{"id":19965,"date":"2026-08-28T20:03:15","date_gmt":"2026-08-28T18:03:15","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/krieg-gegen-iran-schafft-trump-einen-ausstieg-ohne-ihn-als-solchen-zu-bezeichnen\/"},"modified":"2026-08-28T20:03:15","modified_gmt":"2026-08-28T18:03:15","slug":"krieg-gegen-iran-schafft-trump-einen-ausstieg-ohne-ihn-als-solchen-zu-bezeichnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/krieg-gegen-iran-schafft-trump-einen-ausstieg-ohne-ihn-als-solchen-zu-bezeichnen\/","title":{"rendered":"Krieg gegen Iran: Schafft Trump einen Ausstieg, ohne ihn als solchen zu bezeichnen?"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Pepe Escobar<\/em><\/p>\n<p>Das ist es, was tats\u00e4chlich hinter verschlossenen T\u00fcren geschieht \u2013 genauer gesagt hinter mehreren T\u00fcren: \u00c4u\u00dferst vertrauliche Informationen aus beiden Schwerkraftzentren des aktuellen Dramas, Teheran und Islamabad, zeigen in Richtung einer sich herausbildenden Architektur, die weit \u00fcber Washingtons typische gro\u00dfspurige Inszenierungen hinausgeht. So wie es aussieht, k\u00f6nnen wir die uns vorliegenden Erkenntnisse nutzen, um die Architektur zu verstehen, unsere Fragen zu pr\u00e4zisieren und ein bemerkenswert schl\u00fcssiges Bild zu zeichnen.<\/p>\n<p>Kurz gesagt: Die Trump-Regierung stellt den milit\u00e4rischen Ansatz gewisserma\u00dfen zur\u00fcck, w\u00e4hrend Teheran die Eskalationsleiter weiter bereit h\u00e4lt. Gefahren lauern \u00fcberall.<\/p>\n<p>Der Unterschied ist, dass Pakistan nach der &#8222;Mutter aller Reisen&#8220; Anfang der Woche \u2013 Feldmarschall Asim Munir ging nach Teheran, um mit allen Schl\u00fcsselakteuren zu sprechen \u2013 erneut die praktischen Mechanismen f\u00fcr einen m\u00f6glichen Ausweg Trumps aus diesem Alles-oder Nichts- Zusammensto\u00df mit dem Iran bringt.<\/p>\n<p>Munir ging mit einer Botschaft aus den USA nach Teheran: Trump hatte ihn zuvor wieder einmal angerufen und buchst\u00e4blich um irgendeine Art von Anreiz gebettelt, um Teheran zur\u00fcck an den Verhandlungstisch zu bringen (der tats\u00e4chlich von Washington zerschlagen worden war).<\/p>\n<p>Islamabad teilte Teheran daraufhin mit, dass neue US-Sanktionen vor \u2013 oder w\u00e4hrend \u2013 neuer Verhandlungen r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig k\u00fcndigte das US-Finanzministerium \u00fcber den abscheulichen ehemaligen Soros-Mitarbeiter Scott Bessent \u2013 den Inbegriff von Arroganz und Ignoranz \u2013 eine au\u00dferordentlich aggressive Kampagne des maximalen wirtschaftlichen Drucks an, um die iranische Wirtschaft zu strangulieren, w\u00e4hrend es gleichzeitig finanzielle Ma\u00dfnahmen \u2013 beispielsweise gegen chinesische Unternehmen und Banken \u2013 zur\u00fcckhielt, die diese &#8222;Kampagne&#8220; sofort systemisch gemacht h\u00e4tten, und fast unm\u00f6glich, sich davon wieder zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Und, ganz entscheidend: Der milit\u00e4rische Kurs wurde zur\u00fcckgedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Zusammengenommen \u2013 und zusammen gesehen mit den Informationen, die uns unsere Quellen aus beiden Schwerpunkten liefern \u2013 bilden diese Ma\u00dfnahmen eine zunehmend schl\u00fcssige Architektur: ein Ausstieg, der in Echtzeit zusammengebaut wird.<\/p>\n<p>Trump \u2013 oder Neo-Crassus \u2013 h\u00e4lt aus innenpolitischen und optischen Gr\u00fcnden an der Rhetorik des maximalen Drucks fest. Washington beh\u00e4lt reversible Sanktionen als Verhandlungsinstrument bei. Pakistan bewegt den politischen Verkehr zwischen Washington und Teheran. Oman diskutiert den praktischen Mechanismus rund um die Stra\u00dfe von Hormus. Und Teheran h\u00e4lt die Stra\u00dfe, den Druck auf die Schifffahrt und seine Eskalationsoptionen aufrecht, w\u00e4hrend es auslotet, ob Washington endlich bereit ist, ernsthaft zur Sache zu kommen.<\/p>\n<p>Das ist also die wichtigste Erkenntnis: Der Iran kapituliert nicht, auch wenn Trump nicht zur\u00fcckweicht.<\/p>\n<p>Beide Seiten versuchen, gen\u00fcgend politischen Handlungsspielraum zu schaffen, um einen Schritt zu vollziehen, ohne \u00f6ffentlich zuzugeben, dass sie dies getan haben.<\/p>\n<p>Das macht das neue Zeitfenster f\u00fcr M\u00f6glichkeiten real, aber auch \u00e4u\u00dferst fragil.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie man eine Eskalationsleiter aufrechterh\u00e4lt, ohne sie zu besteigen<\/strong><\/p>\n<p>Munir ging mit einer konkreten US-amerikanischen Botschaft nach Teheran, die Washington der iranischen F\u00fchrung \u00fcbermitteln lassen wollte.<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit, dass Washington die neuen Sanktionen \u2013 vielleicht \u2013 vor oder w\u00e4hrend erneuter Verhandlungen zur\u00fccknehmen w\u00fcrde, zeigt, dass die Sanktionen im Wesentlichen ein Druckmittel sind: ein Zwangsinstrument, das im Rahmen eines ausgehandelten Ablaufs gleichzeitig ausgesetzt, aufgehoben oder sogar als Verhandlungsobjekt eingesetzt werden kann.<\/p>\n<p>Sozusagen ein Druckpaket, das seine eigene Ausgangst\u00fcr beinhaltet.<\/p>\n<p>Der amerikanische &#8222;wirtschaftliche D-Day&#8220; war bislang der \u00fcbliche rhetorische Zirkus voller Schaumschl\u00e4gerei \u2013 was im Globalen S\u00fcden unz\u00e4hlige Witze ausgel\u00f6st hat. Washington hat von Schritten Abstand genommen, die den wirtschaftlichen Druck unmittelbar in eine systemische Konfrontation verwandeln w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft \u00fcbersetzt:\u00a0Trump bewahrt\u00a0den Verhandlungsspielraum. Die Br\u00fccke zur\u00fcck zur Diplomatie ist noch nicht vollst\u00e4ndig niedergebrannt worden. Man k\u00f6nnte es als taktische Pause unter Bedingungen extremen milit\u00e4rischen Drucks bezeichnen.<\/p>\n<p>Unterdessen haben sich Iran und Oman auf einen vor\u00fcbergehenden Schifffahrtskorridor und einen gemeinsamen Mechanismus zur Minenr\u00e4umung geeinigt.<\/p>\n<p>Teheran ist ganz klar: Dies bedeutet nicht die Wieder\u00f6ffnung der Stra\u00dfe von Hormus.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft \u00fcbersetzt: Der Iran zeigt damit Flexibilit\u00e4t, beh\u00e4lt aber gleichzeitig seinen strategischen Hebel bei.<\/p>\n<p>Also noch einmal: Teheran hat nicht nachgegeben. Im Gegenteil:<\/p>\n<p>Die Forderungen bleiben sehr hart, darunter ernsthafte Schritte der USA bei Sanktionen, eingefrorenen Verm\u00f6genswerten, bei der Seeblockade und den milit\u00e4rischen Ma\u00dfnahmen. Und vor allem: All dies sind Verpflichtungen, die in dem bilateral unterzeichneten Memorandum of Understanding verankert sind und unbedingt vor einer m\u00f6glichen Normalisierung rund um die Stra\u00dfe von Hormus erf\u00fcllt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich beh\u00e4lt Iran nach wie vor praktisch jedes bedeutende Zwangsmittel bei: Schifffahrtskontrollen, schwarze Listen, Festnahmen, Druck auf den Seeverkehr, potenzielle Eskalation gegen US-Interessen, potenzieller Druck gegen die regionale Energieinfrastruktur und letztendlich Optionen an der Schwelle zum Nuklearwaffenbesitz.<\/p>\n<p>Das entscheidende Signal ist derzeit das, was Teheran <em>nicht<\/em> (Kursivschrift vom \u00dcbersetzer) zu tun beschlie\u00dft. Teheran konzentriert sich auf Kommunikationskan\u00e4le; Vermittlung, Austausch von Botschaften; Telefon- und Live-Diplomatie. Keine strategische Eskalation. Teheran h\u00e4lt die Eskalationsleiter aufrecht, verzichtet jedoch \u2013 vorerst \u2013 bewusst darauf, sie zu besteigen.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Wer macht den ersten Schritt, ohne dass es so aussieht?<\/strong><\/p>\n<p>Nun, das ist schwierig. Washington m\u00f6chte, dass Iran sich zuerst bewegt. Teheran will, dass sich die USA zuerst bewegen.<\/p>\n<p>Trump kann sich politisch das Bild nicht leisten, dass Teheran ihn zur\u00fcckgedr\u00e4ngt hat. Teheran interessiert sich w\u00e4hrenddessen nicht um die Optik: Was es braucht, ist ein sichtbarer Beweis daf\u00fcr, dass die Verhandlungen zu entsprechenden Ma\u00dfnahmen seitens der USA f\u00fchren, anstatt ein weiterer Mechanismus f\u00fcr Washington zu werden, um Iran Zugest\u00e4ndnisse abzuringen, w\u00e4hrend es jedes Zwangsmittel beibeh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Pakistan, genau in der Mitte, versucht, diese Kluft zu \u00fcberbr\u00fccken, indem es die zentrale Frage angeht: Wer macht den ersten Schritt, ohne dass es so aussieht, als habe man den ersten Schritt gemacht?<\/p>\n<p>Die Informationen, die wir bekommen haben, erm\u00f6glichen es uns, das, was Islamabad zu \u00fcbermitteln glaubt, mit dem zu vergleichen, was Teheran zu empfangen glaubt. Darin liegt der eigentliche Wert der Informationen.<\/p>\n<p>Zu den zentralen Fragen geh\u00f6ren: Was wollte Islamabad Teheran zu verstehen geben? Und was hat Teheran tats\u00e4chlich verstanden?<\/p>\n<p>Welche Reaktion sendet Teheran \u00fcber diesen Kanal zur\u00fcck?\u00a0<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte Pakistan glaubhaft nach Washington zur\u00fccktragen?<\/p>\n<p>Es gibt einen neuen Kommunikationskanal. Er scheint zu funktionieren.<\/p>\n<p>Trump braucht ein Ergebnis, das er als Sieg verkaufen kann. Er braucht eine R\u00fcckkehr Irans an den Verhandlungstisch, weil der amerikanische Druck angeblich gewirkt hat. Er braucht eine Deeskalation der Lage in der Stra\u00dfe von Hormus, ohne den Anschein zu erwecken, Teheran zu belohnen. Er braucht eine weiterhin glaubw\u00fcrdige milit\u00e4rische Drohung, ohne tats\u00e4chlich einen weiteren, potenziell unkontrollierbaren Krieg beginnen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Vor allem aber: Er braucht einen Ausstieg, der nicht wie ein Ausstieg aussieht.<\/p>\n<p>Teheran seinerseits braucht sichtbare amerikanische Gegenseitigkeit. Es braucht Beweise daf\u00fcr, dass Sanktionen tats\u00e4chlich aufgehoben werden k\u00f6nnen statt nur diskutiert zu werden. Es braucht die Aufhebung der Seeblockade. Es braucht Sicherheit, dass die Verhandlungen keine Falle werden, in der Iran seine Verhandlungsmacht aufgibt, w\u00e4hrend Washington seine gesamte Zwangsarchitektur intakt h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Und vor allem braucht Teheran eine glaubw\u00fcrdige Formel rund um die Stra\u00dfe von Hormus, die eine ausreichende souver\u00e4ne Kontrolle bewahrt, sodass im Inland und in ganz Westasien kein Eindruck der Kapitulation entsteht.<\/p>\n<p>Und das bringt uns zu Pakistan, das versucht, diese beiden grunds\u00e4tzlich unvereinbaren und schwer zu l\u00f6senden politischen Anforderungen in der Mitte zusammenzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Damit sind wir also erneut bei einem m\u00f6glichen Ausweg angelangt. Eine winzige \u00d6ffnung. Doch das ist noch weit entfernt von einer Einigung.<\/p>\n<p>Der gesamte diplomatische Prozess findet vor dem Hintergrund einer sehr ernsten, andauernden milit\u00e4rischen Konfrontation statt. Die amerikanische Seeblockade ist in Kraft. Teheran erkl\u00e4rt die Stra\u00dfe von Hormus offiziell f\u00fcr gesperrt. Die Handelsschifffahrt ist v\u00f6llig schutzlos. Das Kriegsrisiko bleibt weiterhin recht hoch. Der Iran verf\u00fcgt nach wie vor \u00fcber erhebliche Eskalationskapazit\u00e4ten. Die USA verf\u00fcgen weiterhin \u00fcber \u00fcberw\u00e4ltigende milit\u00e4rische Schlagkraft. Eine einzige Fehleinsch\u00e4tzung k\u00f6nnte den gesamten Kommunikationskanal zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Islamabad, der Kreis um Premierminister Shehbaz Sharif, der direkt mit Trump und der iranischen F\u00fchrung gesprochen hat \u2013 glaubt, dass eine gute Chance besteht, das Memorandum of Understanding wiederzubeleben, mit einem Verhandlungsfenster von 60 bis 90 Tagen, in dem beide Seiten eine umfangreichere Einigung ausarbeiten und gleichzeitig die Eskalationsleiter hinter sich lassen k\u00f6nnen, bevor dies zu einem v\u00f6llig unkontrollierbaren Krieg wird.<\/p>\n<p>Und dann kommt eine Nachricht aus dem B\u00fcro des iranischen Pr\u00e4sidenten Peseschkian. Er ist sehr erfreut \u00fcber den Besuch der pakistanischen Delegation und die Botschaft, die Munir ihm von Trump \u00fcbermittelt hat:<\/p>\n<p><em>&#8222;Dieser Krieg k\u00f6nnte endlich zu Ende gehen \u2013 mit einem Sieg Irans.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Realpolitik? Ein schwerwiegendes Missverst\u00e4ndnis? Oder ein Ausstieg, ohne ihn als solchen zu bezeichnen?<\/p>\n<p><em><\/em><\/p>\n<p><em>Aus dem <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/strategic-culture.su\/news\/2026\/08\/26\/exclusive-can-trump-get-exit-without-calling-it-exit\/\">Englischen<\/a> \u00fcbersetzt von Olga Esp\u00edn.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema\u00a0<\/strong>\u2013 <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/289573-iran-erhielt-einladung-zum-pakt-von-mekka\/\">Medien: Iran erhielt Einladung zum Verteidigungspakt von Mekka<\/a><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7c75vs\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Pepe Escobar Das ist es, was tats\u00e4chlich hinter verschlossenen T\u00fcren geschieht \u2013 genauer gesagt hinter mehreren T\u00fcren: \u00c4u\u00dferst vertrauliche Informationen aus beiden Schwerkraftzentren des aktuellen Dramas, Teheran und Islamabad, zeigen in Richtung einer sich herausbildenden Architektur, die weit \u00fcber Washingtons typische gro\u00dfspurige Inszenierungen hinausgeht. 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