{"id":19750,"date":"2026-08-27T15:02:28","date_gmt":"2026-08-27T13:02:28","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/verlust-der-hegemonie-durch-verblodung-der-eliten-von-hermann-ploppa\/"},"modified":"2026-08-27T15:02:28","modified_gmt":"2026-08-27T13:02:28","slug":"verlust-der-hegemonie-durch-verblodung-der-eliten-von-hermann-ploppa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/verlust-der-hegemonie-durch-verblodung-der-eliten-von-hermann-ploppa\/","title":{"rendered":"Verlust der Hegemonie durch Verbl\u00f6dung der Eliten | Von Hermann Ploppa"},"content":{"rendered":"<div><!--kg-card-begin: html--><br \/>\n<iframe title=\"Verlust der Hegemonie durch Verbl\u00f6dung der Eliten | Von Hermann Ploppa\" width=\"560\" height=\"418\" src=\"https:\/\/tube4.apolut.net\/videos\/embed\/9Cf4Lt5Qz1PwtyM3TNikhz\" allow=\"fullscreen\" sandbox=\"allow-same-origin allow-scripts allow-popups allow-forms\" style=\"border-radius: 8px\"><\/iframe><br \/>\n<!--kg-card-end: html--><\/p>\n<div class=\"kg-card kg-audio-card\"><audio src=\"https:\/\/apolut.net\/content\/media\/2026\/08\/standpunkte-20260827-apolut.mp3\" preload=\"metadata\" controls><\/audio><\/div>\n<p><strong>Trumps Kunst des Dealmakings treibt nicht zuletzt die USA selber in den Abgrund. Jetzt pr\u00fcgelt sich der amtierende US-Pr\u00e4sident nicht nur mit den Iranern, sondern auch noch mit \u2013 Kanada!<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p><em>Ein Standpunkt von<strong>\u00a0Hermann Ploppa.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Angesichts der bislang ungekannten Schw\u00e4cheanf\u00e4lle des dereinst gef\u00fcrchteten \u201eg\u00fctigen\u201c Weltenherrschers USA wird jetzt \u00f6fter \u00fcber den Niedergang von Imperien gesprochen (1). Und sogar Hollywood besch\u00e4ftigt sich jetzt mit dem Thema. In dem Film <em>\u201eOdyssee\u201c <\/em>des Regisseurs Christopher Nolan wird der Niedergang der Gro\u00dfreiche der ausgehenden Bronzezeit dramatisch aufbereitet. Ganz unsentimental werden hier die Helden der antiken homerischen Mythen als arme Tropfe entbl\u00f6\u00dft, die sinnentleert Verheerungen und Brandschatzungen von epischen Ausma\u00dfen anstellen. Und daf\u00fcr einen bitteren Preis zahlen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die noch nicht so mythischen Helden der Jetztzeit k\u00f6nnen auch nicht mehr so unumschr\u00e4nkt verheeren und brandschatzen wie noch wenige Jahre zuvor. Gewisse Erscheinungsformen des Niedergangs und der Dekadenz niedergehender Reiche werden immer \u00f6fter am Beispiel der Vereinigten Staaten von Amerika diagnostiziert. Das antike Rom war an der \u00dcberdehnung der milit\u00e4rischen Kontrolle \u00fcber unterworfene V\u00f6lker zugrunde gegangen. Zu den immer monstr\u00f6seren Milit\u00e4rausgaben kam die immer teurere Versorgung der Milit\u00e4rveteranen und die zunehmende Dekadenz der Eliten. Da war es f\u00fcr wilde Rottenf\u00fchrer wie Alarich schlie\u00dflich ein Leichtes, das einst gef\u00fcrchtete Rom mal eben ungestraft auszupl\u00fcndern.<\/p>\n<p>Der scheidende US-Pr\u00e4sident Dwight D. Eisenhower hatte in seiner Abschiedsrede im Januar 1961 bereits vor dem krebsartigen Wachstum eines Milit\u00e4risch-Industriellen Komplexes in den USA gewarnt. In 65 Jahren seitdem hat eben dieser Milit\u00e4risch-Industrielle Komplex die Zivilgesellschaft\u00a0von innen her ausgeh\u00f6hlt. Nun kommt allerdings noch eine banale Pointe hinzu: das Weltreich USA zerbr\u00f6selt im Raketentempo. Ursache ist die nicht mehr zu verheimlichende Totalverbl\u00f6dung der Eliten der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Eifer, mit dem Donald J. Trump in seiner zweiten Amtszeit das ihm anvertraute Gemeinwesen an die Wand f\u00e4hrt, ist beeindruckend. Die Ursachen sind vielgestaltig. Man muss zum einen einfach mal zur Kenntnis nehmen, dass das Gemeinwesen der USA von der Trump-Dynastie mit den Augen eines Fuchses wahrgenommen wird, der eine Gans ausweidet. \u00dcber die unglaubliche Selbstbedienungsmentalit\u00e4t der Trump-Familie ist an dieser Stelle schon berichtet worden (2). Trump streut offensichtlich Insiderwissen an seine G\u00fcnstlinge, bevor er dann auf seinem Kanal Truth Social zum Teil extreme Beschl\u00fcsse bekannt gibt. Das ist eine mittlerweile offen zur Schau getragene extreme Korruption im Wei\u00dfen Haus.<\/p>\n<p>Neben der Raffgier spielt aber auch eine extreme Ungeschicklichkeit der Administration Trump auf dem diplomatischen Parkett eine gro\u00dfe Rolle, wenn man die Beschleunigung des US-Niedergangs anschaut. Das zeigt sich im Umgang mit dem Iran-Krieg. Dieser v\u00f6lkerrechtswidrige Angriffskrieg Israels und der USA gegen die Republik Iran stie\u00df auf unerwartete Widerstandskraft der angegriffenen Iraner. Anstelle eines Blitzkriegs sind nun die USA in der Zwickm\u00fchle. Der Auftritt der US-Streitkr\u00e4fte entbl\u00f6\u00dfte bislang nicht wahrgenommene Schw\u00e4chen bei eben dieser Streitkraft. Die Lage ist tats\u00e4chlich so, dass Trump einstweilen keine milit\u00e4rischen Optionen mehr zur Verf\u00fcgung hat.<\/p>\n<p>Der Krieg besteht immer aus drei Bestandteilen: neben dem brutalen Waffengang geh\u00f6rt noch dazu, den Gegner an der wirtschaftlichen Schlagader zu erw\u00fcrgen. Die dritte Komponente ist die Propaganda. Da Trump und seine Freunde auch die Propagandaschlacht krachend verloren haben, bleibt nur noch die wirtschaftliche Strangulation des Iran. Zu diesem Behufe rief Trumps treuer Finanzminister Scott Bessent die Presse zusammen. Angek\u00fcndigt war nichts weniger, als die totale wirtschaftliche Isolation des Irans. Bessents Pressekonferenz k\u00fcndigte einen \u201eD-Day\u201c an. Der so genannte D-Day war der Tag, an dem die alliierten Truppenverb\u00e4nde von der Normandie aus die Nazi-Okkupation Frankreichs beendete und die Nazis bis zur bedingungslosen Kapitulation vor sich her trieben. Der gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Vergleich ist jetzt gerade gut genug.<\/p>\n<p>Doch die Pressekonferenz ging aus wie das Hornberger Schie\u00dfen. Bessent drohte der gesamten Weltgemeinschaft mit schweren Sanktionen, falls L\u00e4nder wie zum Beispiel China, die T\u00fcrkei oder Pakistan, weiterhin mit dem b\u00f6sen Iran Handel und Wandel treiben sollten. Als allerdings Bessent gefragt wurde, wann diese Sanktionen in Kraft treten sollten, beschied Bessent, das werde einstweilen nicht der Fall sein. Man wolle ja die globalen Lieferketten nicht gef\u00e4hrden. Aber wenn es soweit sei, werde der Iran in der gro\u00dfm\u00e4ulig Operation Economic Outcast genannten Aktion als wirtschaftlicher ge\u00e4chteter Au\u00dfenseiter dastehen. Ein ehemaliger Iran-Experte der Vorg\u00e4nger-Regierung kommentierte trocken: <\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas Problem bei der \u201aOperation Economic Outcast\u2018 ist, dass sie den Trend fortsetzt, die USA zu einem wirtschaftlichen Au\u00dfenseiter zu machen.\u201c (3)<\/p><\/blockquote>\n<p>Und der prominente B\u00f6rsenspekulant Peter Schiff lie\u00df mal wieder den Daumen nach unten gehen, wenn er feststellte: <\/p>\n<blockquote><p>\u201eDoch \u201aOperation Economic Outcast\u2018 wird nicht nur scheitern, sondern die wirtschaftliche Schlinge, die sich tats\u00e4chlich zuzieht, k\u00f6nnte am Ende jene sein, die sich um unseren eigenen Hals legt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und bei X formulierte Schiff den kompletten Bankrott der Trump-Politik: <\/p>\n<blockquote><p>\u201eBessent erkl\u00e4rte, der Grund daf\u00fcr, dass Trump lediglich mit sekund\u00e4ren Wirtschaftssanktionen drohe, diese aber derzeit nicht tats\u00e4chlich verh\u00e4nge, liege darin, dass er das globale Finanzsystem nicht \u201asprengen\u2018 wolle. Da die USA der Hauptnutznie\u00dfer dieses Systems seien, wird niemand diese Drohung ernst nehmen.\u201c (4)<\/p><\/blockquote>\n<p>Statt des erhofften \u201eD-Days\u201c gestaltete sich diese Bessent-Nummer als perfektes \u201eWaterloo\u201c f\u00fcr die Trump-Regierung. Die flauen Zustimmungswerte f\u00fcr die jetzige US-Regierung werden durch solche Rohrkrepierer sicher nicht angehoben. Was muss man geraucht haben, um auf solche fatalen Ideen zu kommen?\u00a0<\/p>\n<p><strong>Trump, der gro\u00dfe Dealmaker<\/strong><\/p>\n<p>Schon in der ersten Regierungszeit von Trump wurde immer wieder betont, dass der ehemalige Immobilienmakler Politik genauso handhaben w\u00fcrde wie einen Kuhhandel, oder vornehmer ausgedr\u00fcckt: einen \u201eDeal\u201c. So sah man Trump pl\u00f6tzlich in der nordkoreanischen Hauptstadt Pj\u00f6ngjang im herzlichen Einvernehmen mit dem Diktator Kim-jong-un plauschen. Nun ja, unorthodoxe Taktiken jenseits der eingefahrenen diplomatischen Kan\u00e4le zu nutzen, kann ganz erfrischend sein. Immerhin hatte John F. Kennedy das au\u00dfenpolitische Establishment in der Kuba-Krise umgangen, indem er seinen kleinen Bruder Robert mal eben zu Chruschtschow schickte und damit eine gro\u00dfe Konfrontation verhinderte.<\/p>\n<p>Aber die zweite Amtsperiode von Trump offenbart gnadenlos die Schw\u00e4chen einer solchen unorthodoxen Vorgehensweise. Trump hatte in den 1980er Jahren seine Weisheiten in einem Buch, das vom Ghostwriter Tony Schwarz geschrieben wurde, der staunenden \u00d6ffentlichkeit entborgen (5). Das Buch mit dem Titel <em>\u201eThe Art of the Deal\u201c<\/em>, also: die Kunst des Verhandelns, l\u00e4sst sich auf einen Satz bringen: <\/p>\n<blockquote><p>man muss ma\u00dflos \u00fcberzogene Forderungen stellen, um am Ende deutlich mehr herauszuholen als man mit einer soften Strategie erreichen w\u00fcrde. <\/p><\/blockquote>\n<p>Das liest sich wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas Beste, was Sie tun k\u00f6nnen, ist, aus einer Position der St\u00e4rke heraus zu agieren \u2013 und Hebelwirkung ist die gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke, die Sie haben k\u00f6nnen \u2026 Hebelwirkung bedeutet, etwas zu besitzen, das der andere haben will. Oder besser noch: braucht. Oder \u2013 am besten von allem \u2013 schlichtweg nicht entbehren kann.\u201c (6)<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun ja. Das mit der Hebelwirkung hat Trump zur Perfektion betrieben. N\u00e4mlich dergestalt, dass Trump Luxushotels mit extrem hohem Anteil an Fremdfinanzierung hochgezogen hat. Die unz\u00e4hligen Handwerkerbetriebe brauchten nat\u00fcrlich das Geld, das Trump ihnen schuldig war. Das war seine Hebelwirkung. Doch Trump nutzte virtuos das amerikanische Insolvenzrecht mit seinem Chapter 11, um die f\u00e4lligen Rechnungen nicht bezahlen zu m\u00fcssen. Tausende Handwerker wurden durch diese Masche um ihr Geld beschissen (7). Sechs Insolvenzen hat Trump in dieser Manier hingelegt. Und ist dabei immer reicher geworden.<\/p>\n<p>Nun wendet Trump seinen maximalistischen Verhandlungsstil auch in der internationalen Politik an. Und nutzt dabei den zweiten Hebel der Kriegsf\u00fchrung, die Propaganda. So erkl\u00e4rte Trump den 2. April 2025 zum \u201e<em>Liberation Day\u201c<\/em>. An jenem \u201eBefreiungstag\u201c wurden weltweit Basisz\u00f6lle von 10 Prozent und Extra-Z\u00f6lle in H\u00f6he von 125 Prozent gegen Einfuhren aus der Volksrepublik China verh\u00e4ngt. \u00dcber diesen Hebel nahm der Staatshaushalt der USA sch\u00e4tzungsweise 166 Milliarden Dollar ein. Diese Zollerh\u00f6hung war nat\u00fcrlich nichts weiter als eine saftige Steuererh\u00f6hung f\u00fcr die einfachen Leute in den USA. Denn die Zollerh\u00f6hung wurde ja von den Konzernen einfach an die Endverbraucher weitergereicht. <\/p>\n<p>Dass es sich hier um eine simple Steuererh\u00f6hung handelt, hat dann sogar der von Trump gepr\u00e4gte Oberste Gerichtshof der USA, der Supreme Court, eingesehen. Der erkl\u00e4rte Trumps Zollerh\u00f6hungen f\u00fcr null und nichtig. Denn Trump h\u00e4tte f\u00fcr den Einsatz des International Emergency Economic Powers Acts (IEEPA) die Zustimmung der zwei Kammern des Washingtoner Kongeresses ben\u00f6tigt. Also muss das vom Bund eingenommene Geld zur\u00fcckgezahlt werden. Zur\u00fcckgezahlt wird es indes nur an die Konzerne, denen dann freigestellt ist, ob sie das zur\u00fcck gezahlte Geld tats\u00e4chlich an die Endverbraucher weiterreichen. Zumindest die Supermarktkette Walmart will das Geld an die Endverbraucher durch stark gesenkte Preise zur\u00fcckgeben. Einhundert Milliarden Dollar sind schon umst\u00e4ndlich zur\u00fcck gezahlt. Statt Einnahmesteigerungen f\u00fcr den Staat ergeben sich jetzt gigantische Kosten und ein ebenso gigantischer Beh\u00f6rdenaufwand, um das unrechtm\u00e4\u00dfig eingenommene Geld zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>N\u00e4chster Kriegsschauplatz: Kanada<\/strong><\/p>\n<p>Kanada, bislang einer der treuesten Schildknappen der USA, wird gerade ohne Not von den USA weggesto\u00dfen. Denn anstatt dass Trump mit seiner maximalistischen Verhandlungskunst endlich mal etwas herunterf\u00e4hrt, dreht er gegen Kanada so richtig auf. Was im tr\u00fcben Gew\u00e4sser der New Yorker Immobilienhaie eine erfolgversprechende Strategie sein kann, erweist sich im internationalen Umgang als furchtbares Desaster. Es geht hier um das Leben und Leiden von Millionen unbeteiligten Menschen. Und jetzt verk\u00fcndet Trump mal eben, Kanada sei ein <em>\u201efurchtbares Land\u201c<\/em> und \u00fcberhaupt. Wir Amerikaner brauchen diese Kanadier doch gar nicht. Aber die Kanadier brauchen uns. Trump kommt hier wieder mit seiner Theorie der Hebelwirkung. Er droht den Kanadiern mit extrem hohen Z\u00f6llen.<\/p>\n<p>Der erste Teil seiner Strategie ging auf: eine kanadische Handelsdelegation konferierte drei Tage mit der amerikanischen Delegation. Die Kanadier waren dem Maximalisten Trump sehr weit entgegen gekommen. Zumindest entnehmen wir das den nachtr\u00e4glichen Berichten des kanadischen Ministerpr\u00e4sidenten Mark Carney. <\/p>\n<p>Und jetzt wieder der Blitzkrieger Trump. Am Ende des dritten Verhandlungstages kommt die amerikanische Delegation mit vollkommen \u00fcberzogenen neuen Forderungen, die vorher gar nicht Thema waren. Fri\u00df\u2019 Vogel oder stirb. Jetzt war pl\u00f6tzlich die Rede von 50 Prozent Z\u00f6llen auf in Kanada gefertigte Autoteile. Zudem sollen jetzt die Kanadier bei jedem Handel mit kritischen Mineralien die USA um Erlaubnis fragen, ob sie diese Materialien anderen L\u00e4ndern verkaufen d\u00fcrfen. <\/p>\n<p>Das Recht der ersten Nacht: die USA haben ein vertragliches Vorkaufsrecht auf alle relevanten Materialien. Zudem sollen die Kanadier den Gebrauch der franz\u00f6sischen Sprache einschr\u00e4nken. In Kanada sind seit den 1960er Jahren Englisch und Franz\u00f6sisch gleichberechtigte Amtssprachen. US-amerikanischen Unternehmern stinkt es aber, dass sie alle Verpackungen und Kommunikationen mit Kanada in den beiden Amtssprachen deklarieren m\u00fcssen. Also fordert die Trump-Regierung von Kanada, den Gebrauch der franz\u00f6sischen Sprache einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Da hat sich Trump mit seiner Kunst des Kuhhandels aber bei den Kanadiern eine blutige Nase geholt. Denn Politiker aller Parteien in Kanada heben diese frechen Eingriffe in die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t besonders hervor und schlagen daraus verst\u00e4ndlicherweise politisches Kapital. Die Kanadier sind au\u00dfer sich vor Zorn. In einer Umfrage bezeichneten 59 Prozent der Kanadier die USA als gr\u00f6\u00dfte Gefahr, weit vor Russland und China (8). Da passt es, dass Carney bereits im Januar dieses Jahres in der Volksrepublik China war, um mit<strong> <\/strong>Xi Jinping weitreichende Wirtschaftsvertr\u00e4ge abzuschlie\u00dfen. Und beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos hatte Carney in einer historischen Rede klar gemacht, dass sich die mittelgro\u00dfen M\u00e4chte jetzt gegen die Gro\u00dfen zusammentun m\u00fcssten, da sie anderenfalls auf der Speisekarte der Gro\u00dfen landen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Trump-Administration scheint nicht zu bemerken, dass die Fu\u00dftritte gegen Kanada selbstm\u00f6rderisch sind. Da ist es auch nicht hilfreich, wenn der US-Transportminister Sean Duffy Kanada mit milit\u00e4rischer Gewalt droht (9). Der Nachrichtendienst Reuters bemerkte treffend \u00fcber die Drohung von 50 Prozent Z\u00f6llen auf kanadische Autoteile:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Eskalation droht, eine der weltweit am st\u00e4rksten vernetzten Lieferketten der Automobilindustrie zu st\u00f6ren. Die US-Autoproduktion ist in hohem Ma\u00dfe von in Kanada gefertigten Teilen und Fahrzeugen abh\u00e4ngig; h\u00f6here<strong> <\/strong>Z\u00f6lle k\u00f6nnten die Kosten f\u00fcr amerikanische Autohersteller und Verbraucher in die H\u00f6he treiben und zugleich einen Handelskonflikt versch\u00e4rfen, der bereits die Kurse von Autowerten belastet hat.\u201c (10)<\/p><\/blockquote>\n<p>Konsequenterweise st\u00fcrzten die Aktien der Autokonzerne gleich in den Keller. Doch noch viel verh\u00e4ngnisvoller k\u00f6nnte sich auswirken, wenn Kanada seine \u00d6lexporte in die USA drosselt oder gar stoppt. Dabei entstehen Kanada nat\u00fcrlich auch enorme Einbu\u00dfen. Der kanadische Bundesstaat Alberta wird gerade komplett zur W\u00fcste gemacht. Bagger durchk\u00e4mmen den borealen Wald auf der Suche nach Teersand, aus dem dann Roh\u00f6l gewonnen wird. Dieses Roh\u00f6l wird in Pipelines zu Raffinerien in den USA gepumpt, wo schweres, so genanntes saures \u00d6l daraus gewonnen wird. Die USA exportieren zwar jede Menge \u00d6l in alle Welt. Es handelt sich aber um so genanntes s\u00fc\u00dfes \u00d6l, das f\u00fcr die US-Industrie nicht brauchbar ist. Die USA beziehen auf diese Weise vier F\u00fcnftel ihres Schwer\u00f6ls aus Kanada. Sollte der Zufluss dieses Schwer\u00f6ls ausbleiben, dann kann die Industrie der USA dicht machen.<\/p>\n<p>Wie soll man so etwas nennen? Nat\u00fcrlich wird die Trump-Administration auch in diesem Falle mit der Strategie der Kunst des Kuhhandels scheitern. Denn die Welt ist etwas anders gestrickt als die New Yorker Immobilienblase. Es ist nicht zu \u00fcbersehen: die strukturell bedingten Treiber des Niedergangs des Imperiums USA werden durch die komplette Verbl\u00f6dung der Eliten noch einmal massiv beschleunigt.<\/p>\n<p>Willkommen in der multipolaren Weltordnung!<\/p>\n<h3 id=\"quellen-und-anmerkungen\"><strong>Quellen und Anmerkungen<\/strong><\/h3>\n<\/p>\n<p>(1) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/apolut.net\/history-sterbende-imperien\/\">https:\/\/apolut.net\/history-sterbende-imperien\/<\/a><\/p>\n<p>(2) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/apolut.net\/trumps-schmutziger-insiderhandel-von-hermann-ploppa\/\">https:\/\/apolut.net\/trumps-schmutziger-insiderhandel-von-hermann-ploppa\/<\/a><\/p>\n<p>(3) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/asiatimes.com\/2026\/08\/join-new-iran-sanctions-or-leave-the-dollar-system-bessent\/?utm_source=The+Daily+Report&amp;utm_campaign=9480e5cec1-DAILY_16_12_2025_COPY_01&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=0_1f8bca137f-9480e5cec1-31745443&amp;mc_cid=9480e5cec1\">https:\/\/asiatimes.com\/2026\/08\/join-new-iran-sanctions-or-leave-the-dollar-system-bessent\/?utm_source=The+Daily+Report&amp;utm_campaign=9480e5cec1-DAILY_16_12_2025_COPY_01&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=0_1f8bca137f-9480e5cec1-31745443&amp;mc_cid=9480e5cec1<\/a><\/p>\n<p>(4) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/PeterSchiff\/status\/2091959908681843120?ref=apolut.net\">https:\/\/x.com\/PeterSchiff\/status\/2091959908681843120<\/a><\/p>\n<p>(5) Donald Trump with Tony Schwartz: The Art of the Deal. New York 1987<\/p>\n<p>(6) ebenda<\/p>\n<p>(7) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/investigations\/trumps-use-of-debts-and-tax-laws-spurs-concerns-about-his-methods\/2016\/10\/05\/f003423e-8b18-11e6-875e-2c1bfe943b66_story.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.washingtonpost.com\/investigations\/trumps-use-of-debts-and-tax-laws-spurs-concerns-about-his-methods\/2016\/10\/05\/f003423e-8b18-11e6-875e-2c1bfe943b66_story.html<\/a><\/p>\n<p>(8) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.politico.eu\/article\/canada-us-threat-donald-trump-greenland-iran-study-reveal\/?ref=apolut.net\">https:\/\/www.politico.eu\/article\/canada-us-threat-donald-trump-greenland-iran-study-reveal\/<\/a><\/p>\n<p>(9) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ctvnews.ca\/toronto\/video\/2026\/08\/24\/its-a-country-that-doesnt-have-a-military-us-transportation-secretary-calls-canada-foolish\/?ref=apolut.net\">https:\/\/www.ctvnews.ca\/toronto\/video\/2026\/08\/24\/its-a-country-that-doesnt-have-a-military-us-transportation-secretary-calls-canada-foolish\/<\/a><\/p>\n<p>(10) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/autos-transportation\/trump-says-he-will-raise-tariffs-all-cars-trucks-50-amid-canada-trade-spat-2026-08-24\/?utm_source=chatgpt.com\">https:\/\/www.reuters.com\/business\/autos-transportation\/trump-says-he-will-raise-tariffs-all-cars-trucks-50-amid-canada-trade-spat-2026-08-24\/?utm_source=chatgpt.com<\/a><\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Hermann Ploppa ist Politologe und Publizist. K\u00fcrzlich erschien von Ploppa das Buch \u201eDer Neue Feudalismus \u2013 Privatisierung, Blackrock, Plattformkapitalismus\u201c. Da Amazon das Buch noch nicht f\u00fchrt, kann es am besten beim Autor bestellt werden unter:\u00a0<a href=\"mailto:liepsenverlag@gmail.com\" rel=\"noopener noreferrer\">liepsenverlag@gmail.com<\/a><\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Wir danken dem Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung des Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: US-Pr\u00e4sident Donald Trump erwartet die Staats- und Regierungschefs w\u00e4hrend eines Gipfeltreffens zum Gaza-Streifen am 13. Oktober 2025 in Sharm el-Sheikh, \u00c4gypten<\/p>\n<p>Bildquelle:\u00a0<u>Alexandros Michailidis<\/u>\u00a0\/ shutterstock\u00a0<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Trumps Kunst des Dealmakings treibt nicht zuletzt die USA selber in den Abgrund. 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