{"id":19796,"date":"2026-08-27T20:03:24","date_gmt":"2026-08-27T18:03:24","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/selenskij-mischt-sich-in-schweizer-abstimmung-ueber-die-neutralitaet-ein-systemmedien-schweigen\/"},"modified":"2026-08-27T20:03:24","modified_gmt":"2026-08-27T18:03:24","slug":"selenskij-mischt-sich-in-schweizer-abstimmung-ueber-die-neutralitaet-ein-systemmedien-schweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/selenskij-mischt-sich-in-schweizer-abstimmung-ueber-die-neutralitaet-ein-systemmedien-schweigen\/","title":{"rendered":"Selenskij mischt sich in Schweizer Abstimmung \u00fcber die Neutralit\u00e4t ein \u2013 Systemmedien schweigen"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Hans-Ueli L\u00e4ppli<\/em><\/p>\n<p>Jetzt wird es richtig interessant. Selenskij mischt sich direkt in die Schweizer Neutralit\u00e4tsabstimmung ein und \u00fcbt politischen Druck auf Bundespr\u00e4sident Guy Parmelin aus.\u00a0Selenskij setzt seine Botschaft dabei buchst\u00e4blich direkt \u00fcber Parmelins Tweet und stellt damit seine eigene Position unmittelbar \u00fcber diejenige des Schweizer Bundespr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p>Damit wird aus einer \u00c4u\u00dferung zur Schweizer Neutralit\u00e4t mehr als nur ein diplomatischer Kommentar. Selenskij versucht, die Debatte in der Schweiz zu beeinflussen \u2013 ausgerechnet w\u00e4hrend des laufenden Abstimmungskampfes.<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Being neutral, Switzerland has never been neutral in spirit. You have supported the resilience of our people and, importantly, every genuine opportunity to help achieve peace. We deeply appreciate all of this. Thank you, President <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/ParmelinG?ref_src=twsrc%5Etfw\">@ParmelinG<\/a>, and the people of Switzerland, for\u2026 <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/t.co\/gEG8DI9CKp\">https:\/\/t.co\/gEG8DI9CKp<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Volodymyr Zelenskyy \/ \u0412\u043e\u043b\u043e\u0434\u0438\u043c\u0438\u0440 \u0417\u0435\u043b\u0435\u043d\u0441\u044c\u043a\u0438\u0439 (@ZelenskyyUa) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/ZelenskyyUa\/status\/2092141896256594006?ref_src=twsrc%5Etfw\">August 25, 2026<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p> <script async src=\"https:\/\/platform.x.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n                    <\/div>\n<\/p><\/div>\n<p>Die Frechheit stinkt bis nach oben.\u00a0Mitten im Schweizer Abstimmungskampf um die Neutralit\u00e4tsinitiative mischen sich Wladimir Selenskij und das gesamte Kiewer Regime in die Schweizer Neutralit\u00e4tsabstimmung ein.<\/p>\n<p>Mit einer unverhohlenen Botschaft an die Schweizer. Die Schweiz sei zwar auf dem Papier neutral, im Geiste aber nie neutral gewesen. Sie habe die Ukraine unterst\u00fctzt \u2013 aber noch lange nicht genug.<\/p>\n<p>Man reibt sich die Augen. Ausgerechnet die F\u00fchrung eines Landes, das sich mitten in einem Krieg befindet, erkl\u00e4rt den Schweizern, wie sie ihre Neutralit\u00e4t zu verstehen haben und wie viel Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine angemessen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Die Schweizer Neutralit\u00e4t ist Sache der Schweiz. Und dar\u00fcber entscheiden am Ende die Schweizer \u2013 nicht Selenskij und nicht die Regierung in Kiew.<\/p>\n<p>Denn die Schweiz stimmt im September \u00fcber ihre eigene Neutralit\u00e4t ab.\u00a0Doch pl\u00f6tzlich kommt der Regierungschef eines Landes, das sich mitten im Krieg befindet, daher und erkl\u00e4rt den Schweizern, wie ihre Neutralit\u00e4t zu verstehen sei.<\/p>\n<p>Nicht einmal Trump oder Putin haben bisher einen solchen Schritt <strong>pers\u00f6nlich<\/strong> gemacht und sich w\u00e4hrend eines Schweizer Abstimmungskampfes derart direkt in die Debatte um die Schweizer Neutralit\u00e4t eingemischt.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Einmischung ist Einmischung<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich darf Selenskij seine Meinung \u00e4u\u00dfern. Das ist nicht der Punkt.\u00a0Der Punkt ist die politische Schieflage.\u00a0Wenn russische Medien im Schweizer Abstimmungskampf auftauchen, wird sofort vor ausl\u00e4ndischer Einflussnahme gewarnt. Russland wolle die Schweizer Demokratie beeinflussen, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Bis jetzt haben vor allem russische Medien \u00fcber die Schweizer Neutralit\u00e4tsinitiative berichtet. Putin selbst hat sich dazu nicht ge\u00e4u\u00dfert. Es gab lediglich ein Randinterview mit einem Vertreter des russischen Au\u00dfenministeriums, in dem die Initiative beziehungsweise die Schweizer Neutralit\u00e4t kurz eingeordnet wurde.<\/p>\n<p>Mit\u00a0Selenskij\u00a0ist die Situation eine andere. Ein ausl\u00e4ndischer Regierungschef mischt sich\u00a0PERS\u00d6NLICH und\u00a0DIREKT in die Schweizer Abstimmung ein und gibt den Schweizern vor, wie sie ihre Neutralit\u00e4t zu verstehen haben.<\/p>\n<p>Und was machen <em>Tagi<\/em>\u00a0oder <em>SRF?<\/em>\u00a0Sie schweigen nat\u00fcrlich.\u00a0Aber dann muss derselbe Ma\u00dfstab f\u00fcr alle gelten.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wenn Moskau den Schweizern sagt, sie m\u00fcssten neutraler werden, ist das Einmischung. Wenn aber Kiew den Schweizern sagt, sie seien im Grunde schon immer &#8222;richtig&#8220; unterwegs gewesen, soll das pl\u00f6tzlich nur ein freundlicher Kommentar sein?<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>So funktioniert\u00a0das nicht.\u00a0Wer einen ausl\u00e4ndischen Einfluss auf Schweizer Abstimmungen ablehnt, sollte nicht mit zweierlei\u00a0Ma\u00df messen.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Neutralit\u00e4t ist keine Gesinnungspr\u00fcfung<\/strong><\/p>\n<p>Und noch etwas sticht ins Auge: Selenskij macht aus der Neutralit\u00e4t eine Frage der Haltung.\u00a0Die Schweiz sei &#8222;im Geiste&#8220; nie neutral gewesen.\u00a0Und pl\u00f6tzlich gibt sich\u00a0der ukrainische Pr\u00e4sident\u00a0auch noch als Schweizer Kenner und Historiker aus.<\/p>\n<p>Doch Neutralit\u00e4t ist kein Charaktertest. Es geht nicht darum, ob die Schweizer Russland m\u00f6gen oder die Ukraine unterst\u00fctzen. Es geht um die Frage, welche Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik die Schweiz verfolgen will.<\/p>\n<p>Und genau hier liegt der Kern der Initiative.\u00a0Die Bef\u00fcrworter sagen: Eine dauerhafte, glaubw\u00fcrdige Neutralit\u00e4t sch\u00fctzt die Schweiz davor, zwischen die Fronten gro\u00dfer M\u00e4chte zu geraten.\u00a0Die Gegner sagen: Wer in einer solchen Situation neutral bleibt, macht sich moralisch mitschuldig.\u00a0<\/p>\n<p>Beides kann man diskutieren.\u00a0Was man aber nicht tun sollte: den politischen Gegner kurzerhand zum Putin-Versteher erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong><strong>&#8222;Pro-Putin&#8220; ist kein Argument<\/strong><\/p>\n<p>Die SP nennt die Initiative eine &#8222;Pro-Putin-Initiative&#8220;. Damit ist die politische Keule bereits ausgepackt.<\/p>\n<p>Doch eine strengere Neutralit\u00e4tspolitik bedeutet nicht automatisch Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Kreml. Man kann den Ukraine-Krieg\u00a0verurteilen und trotzdem gegen Sanktionen sein.<\/p>\n<p>Man kann die Ukraine unterst\u00fctzen und gleichzeitig der Meinung sein, dass die Schweiz ihre traditionelle Vermittlerrolle nicht aufs Spiel setzen sollte.\u00a0Man kann Russland kritisieren und dennoch darauf bestehen, dass Schweizer Au\u00dfenpolitik nicht in Kiew, Br\u00fcssel, Washington oder Moskau gemacht wird.\u00a0Das eine schlie\u00dft das andere nicht aus.<\/p>\n<p>Ausgerechnet in diesem Moment erkl\u00e4rt der Regierungschef der Ukraine, die Schweiz sei &#8222;im Geiste&#8220; ohnehin nie neutral gewesen.\u00a0Man k\u00f6nnte es auch anders formulieren:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Die Schweiz soll offenbar neutral bleiben \u2013 solange sie sich auf der richtigen Seite der Geschichte befindet.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das ist allerdings keine Neutralit\u00e4t mehr. Das ist politische Parteinahme mit neutralem Etikett.<\/p>\n<p>Die Schweiz kann selbstverst\u00e4ndlich die Ukraine humanit\u00e4r unterst\u00fctzen. Sie kann Friedensgespr\u00e4che organisieren. Sie kann Fl\u00fcchtlingen helfen. Sie kann Russland kritisieren.<\/p>\n<p>Aber wenn Neutralit\u00e4t am Ende nur noch bedeutet, dass man sich selbst offiziell neutral nennt, w\u00e4hrend die politische und wirtschaftliche Positionierung l\u00e4ngst feststeht, stellt sich die Frage, was von diesem Begriff \u00fcberhaupt noch \u00fcbrig bleibt.<\/p>\n<p>Die Schweizer Neutralit\u00e4t ist keine ukrainische, keine russische und keine europ\u00e4ische Angelegenheit. Sie ist eine Schweizer Angelegenheit.<\/p>\n<p>Und genau deshalb sollten die Stimmb\u00fcrger im September selbst entscheiden, ob sie eine Schweiz wollen, die sich immer st\u00e4rker in geopolitische Lager einordnet \u2013 oder eine Schweiz, die wieder auf Distanz zu den Konflikten dieser Welt geht.<\/p>\n<p>Denn eines sollte in einer direkten Demokratie eigentlich selbstverst\u00e4ndlich sein:\u00a0Wer in der Schweiz \u00fcber Neutralit\u00e4t abstimmt, braucht daf\u00fcr keinen politischen Ratschlag aus Kiew.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2013\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/schweiz\/288729-schweizer-milliardaer-blocher-finanziert-ja\/\">Schweizer Milliard\u00e4r Blocher finanziert Ja-Kampagne zur Neutralit\u00e4tsinitiative<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v5adi1x\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Hans-Ueli L\u00e4ppli Jetzt wird es richtig interessant. 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