{"id":20227,"date":"2026-08-31T15:02:15","date_gmt":"2026-08-31T13:02:15","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/shein-geht-an-die-boerse-das-sind-die-risiken-fuer-anleger-38184834-html\/"},"modified":"2026-08-31T15:02:15","modified_gmt":"2026-08-31T13:02:15","slug":"shein-geht-an-die-boerse-das-sind-die-risiken-fuer-anleger-38184834-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/shein-geht-an-die-boerse-das-sind-die-risiken-fuer-anleger-38184834-html\/","title":{"rendered":"Fashion-Gigant: Shein geht an die B\u00f6rse \u2013 das sind die Risiken f\u00fcr Anleger"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Mit Rekordums\u00e4tzen im R\u00fccken strebt der Fast-Fashion-Gigant Shein an die B\u00f6rse. Wegfallende Zollvorteile, sinkende Margen und scharfe Kritik zwingen jedoch zum Strategiewechsel<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Ein Jahr hat der chinesische Fast-Fashion-H\u00e4ndler Shein auf die Genehmigung durch die B\u00f6rsenaufsicht China Securities Regulatory Commission (CSRC) gewartet. In der kommenden Woche ist es so weit: Nachdem zuvor Versuche in New York und London gescheitert waren, geht das Unternehmen in Hongkong an die B\u00f6rse.\u00a0<\/p>\n<p>Insidern zufolge wird Shein die Papiere voraussichtlich zu 48,56 Hongkong-Dollar zuteilen. Damit w\u00fcrde das Unternehmen rund 1,73 Milliarden US-Dollar einnehmen und auf eine Bewertung von etwa 26,5 Milliarden Dollar kommen. Das entspricht nur noch ann\u00e4hernd einem Viertel des Werts, der 2022 veranschlagt wurde.<\/p>\n<h2>B\u00f6rsengang kein Befreiungsschlag<\/h2>\n<p>F\u00fcr den E-Commerce-Experten Alexander Graf ist der Gang nach Hongkong vor allem ein Eingest\u00e4ndnis: Die angestrebte \u201eEnt-Chinesisierung\u201c des Konzerns, der jahrelange Versuch, als globales Unternehmen wahrgenommen zu werden, ist gescheitert. \u201eAm Ende musste die chinesische B\u00f6rsenaufsicht CSRC das IPO in Hongkong genehmigen, weil praktisch die gesamte Produktion bei rund 7500 Vertragsherstellern in China liegt\u201c, sagt Graf auf Anfrage von ntv.de.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Der B\u00f6rsengang ist f\u00fcr ihn demnach kein Befreiungsschlag \u2013 ein Notverkauf ist er aber auch nicht. Das Unternehmen nehme bewusst eine niedrigere Bewertung und einen winzigen Streubesitz von nur 6,5 Prozent in Kauf. \u201eBei einem Notverkauf verkauft man viel und billig. Shein verkauft wenig und billig\u201c.<\/p>\n<p>Den tieferen Grund f\u00fcr das Listing sieht er versteckt in der Bilanz. \u201eRund 17 Milliarden Dollar an Wandelvorzugsaktien der Altinvestoren sind dort als Verbindlichkeiten verbucht. Das ergibt ein Eigenkapitaldefizit von sieben Milliarden. Mit dem B\u00f6rsengang wandeln sich diese Papiere automatisch in normales Eigenkapital.\u201c Kurzum: Was in den B\u00fcchern bisher wie Schulden aussah, bringt die Bilanz schlagartig in die schwarzen Zahlen.<\/p>\n<h2><strong>\u201eDavon tr\u00e4umt jeder H\u00e4ndler der Welt\u201c<\/strong><\/h2>\n<p>Der Online-Versandh\u00e4ndler ist mit seinem Gesch\u00e4ftsmodell, Kleidung und andere Ware billig zu produzieren und zu Schn\u00e4ppchenpreisen direkt von den Herstellern\u00a0\u2013 in der Regel per Flugzeug\u00a0\u2013 in die ganze Welt zu vertreiben,<strong><\/strong>extrem erfolgreich.\u00a0Das Unternehmen hat die Spielregeln nachhaltig ver\u00e4ndert. \u201eBei Preiserwartung, Sortimentsbreite und App-Nutzung der jungen Zielgruppe gibt es kein Zur\u00fcck\u201c, sagt Graf. Hinzu komme, dass Shein mit knapp 42 Milliarden Dollar\u00a0zuz\u00fcglich Marktplatzumsatz h\u00f6here Erl\u00f6se erzielt als Zalando, Otto und About You zusammen.<\/p>\n<p>Operativ laufe die Shein-Maschine besser als je zuvor. \u201e36 Tage Lagerumschlag, unverkaufte Ware im niedrigen einstelligen Prozentbereich, 281 Millionen aktive Kunden. Davon tr\u00e4umt jeder H\u00e4ndler der Welt, Zara liegt bei rund 90 Tagen Lagerumschlag\u201c, sagt Graf. Gemeint ist damit die Zeit, die im Schnitt vergeht, bis ein Produkt das Lager verl\u00e4sst und beim Kunden landet. Je niedriger dieser Wert ist, desto schneller flie\u00dft das Kapital zur\u00fcck ins Unternehmen und desto geringer ist das Risiko, auf Ladenh\u00fctern sitzenzubleiben.<\/p>\n<p>2025 belief sich der Gesamtwert der Exporte auf mehr als 100 Milliarden Yuan, umgerechnet etwa 12,9 Milliarden Euro. Inzwischen verkauft Shein seine Produkte in mehr als 150\u00a0L\u00e4ndern. Allein in\u00a0Europa kam Shein im vergangenen Jahr auf etwa 130 Millionen Nutzer. Im Vergleich zu anderen Anbietern hebt sich das Unternehmen durch die Geschwindigkeit ab, mit der es neue Produkte auf den Markt bringt.\u00a0Zuletzt haben allerdings eine Reihe geopolitischer Herausforderungen und ein zunehmender Wettbewerb das Umsatzwachstum belastet. Auch die Margen sinken. F\u00fcr das erste Halbjahr rechnet das Unternehmen nur noch mit einem\u00a0Umsatzplus\u00a0von 1,1 Prozent.<\/p>\n<\/p>\n<p>Dem Gesch\u00e4ftsmodell macht laut Graf zu schaffen, dass der regulatorische R\u00fcckenwind wegbricht. Durch den Direktversand an die Kunden ohne Umwege \u00fcber zentrale Lager konnte Shein seine Produkte lange Zeit zollfrei verkaufen, weil die Abgaben erst ab einem bestimmten Mindestwert f\u00e4llig wurden. Die USA haben diese Ausnahme gestrichen. Die Europ\u00e4ische Union (EU) plant \u00c4hnliches. \u201eDie zollfreie Kleinsendung war jahrelang eine verdeckte Subvention des Gesch\u00e4ftsmodells\u201c, sagt Graf. Ohne sie w\u00e4re Shein ein normales Handelsunternehmen mit vier Prozent operativer Marge und Dividendenversprechen. \u201eDie B\u00f6rse hat das verstanden und bepreist Shein entsprechend: Pro aktivem Kunden zahlt der Markt f\u00fcr Shein heute deshalb fast exakt denselben Betrag wie f\u00fcr Zalando.\u201c<\/p>\n<h2><strong>\u00d6ffentlicher Druck nicht das einzige Problem<\/strong><\/h2>\n<p>Shein\u00a0hat angek\u00fcndigt, rund\u00a080 Prozent der Einnahmen in seine Technologie sowie den Ausbau der Marke und der weltweiten Pr\u00e4senz zu stecken. Schon heute gibt das Unternehmen laut Graf mehr als sechs Milliarden Dollar pro Jahr f\u00fcr Marketing aus. Seiner Einsch\u00e4tzung zufolge wird der Fast-Fashion-H\u00e4ndler seine Strategie nach dem IPO auf drei zentrale S\u00e4ulen st\u00fctzen: Erstens erfordere die anstehende Zollreform den raschen Ausbau lokaler europ\u00e4ischer Logistik- und Fulfillment-Kapazit\u00e4ten. Zweitens d\u00fcrfte der Konzern verst\u00e4rkt in die Technologie seines eigenen Marktplatzes investieren. Und drittens sei die \u00dcbernahme einer europ\u00e4ischen Modemarke sehr wahrscheinlich, um Vertrauen zu schaffen und Compliance-Vorgaben im Markt besser zu erf\u00fcllen.\u00a0<\/p>\n<p>Gerade das Vertrauen der europ\u00e4ischen Kunden und Regulierer zu gewinnen, d\u00fcrfte jedoch schwer werden. Das Unternehmen steht seit Jahren unter Beschuss<strong>.<\/strong> Die Vorw\u00fcrfe reichen von systematischem Plagiieren \u00fcber eine katastrophale Umweltbilanz bis zu Zwangsarbeit. Politiker, Handelsvertreter und Verbrauchersch\u00fctzer monieren unter anderem Produktqualit\u00e4t, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen.<\/p>\n<p>Der \u00f6ffentliche Druck ist jedoch nicht das einzige Problem: Auch wirtschaftlich und politisch zieht sich die Schlinge f\u00fcr den Fast-Fashion-Riesen weiter zu. In einer Mitteilung von Ende Juli r\u00e4umte das Unternehmen ein, dass die eigene Profitabilit\u00e4t vor erheblichen Risiken stehe \u2013 von denen viele, so Shein, \u201eau\u00dferhalb unserer Kontrolle\u201c l\u00e4gen. Zu diesen Risiken z\u00e4hlen nach eigenen Angaben internationale Spannungen, die sich auf die internationale Handelspolitik und damit die Produktverk\u00e4ufe auswirken. Zudem f\u00fchrte das Unternehmen staatliche Regulierung als Risiko f\u00fcr sein Gesch\u00e4ft an.\u00a0<\/p>\n<p><em>Der Beitrag ist zuerst bei <\/em><a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Hans-Werner-Sinn-versteht-schwarz-rotes-Schulden-Tohuwabohu-nicht-article25621306.html\" class=\"external-link\"><em>ntv.de<\/em><\/a><em> erschienen. Das Nachrichtenportal geho\u0308rt wie Capital zu RTL Deutschland.<\/em><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Mit Rekordums\u00e4tzen im R\u00fccken strebt der Fast-Fashion-Gigant Shein an die B\u00f6rse. Wegfallende Zollvorteile, sinkende Margen und scharfe Kritik zwingen jedoch zum Strategiewechsel<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":4846,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-20227","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wirtschaft"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":7}},"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1920&fit=1920,1080&ssl=1",1920,1080,true],"thumbnail":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=150&resize=150,150&ssl=1",150,150,true],"medium":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=300&fit=300,300&ssl=1",300,300,true],"medium_large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=768&resize=768,0&ssl=1",768,0,true],"large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1024&fit=1024,1024&ssl=1",1024,1024,true],"1536x1536":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1536&fit=1536,1536&ssl=1",1536,1536,true],"2048x2048":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=2048&fit=2048,2048&ssl=1",2048,2048,true],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/i2.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=18&fit=18,12&ssl=1",18,12,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Mit Rekordums\u00e4tzen im R\u00fccken strebt der Fast-Fashion-Gigant Shein an die B\u00f6rse. Wegfallende Zollvorteile, sinkende Margen und scharfe Kritik zwingen jedoch zum Strategiewechsel","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20227","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20227"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20227\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4846"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20227"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20227"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20227"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}