{"id":19336,"date":"2026-08-25T06:03:09","date_gmt":"2026-08-25T04:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/panikmacher-schattenkaempfer-millionenspenden-der-blaue-testlauf-in-sachsen-anhalt\/"},"modified":"2026-08-25T06:03:09","modified_gmt":"2026-08-25T04:03:09","slug":"panikmacher-schattenkaempfer-millionenspenden-der-blaue-testlauf-in-sachsen-anhalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/panikmacher-schattenkaempfer-millionenspenden-der-blaue-testlauf-in-sachsen-anhalt\/","title":{"rendered":"Panikmacher, Schattenk\u00e4mpfer, Millionenspenden: Der blaue Testlauf in Sachsen-Anhalt"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><strong><\/strong><em>Von Alexandra Nollok<\/em><\/p>\n<p>K\u00fcrzlich f\u00e4hrt auf dem Gehweg ein Mann mittleren Alters auf einem E-Bike nicht nur an mir vorbei. Aus heiterem Himmel vollf\u00fchrt er einen Schlenker, tritt mir vors Scheinbein, br\u00fcllt &#8222;Linke Sau!&#8220; und rast davon. Eine \u00e4ltere Dame mit Rollator fragt mich verst\u00f6rt, ob ich den kenne. Ich verneine genauso erschrocken wie sie.<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter verteilt eine Frau zwischen St\u00e4nden und einer B\u00fchne in der Innenstadt SPD-Luftballons. Ich z\u00e4hle ihr Grausamkeiten auf, die ihre Partei in Berlin den Arbeitern gerade reinw\u00fcrgt. Sie presst das Wort &#8222;Sachzw\u00e4nge&#8220; heraus, verweist auf die CDU und wehrt ab. Aus dem Koma erwacht ist auch der DGB. Ein Verdi-Mann wirbt um Mitglieder, fabuliert von &#8222;Zusammenhalt&#8220;. Ich frage ihn, ob er diese &#8222;Sozialpartnerschaft zwischen Kapital und Arbeit&#8220; meint, die nie existiert hat. Er guckt mich verst\u00f6rt an und meint, es gehe um die AfD. Als ich antworte, dass die doch auch nur Kapitalinteressen per Gesetz durchsetzen will, wie es die SPD in der Regierung auch tut, w\u00fcrgt er das Gespr\u00e4ch schnell ab. Seine Parallelwelt will er nicht verlassen.<\/p>\n<p>Je n\u00e4her die Landtagswahl r\u00fcckt, desto mehr Irrsinn breitet sich in Sachsen-Anhalt aus. Die SPD pr\u00e4sentiert sich als &#8222;Arbeiterpartei&#8220;, w\u00e4hrend sie Arbeiterrechte in die Tonne tritt. Die Gr\u00fcnen geben sich als Schutzpatron f\u00fcr Homosexuelle und trommeln zugleich am lautesten f\u00fcr Krieg gegen Russland. Die CDU fabuliert von Altbew\u00e4hrtem, w\u00e4hrend sie eine AfD-Forderung nach der anderen umsetzt. Die noch mitregierende FDP vermarktet als Resterampe ihr neoliberales M\u00e4rchen vom &#8222;Trickle-down-Effekt&#8220;. Hilflos schwankt die Linke dazwischen hin und her, weil sie den b\u00fcrgerlichen Anschluss nicht verpassen will \u2013 ein Trauerspiel.<\/p>\n<p><strong>Panik-Demokraten<\/strong><\/p>\n<p>Da muss die AfD nicht viel mehr tun, als diesem Wahnsinn ihre eigene Parallelwelt entgegenzusetzen. Ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund l\u00e4chelt in viele Kameras. Er schw\u00e4rmt vor seinen Anh\u00e4ngern sogar von der DDR, die er nie selbst erlebt hat, w\u00e4hrend seine Partei vor allem die Linke notorisch mit Stasi- und Sozialismus-Vorw\u00fcrfen \u00fcberzieht, sobald sie nur das Wort sozial in den Mund nimmt. Siegmund tingelt durch Talkshows, klagt \u00fcber Ausgrenzung, obwohl gerade nichts so pr\u00e4sent ist wie seine Partei.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sich dar\u00fcber lustig machen, wie die &#8222;b\u00fcrgerliche Mitte&#8220; und ihre Medien die AfD durch ihr Gezeter immer mehr nach oben bringen. Die Panik ist wohl ernst gemeint, so manch ein \u00f6ffentlicher Angestellter f\u00fcrchtet wohl zu Recht, demn\u00e4chst politisch &#8222;ausgemistet&#8220; zu werden, um es mit Worten eines blauen Wahlk\u00e4mpfers, der mir begegnete, auszudr\u00fccken. Dass das unter CDU-Regentschaft l\u00e4ngst dezent passiert, verschweigt man lieber. Nur der Kreis der Aussortierten k\u00f6nnte wachsen, Posten und Mandate drohen wegzubrechen. Es geht mal wieder vor allem um Geld und Status.<\/p>\n<p>In ihrer Realit\u00e4t sieht sich die b\u00fcrgerliche Mitte als Repr\u00e4sentanz der &#8222;Demokratie&#8220; im Kampf gegen &#8222;Antidemokraten&#8220;. Das ist freilich Unfug, denn auch die AfD will ihre systemst\u00fctzenden Forderungen in Gesetze gie\u00dfen. Das ist so demokratisch, wie es in der BRD schon immer war. Ihre Mischung aus Nationalismus, Autoritarismus, Chauvinismus, neoliberaler Wirtschaftspolitik und moralinsaurem Geschw\u00e4tz ist einfach nur ein wenig anders verteilt und drastischer formuliert als bei den &#8222;Altparteien&#8220;.<\/p>\n<p><strong>CDU in Blau<\/strong><\/p>\n<p>Weder Mainstream noch Alternativmedien sprechen gern dar\u00fcber, dass das\u00a0<a href=\"https:\/\/afd-regierungsprogramm.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">AfD-Programm<\/a>\u00a0sich inhaltlich viel weniger von <a href=\"https:\/\/www.cdulsa.de\/sites\/www.cdulsa.de\/files\/downloads\/regierungsprogramm_ltw_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dem der CDU<\/a> unterscheidet, als vielfach angenommen. Ein pr\u00e4gnantes Bullshit-Beispiel klingt direkt wie abgeschrieben von einer der Unionsparteien: Die AfD will &#8222;das Christentum besonders f\u00f6rdern&#8220; \u2013 ausgerechnet in dem Bundesland mit dem geringsten Anteil an Kirchenmitgliedern von nicht einmal 14 Prozent.<\/p>\n<p>Wie die CDU fordert die AfD eine unbezahlte Arbeitspflicht f\u00fcr Asylbewerber. Die gibt es in Teilen Sachsen-Anhalts aber l\u00e4ngst. Kommunen ersetzen gern regul\u00e4r entlohnte Jobs etwa in der Parkpflege durch unbezahlt arbeitende Fl\u00fcchtlinge und Arbeitslose. Auch Ukrainer will sie nicht mehr als Kriegsfl\u00fcchtlinge anerkennen, wohl wissend, dass die CDU das l\u00e4ngst \u00fcber die EU durchgesetzt hat und die Ukraine Zur\u00fcckgeschickte unter Zwang an der Front gegen Russland verheizen wird. Das passt so wenig zum angeblichen Antikriegskurs der AfD wie ihre mit den &#8222;Altparteien&#8220; kompatiblen Forderungen nach mehr Aufr\u00fcstung, mehr Milit\u00e4rindustrie und mehr vereinfachten Waffenexporten in alle Welt.<\/p>\n<p>Im Mai etwa stimmte die AfD gemeinsam mit der CDU im Stadtrat der sachsen-anhaltischen Kleinstadt Sangerhausen f\u00fcr die Ansiedlung des israelischen R\u00fcstungskonzerns Elbit Systems \u2013 V\u00f6lkermord in Pal\u00e4stina und m\u00f6gliche Gesch\u00e4fte mit der Ukraine hin oder her. Das alles gehe uns in Deutschland gar nichts an, r\u00e4umte Hans-Thomas Tillschneider im <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=waQYyRUTaOg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Interview<\/a> mit dem <em>Compact-Magazin<\/em> freim\u00fctig ein.\u00a0Einzig die 400 versprochenen Arbeitspl\u00e4tze und steuerliche Mehreinnahmen z\u00e4hlten. Was er nicht sagt: Er meint die Steuern der Arbeiter, die ohnehin nur an den Bund flie\u00dfen, denn Unternehmenssteuern will die AfD am liebsten senken.<\/p>\n<p><strong>Marktradikale Hirngespinste<\/strong><\/p>\n<p>In Sachen Steuern hat Siegmunds Partei wohl rege bei US-amerikanischen Tech-Oligarchen abgekupfert. Sie will sogar &#8222;Sonderwirtschaftszonen in Sachsen-Anhalt pr\u00fcfen&#8220; lassen. Gemeint sind Gebiete, in denen Konzerne kaum oder keine Steuern zahlen und normale Arbeitsrechte f\u00fcr Besch\u00e4ftigte nicht gelten. Das ist nach derzeitiger Rechtslage zwar nicht durchsetzbar. Doch Gesetze kann man perspektivisch \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Sonderwirtschaftszonen sind ein Fetisch sogenannter Marktlibert\u00e4rer. Das sind neoliberale Extremisten wie die Tech-Milliard\u00e4re Elon Musk und Peter Thiel. Und wer h\u00e4tte das gedacht: Auch in der CDU-nahen <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/de\/einzeltitel\/-\/content\/sonderwirtschaftszonen-als-strukturpolitische-reformoption-in-deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Konrad-Adenauer-Stiftung<\/a> finden solche marktradikalen Hirngespinste gro\u00dfen Anklang. Da kann man sich schon einig werden.<\/p>\n<p><strong>Mehr vom Gleichen<\/strong><\/p>\n<p>Bei vielem geht die AfD just ein bisschen weiter als die in Sachsen-Anhalt regierenden Parteien CDU, SPD und FDP. Sie m\u00f6chte Lehrer und \u00f6ffentliche Angestellte zu patriotischen Bekenntnissen n\u00f6tigen, die Polizei noch st\u00e4rker aufr\u00fcsten als ohnehin schon und Ermittlungen gegen Beamte selbst nach t\u00f6dlichem Schusswaffengebrauch ganz unterbinden. Die Exekutive soll zur unangreifbaren Autorit\u00e4t werden, was sie in der Realit\u00e4t sowieso schon beinahe ist \u2013 kein Wunder, wenn die Polizei gegen sich selbst ermittelt.\u00a0<\/p>\n<p>Die AfD fordert \u00fcberdies eine &#8222;freiwillige B\u00fcrgerwacht&#8220;, also eine von Kommunen unterst\u00fctzte private B\u00fcrgerwehr. Die k\u00f6nnte der Polizei dann etwa dabei helfen, Studentenr\u00e4te dingfest zu machen, die die AfD verbieten will, oder &#8222;die Antifa in die Schranken zu weisen&#8220;. Letztere will sie als &#8222;Terrororganisation&#8220; einstufen \u2013 US-Pr\u00e4sident Trump l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Und weil es keinen Verein gibt, der sich so nennt, kann man dann alle m\u00f6glichen politischen Dissidenten dem Label zuordnen, wie praktisch. Dazu passt ihr Wunsch nach Haftstrafen f\u00fcr alle, &#8222;die Deutschland verunglimpfen&#8220;. Auch das ist fast beliebig auslegbar.<\/p>\n<p>Man kann konstatieren: Unter Meinungsfreiheit verstehen die einen wie die anderen vor allem die Freiheit f\u00fcr ihre eigene Meinung und die Unterdr\u00fcckung Andersdenkender. Beide &#8222;Lager&#8220; nehmen sich da nicht so viel.<\/p>\n<p><strong>Millionen f\u00fcr den Aufstieg<\/strong><\/p>\n<p>Von wegen also, die AfD sei weniger neoliberal als Union, Gr\u00fcne, SPD oder FDP. Das vertr\u00e4gt sich wunderbar mit einem autorit\u00e4ren Staat, wie man in Ans\u00e4tzen bereits erleben kann. Reiche Spender aus der Industrie streben wohl genau das an. Davon hat auch die AfD schon reichlich: Vergangenes Jahr lag sie bei Gro\u00dfspenden von \u00fcber 35.000 Euro mit Einnahmen von fast 5,15 Millionen Euro an zweiter Stelle direkt hinter der CDU, die 6,35 Millionen <a href=\"https:\/\/donation.watch\/de\/germany\/2025\/overview\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">kassierte<\/a>.\u00a0Alle kleineren Spenden sind darin nicht enthalten.<\/p>\n<p>Ihre gr\u00f6\u00dfte Zuwendung erhielt die AfD von Henning Conle, einem deutsch-schweizerischen Immobilienhai, der die Partei bereits seit ihrem Bestehen massiv f\u00f6rdert, bis 2021 noch gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Milliard\u00e4r August von Finck junior. Millionen flossen \u00fcber Jahre in die Kassen der AfD, oft mehr oder weniger verdeckt \u00fcber Strohfirmen, Thinktanks und Werbeagenturen. Nicht, dass dies bei &#8222;Altparteien&#8220; so viel anders w\u00e4re, aber erwischen lassen sollte man sich eben dabei nicht.<\/p>\n<p>Solche Riesensummen aus Kapitalkreisen, um einer Partei den Aufstieg zu erm\u00f6glichen, passen nicht so recht zum Mythos einer angeblichen Fundamental-Opposition f\u00fcrs &#8222;kleine Volk&#8220;. Wer so viel gibt, bezweckt etwas, das sicher nicht im Interesse der Mehrheit liegt. Das ist nicht anders als bei anderen Parteien.<\/p>\n<p><strong>Kl\u00fcngeln mit Altparteien und Konzernbossen<\/strong><\/p>\n<p>Die Story von der einzig wahren Oppositionspartei h\u00e4lt sich trotzdem wacker. Das liegt vor allem an der Panikmache der selbsternannten &#8222;einzig wahren Demokraten&#8220; in Politik und Medien. Denn Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat plaudert selber gern aus, was die nicht h\u00f6ren m\u00f6chten. So fragte der Podcaster <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9J-oOOLwba4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Benjamin Berndt<\/a> ihn k\u00fcrzlich nach dem Potsdamer &#8222;Remigrationstreffen&#8220;, das einige Medien zur neuen &#8222;Wannseekonferenz&#8220; aufbliesen.<\/p>\n<p>Siegmund winkte lachend ab: Das sei nur eine von vielen Zusammenk\u00fcnften mit Kadern verschiedener Parteien, auch der CDU, und einflussreichen Unternehmern gewesen. So schmiede die AfD n\u00e4mlich &#8222;Netzwerke&#8220; mit der Wirtschaft und anderen politischen Fraktionen und sammle gleich noch Spenden ein.<\/p>\n<p>Damit sprach er aus, was in Sachsen-Anhalt jeder, der es will, l\u00e4ngst wissen kann. Mich erinnert das spontan an 2017: In Oebisfelde, einer Kleinstadt nahe Magdeburg, lud die AfD zu einer Wahlwerberunde ein, getarnt als &#8222;B\u00fcrgerstammtisch&#8220;. Die Volkssolidarit\u00e4t stellte den Saal, es gab Freigetr\u00e4nke, Gratish\u00e4ppchen und ein Podium. Auf diesem sa\u00dfen nicht nur AfD-Mitglieder, sondern einflussreiche Unternehmer, CDU- und FDP-Politiker, die \u2013 man staunte \u2013 f\u00fcr die Wahl der AfD warben und mit Spenden f\u00fcr sie protzten. Von Ausgrenzung war schon damals vor neun Jahren nichts zu merken \u2013 daran hat sich nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig veranstaltet die AfD in Ostdeutschland Treffen dieser Art. Das h\u00e4tte jeder Journalist vor Ort herausfinden k\u00f6nnen. Doch die Presse entr\u00fcstet sich lieber \u00fcber Einzelf\u00e4lle. So schwadronierte zum Beispiel die regionale <em>Volksstimme<\/em> 2022 von einem &#8222;Geheimtreffen&#8220; und fragte scheinheilig: &#8222;Machten CDU und AfD in Sachsen-Anhalt gemeinsame Sache?&#8220; Erst k\u00fcrzlich kochte nicht nur der <em>Tagesspiegel<\/em> einen neuen <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/nach-spende-und-wahlempfehlung-fur-afd-cdu-in-sachsen-anhalt-pruft-parteiausschluss-eines-lokalpolitikers-15963713.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Aufreger<\/a> hoch: Ein CDU-Politiker hatte 10.000 Euro an die AfD gespendet. \u2013 Ach was?<\/p>\n<p><strong>Realit\u00e4tsflucht und Schattenkampf<\/strong><\/p>\n<p>Dieses &#8222;Business as usual&#8220; ist den selbsternannten &#8222;Mittedemokraten&#8220; wohl selber ganz sch\u00f6n peinlich. In der Realit\u00e4t kl\u00fcngeln sie seit langem so rege mit der AfD, dass dies nicht einmal den Linken am Katzentisch entgangen sein kann. Doch die Linke fl\u00fcchtet gleicherma\u00dfen vor der Wahrheit und buhlt so peinlich wie vergeblich darum, die CDU m\u00f6ge endlich ihre einzig real existierende Brandmauer zu ihr einrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Wer sich auf keine Seite stellt, kann sich in Sachsen-Anhalt nur f\u00fchlen wie ein fehlplatzierter Statist inmitten eines irren Schattenkampfes zwischen zwei Lagern in ihrer jeweils eigenen Parallelwelt: Zwei Lager, die winzige Unterschiede maximal aufblasen, Panik sch\u00fcren, Unsinn reden, Realit\u00e4t ausblenden, Arbeiter betr\u00fcgen, Arme \u00e4rmer machen (wollen) und Aggressionen sch\u00fcren, die auf den Stra\u00dfen sp\u00fcrbar sind.<\/p>\n<p>Siegmund braucht sich dabei nur zu pr\u00e4sentieren und l\u00e4chelnd Kulturkampfphrasen von Gendersternchen-Verboten, &#8222;Linksterroristen&#8220; und verpflichtenden Deutschlandfahnen zu dreschen, die nicht erkl\u00e4ren, wie die Leute morgen von Geld, das sie nicht haben, ihre Mieten zahlen sollen. Das tun die anderen aber auch nicht.<\/p>\n<p>Der Frust im Bundesland mit dem h\u00f6chsten Altersdurchschnitt Deutschlands ist also vorprogrammiert. Und Siegmund sieht das wohl voraus. Unter anderem in dem oben verlinkten Podcast versucht er dementsprechend vorzubeugen: Er k\u00f6nne so schnell nicht sehr viel \u00e4ndern, weil die CDU ihm einen Scherbenhaufen hinterlassen habe, betonte er. Klar, W\u00e4hler sollte man l\u00e4nger bei der Stange halten als einen Wahlkampf lang.<\/p>\n<p>Der Scherbenhaufen ist real. Und Siegmund wei\u00df wie auch die &#8222;Altparteien&#8220;, dass h\u00e4rtere CDU-Politik das Leben der Mehrheit nicht verbessern kann. Wer das System aber verwalten will, spricht Systemursachen besser gar nicht an. Im Kreieren von Problemen, um von echten Problemen abzulenken, \u00fcbertrumpfen sie sich alle. In Sachsen-Anhalt probt das Kapital nur einen Testlauf \u2013 mit neuen Protagonisten.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema\u00a0\u2012<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/289461-streisand-effekt-der-spiegel-bereitet-siegmund-seinen-epstein-weinstein-moment\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Streisand-Effekt: Der Spiegel sorgt f\u00fcr Gratiswerbung f\u00fcr die AfD<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7cen58\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Alexandra Nollok K\u00fcrzlich f\u00e4hrt auf dem Gehweg ein Mann mittleren Alters auf einem E-Bike nicht nur an mir vorbei. 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