{"id":20134,"date":"2026-08-30T22:03:01","date_gmt":"2026-08-30T20:03:01","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/25-jahre-putins-bundestagsrede-eine-verpasste-chance-auf-frieden\/"},"modified":"2026-08-30T22:03:01","modified_gmt":"2026-08-30T20:03:01","slug":"25-jahre-putins-bundestagsrede-eine-verpasste-chance-auf-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/25-jahre-putins-bundestagsrede-eine-verpasste-chance-auf-frieden\/","title":{"rendered":"25 Jahre Putins Bundestagsrede \u2013 eine verpasste Chance auf Frieden"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Bernd Langeder<\/em><\/p>\n<p>Sehr geehrtes <em>RT<\/em>-Team, mein Name ist Bernd Langeder, Jahrgang 1966, Historiker und Techniker im Ingenieurswesen. Vor einigen Monaten bekam ich die gro\u00dfe Ehre, dass <em>RT-DE<\/em> meinen Beitrag zum Aufruf &#8222;Erinnerungen aus \u00d6sterreich: Das Kriegsende&#8220; in einem eigenen Artikel in der Hauptberichterstattung ver\u00f6ffentlichte. Ich bedanke mich an dieser Stelle ausdr\u00fccklich f\u00fcr die Gelegenheit, die Erinnerungen aus meiner Familie, die Erfahrungen aus der Besatzungszeit durch die Sowjetunion und meine eigenen Gedanken zur Trag\u00f6die des Zweiten Weltkrieges der gesch\u00e4tzten Leserschaft von <em>RT-DE<\/em> mitteilen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Aus historischem Anlass \u2013 es j\u00e4hrt sich die Rede des Pr\u00e4sidenten der Russischen F\u00f6deration, Wladimir Putin, im Deutschen Bundestag am 25. September zum 25. Mal \u2013 m\u00f6chte ich erneut einen Artikel zur Ver\u00f6ffentlichung in Ihrer Hauptberichterstattung vorschlagen. Da mein Heimatland \u00d6sterreich an den ersch\u00fctternden Ereignissen der blutigen Geschichte des Dritten Reiches unmittelbar beteiligt war, ist es mir ein besonderes Anliegen, auf die historischen Begebenheiten der j\u00fcngeren Geschichte hinzuweisen. Meine Gedanken bewegen sich um die \u00e4u\u00dferst negative Entwicklung in Westeuropa in Bezug auf das Verh\u00e4ltnis zur Russischen F\u00f6deration, im Besonderen dar\u00fcber, wie die Politik der Europ\u00e4ischen Union (und die Politik der Republik \u00d6sterreich) gegen alle gemeinsamen Interessen der V\u00f6lker Europas und des Volkes der Russischen F\u00f6deration gerichtet ist.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re mir eine besondere Freude, wenn auch dieser nun folgende Artikel in Ihrer Hauptberichterstattung eine Ver\u00f6ffentlichung erfahren k\u00f6nnte. Denn es ist, meiner bescheidenen Meinung nach, von gro\u00dfer historischer Bedeutung, vor allem im Zusammenhang mit der brisanten Entwicklung um die Ukraine, wenn die Leserschaft von <em>RT-DE<\/em> auf die verpasste Gelegenheit zum Frieden und der freundschaftlichen Zusammenarbeit mit der Russischen F\u00f6deration aufmerksam gemacht werden k\u00f6nnte. Die Betonung liegt deswegen auf &#8222;Hauptberichterstattung&#8220;, weil mein Artikel zu diesem bedeutenden historischen Ereignis sonst in der Flut an allgemeinen Meinungen in der Rubrik &#8222;Leserbriefe&#8220; m\u00f6glicherweise nicht die Beachtung finden wird, die er eigentlich verdient. Vielleicht k\u00f6nnen Sie es ausnahmsweise m\u00f6glich machen, diesem Wunsch zu entsprechen. Vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit. Mit freundschaftlichen Gr\u00fc\u00dfen und mit vorz\u00fcglicher Hochachtung aus \u00d6sterreich!<\/p>\n<p><em>Anmerkung der Redaktion: Der im Leserbrief gestellten Bitte kommen wir gerne nach und ver\u00f6ffentlichen nachstehend ungek\u00fcrzt den Artikel von Bernd Langeder zum 25. Jahrestag des Auftritts von Wladimir Putin.<\/em><\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Es war einmal \u2026 vor 25 Jahren im Deutschen Bundestag <\/strong><\/p>\n<p>Am 25. September 2026 ist ein Vierteljahrhundert vergangen, als der Pr\u00e4sident der Russischen F\u00f6deration, Wladimir Putin, seine Gedanken zu einer Neuordnung Europas, einer gemeinsamen wirtschaftlichen Zukunft und zur Gestaltung einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur in Europa im Parlament Deutschlands <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/parlament\/geschichte\/gastredner\/putin\/putin_wort-244966\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ausgesprochen<\/a> hatte:<\/p>\n<p><em>&#8222;Ich bin der Meinung, dass Europa seinen Ruf als m\u00e4chtiger und selbstst\u00e4ndiger Mittelpunkt der Weltpolitik langfristig nur festigen wird, wenn es seine eigenen M\u00f6glichkeiten mit den russischen menschlichen, territorialen und Naturressourcen sowie mit den Wirtschafts-, Kultur- und Verteidigungspotenzialen Russlands vereinigen wird.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Dies ist ein Schl\u00fcsselsatz in dieser historischen und denkw\u00fcrdigen Rede vor dem Deutschen Bundestag. Dieser Satz von Wladimir Putin war die Einladung zur Arbeit am Aufbau einer gemeinschaftlichen, paneurop\u00e4ischen Sichtweise und die Aufforderung, an ein gemeinsames Potenzial und an ein freundschaftliches Verh\u00e4ltnis zu denken. Das war eine Chance f\u00fcr Westeuropa und man hat sie nicht wahrgenommen.<\/p>\n<p><em>&#8222;Drei Dinge, die nicht wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden k\u00f6nnen: das gesprochene Wort, der abgeschossene Pfeil, die verpasste Gelegenheit.&#8220; (Weisheit aus China)<\/em><\/p>\n<p>Diese verpasste Gelegenheit fliegt Westeuropa gerade in Form des Ukraine-Konflikts mit Kriegsgebr\u00fcll um die Ohren. Wer die Rede des russischen Pr\u00e4sidenten analysiert, wird verstehen, dass er von Europa gesprochen hat und nicht explizit auf die EU referierte. Das war, meiner Meinung nach, eine verborgene Botschaft, oder eine Mahnung, die Gemeinsamkeiten zu erkennen und die Vorteile einer allumfassenden Partnerschaft mit Russland anzunehmen. Doch das h\u00e4tte eine komplette Neuordnung oder eine Neuaufstellung der EU (und der NATO) bedeutet.<\/p>\n<p><em>&#8222;Die Welt befindet sich in einer neuen Etappe ihrer Entwicklung. Wir verstehen: Ohne eine moderne, dauerhafte und standfeste internationale Sicherheitsarchitektur schaffen wir auf diesem Kontinent nie ein Vertrauensklima und ohne dieses Vertrauensklima ist kein einheitliches Gro\u00dfeuropa m\u00f6glich. Heute sind wir verpflichtet, zu sagen, dass wir uns von unseren Stereotypen und Ambitionen trennen sollten, um die Sicherheit der Bev\u00f6lkerung Europas und die der ganzen Welt zusammen zu gew\u00e4hrleisten.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Wahrscheinlich wusste Pr\u00e4sident Putin bereits bei seiner Rede im Bundestag, dass das nicht m\u00f6glich sein wird und ein gemeinsames Europa, mit Russland als verl\u00e4sslichem Partner, von der EU (mit den USA im R\u00fccken) nicht einmal angedacht werden wird. Vielleicht hoffte er auf die Vernunft Deutschlands, als m\u00e4chtiges EU-Land, um doch einige Gedanken verwirklichen zu k\u00f6nnen. Wie auch immer, es kamen Merkel in Deutschland und Obama in den USA an die Macht und der antirussische Kurs wurde im Westen in Beton gegossen.<\/p>\n<p><em>&#8222;Es ist wichtig, diese Geschichte richtig zu deuten. Wie ein guter westlicher Nachbar verk\u00f6rperte Deutschland f\u00fcr Russen oft Europa, die europ\u00e4ische Kultur, das technische Denkverm\u00f6gen und kaufm\u00e4nnisches Geschick. Nicht zuf\u00e4llig wurden fr\u00fcher alle Europ\u00e4er in Russland Deutsche genannt, die europ\u00e4ische Siedlung in Moskau zum Beispiel &#8218;deutscher Vorort&#8216;.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Doch Deutschland und die Europ\u00e4ische Union, immer mehr geleitet von transatlantischem Turboglobalismus und von Oligarcheninteressen, waren insgeheim ziemlich ver\u00e4rgert, dass das Ziel, Russland zu \u00fcbernehmen und nach altem Muster zu filetieren und auszubeuten, fehlgeschlagen ist. Die neue Generation von Politikern in der Russischen F\u00f6deration musste bereits vor 2001 erkannt haben, dass der Westen mit Russland ganz eigene W\u00fcnsche verfolgte und diese nicht zum Vorteil Russlands sein w\u00fcrden. So gesehen kann man die Rede Putins auch als Warnung verstehen, wenn man aufmerksam die Zwischent\u00f6ne beachtet, dass sich das neue und selbstbewusste Russland nicht als Rohstofflager des Westens versteht, das sich von demselben so einfach in den Sack stecken l\u00e4sst.<\/p>\n<p><em>&#8222;Die Verwirklichung demokratischer Prinzipien in den internationalen Beziehungen, die F\u00e4higkeit, richtige Beschl\u00fcsse zu fassen, und die Bereitschaft zu einem Kompromiss \u2013 das ist eine schwierige Sache. Es waren aber ausgerechnet Europ\u00e4er, die als Erste verstanden haben, wie wichtig es ist, nach einheitlichen Beschl\u00fcssen zu suchen und den nationalen Egoismus zu \u00fcberwinden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Inzwischen haben die dystopischen Kr\u00e4fte im Westen und in der Europ\u00e4ischen Union \u00dcberhand genommen, die in der Rede von Wladimir Putin enthaltenen Angebote wurden nicht angenommen. Das Ergebnis dieser fatalen Fehlentscheidung sehen wir nun 25 Jahre sp\u00e4ter: Russland prosperiert, w\u00e4hrend sich Westeuropa an den Folgen der antirussischen Vorgehensweise selbst ruiniert und es sterben nun tagt\u00e4glich sinnlos Ukrainer sowie Russen, weil die geopolitischen\/geostrategischen Interessen des &#8222;Wertewestens&#8220; unerbittlich vorangetrieben werden.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema\u00a0<\/strong>\u2013\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/289237-deutschland-muss-gegen-russland-vergeltung\/\">&#8222;Deutschland muss gegen Russland Vergeltung \u00fcben&#8220; \u2013 zwei Ukraine-Fanatiker im ZDF<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7caicu\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Bernd Langeder Sehr geehrtes RT-Team, mein Name ist Bernd Langeder, Jahrgang 1966, Historiker und Techniker im Ingenieurswesen. 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