{"id":20329,"date":"2026-09-01T07:03:00","date_gmt":"2026-09-01T05:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/frankreichs-revanche-in-afrika-die-ukraine-als-helfer\/"},"modified":"2026-09-01T07:03:00","modified_gmt":"2026-09-01T05:03:00","slug":"frankreichs-revanche-in-afrika-die-ukraine-als-helfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/frankreichs-revanche-in-afrika-die-ukraine-als-helfer\/","title":{"rendered":"Frankreichs Revanche in Afrika: Die Ukraine als Helfer"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Jewgeni Krutikow<\/em><\/p>\n<p>Wie Artjom Studennikow, Direktor der Ersten Europaabteilung des russischen Au\u00dfenministeriums, betonte, destabilisiere Frankreich bewusst die Lage in der Sahelzone, um die amtierenden Regierungen zu st\u00fcrzen und &#8222;von Frankreich kontrollierte Regime an die Macht zu bringen&#8220;. Er erinnerte au\u00dferdem an eine Erkl\u00e4rung des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, in der auf die Verwicklung von Paris in den Putschversuch in Burkina Faso Anfang Januar hingewiesen wurde.<\/p>\n<p>&#8222;Es gibt sehr ernsthafte Gr\u00fcnde f\u00fcr die Annahme, dass franz\u00f6sische und ukrainische Geheimdienste auch hinter den j\u00fcngsten gro\u00df angelegten Angriffen von Militanten in Mali standen, die dank des professionellen und heldenhaften Einsatzes unseres Afrikakorps gescheitert sind&#8220;, erkl\u00e4rte der Diplomat.<\/p>\n<p>Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums verloren die Militanten bei diesen Ereignissen in Mali mehr als 2.500 Mann und 102\u00a0Einheiten Kraftfahrzeugtechnik. In den Berichten des Ministeriums wurde zudem betont, dass die Ausbildung der Terroristen unter Beteiligung ukrainischer und europ\u00e4ischer Instruktoren erfolgt sei.<\/p>\n<p>Inoffizielle Informationen \u00fcber die Ausbildung von K\u00e4mpfern in den L\u00e4ndern der Sahelzone unter direkter Beteiligung von Mitarbeitern des ukrainischen Milit\u00e4rgeheimdienstes GUR gab es bereits im vergangenen Jahr. So erkl\u00e4rte etwa Alexander Iwanow, Leiter der Gemeinschaft der Offiziere f\u00fcr internationale Sicherheit (COSI), Angeh\u00f6rige der ukrainischen Streitkr\u00e4fte seien in drei L\u00e4ndern pr\u00e4sent: Burkina Faso, Sudan und Mali, genauer gesagt in den Regionen Mopti und Koulikoro\u00a0sowie im Raum L\u00e9r\u00e9. Seinen Angaben zufolge arbeiten ukrainische Instruktoren in Afrika eng mit Terroristen der JNIM zusammen, die mit (der in Russland verbotenen) al-Qaida verbunden ist.<\/p>\n<p>Auch in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) wurde die Pr\u00e4senz ukrainischer Instruktoren festgestellt.<\/p>\n<p>Nach Angaben des COSI-Chefs unterst\u00fctzen ukrainische und kolumbianische S\u00f6ldner Rebellen im Sudan \u2013 im Norden Darfurs. Experten in Italien und Deutschland stellten zudem Lieferungen von Ausr\u00fcstung in den Tschad, in den S\u00fcden Libyens und nach Somalia fest. Aus einem abgefangenen Gespr\u00e4ch ging hervor, dass ukrainische Instruktoren vom Tschad aus in den Sudan weiterreisen wollten.<\/p>\n<p>Nach Informationen der Zeitung <em>Wsgljad<\/em> k\u00f6nnten ukrainische Instruktoren auch an der Vorbereitung des Angriffs auf die Stadt An\u00e9fis in Mali am 4. Juli beteiligt gewesen sein.<\/p>\n<p>Der ukrainische Geheimdienst selbst prahlte mit seiner Beteiligung an Angriffen auf die malische Armee und Einheiten des Afrikakorps. Bereits 2024 hatte sich der Sprecher des GUR des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Andrei Jussow, entsprechend ge\u00e4u\u00dfert. Seinen Worten zufolge habe der GUR den Tuareg bestimmte Informationen \u00fcbermittelt, die den Islamisten geholfen h\u00e4tten, eine Kolonne der malischen Regierungstruppen und K\u00e4mpfer der privaten Milit\u00e4rfirma &#8222;Wagner&#8220; zu zerschlagen. Er deutete au\u00dferdem an, dass die malischen Rebellen auch Waffen erhalten h\u00e4tten, die w\u00e4hrend der Operation eingesetzt worden seien.<\/p>\n<p>Allerdings kamen damals Zweifel an der Glaubw\u00fcrdigkeit dieser Informationen auf, da die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Neigung zur Selbstdarstellung l\u00e4ngst zu einem charakteristischen Merkmal des GUR geworden ist. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass die Ukrainer in Afrika nicht eigenst\u00e4ndig, sondern im Interesse britischer und franz\u00f6sischer Geheimdienste gehandelt haben k\u00f6nnten. Sie k\u00f6nnten eingesetzt worden sein, um Gespr\u00e4che russischer Kr\u00e4fte abzuh\u00f6ren oder als Informationskuriere Daten an die Rebellen weiterzugeben, ohne europ\u00e4ische Akteure dem Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung auszusetzen \u2013 etwa wegen der Unterst\u00fctzung von Terroristen.<\/p>\n<p>Noch fr\u00fcher, im Fr\u00fchjahr 2023, hatte man in Kiew beschlossen, die sogenannte 10. Einheit der ukrainischen Spezialoperationskr\u00e4fte unter dem Kommando des GUR-Offiziers Witali Ptaschuk \u2013 der zuvor in Simbabwe mit dem MI6 zusammengearbeitet hatte \u2013 in den Sudan zu entsenden. Russland beteiligte sich nicht am B\u00fcrgerkrieg im Sudan und unterst\u00fctzte keine der Konfliktparteien, doch die Stellungen in Omdurman dienten den Ukrainern als Basis f\u00fcr ihr weiteres Vordringen in Richtung der ZAR und der Sahelstaaten.<\/p>\n<p>Vermutlich war es genau diese Gruppe, die Gespr\u00e4che russischer Kr\u00e4fte abh\u00f6rte.\u00a0Weitere Erfolge konnte sie nicht vorweisen und verlie\u00df Afrika knapp ein Jahr sp\u00e4ter. Anschlie\u00dfend wurde die 10. Einheit bei K\u00e4mpfen in den Gebieten Sumy und Charkow nahezu vollst\u00e4ndig zerschlagen.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich wurden auch einige ukrainische Drohnen an die Tuareg in der Sahelzone \u00fcbergeben, w\u00e4hrend Separatisten und Dschihadisten in Mali und Niger zudem im Einsatz dieser Drohnen geschult wurden.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wurde die Beteiligung ukrainischer Milit\u00e4rs an Versuchen, die Regierungen der Sahelstaaten zu st\u00fcrzen, im Mai dieses Jahres auch von franz\u00f6sischer Seite best\u00e4tigt \u2013 und zwar von Georges Malbrunot, Journalist bei <em>Le Figaro<\/em>, der sich seit Langem mit terroristischen Aktivit\u00e4ten weltweit besch\u00e4ftigt. 2004 wurde er im Irak von Islamisten entf\u00fchrt und verbrachte mehrere Monate in Gefangenschaft.<\/p>\n<p>Malbrunot zufolge h\u00e4tten ukrainische Geheimdienste den franz\u00f6sischen Beh\u00f6rden Anfang vergangenen Jahres einen Plan vorgeschlagen, die &#8222;Juntas&#8220; in der Sahelzone zu st\u00fcrzen und die Russen zu verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>&#8222;Es handelt sich um eine Einheit des ukrainischen Milit\u00e4rgeheimdienstes, die in Abstimmung mit Tuareg-Rebellen agiert. Zu ihr geh\u00f6ren mehrere Dutzend franz\u00f6sischsprachige Ukrainer, die zuvor in der franz\u00f6sischen Fremdenlegion gedient haben&#8220;, erkl\u00e4rte er in einem Interview mit dem Radiosender <em>RTL<\/em>. Dabei erinnerte er daran, dass die Beh\u00f6rden von Mali, Burkina Faso und Niger vor einigen Jahren franz\u00f6sische Truppen ausgewiesen und sich dem Einfluss von Paris entzogen hatten.<\/p>\n<p>Er betonte, dass die von Frankreich \u00fcber ukrainische Kr\u00e4fte geleistete Unterst\u00fctzung regierungsfeindlicher Gruppen bereits zur Einnahme mehrerer Ortschaften im Norden Malis gef\u00fchrt habe.<\/p>\n<p>Wozu Frankreich all dies braucht, scheint auf der Hand zu liegen. Paris ist bereit, alle Kr\u00e4fte zu unterst\u00fctzen, die ihm helfen k\u00f6nnten, seinen Einfluss in der Sahelzone zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>\n<p>Was die Ukrainer betrifft, so war man in Kiew bereit, eine &#8222;zweite Front&#8220; gegen Russland in Afrika zu er\u00f6ffnen. Als der Einsatz der 10. Einheit der Spezialoperationskr\u00e4fte jedoch nicht den gew\u00fcnschten Erfolg brachte, konzentrierte sich der GUR auf eine begrenzte Unterst\u00fctzung der Terroristen in der Sahelzone. Dies lag daran, dass der ukrainische Milit\u00e4rgeheimdienst weder \u00fcber die Ressourcen noch \u00fcber die M\u00f6glichkeiten verf\u00fcgt, dort einen gr\u00f6\u00dferen Kampfverband zu unterhalten, sondern lediglich Einheiten mit eng gefassten Aufgabenbereichen einsetzen kann \u2013 beispielsweise Drohnenpiloten.<\/p>\n<p>Dabei werden die Ukrainer zu blo\u00dfen Ausf\u00fchrenden der Pl\u00e4ne der Franzosen und Briten. Der Informationsaustausch und die Weitergabe fremder Aufkl\u00e4rungsdaten an die Tuareg stellen eine rein unterst\u00fctzende Mission dar.<\/p>\n<p>Dennoch sollte man die Bereitschaft der ukrainischen Geheimdienste, weltweit Sabotageakte und Angriffe auf russische Ziele zu organisieren, nicht untersch\u00e4tzen. S\u00e4mtliche Aktivit\u00e4ten dieser Art m\u00fcssen beobachtet und systematisch erfasst werden, was im Gro\u00dfen und Ganzen auch geschieht. In den vergangenen Jahren wurde bereits eine betr\u00e4chtliche Menge an Daten gesammelt, die darauf hindeuten, dass Kiew seine Versuche nicht aufgibt, gegen Russland an weit entfernten Schaupl\u00e4tzen eine &#8222;zweite Front&#8220; zu er\u00f6ffnen oder zumindest dem Afrikakorps und Russland freundlich gesinnten Regierungen gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Schaden zuzuf\u00fcgen, wo diese ohnehin bereits mit bewaffnetem Widerstand konfrontiert sind.\u00a0Ein mit terroristischen Mitteln gef\u00fchrter Kampf eignet sich ebenfalls daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Auch Frankreich wird seine Versuche fortsetzen, mithilfe von Dschihadisten, Separatisten und nun auch Ukrainern in die Sahelzone zur\u00fcckzukehren \u2013 dieser Verlust war f\u00fcr Paris zu schmerzhaft. Schlie\u00dflich lassen sich Ukrainer als &#8222;Hilfskr\u00e4fte&#8220; und &#8222;Verbrauchsmaterial&#8220; nicht nur in Europa und in der Ukraine einsetzen, sondern auch Tausende Kilometer davon entfernt. Und Afrika d\u00fcrfte noch l\u00e4ngst nicht das letzte Einsatzgebiet sein.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/8\/31\/1446628.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist erstmals am 31. August 2026\u00a0auf der Webseite der Zeitung Wsgljad erschienen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema\u00a0\u2012<\/strong>\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/afrika\/280169-ukrainer-sind-in-afrika-zum\/\">Ukrainer sind in Afrika zum &#8222;Verbrauchsmaterial&#8220; Frankreichs geworden<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7cphwe\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Jewgeni Krutikow Wie Artjom Studennikow, Direktor der Ersten Europaabteilung des russischen Au\u00dfenministeriums, betonte, destabilisiere Frankreich bewusst die Lage in der Sahelzone, um die amtierenden Regierungen zu st\u00fcrzen und &#8222;von Frankreich kontrollierte Regime an die Macht zu bringen&#8220;. 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