{"id":19777,"date":"2026-08-27T17:03:43","date_gmt":"2026-08-27T15:03:43","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/uncategorized\/foreign-affairs-schlaegt-alarm-die-usa-begannen-den-iran-krieg-jetzt-fuehrt-trumps-krieg-washington-in-die-strategische-sackgasse\/"},"modified":"2026-08-27T17:03:43","modified_gmt":"2026-08-27T15:03:43","slug":"foreign-affairs-schlaegt-alarm-die-usa-begannen-den-iran-krieg-jetzt-fuehrt-trumps-krieg-washington-in-die-strategische-sackgasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/uncategorized\/foreign-affairs-schlaegt-alarm-die-usa-begannen-den-iran-krieg-jetzt-fuehrt-trumps-krieg-washington-in-die-strategische-sackgasse\/","title":{"rendered":"Foreign Affairs schl\u00e4gt Alarm: Die USA begannen den Iran-Krieg \u2013 jetzt f\u00fchrt Trumps Krieg Washington in die strategische Sackgasse"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist nicht Teheran, nicht Moskau und auch kein erkl\u00e4rter Gegner der Vereinigten Staaten, der dieses vernichtende Urteil f\u00e4llt. Es kommt ausgerechnet aus einem der einflussreichsten au\u00dfenpolitischen Magazine der USA \u2013 und von einem Mann, der die amerikanische Iran-Politik selbst mitgestaltet hat.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter der \u00dcberschrift \u201eMaximum Pressure on Iran Will Fail\u201c <a href=\"https:\/\/www.foreignaffairs.com\/united-states\/maximum-pressure-iran-will-fail\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.foreignaffairs.com\/united-states\/maximum-pressure-iran-will-fail\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ver\u00f6ffentlicht<\/a> <em>Foreign Affairs<\/em> eine bemerkenswerte Abrechnung mit Washingtons Iran-Strategie. Der Untertitel ist noch deutlicher: \u201eTrump\u2019s War Has Brought American Strategy to a Dead End\u201c \u2013 Trumps Krieg hat die amerikanische Strategie in eine Sackgasse gef\u00fchrt. Der Beitrag geh\u00f6rt aktuell zu den meistgelesenen Artikeln des Magazins.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Autor Nate Swanson ist dabei alles andere als irgendein Kommentator von au\u00dfen. Er war von 2022 bis 2025 Iran-Direktor im Nationalen Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten und geh\u00f6rte 2025 dem Iran-Verhandlungsteam der Trump-Regierung an. Heute leitet er das Iran Strategy Project beim Atlantic Council. Wenn ein solcher Insider erkl\u00e4rt, die amerikanische Strategie sei gescheitert, hat das ein anderes Gewicht als die \u00fcbliche Kritik aus dem gegnerischen Lager.<\/strong><\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Washington begann den Krieg \u2013 und untersch\u00e4tzte die Folgen<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Swanson l\u00e4sst bereits bei der Frage, wer diesen Krieg begonnen hat, wenig Raum f\u00fcr Besch\u00f6nigungen. Er schreibt ausdr\u00fccklich, dass Pr\u00e4sident Donald Trump im Februar den Krieg gegen Iran begann. Trump habe damit endg\u00fcltig erreichen wollen, woran fr\u00fchere US-Pr\u00e4sidenten gescheitert seien: Iran milit\u00e4risch zu brechen und einen Regimewechsel herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch sechs Monate sp\u00e4ter sieht die Bilanz v\u00f6llig anders aus.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vereinigten Staaten und Israel haben Irans milit\u00e4rische und zivile Infrastruktur schwer besch\u00e4digt, F\u00fchrungspersonal ausgeschaltet und enorme Zerst\u00f6rungen angerichtet. Tausende Soldaten und Zivilisten seien get\u00f6tet worden, schreibt Swanson. Doch das zentrale politische Ziel wurde nicht erreicht: Die Islamische Republik kapitulierte nicht. Damit offenbart sich das Grundproblem dieser Politik: Washington setzte erneut darauf, mit milit\u00e4rischer \u00dcberlegenheit politische Unterwerfung erzwingen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau das ist nicht geschehen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Krieg hat Iran eine gef\u00e4hrliche Lektion erteilt<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr noch: Nach Swansons Analyse k\u00f6nnte Washington mit seinem Angriff genau jene Abschreckungswirkung besch\u00e4digt haben, auf der die amerikanische Iran-Politik jahrzehntelang beruhte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Iran habe aus dem Krieg drei entscheidende Lektionen gezogen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstens habe das F\u00fchrungssystem gelernt, dass es selbst massive amerikanische und israelische Luftangriffe \u00fcberstehen kann. Zweitens habe Teheran erkannt, dass Washington offenbar nicht bereit ist, die f\u00fcr einen tats\u00e4chlichen Regimewechsel wahrscheinlich notwendige Bodeninvasion zu riskieren. Und drittens habe Iran festgestellt, dass es politisch m\u00f6glicherweise l\u00e4nger einen Abnutzungskrieg durchhalten kann als die Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist eine bemerkenswerte Umkehrung.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Washington wollte Iran durch den Krieg demonstrieren, wie verwundbar das Land ist. Stattdessen k\u00f6nnte Washington Teheran demonstriert haben, wo die Grenzen amerikanischer Macht liegen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst Swanson schreibt, die milit\u00e4rische Drohung der USA sei heute weniger wertvoll als vor Beginn des Krieges. Trumps wiederholte Drohungen h\u00e4tten Teherans Verhalten seitdem nicht wesentlich ver\u00e4ndert. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aus \u201eMaximum Pressure\u201c wurde maximaler Gegendruck<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil der milit\u00e4rische Druck keine Kapitulation brachte, versucht Washington nun, Iran wirtschaftlich in die Knie zu zwingen. Trump bezeichnet die neue Kampagne laut Swanson als die \u201eMOST CRUSHING ECONOMIC OPERATION EVER TAKEN AGAINST ANY COUNTRY\u201c. Dazu geh\u00f6rt inzwischen auch die Blockade iranischer H\u00e4fen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch hier st\u00f6\u00dft Washington auf ein Problem, das fr\u00fchere US-Regierungen in dieser Form nicht hatten: Iran kann zur\u00fcckschlagen \u2013 nicht nur milit\u00e4risch, sondern gegen die Weltwirtschaft. Die Stra\u00dfe von Hormus ist dabei Teherans st\u00e4rkster Hebel.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Iran hat gezeigt, dass es den Schiffsverkehr dort massiv beeintr\u00e4chtigen und zugleich Energieinfrastruktur am Golf angreifen kann. Damit wird aus amerikanischem Wirtschaftsdruck ein Instrument, dessen Kosten nicht mehr nur Iran tr\u00e4gt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Steigen \u00d6l- und Energiepreise, trifft das Verbraucher und Unternehmen weit \u00fcber die Region hinaus \u2013 einschlie\u00dflich der Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Swansons Analyse ist deshalb f\u00fcr Washington besonders unangenehm: Iran habe gelernt, dass es auf amerikanischen Druck mit wirtschaftlichem Gegendruck reagieren kann. Genau deshalb h\u00e4lt er es f\u00fcr \u00e4u\u00dferst unwahrscheinlich, dass die neue Blockade Teheran zur Kapitulation zwingt. <\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">47 Jahre Druck \u2013 und was wurde erreicht?<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der vielleicht h\u00e4rteste Teil des <em>Foreign-Affairs<\/em>-Beitrags betrifft nicht einmal Trump allein.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Swanson stellt praktisch die gesamte amerikanische Iran-Politik seit 1979 infrage. Washington habe jahrzehntelang auf zwei Instrumente gesetzt: die glaubw\u00fcrdige Drohung milit\u00e4rischer Gewalt und wirtschaftlichen Zwang durch Sanktionen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Iran wurde mit Tausenden Sanktionen \u00fcberzogen. \u00d6lgesch\u00e4fte wurden eingeschr\u00e4nkt, Banken isoliert, Investitionen verhindert und internationale Unternehmen unter Druck gesetzt. Die Folgen f\u00fcr die iranische Bev\u00f6lkerung waren teilweise enorm.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber haben diese Ma\u00dfnahmen ihr eigentliches strategisches Ziel erreicht?<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Swansons Antwort f\u00e4llt ern\u00fcchternd aus. Wirtschaftlicher Druck habe Iran zwar schwer getroffen und zeitweise Entscheidungen beeinflusst, die grundlegenden politischen Ziele Washingtons jedoch weitgehend nicht erreicht. Die Islamische Republik wurde weder gest\u00fcrzt noch dauerhaft zu der von Washington gew\u00fcnschten politischen Neuorientierung gezwungen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders brisant ist sein Hinweis, dass die amerikanische Druckpolitik wahrscheinlich sogar das Leid iranischer Zivilisten versch\u00e4rft habe. Mit anderen Worten: Jahrzehntelang wurden enorme wirtschaftliche Kosten erzeugt \u2013 ohne das zentrale politische Problem zu l\u00f6sen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Hybris der Supermacht<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dahinter steckt ein grunds\u00e4tzlicheres Problem amerikanischer Au\u00dfenpolitik.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Washington ging lange davon aus, dass es Eskalation kontrollieren k\u00f6nne: Sanktionen verh\u00e4ngen, Milit\u00e4rbasen unterhalten, Regierungen bedrohen, Luftangriffe durchf\u00fchren und wirtschaftliche Blockaden organisieren \u2013 w\u00e4hrend die Kosten f\u00fcr die eigene Bev\u00f6lkerung begrenzt bleiben.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Iran hat dieses Kalk\u00fcl ver\u00e4ndert. Mit Raketen, Drohnen und insbesondere der Stra\u00dfe von Hormus besitzt Teheran M\u00f6glichkeiten, einen Teil der Kosten unmittelbar an Washingtons Verb\u00fcndete und an die Weltwirtschaft zur\u00fcckzugeben. Damit funktioniert die alte Logik nicht mehr.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je st\u00e4rker Washington Iran wirtschaftlich stranguliert, desto gr\u00f6\u00dfer wird f\u00fcr Teheran der Anreiz, seinerseits den wirtschaftlichen Preis f\u00fcr die USA und ihre Verb\u00fcndeten zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ergebnis ist keine kontrollierte Eskalation mehr, sondern eine Spirale, in der beide Seiten versuchen, die Schmerzgrenze des anderen zu \u00fcberschreiten.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Washington schuf m\u00f6glicherweise genau das Problem, das es verhindern wollte<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders bitter ist die Ironie dieses Krieges. Die Vereinigten Staaten wollten ihre Glaubw\u00fcrdigkeit wiederherstellen und Iran demonstrieren, dass Widerstand gegen Washington letztlich aussichtslos sei.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Swansons Analyse k\u00f6nnte das Gegenteil geschehen sein.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Iran hat erfahren, dass es massive Angriffe \u00fcberstehen kann. Iran hat erfahren, dass Washington vor einer Bodeninvasion zur\u00fcckschreckt. Iran hat erfahren, dass die amerikanische Regierung empfindlich auf steigende Energiepreise und innenpolitischen Widerstand reagiert. Und Iran hat erfahren, dass die Stra\u00dfe von Hormus ein strategischer Hebel ist, mit dem amerikanischer Druck beantwortet werden kann.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Krieg sollte Teheran die Grenzen seiner Macht zeigen. Stattdessen hat er m\u00f6glicherweise Washingtons Grenzen offengelegt.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jetzt kommt die Abrechnung aus Washington selbst<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau deshalb ist dieser <em>Foreign-Affairs<\/em>\u2013<a href=\"https:\/\/www.foreignaffairs.com\/united-states\/maximum-pressure-iran-will-fail\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.foreignaffairs.com\/united-states\/maximum-pressure-iran-will-fail\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel<\/a> politisch so interessant.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier erkl\u00e4rt nicht ein iranischer Regierungsvertreter den amerikanischen Krieg f\u00fcr gescheitert. Es ist ein ehemaliger Iran-Direktor des Nationalen Sicherheitsrats und ehemaliges Mitglied von Trumps eigenem Iran-Verhandlungsteam.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Swanson bezeichnet den Krieg an anderer Stelle sogar ausdr\u00fccklich als willk\u00fcrlich und schreibt, er habe amerikanische und israelische Interessen geschw\u00e4cht. Die USA h\u00e4tten keinen klaren Weg zum Sieg.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Schlussfolgerung in <em>Foreign Affairs<\/em> ist entsprechend drastisch: Die Vereinigten Staaten k\u00f6nnten nach diesem Krieg nicht einfach zum alten Drehbuch zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">47 Jahre amerikanischer Druckpolitik h\u00e4tten letztlich in einem kostspieligen Krieg kulminiert, der vor allem die Grenzen dieser Strategie sichtbar gemacht habe.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist das eigentliche politische Erdbeben hinter diesem Artikel.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Supermacht begann einen Krieg, um ihre Dominanz zu demonstrieren. Sie zerst\u00f6rte Infrastruktur, versch\u00e4rfte das wirtschaftliche Leid und setzte erneut auf Sanktionen und Blockaden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch Iran kapitulierte nicht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nun warnt ein Mann aus dem ehemaligen inneren Kreis der amerikanischen Iran-Politik, dass Washington mit diesem Krieg m\u00f6glicherweise nicht Iran, sondern seine eigene jahrzehntelange Strategie an ihr Ende gebracht hat.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist nicht Teheran, nicht Moskau und auch kein erkl\u00e4rter Gegner der Vereinigten Staaten, der dieses vernichtende Urteil f\u00e4llt. Es kommt ausgerechnet aus einem der einflussreichsten au\u00dfenpolitischen Magazine der USA \u2013 und von einem Mann, der die amerikanische Iran-Politik selbst mitgestaltet hat. 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