{"id":19565,"date":"2026-08-26T15:02:04","date_gmt":"2026-08-26T13:02:04","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/cyberattacken-auslaendischer-dienste-auf-deutsche-firmen-gestiegen-38162612-html\/"},"modified":"2026-08-26T15:02:04","modified_gmt":"2026-08-26T13:02:04","slug":"cyberattacken-auslaendischer-dienste-auf-deutsche-firmen-gestiegen-38162612-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/cyberattacken-auslaendischer-dienste-auf-deutsche-firmen-gestiegen-38162612-html\/","title":{"rendered":"Cyberattacken: Angriffe ausl\u00e4ndischer Geheimdienste auf deutsche Firmen nehmen zu"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Deutsche Firmen melden deutlich mehr Cyberattacken durch Geheimdienste. Bitkom und Verfassungsschutz sehen China und Russland als Hauptakteure \u2013 die Sch\u00e4den gehen in die Milliarden<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Deutsche Unternehmen haben in den zur\u00fcckliegenden zw\u00f6lf Monaten deutlich mehr Angriffe ausl\u00e4ndischer Geheimdienste wahrgenommen als im Jahr zuvor. Nach Angaben des IT-Branchenverbands Bitkom sahen von den Unternehmen, die Sabotage, Spionage oder Diebstahl erlebt haben, 37 Prozent einen ausl\u00e4ndischen Nachrichtendienst am Werke, nach 28 Prozent im Vorjahr.<\/p>\n<p>62 Prozent der Betroffenen erlebten Angriffe durch kriminelle Banden, ein R\u00fcckgang um sechs Prozentpunkte im Vergleich zu 2025. Jeweils acht Prozent der Unternehmen erlebten Angriffe von Kunden beziehungsweise Lieferanten. Mehrfachnennungen waren m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Das, was die Firmen hier wahrnehmen, deckt sich mit der Einsch\u00e4tzung des Bundesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz (BfV), das bereits seit einigen Monaten auf eine erh\u00f6hte Gef\u00e4hrdung hinweist. Dabei steht die R\u00fcstungsindustrie besonders im Fokus. H\u00e4ufiger als in der Vergangenheit beobachten die Sicherheitsbeh\u00f6rden, dass Verkehrswege, Energieunternehmen und andere Einrichtungen, die zur kritischen Infrastruktur z\u00e4hlen, ausgesp\u00e4ht werden.<\/p>\n<h2>Vermehrte Industriespionage aus Russland<\/h2>\n<p>Verfassungsschutz-Pr\u00e4sident Sinan Selen sagt, China habe sich fr\u00fcher vor allem auf Industriespionage fokussiert, setze inzwischen st\u00e4rker auch auf \u201edas Abziehen von Informationen im politischen Raum\u201c. Russland, das traditionell durch Desinformation und Sabotage in Erscheinung getreten sei, versuche vermehrt, mit Hilfe von Spionage F\u00e4higkeitsl\u00fccken zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Der Branchenverband Bitkom hat f\u00fcr seinen aktuellen Wirtschaftsschutzbericht rund 1000 F\u00fchrungskr\u00e4fte und IT-Verantwortliche in diesem Fr\u00fchjahr gefragt, ob ihr Unternehmen binnen eines Jahres von Diebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen wart. 67 Prozent der Befragten berichteten von entsprechenden Vorf\u00e4llen; weitere 29 Prozent gaben an, das eigene Unternehmen sei \u201evermutlich betroffen\u201c gewesen.<\/p>\n<h2>Urheber der Cyberattacken im Osten<\/h2>\n<p>Der Bitkom-Pr\u00e4sident, Ralf Wintergerst, erkl\u00e4rt, \u201edass die Spur immer weiter nach Osten f\u00fchrt\u201c. Von den Betroffenen gaben 52 Prozent an, der Angriff sei von China aus gestartet worden. In 49 Prozent der F\u00e4lle gehen die Firmen davon aus, dass sich der Angreifer in Russland aufhielt. Hier wird nicht differenziert zwischen kriminellen Angreifern und solchen im Auftrag von Geheimdiensten.<\/p>\n<p>Der Verfassungsschutz weist ohnehin schon l\u00e4nger darauf hin, dass die Abgrenzung oftmals nicht einfach ist, da sich einige staatliche Akteure \u2013 vor allem in Russland \u2013 der Dienste krimineller Hacker bedienen beziehungsweise diese gew\u00e4hren lassen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Von den befragten F\u00fchrungskr\u00e4ften gaben 34 Prozent an, ihr Unternehmen habe Angriffe aus osteurop\u00e4ischen Nicht-EU-Staaten erlebt. In zw\u00f6lf Prozent der F\u00e4lle wurde der Angreifer in Deutschland verortet. 26 Prozent der Unternehmen erlebten Angriffe aus anderen EU-L\u00e4ndern, 27 Prozent aus den USA.<\/p>\n<p>Zugenommen hat demnach die Zahl der F\u00e4lle, auf die ein Unternehmen von einer Beh\u00f6rde hingewiesen wurde. Nicht \u00fcberraschend ist, angesichts der neuen technologischen M\u00f6glichkeiten, dass die Unternehmen laut Bitkom mehr KI-gest\u00fctzte Angriffe wahrnehmen.<\/p>\n<h2>Wenn der Computer anruft<\/h2>\n<p>So gaben beispielsweise 14 Prozent der Unternehmen an, bei ihnen sei durch sogenannte Robo Calls ein Schaden verursacht worden, nach drei Prozent im Jahr zuvor. Das sind automatisierte Anrufe, bei der ein Computer eine Telefonnummer w\u00e4hlt und eine aufgezeichnete Nachricht abspielt.<\/p>\n<p>Der Anteil der Firmen, die Schaden durch Deepfakes erlitten haben, verdoppelte sich von vier auf acht Prozent. Als ein Beispiel f\u00fcr sch\u00e4dliche KI-generierte F\u00e4lschungen nennt Bitkom-Pr\u00e4sident Wintergerst manipulierte Instruktionen f\u00fcr die Inbetriebnahme eines Systems.<\/p>\n<\/p>\n<p>Ransomware-Attacken gingen zwar zur\u00fcck von 34 Prozent auf 25 Prozent. Sie blieben jedoch auch im betrachteten Zeitraum die h\u00e4ufigste Methode bei Cyberangriffen. Ransomware verschl\u00fcsselt Daten. Angreifer verlangen dann Geld, um sie wieder freizugeben, meist in Kryptow\u00e4hrung.<\/p>\n<h2>Mehr Unklarheit<\/h2>\n<p>In den zwei Jahren zuvor war der Anteil der F\u00fchrungskr\u00e4fte, die einen Angriff nicht mit Sicherheit erkennen, sondern lediglich vermuten konnten, mit jeweils zehn Prozent niedriger gewesen. Wohl auch deshalb ist die Schadenssumme f\u00fcr die deutsche Wirtschaft durch Angriffe im digitalen und analogen Raum mit mindestens 211 Mrd. Euro diesmal geringer als in den Vorjahren.<\/p>\n<p>2025 waren es rund 289 Mrd. Euro gewesen, 2024 lag die Summe bei 266,6 Mrd. Euro. Sie umfasst etwa Kosten f\u00fcr Ermittlungen, Ersatzma\u00dfnahmen, Betriebsausf\u00e4lle, Umsatzeinbu\u00dfen durch Plagiate oder den Verlust von Wettbewerbsvorteilen. Es gebe eigentlich nur zwei Arten von Unternehmen, sagt Bitkom-Pr\u00e4sident Wintergerst: \u201eDie, die gehackt worden sind und die, die es noch nicht wissen.\u201c<\/p>\n<h2>Finanzieller Schaden entsteht manchmal mit Verz\u00f6gerung<\/h2>\n<p>Aus Sicht des Verfassungsschutzes ist der verursachte Schaden, wenn es sich um staatliche Akteure handelt, jedoch h\u00e4ufig nicht finanziell exakt zu benennen. Denn wenn sich staatliche Angreifer illegal Informationen beschaffen, von denen sie sich strategische Vorteile versprechen, entsteht dem angegriffenen Unternehmen zwar zun\u00e4chst kein finanzieller Schaden. Langfristig kann der Angreifer jedoch wom\u00f6glich Nutzen aus den erbeuteten Daten ziehen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Erleichtert w\u00fcrden die Angriffe vor allem durch drei Schwachpunkte:<\/p>\n<ul class=\"rte--list\">\n<li>Fehlkonfiguration von Software<\/li>\n<li>Mangelnde Vorbereitung, um Angriffe schnell zu erkennen<\/li>\n<li>Ein defizit\u00e4res Identit\u00e4ts- und Zugangsmanagement<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Deutsche Firmen melden deutlich mehr Cyberattacken durch Geheimdienste. 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