{"id":19982,"date":"2026-08-29T07:03:08","date_gmt":"2026-08-29T05:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/fall-martens-schriftstellerin-wodin-prangert-russenhass-in-der-brd-an\/"},"modified":"2026-08-29T07:03:08","modified_gmt":"2026-08-29T05:03:08","slug":"fall-martens-schriftstellerin-wodin-prangert-russenhass-in-der-brd-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/fall-martens-schriftstellerin-wodin-prangert-russenhass-in-der-brd-an\/","title":{"rendered":"Fall Martens: Schriftstellerin Wodin prangert Russenhass in der BRD an"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Angesichts eines wieder aufflammenden Russenhasses in Deutschland meldet sich die Autorin Natascha Wodin zu Wort. Die Schriftstellerin kam Ende 1945 in F\u00fcrth als Kind zweier aus der Sowjetunion verschleppter Zwangsarbeiter zur Welt: Ihr Vater war Russe, ihre Mutter Ukrainerin. Ihre Kindheit verbrachte Wodin unter prek\u00e4ren Bedingungen, teilweise in einem Lager f\u00fcr Displaced Persons.<\/p>\n<p>Wie Wodin in ihrem <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/offener-brief-von-natascha-wodin-an-die-faz-aus-den-glutnestern-ein-flaechenbrand-10323342\">Offenen Brief<\/a> schildert, war die gesellschaftliche Diskriminierung von Russen in der fr\u00fchen BRD f\u00fcr sie eine einschneidende Erfahrung. Sie schreibt: &#8222;Was mir in meiner Kindheit im besiegten Nachkriegsdeutschland an Russenhass, Gewalt und Verachtung entgegenschlug, hat mein Leben besch\u00e4digt.&#8220; Ihre Mutter habe den Hass schlie\u00dflich nicht mehr ausgehalten und sich mit 36 \u200b\u200bJahren das Leben genommen.<\/p>\n<p><a><\/a>Konkreter Anlass f\u00fcr Natascha Wodins Schreiben ist die Frage des <em>FAZ<\/em>-Journalisten Michael Martens bei einer Belgrader Pressekonferenz mit dem serbischen Pr\u00e4sidenten Vu\u010di\u0107 und dem Kiewer Machthaber Selenskij am 8. August 2026. Martens hatte dabei die Frage nach Europas Hilfe bei der effizienteren T\u00f6tung russischer Soldaten aufgeworfen (&#8222;Can you tell us Europeans, what can we concretely do to help you to kill more Russians \u2013 more Russian soldiers, of course?&#8220;).<\/p>\n<p>In ihrem Offenen Brief erhebt Natascha Wodin schwere Vorw\u00fcrfe: Martens&#8216; Frage in Belgrad verwerfe alles, was sie bisher, offenbar naiv, f\u00fcr irreversible Errungenschaften unserer Zivilisation und Kultur gehalten habe. Sie m\u00fcsse bef\u00fcrchten, dass Martens mit seiner Frage nicht nur das Grauen des Krieges habe beschreiben wollen, sondern dass f\u00fcr seinen Geschmack noch zu wenig Russen get\u00f6tet w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Schriftstellerin stellt fest, dass heute wieder deutsche Waffen Russen t\u00f6teten. Zugleich erfolge eine neue Herabw\u00fcrdigung russischer Menschen: &#8222;Sie gelten erneut als Barbaren, als Weltfeind, als Monster, nah an jenen schauerlichen Wesen mit Schwanz und H\u00f6rnern, als die sie w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs dargestellt wurden. Russland wird wieder als das Reich des B\u00f6sen gesehen, das Ronald Reagan schon im Jahr 1983 von der Erdoberfl\u00e4che zu tilgen beabsichtigte.&#8220;<\/p>\n<p>Der Krieg in der Ukraine verst\u00f6re sie zutiefst\u00a0\u2012 noch mehr f\u00fcrchte sie sich aber vor Journalisten wie Martens. Wodin f\u00fchlt sich in die von Hass erf\u00fcllte Bundesrepublik ihrer fr\u00fchen Kindheitsjahre zur\u00fcckversetzt \u2013 in eine Phase, die das Land, wie sie glaubte, l\u00e4ngst \u00fcberwunden habe. Offenbar seien Russenhass und Russenangst in Deutschland nie vergangen, und die Russen st\u00fcnden immer noch f\u00fcr alles B\u00f6se.<\/p>\n<p>Die Autorin warnt in dramatischen Worten: &#8222;Der Hass hat nur ein wenig geschlafen, er hat sich ausgeruht, um nach einer kurzen Pause, nach einer vor\u00fcbergehenden Gorbimania, wieder umso heftiger aufzuflammen aus den Glutnestern unter der Asche, die ein paar Windst\u00f6\u00dfe wieder in einen Fl\u00e4chenbrand verwandelt haben.&#8220;<\/p>\n<p>In den\u00a0etablierten\u00a0deutschen Medien \u00fcberwiegen derweil die Solidarisierungstendenzen mit dem russophoben Journalistenkollegen. Die <em>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/em>\u00a0(<em>FAZ<\/em>) weigerte sich laut\u00a0<em>Berliner Zeitung<\/em>, Wodins Replik auf Martens&#8216; Entgleisung abzudrucken.<\/p>\n<p>Die Redaktion der <em>Berliner Zeitung<\/em> glaubte, sich f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung von Wodins Brief rechtfertigen zu m\u00fcssen. Die Schilderungen Wodins seien \u00fcber den gegenw\u00e4rtigen Fall Martens hinaus von Wert. Zugleich verurteile man das Vorgehen der russischen Beh\u00f6rden &#8222;auf das Sch\u00e4rfste&#8220;. Meinungs- und Pressefreiheit seien &#8222;unbedingt&#8220; zu sch\u00fctzen, auch wenn der Inhalt von Aussagen abzulehnen sei.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2012 <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rt.com\/international\/288154-faz-journalist-will-moeglichst-viele-toeten-und-ist-noch-stolz-darauf\/\">FAZ-Journalist wird m\u00f6glichst viele Russen t\u00f6ten und ist noch stolz darauf<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7bqty8\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts eines wieder aufflammenden Russenhasses in Deutschland meldet sich die Autorin Natascha Wodin zu Wort. 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