{"id":19755,"date":"2026-08-27T15:03:28","date_gmt":"2026-08-27T13:03:28","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/milliarden-fuer-kiew-klimakanzler-merz-ist-in-der-ukraine-beliebter-als-in-deutschland\/"},"modified":"2026-08-27T15:03:28","modified_gmt":"2026-08-27T13:03:28","slug":"milliarden-fuer-kiew-klimakanzler-merz-ist-in-der-ukraine-beliebter-als-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/milliarden-fuer-kiew-klimakanzler-merz-ist-in-der-ukraine-beliebter-als-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Milliarden f\u00fcr Kiew: Klimakanzler Merz ist in der Ukraine beliebter als in Deutschland"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Hans-Ueli L\u00e4ppli<\/em><\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8222;Wenn du dem Fuchs verzeihst, dass er deine H\u00fchner gestohlen hat, wird er deine Schafe nehmen.&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das georgische Sprichwort ist keine Folklore f\u00fcr den Sonntag. Es beschreibt eine politische Regel: Wer einen \u00dcbergriff ohne Konsequenz durchgehen l\u00e4sst, schafft den Anreiz f\u00fcr den n\u00e4chsten. Nachsicht ohne Grenze ist kein Edelmut. Sie ist eine Einladung.<\/p>\n<p>Genau hier beginnt das Problem von Friedrich Merz. In der Ukraine sehen 64 Prozent der Befragten den deutschen Kanzler positiv. In Deutschland liegt die Zustimmung zu seiner Amtsf\u00fchrung bei 13 Prozent, andere Umfragen kommen ebenfalls auf Werte unter 10 Prozent. Rund drei Viertel der Deutschen sind mit seiner Arbeit unzufrieden. Der Unterschied l\u00e4sst sich nicht mit schlechter Kommunikation erkl\u00e4ren. Er hat mit unterschiedlichen Interessen zu tun.<\/p>\n<p>In Kiew z\u00e4hlt, wer liefert. Unter Merz geh\u00f6rt Deutschland zu den wichtigsten Unterst\u00fctzern der Ukraine. Waffen, Munition und Geld pr\u00e4gen das Bild des deutschen Kanzlers in einem Land, das sich im Krieg befindet. Dort wird Merz danach beurteilt, wie entschlossen Berlin handelt und welche Unterst\u00fctzung tats\u00e4chlich ankommt. Emmanuel Macron liegt in derselben Umfrage vor Merz. Wladimir Putin kommt auf 97 Prozent Ablehnung.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"414\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Doch wer die ukrainische Medienlandschaft kennt, wei\u00df, dass solche Zahlen mit Vorsicht zu genie\u00dfen sind. In einem Land, in dem die Regierung unter Selenskij gro\u00dfen Einfluss auf die Medien aus\u00fcbt und oppositionelle Stimmen kaum noch zu Wort kommen, darf man durchaus fragen, wie unabh\u00e4ngig solche Umfragen tats\u00e4chlich sind. Kurz gesagt: Solche Ergebnisse sollte man mit einer geh\u00f6rigen Prise Skepsis betrachten.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"770\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Also nochmals: Fast 70 Prozent der Ukrainer sehen Friedrich Merz positiv. Das \u00fcberrascht kaum. F\u00fcr ein Land, das sich im Krieg befindet und in hohem Ma\u00dfe auf ausl\u00e4ndische Unterst\u00fctzung angewiesen ist, z\u00e4hlt vor allem, wer liefert. Berlin stellt Milliarden bereit, unterst\u00fctzt Waffenlieferungen und steht politisch fest an der Seite Kiews. Das verschafft Merz in der Ukraine Anerkennung.<\/p>\n<p>Doch die Perspektive in Deutschland ist eine andere. Hier stellt sich die Frage, was diese Politik f\u00fcr das eigene Land bedeutet. Deutschland k\u00e4mpft mit schwachem Wachstum, hohen Energiekosten, maroder Infrastruktur und \u00fcberforderten Kommunen. Die Migrationspolitik bleibt ungel\u00f6st. Bei vielen B\u00fcrgern w\u00e4chst der Eindruck, dass politische Energie und finanzielle Mittel nach au\u00dfen flie\u00dfen, w\u00e4hrend die Probleme im eigenen Land nur schleppend angegangen werden. Das erkl\u00e4rt einen Teil der Ablehnung.<\/p>\n<p>Ein deutscher Bundeskanzler wird nicht nur daran gemessen, wie \u00fcberzeugend er auf internationalen Gipfeln auftritt. Er muss auch daf\u00fcr sorgen, dass die Wirtschaft funktioniert, der Staat handlungsf\u00e4hig bleibt und die B\u00fcrger das Gef\u00fchl haben, dass ihre Interessen nicht an letzter Stelle stehen. Genau an diesem Punkt verliert Merz Vertrauen.<\/p>\n<p>Au\u00dfenpolitik bietet schnelle Bilder: Gipfeltreffen, Pressekonferenzen, Solidarit\u00e4tsbekundungen und internationale Anerkennung. Innenpolitik funktioniert anders. Sie verlangt Reformen, Einschnitte und Entscheidungen, deren Erfolg sich nicht nach einer Pressekonferenz messen l\u00e4sst. Klimakanzler Merz wirkt auf der internationalen B\u00fchne deutlich sicherer als im eigenen Land. Das ist politisch gef\u00e4hrlich, denn internationale Anerkennung kann fehlendes Vertrauen im Inland nicht ersetzen. Ein Kanzler kann in Kiew als verl\u00e4sslicher Partner gelten und in Berlin trotzdem als Regierungschef scheitern, wenn die B\u00fcrger keine Verbesserung ihres eigenen Lebens sehen.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"85\">An dieser Stelle wird die Warnung des georgischen Sprichworts politisch relevant. Die &#8222;H\u00fchner&#8220; stehen f\u00fcr das, was bereits verloren gegangen ist: wirtschaftliche Dynamik, politische Glaubw\u00fcrdigkeit, Vertrauen in die staatliche Handlungsf\u00e4higkeit und die Geduld vieler B\u00fcrger. Wer diese Verluste hinnimmt und weitere Verpflichtungen \u00fcbernimmt, muss irgendwann erkl\u00e4ren, wo die Grenze liegt.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"495\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Denn irgendwann geht es nicht mehr um einzelne Milliarden oder einzelne Waffenpakete. Dann stellt sich die grunds\u00e4tzliche Frage, wie viel ein Staat nach au\u00dfen versprechen und finanzieren kann, ohne seine eigene wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilit\u00e4t zu gef\u00e4hrden. Unterst\u00fctzung braucht deshalb politische Grenzen und klare Priorit\u00e4ten. Ein deutscher Kanzler darf bei allen internationalen Verpflichtungen seine Verantwortung gegen\u00fcber den eigenen B\u00fcrgern nicht aus den Augen verlieren.<\/p>\n<p>Die hohen Zustimmungswerte f\u00fcr Merz sind daher kein Beleg f\u00fcr eine erfolgreiche deutsche Kanzlerschaft. Sie spiegeln vor allem das Bild des deutschen Klimakanzlers wider, das in Kiew vermittelt wird: ein verl\u00e4sslicher Unterst\u00fctzer, der Geld und Waffen liefert. Wie belastbar dieses Stimmungsbild tats\u00e4chlich ist, bleibt jedoch eine andere Frage, wenn kritische Medien und oppositionelle Stimmen kaum Raum erhalten und alternative Umfragen nicht zugelassen werden.<\/p>\n<p>Die Ablehnung von Merz in Deutschland wiegt schwerer: Sie entsteht im offenen politischen Wettbewerb, nicht unter dem medialen Gleichklang Kiews. Die bittere Wahrheit: Milliarden f\u00fcr Kiew sind noch lange keine gute Politik f\u00fcr Deutschland.<\/p>\n<p>Ein Kanzler muss beides k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Denn wer dem Fuchs immer wieder die H\u00fchner \u00fcberl\u00e4sst, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann die Schafe fehlen.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema\u00a0<\/strong>\u2013\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/freedert.online\/schweiz\/202642-nzz-behauptet-selenskij-ist-makellos\/\">NZZ behauptet: Selenskij ist nicht korrupt! Seine Offshore-Firmen? Nur eine Risikoreduzierung<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7ca8rg\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Hans-Ueli L\u00e4ppli &#8222;Wenn du dem Fuchs verzeihst, dass er deine H\u00fchner gestohlen hat, wird er deine Schafe nehmen.&#8220; Das georgische Sprichwort ist keine Folklore f\u00fcr den Sonntag. Es beschreibt eine politische Regel: Wer einen \u00dcbergriff ohne Konsequenz durchgehen l\u00e4sst, schafft den Anreiz f\u00fcr den n\u00e4chsten. Nachsicht ohne Grenze ist kein Edelmut. 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