{"id":19562,"date":"2026-08-26T14:31:32","date_gmt":"2026-08-26T12:31:32","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/bomben-scheiterten-nun-soll-es-der-wirtschaftskrieg-richten-riskiert-trump-eskalation-mit-china\/"},"modified":"2026-08-26T14:31:32","modified_gmt":"2026-08-26T12:31:32","slug":"bomben-scheiterten-nun-soll-es-der-wirtschaftskrieg-richten-riskiert-trump-eskalation-mit-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/bomben-scheiterten-nun-soll-es-der-wirtschaftskrieg-richten-riskiert-trump-eskalation-mit-china\/","title":{"rendered":"Bomben scheiterten, nun soll es der Wirtschaftskrieg richten \u2013 riskiert Trump Eskalation mit China?"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Armin Schmitt<\/em><\/p>\n<p>Am Montag verlagerte Donald Trump den Kampf gegen Teheran vom Schlachtfeld an die Wirtschaftsfront. Finanzminister Scott Bessent k\u00fcndigte eine neue Sanktionsoffensive an und sprach von einem &#8222;\u00f6konomischen D-Day&#8220;. Washington will damit die verbleibenden wirtschaftlichen Lebensadern der Islamischen Republik kappen \u2013 in der Hoffnung, die iranische F\u00fchrung dadurch zur Kapitulation zu zwingen.<\/p>\n<p>Als Trump vor fast sechs Monaten die Operation &#8222;Epic Fury&#8220; startete, hoffte er, die milit\u00e4rische \u00dcberlegenheit der USA w\u00fcrde den Sturz der Islamischen Republik herbeif\u00fchren. Nachdem dieses Ziel mittels Luftangriffen verfehlt wurde, setzte Washington auf einen anderen Ansatz, n\u00e4mlich Diplomatie: Im Juni boten die USA Iran eine Lockerung der Sanktionen und Investitionen in Milliardenh\u00f6he an \u2013 im Gegenzug sollte Teheran die Stra\u00dfe von Hormus \u00f6ffnen und seine nuklearen Ambitionen aufgeben. Doch auch dieser Kurs blieb erfolglos.<\/p>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Der US-Luftkrieg gegen Iran hat die amerikanischen Raketenbest\u00e4nde erheblich ausged\u00fcnnt \u2013 selbst bei Flugabwehrraketen zum Schutz der eigenen St\u00fctzpunkte in der Region soll Washington inzwischen mit Engp\u00e4ssen k\u00e4mpfen. Zugleich verweigerte Teheran in den Verhandlungen mit den USA jede nennenswerte Zugest\u00e4ndnisbereitschaft im Sinne Trumps beim Atomprogramm und pr\u00e4sentierte stattdessen eine lange Liste eigener Forderungen, darunter Reparationszahlungen.<\/p>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Mit der &#8222;Operation Economic Outcast&#8220; hatte die US-Regierung am Montag\u00a0 eine Strategie gegen Iran angek\u00fcndigt, die Trump bereits in seiner ersten Amtszeit unter dem Schlagwort &#8222;maximaler Druck&#8220; verfolgt hatte.\u00a0Im Zentrum der neuen Strategie stehen m\u00f6gliche Sekund\u00e4rsanktionen gegen L\u00e4nder und Unternehmen, die weiterhin Gesch\u00e4fte mit Iran machen und damit Iran wirtschaftlich st\u00fctzen. Besonders China ger\u00e4t dabei ins Visier. Peking ist der mit Abstand wichtigste Abnehmer iranischen \u00d6ls \u2013 und damit zugleich die wichtigste St\u00fctze f\u00fcr die wirtschaftliche \u00dcberlebensf\u00e4higkeit Teherans.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"521\">Es ist\u00a0jedoch unwahrscheinlich, dass Trump wegen der Iran-Krise in gro\u00dfem Umfang Sanktionen gegen China verh\u00e4ngen wird. Der erste Grund ist geopolitischer Natur: Chinas Staatspr\u00e4sident Xi Jinping wird am 24. September erstmals seit 2015 zu einem Staatsbesuch in Washington erwartet. Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Gro\u00dfm\u00e4chten sind fragil, derzeit herrscht zwischen Washington und Peking bestenfalls ein Waffenstillstand. Unter keinen Umst\u00e4nden d\u00fcrfte Trump das Verh\u00e4ltnis kurz vor dem Gipfel unn\u00f6tig belasten wollen.<\/p>\n<p data-start=\"523\" data-end=\"892\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Den zweiten Grund r\u00e4umte Bessent selbst beinahe beil\u00e4ufig ein. &#8222;Warum sollten wir das globale Finanzsystem in die Luft jagen?&#8220;, fragte der US-Finanzminister vor Journalisten. Die Botschaft dahinter ist klar: Eine konsequente Durchsetzung der Iran-Sanktionen gegen China k\u00f6nnte nicht nur Teheran treffen, sondern das gesamte globale Finanz- und Handelssystem ersch\u00fcttern.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"216\">Peking hat die USA nach Bessents Ank\u00fcndigung gewarnt, mit Vergeltungsma\u00dfnahmen zu reagieren, sollten chinesische Unternehmen von einer erheblichen Ausweitung der neuen US-Sekund\u00e4rsanktionen gegen Iran betroffen sein.<\/p>\n<p data-start=\"218\" data-end=\"657\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Die am Montag von US-Finanzminister Bessent vorgestellten Ma\u00dfnahmen richten sich bislang gegen Unternehmen mit Sitz in Hongkong und auf dem chinesischen Festland. Gro\u00dfe chinesische Finanzinstitute wurden jedoch zun\u00e4chst verschont. China bezeichnete die US-Sanktionen als illegal. Der Handel mit der Islamischen Republik &#8222;sollte nicht behindert oder gest\u00f6rt werden&#8220;, erkl\u00e4rte Peking.<\/p>\n<p data-start=\"218\" data-end=\"657\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Mit den Sekund\u00e4rsanktionen\u00a0wollten die USA nach eigenen Angaben allen Staaten und Unternehmen, die weiterhin Gesch\u00e4fte mit Teheran machen, den Zugang zum US-Dollar und damit zum amerikanischen Finanzsystem verwehren. Gegen China k\u00f6nnte sich eine solche Drohung am Ende jedoch als Eigentor erweisen. Innerhalb der BRICS-Staaten gibt es seit Langem Bestrebungen, die Abh\u00e4ngigkeit vom Dollar zu verringern und langfristig ein st\u00e4rker auf dem chinesischen Yuan basierendes Finanzsystem aufzubauen.<\/p>\n<p data-pm-slice=\"1 1 []\">Gegen China, die Vereinigten Arabischen Emirate, die T\u00fcrkei und den Irak \u2013 die wichtigsten Handelspartner der Islamischen Republik vor Beginn des Konflikts \u2013 wurden bislang allerdings keine unmittelbaren Ma\u00dfnahmen verh\u00e4ngt. Insofern stellt sich die Frage: Handelt es sich bei Trumps Ank\u00fcndigung erneut um eine politische Show \u2013 oder riskiert er mit einer tats\u00e4chlichen Ausweitung der Sanktionen eine Eskalation mit Peking? Vieles spricht f\u00fcr Ersteres. Ein Indiz daf\u00fcr ist, dass Trump in dieser Woche den pakistanischen Milit\u00e4rchef nach Teheran entsandte, um den Gespr\u00e4chskanal zu Teheran offen zu halten.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"220\">Dabei ist auch zu beobachten: Der Brent-\u00d6lpreis fiel auf 86 US-Dollar je Barrel, nachdem am Dienstag Berichte dar\u00fcber bekannt geworden waren, dass Iran und Oman erneut \u00fcber einen &#8222;gemeinsamen tempor\u00e4ren Schifffahrtskorridor&#8220; durch die Stra\u00dfe von Hormus beraten. Der Schritt ist ein weiterer Hinweis darauf, dass sich Irans Handelspartner von der Drohung der USA mit einem Wirtschaftskrieg bislang nicht einsch\u00fcchtern lassen.\u00a0<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"220\"><strong>Mehr zum Thema <\/strong>\u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/freedert.online\/der-nahe-osten\/289653-nahost-ohne-washington\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ein Naher Osten ohne Washington<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7cepb0\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Armin Schmitt Am Montag verlagerte Donald Trump den Kampf gegen Teheran vom Schlachtfeld an die Wirtschaftsfront. 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