{"id":19437,"date":"2026-08-25T17:02:10","date_gmt":"2026-08-25T15:02:10","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/vw-stellenabbau-belegschaft-protestiert-gegen-oliver-blumes-sparplan-38157384-html\/"},"modified":"2026-08-25T17:02:10","modified_gmt":"2026-08-25T15:02:10","slug":"vw-stellenabbau-belegschaft-protestiert-gegen-oliver-blumes-sparplan-38157384-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/vw-stellenabbau-belegschaft-protestiert-gegen-oliver-blumes-sparplan-38157384-html\/","title":{"rendered":"Betriebsversammlung: VW-Belegschaft pfeift Blume aus: Streit um Sparkurs eskaliert"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Oliver Blume will VW gesundschrumpfen. Doch auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg schl\u00e4gt dem Konzernchef massiver Widerstand entgegen: Besch\u00e4ftigte pfeifen und die IG Metall droht mit einem harten Konflikt<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Volkswagen-Chef Oliver Blume st\u00f6\u00dft mit seinem Umbauplan f\u00fcr Europas gr\u00f6\u00dften Autobauer auf massiven Protest der Besch\u00e4ftigten. Teilnehmern zufolge quittierten die mehr als 10.000 VW-Besch\u00e4ftigten in und vor der Halle seine Rede auf der au\u00dferordentlichen Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg mit Pfiffen und bekundeten ihren Protest mit Schildern und Transparenten. Blume erkl\u00e4rte einmal mehr, dass VW unter gro\u00dfem Druck von US-Z\u00f6llen, geopolitischen Risiken und neuen Rivalen Kosten senken und schlanker werden m\u00fcsse. Bei den Arbeitnehmervertretern stie\u00df er damit auf scharfe Kritik.\u00a0<\/p>\n<p>Die IG Metall k\u00fcndigte Widerstand gegen die Abbaupl\u00e4ne des Managements an. \u201eKooperation ist m\u00f6glich, aber wenn der VW-Vorstand einzig den Weg des Abbaus und der K\u00fcrzungen einschl\u00e4gt, werden wir uns dem mit aller Kraft entgegenstellen\u201c, sagte <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/vw-konzern--ig-metall-droht-mit-harten-massnahmen----sehr-alarmiert--38155016.html?utm_medium=standard&amp;utm_source=rss\" title=\"Streit um VW-Werke: \u201eWir m\u00fcssen immer in der Lage sein, zu eskalieren\u201c\">IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gr\u00f6ger<\/a>. \u201eDann steht Volkswagen ein Konflikt bevor, der h\u00e4rter werden kann als zuvor.\u201c<\/p>\n<\/p>\n<p>Vor der B\u00fchne hielten Vertrauensleute der IG Metall dem Management Parolen wie \u201eTarifbruch stoppen!\u201c und \u201eUnsere Jobs sind nicht Eure Bilanzkorrektur!\u201c entgegen, wie Teilnehmer berichteten. Betriebsratschefin Daniela Cavallo verurteilte die k\u00fcrzlich von Blume genannte Zahl von weiteren 50.000 abzubauenden Stellen, die theoretisch hergeleitet worden sei, um an der B\u00f6rse gut anzukommen. \u201eMit einem CEO, der seinen Leuten nicht sagt, was ist, l\u00e4sst sich nicht arbeiten!\u201c, kritisierte sie in ihrer von frenetischem Applaus begleiteten Rede, dass bislang kein genauer Plan vorliege. \u201eUnser Vertrauen in diesen Konzernvorstand, insbesondere auch in dessen Vorsitzenden Oliver Blume, ist besch\u00e4digt. Noch nicht irreparabel. Aber besch\u00e4digt.\u201c Cavallo warf Blume vor, weiterhin Details zu seinen Pl\u00e4nen schuldig zu bleiben. Blume habe seine Chance verpasst, sagte sie nach der Betriebsversammlung.<\/p>\n<p>Auch Niedersachsens Ministerpr\u00e4sident Olaf Lies kritisierte den Sparkurs des VW-Konzernvorstands. Wie die Arbeitnehmervertreter lehnte Lies zudem die vom Management vorgeschlagenen Fabrikschlie\u00dfungen ab. \u201eEs geht jetzt nicht um die Frage der Werkschlie\u00dfung.\u201c Der Vorstand m\u00fcsse Konzepte vorlegen, wie die Kapazit\u00e4ten an den bestehenden Standorten besser ausgesch\u00f6pft werden k\u00f6nnten \u2013 durch attraktivere Fahrzeuge, aber auch durch \u201eErg\u00e4nzungen\u201c, wie etwa R\u00fcstungsproduktion. Die Arbeitnehmerbank und die Vertreter des Landes hatten im Aufsichtsrat Blumes Umbauplan zun\u00e4chst verhindert. Am 4. September soll das Kontrollgremium erneut dar\u00fcber beraten.<\/p>\n<p>Insidern zufolge haben das Land und die Arbeitnehmer jeweils eigene Vorschl\u00e4ge erarbeitet, wie das Unternehmen aus der Krise kommen soll. Bei der n\u00e4chsten Aufsichtsratssitzung liegen damit insgesamt drei Beschlussvorlagen vor, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Sprecher des Aufsichtsrats, des Landes und des Betriebsrats lehnten eine Stellungnahme dazu ab. Offen ist, wie es bei einem Scheitern von Blumes Plan im Aufsichtsrat weitergeht. Als eine M\u00f6glichkeit wird eine au\u00dferordentliche Hauptversammlung angef\u00fchrt, die dann \u00fcber die Zukunft des Unternehmens entscheiden muss.<\/p>\n<h2>VW-Chef Blume: \u201eWir k\u00e4mpfen um industrielle Perspektiven\u201c<\/h2>\n<p>Blume sagte vor der Belegschaft, das Aus von vier deutschen Werken sei keine beschlossene Sache. Es sollten vielmehr in den n\u00e4chsten sechs bis zw\u00f6lf Monaten \u201ebelastbare Perspektiven\u201c f\u00fcr alle Standorte geschaffen werden. \u201eUnser Anspruch ist klar: Wir k\u00e4mpfen um industrielle Perspektiven und um Besch\u00e4ftigung f\u00fcr unsere Standorte\u201c, sagte Blume laut Mitteilung. Die Konzernmarken h\u00e4tten den Auftrag, gemeinsam mit den Werken \u201ekonkrete Optionsr\u00e4ume\u201c zu erarbeiten. F\u00fcr die VW-Werke in Emden, Hannover, Zwickau und das Audi-Werk Neckarsulm gebe es noch keine \u201ewettbewerbsf\u00e4hige\u201c Belegung f\u00fcr die 2030er-Jahre. Doch Schlie\u00dfungen seien \u201eimmer die letzte und teuerste L\u00f6sung.\u201c<\/p>\n<p>Der VW-Chef machte deutlich, dass die Kosten au\u00dferhalb der Fahrzeugproduktion sinken m\u00fcssten, da sie 30 Prozent \u00fcber dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen l\u00e4gen. Dabei sei die von ihm fr\u00fcher genannte Zahl von 50.000 Stellen, die zur Disposition st\u00fcnden, keine Zielgr\u00f6\u00dfe, sondern eine theoretische Rechengr\u00f6\u00dfe. \u201eAus heutiger Sicht entf\u00e4llt etwa die H\u00e4lfte des Anpassungsbedarfs auf Deutschland, die andere international \u2013 in insgesamt rund 170 Gesellschaften\u201c, erg\u00e4nzte der VW-Konzernchef. \u201eW\u00fcrden wir in Deutschland weitermachen wie bisher, h\u00e4tten wir dauerhaft einen Nachteil von rund 1,5 Mrd. Euro pro Jahr. Genau deshalb stehen wir unter gro\u00dfem Handlungsdruck.\u201c Es solle auch k\u00fcnftig \u201eso weit wie m\u00f6glich\u201c auf freiwilliges Ausscheiden \u00fcber Renteneintritte und einvernehmliche Vereinbarungen gesetzt werden, versicherte Blume.<\/p>\n<p>Sollte Volkswagen seine Stellenabbaupl\u00e4ne umsetzen, fiele jeder sechste direkte Job in der Autoindustrie in Deutschland weg, rechnete Cavallo vor: Der Abbau von 50.000 Stellen sei bereits beschlossen. Dazu k\u00e4men die 25.000 Arbeitspl\u00e4tze, die Blume nun angek\u00fcndigt habe, plus ab Anfang des kommenden Jahrzehnts rund 40.000 Arbeitspl\u00e4tze in den vier Werken, sollten diese geschlossen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Arbeitnehmervertretung lehnt Werksschlie\u00dfungen und betriebsbedingte K\u00fcndigungen strikt ab. Arbeitskosten zu senken, Personal abzubauen und Standorte infrage zu stellen, sei allein kein Zukunftsprogramm. Es mangele an einer Strategie f\u00fcr neue Technologien und Produkte. Die Fabrikkosten machten im \u00dcbrigen nur ein Siebtel der Gesamtkosten aus, argumentierte der Betriebsrat. Die Kernmarke VW m\u00fcsse sich im Vergleich mit Konkurrenten nicht verstecken. \u201eWir auf Arbeitnehmerseite haben kein Erkenntnisproblem\u201c, sagte sie. \u201eWir wissen um die schwierige Gesamtlage der Automobilindustrie \u2013 und damit auch um den Handlungsbedarf f\u00fcr Volkswagen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Oliver Blume will VW gesundschrumpfen. 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