Die Ukraine nutzte die Strafkolonie als Hauptpunkt ihrer Verteidigung. In Verbindung mit dem gro\u00dfen St\u00fctzpunkt am H\u00fcgel bildete dies einen geschlossenen Verteidigungsperimeter, der zudem sowohl von Artilleriestellungen in Orechow selbst als auch von Batterien n\u00f6rdlich der Stadt gedeckt wurde.<\/p>\n<p>Zu unterschiedlichen Zeitpunkten konzentrierte die Ukraine am Frontabschnitt Orechow Kr\u00e4fte in St\u00e4rke von mehreren Brigaden, deren Personal st\u00e4ndig rotierte. Unmittelbar in und um Malaja Tokmatschka hielt Kiews Milit\u00e4r die 65.\u00a0Separate mechanisierte Brigade Weliki Lug, die 23.\u00a0Brigade der Nationalgarde und zus\u00e4tzliche Kr\u00e4fte der sogenannten Territorialverteidigung. Ein bedeutender Teil dieser Kr\u00e4fte deckte Orechows Infrastruktur im Westen, Osten und Nordosten. Kiew lernte aus Russlands Taktik bei der Belagerung von gro\u00dfen Siedlungen und versuchte, Flankenangriffen und einer Unterbrechung der Versorgungswege der Garnison vorzubeugen.<\/p>\n<p>Doch der Frontabschnitt s\u00fcdlich von Orechow, also den zentralen Abschnitt der Verteidigung, wurde ignoriert. Somit war der Weg \u00fcber Nowodanilowka geschw\u00e4cht, der Befestigungen in Malaja Tokmatschka umging, was vom russischen Kommando ausgenutzt wurde.<\/p>\n<p>Die 42.\u00a0Division r\u00fcckte f\u00fcnf Tage lang in kleinen Gruppen \u00fcber Nowodanilowka vor, umging den befestigten H\u00fcgel und erreichte das Stadtgebiet von Orechow in der N\u00e4he der Owtscharenko- und Lessja-Ukrainka-Stra\u00dfen. Die &#8222;Festung Malaja Tokmatschka&#8220; wurde von der Stadt abgeschnitten und fand sich in einem Halbkessel wieder, ihre Versorgung wurde unterbrochen.<\/p>\n<p>Es ist anzumerken, dass Nowodanilowka praktisch vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt ist. Dort gibt es keine Stellen, die als Deckung genutzt werden k\u00f6nnte, daher hat es keinen Sinn, sich dort zu befestigen. So erwies sich der &#8222;sprunghafte&#8220; Vormarsch auf die Stadt als ein taktisch richtiger Zug.<\/p>\n<p>Aus demselben Grund ist es schwierig, von einer Befestigung in Malaja Tokmatschka zu sprechen: Mit Ausnahme der alten ukrainischen Stellungen am H\u00fcgel und der Strafkolonie Nr. 88 ist das Dorf zerst\u00f6rt. Bislang gibt es keine Meldungen \u00fcber eine Einnahme dieser Stellungen, doch nach einigen Angaben verlie\u00dfen ukrainische Truppen ihre Positionen in Tokmatschka und zogen sich nach Orechow sowie ins Gel\u00e4nde nord\u00f6stlich der Stadt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Eine vollwertige ukrainische Truppenpr\u00e4senz gibt es im leidgepr\u00fcften Dorf nicht mehr. Es ist wahrscheinlich, dass einige Versprengte im Westen der Siedlung in Kellern ausharren, doch ihre Aushebung ist nur eine Frage der Zeit.<\/p>\n<p>Der wochenlange Durchbruch nach Orechow \u00fcber Nowodanilowka war urspr\u00fcnglich nicht als Operation zur Einnahme Malaja Tokmatschkas geplant und durchgef\u00fchrt worden. Das Dorf erwies sich in Bezug auf die Gesamtlage am Frontabschnitt Orechow als ein &#8222;Ding in sich&#8220;, eine Festung vor der Stadt. Doch die Stadt selbst ist eine Schl\u00fcsselstellung des ukrainischen Milit\u00e4rs auf einer vergleichsweise geraden Front von rund hundert Kilometern L\u00e4nge. Ihr Verlust k\u00f6nnte zu einem Zusammenbruch dieser Front f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die beste Option des ukrainischen Milit\u00e4rs ist jetzt ein R\u00fcckzug auf neue Stellungen entlang des Flusses Scherebez, doch aus politischen Gr\u00fcnden, von denen sich Kiew leiten l\u00e4sst, wird dies nicht eintreten. Orechow wird nach Kr\u00e4ften gehalten werden, und ohne eine endg\u00fcltige S\u00e4uberung Malaja Tokmatschkas wird eine Offensive im bebauten Stadtgebiet, wo ebenfalls Ruinen vorherrschen, nicht einfach sein.<\/p>\n<p>Ukrainische Drohnenpiloten haben die M\u00f6glichkeit, russische Truppenbewegungen zumindest bei Tageslicht zu beobachten. Daher wird in n\u00e4chster Zeit eine systematische Jagd nach ukrainischen Drohnenoperatoren am gesamten Frontabschnitt Orechow beginnen.<\/p>\n<p>Kiew wird wahrscheinlich versuchen, entweder Reserven von anderen Frontabschnitten oder von den Flanken an den zentralen Verteidigungsabschnitt von Orechow zu verlegen. Doch damit riskiert das ukrainische Milit\u00e4r die bereits gewohnte Einkesselung.<\/p>\n<p>Im Nordosten der Stadt errichteten ukrainische Truppen einige gro\u00dfe Befestigungen, vor allem um Krasnaja Kriniza. Doch eine Verengung der Flanken k\u00f6nnte dem ukrainischen Milit\u00e4r einen \u00fcblen Streich spielen, denn urspr\u00fcnglich war die Verteidigung Orechows von der wichtigsten Flankenposition in Malaja Tokmatschka abh\u00e4ngig. Nun ist der \u00e4u\u00dfere Verteidigungsperimeter der Stadt durchbrochen und teilweise zerst\u00f6rt. Die Abwehr wird der Stadtgarnison, den Einheiten der 65.\u00a0Separaten mechanisierten Brigade zufallen, doch dies wird nicht ausreichen, um die Offensive der russischen 58.\u00a0Armee an einer breiteren Front als nur die Stadt Orechow zu stoppen.<\/p>\n<p>Das ukrainische Milit\u00e4r steht vor der Wahl: Orechow aus politischen Gr\u00fcnden quasi in ein Ebenbild von Konstantinowka zu verwandeln, dessen Verlust unvermeidlich war und vergeblich aufgeschoben wurde, oder sich auf neue Stellungen am Fluss Scherebez zur\u00fcckzuziehen. Beides wird einen faktischen Zusammenbruch der ukrainischen Saporoschje-Front bedeuten. Es ist nur eine Frage der Zeit.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/8\/21\/1444497.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Zuerst erschienen in der Zeitung Wsgljad am 21.\u00a0August.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema <\/strong>\u2013 <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/russland\/288191-medienbericht-ukrainische-polizei-fordert-einwohner\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Medienbericht: Ukrainische Polizei fordert Einwohner von Saporoschje zum Verlassen der Stadt auf<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7c0xvs\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Jewgeni Krutikow Russlands Verteidigungsministerium hat die Befreiung der Ortschaft Malaja Tokmatschka bisher noch nicht offiziell best\u00e4tigt, doch Angaben \u00fcber deren Sturm erschienen seit etwa einer Woche. 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