{"id":20545,"date":"2026-09-02T11:02:40","date_gmt":"2026-09-02T09:02:40","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/leipzig-russland-und-die-eindeutigen-beweise-von-uwe-froschauer\/"},"modified":"2026-09-02T11:02:40","modified_gmt":"2026-09-02T09:02:40","slug":"leipzig-russland-und-die-eindeutigen-beweise-von-uwe-froschauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/leipzig-russland-und-die-eindeutigen-beweise-von-uwe-froschauer\/","title":{"rendered":"Leipzig, Russland und die \u201eeindeutigen Beweise\u201c | Von Uwe Froschauer"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><strong>Sanktionen oder Vorwand zur weiteren Eskalation?<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Uwe Froschauer<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Eine mit Sprengstoff best\u00fcckte Drohne am Flughafen Leipzig\/Halle, ein vereitelter Anschlag \u2013 und f\u00fcr die Bundesregierung steht der Schuldige fest: Russland. Innenminister Alexander Dobrindt und Au\u00dfenminister Johann Wadephul verk\u00fcndeten am 1. September weitreichende Ma\u00dfnahmen gegen Moskau. NATO-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte erkl\u00e4rte sogar: \u201eDie Beweise sind eindeutig.\u201c<\/p>\n<p>Eindeutig?<\/p>\n<p>Bislang hat die \u00d6ffentlichkeit keinen Beweis zu Gesicht bekommen, anhand dessen sie die zentrale Behauptung selbst \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnte, dass der russische Staat diesen Anschlag tats\u00e4chlich angeordnet hat. Genannt werden Indizien, Tatmuster und geheimdienstliche Erkenntnisse. Das kann schwer wiegen. Es ersetzt aber nicht die \u00f6ffentliche Vorlage belastbarer Belege f\u00fcr eine Anschuldigung von enormer au\u00dfenpolitischer Tragweite.<\/p>\n<p>Umso mehr stellt sich die Frage: Geht es ausschlie\u00dflich um die Aufkl\u00e4rung eines Anschlags \u2013 oder liefert Leipzig zugleich den willkommenen politischen Anlass, Sanktionen zu versch\u00e4rfen, die milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der Ukraine fortzusetzen und den Konfrontationskurs gegen\u00fcber Russland weiterzuf\u00fchren?<\/p>\n<p>Wer Frieden will, sollte bei Anschuldigungen dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung besonders sorgf\u00e4ltig mit Fakten umgehen. Wer eskaliert, bevor die Beweise \u00f6ffentlich auf dem Tisch liegen, muss sich kritischen Fragen stellen. In den letzten Jahren hat es nicht danach ausgesehen, dass Deutschland beziehungsweise Europa Frieden wollen.<\/p>\n<p><strong>Was geschah am Flughafen Leipzig\/Halle?<\/strong><\/p>\n<p>Am Abend des 4. August 2026 wurde im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig\/Halle eine mit Sprengstoff und einem Z\u00fcndmechanismus pr\u00e4parierte Drohne entdeckt. Sie befand sich in unmittelbarer N\u00e4he ukrainischer Frachtmaschinen. Die Bundesanwaltschaft \u00fcbernahm die Ermittlungen und sprach von einem \u201eschwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland\u201c.<\/p>\n<p>Inzwischen ist bekannt, dass der Vorgang offenbar umfangreicher war als zun\u00e4chst angenommen. Nach Recherchen mehrerer Medien sollen mindestens zwei mit Sprengstoff pr\u00e4parierte Drohnen eingesetzt worden sein. Die <em>Zeit<\/em> berichtet zudem \u00fcber ein Erddepot nahe Merseburg, eine Relaisstation und weitere Spuren. Gegen zwei Beschuldigte werde ermittelt. Die ARD berichtet dar\u00fcber hinaus, Ermittler seien auf mindestens eine Person gesto\u00dfen, die an einen russischen Geheimdienst angebunden sein soll.<\/p>\n<p>Das sind ernstzunehmende Erkenntnisse. Sie m\u00fcssen untersucht werden \u2013 ohne Vorverurteilung in die eine oder andere Richtung.<\/p>\n<p>Zwischen der Feststellung, dass ein professionell vorbereiteter Anschlag stattgefunden hat, und dem Nachweis, dass die russische Staatsf\u00fchrung oder ein russischer Geheimdienst diesen Anschlag angeordnet hat, liegt ein erheblicher Unterschied.<\/p>\n<p><strong>Dobrindt: \u201eRussland hat den hybriden Angriff zu verantworten\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Am 1. September traten Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Bundesau\u00dfenminister Johann Wadephul gemeinsam vor die Presse.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Bundesregierung ist die Sache gekl\u00e4rt. Dobrindt erkl\u00e4rte:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eZusammen betrachtet belegen polizeiliche Ermittlungen, Tatmuster und nachrichtendienstliche Erkenntnisse eine russische Verantwortung f\u00fcr den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Nach seinen Angaben wurden Sprengstoff und Z\u00fcndtechnik eingesetzt, die aus anderen Russland zugeschriebenen hybriden Operationen sowie aus dem Krieg in der Ukraine bekannt seien. Auch die Drohnenkonfiguration passe in dieses Bild.<\/p>\n<p>Dobrindt verwies ferner auf das professionelle Zusammenspiel der eingesetzten Technik, ein hohes Ma\u00df an technischer Expertise und erheblichen organisatorischen Aufwand. Die eigentliche Durchf\u00fchrung sei dagegen sogenannten \u201eLow-Level-Agenten\u201c zuzuordnen.<\/p>\n<p>Sein Fazit:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDie Bundesregierung kommt deswegen zum Schluss, dass Russland den hybriden Angriff in Leipzig am 4. August zu verantworten hat.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Und weiter:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWir betrachten Leipzig nicht als ein einzelnes Ereignis, sondern sehen das im Zusammenwirken mit weiteren hybriden Aktionen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Deutschland m\u00fcsse mit weiteren Angriffen rechnen:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWir gehen davon aus, dass Deutschland das Ziel weiterer hybrider Angriffe Russlands ist.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Es bestehe sogar <em>\u201eeine Bereitschaft, durch hybride Angriffe auch gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den auszul\u00f6sen\u201c.<\/em><\/p>\n<p>In meinen Augen sind die zwei letzten Aussagen ein bewusst eingesetztes manipulatorisches Mittel, um Unsicherheit und Angst in der Bev\u00f6lkerung zu erzeugen. Die Richtigkeit der steuerfinanzierten Ma\u00dfnahme, weiterhin \u2013 kriegsverl\u00e4ngernde und todbringende \u2013 Waffen an die Ukraine zu liefern, soll untermauert werden. F\u00fcr mein Daf\u00fcrhalten: verantwortungslose Kriegstreiberei! Rheinmetall und seine Aktion\u00e4re freuen sich, nicht wahr Herr \u201eBlackRock\u201c?<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich erkl\u00e4rte der Innenminister:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDie Bundesregierung beantwortet diesen hybriden Angriff von Leipzig verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig und besonnen, aber gleicherma\u00dfen entschlossen. Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind t\u00e4gliches Ziel hybrider Kriegsf\u00fchrung.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Meines Erachtens befindet sich Russland noch nicht im Krieg mit Deutschland \u2013 der Besonnenheit Russland haben wir es zu verdanken, dass wir noch keinen weiteren Weltkrieg erleben m\u00fcssen, und nicht den unverantwortlichen europ\u00e4ischen Kriegstreibern. Deutsche und andere europ\u00e4ische bellizistische Politiker dagegen halten den Krieg am Laufen, anstatt Verhandlungen anzustreben. Sie provozieren Russland, um es zu aggressiven Schritten zu verleiten, und damit die immer behauptete Aggressivit\u00e4t von Russland unter Beweis zu stellen. Billig, aber wirksam.<\/p>\n<p>Was Innenminister Dobrindt vorgebracht hat, sind au\u00dferordentlich schwere Anschuldigungen. Die Darstellung der Bundesregierung ist jedoch \u00e4u\u00dferst problematisch. Die genannten Indizien k\u00f6nnen einen Verdacht begr\u00fcnden. Auch nachrichtendienstliche Erkenntnisse k\u00f6nnen ausgesprochen gewichtig sein. Doch der \u00d6ffentlichkeit wurde bislang nicht offengelegt, worin der belastbare Nachweis besteht, dass russische staatliche Stellen Auftraggeber des Anschlags waren.<\/p>\n<p>Eine bestimmte Art von Sprengstoff beweist noch keinen Auftraggeber. Eine bestimmte Drohnenkonfiguration ebenfalls nicht. Auch die \u00c4hnlichkeit mit fr\u00fcheren Tatmustern ist zun\u00e4chst ein Indiz. Wenn dar\u00fcber hinaus geheimdienstliche Erkenntnisse existieren, die eine direkte Verbindung zu russischen staatlichen Stellen zweifelsfrei herstellen, dann sollte zumindest so viel davon offengelegt werden, wie ohne Gef\u00e4hrdung von Quellen m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Die Konsequenzen sind erheblich. Herr Dobrindt, das sind Indizien, \u201eBilder\u201c aber keine Beweise. Bevor Sie derartig schwerwiegende Behauptungen aufstellen, sollten Sie und Ihresgleichen Beweise liefern.<\/p>\n<p><strong>Wadephul zieht die Sanktionsschraube an<\/strong><\/p>\n<p>Au\u00dfenminister Johann Wadephul k\u00fcndigte unmittelbar ein ganzes Ma\u00dfnahmenpaket gegen Russland an. Der russische Botschafter wurde ins Ausw\u00e4rtige Amt einbestellt. Das russische Generalkonsulat in Bonn soll zum 18. September geschlossen werden. Damit verbleibt Russland in Deutschland nur noch die Botschaft in Berlin als diplomatische Vertretung. Auch der Vertrag \u00fcber das Russische Haus in Berlin wird gek\u00fcndigt. Hinzu kommen versch\u00e4rfte Einreisekontrollen f\u00fcr russische Staatsangeh\u00f6rige. Deutschland will auf europ\u00e4ischer Ebene weitere Personen auf Sanktionslisten setzen lassen und den Druck auf die sogenannte russische Schattenflotte erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Damit nicht genug.<\/p>\n<p>Wadephul k\u00fcndigte ausdr\u00fccklich an, Deutschland werde seine zivile und milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der Ukraine fortsetzen. Hier liegt meines Erachtens der Hund begraben! Zus\u00e4tzlich seien weitere nachrichtendienstliche Ma\u00dfnahmen vorgesehen. Auch innerhalb der NATO werde Deutschland seine Verteidigungsf\u00e4higkeit weiter st\u00e4rken und die Abschreckung gegen\u00fcber Russland ausbauen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens an diesem Punkt sollte man hellh\u00f6rig werden. Ein Anschlag, dessen staatlicher Auftraggeber der \u00d6ffentlichkeit bislang nicht anhand \u00fcberpr\u00fcfbarer Belege nachgewiesen wurde, f\u00fchrt nicht nur zu diplomatischen Sanktionen. Er wird zugleich in eine Politik eingebettet, die weitere Unterst\u00fctzung der Ukraine, zus\u00e4tzliche Sanktionen und eine st\u00e4rkere milit\u00e4rische Abschreckung Russlands umfasst.<\/p>\n<p>An dieser Stelle dr\u00e4ngt sich ein Vergleich geradezu auf: <strong>Nord Stream.<\/strong> Am 26. September 2022 wurden drei der vier Str\u00e4nge der Pipelines Nord Stream 1 und 2 durch Sprengstoffanschl\u00e4ge schwer besch\u00e4digt \u2013 ein massiver Angriff auf eine f\u00fcr Deutschland wichtige Energieinfrastruktur. Fast vier Jahre sp\u00e4ter ist zwar erheblich mehr \u00fcber das mutma\u00dfliche T\u00e4terkommando bekannt; deutsche Ermittler verfolgen inzwischen angeblich konkrete Spuren zu ukrainischen Tatverd\u00e4chtigen. Wer den Anschlag letztlich in Auftrag gegeben hat, ist bis heute nicht eindeutig gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Man lasse sich diesen Kontrast einmal auf der Zunge zergehen: Bei einem der schwersten Sabotageakte gegen deutsche Energieinfrastruktur dauert es nahezu vier Jahre, ohne dass der Auftraggeber zweifelsfrei feststeht. Im Fall Leipzig dagegen wei\u00df die Bundesregierung bereits wenige Wochen nach dem Fund der Sprengstoffdrohne, wer verantwortlich sein soll: Russland.<\/p>\n<p>Wie kann das sein?<\/p>\n<p>Vielleicht verf\u00fcgt die Bundesregierung tats\u00e4chlich \u00fcber erdr\u00fcckende geheimdienstliche Erkenntnisse. Dann soll sie \u2013 soweit dies ohne Gef\u00e4hrdung von Quellen m\u00f6glich ist \u2013 offenlegen, worauf ihre Gewissheit beruht. Denn je schwerwiegender eine Anschuldigung und je weitreichender die daraus abgeleiteten politischen Konsequenzen sind, desto h\u00f6her muss meines Erachtens auch die Anforderung an ihre Begr\u00fcndung sein.<\/p>\n<p>Das gilt erst recht, wenn aus dieser Schuldzuweisung nicht nur diplomatische Ma\u00dfnahmen folgen, sondern zugleich weitere Waffenlieferungen an die Ukraine, zus\u00e4tzliche Sanktionen gegen Russland und eine verst\u00e4rkte milit\u00e4rische Abschreckung begr\u00fcndet werden.<\/p>\n<p>Und noch eine Frage dr\u00e4ngt sich auf: <strong>Wo bleiben eigentlich die Sanktionen gegen die Ukraine?<\/strong><\/p>\n<p>Die Nord-Stream-Ermittlungen haben inzwischen eine Dimension erreicht, die sich nicht mehr mit einem beil\u00e4ufigen Hinweis auf irgendwelche \u201eSpuren in die Ukraine\u201c abtun l\u00e4sst. Ein Ukrainer ist angeklagt, weitere ukrainische Tatverd\u00e4chtige wurden identifiziert beziehungsweise festgenommen. Nach den Erkenntnissen deutscher Ermittler geh\u00f6rten Mitglieder des mutma\u00dflichen Sabotagekommandos zum ukrainischen Milit\u00e4r oder verf\u00fcgten \u00fcber Verbindungen zu ukrainischen Sicherheitsstrukturen. In der Anklage gegen den mutma\u00dflichen Anf\u00fchrer ist sogar davon die Rede, dass der Plan \u201eim Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine\u201c entwickelt worden sei.<\/p>\n<p>Sollte sich dieser Verdacht vor Gericht best\u00e4tigen, stellt sich eine ausgesprochen unangenehme Frage: Warum wird bei Russland innerhalb k\u00fcrzester Zeit mit Sanktionen, der Schlie\u00dfung diplomatischer Einrichtungen und weiterer milit\u00e4rischer Abschreckung reagiert, w\u00e4hrend die Ukraine trotz des Verdachts einer Beteiligung staatlicher Stellen an einem ungleich folgenschwereren Anschlag auf deutsche Energieinfrastruktur weiterhin mit Milliardenbetr\u00e4gen und steuerfinanzierten Waffenlieferungen unterst\u00fctzt wird?<\/p>\n<p>Die Sprengung von Nord Stream war schlie\u00dflich kein Pappenstiel. Drei von vier Pipeline-Str\u00e4ngen wurden zerst\u00f6rt. Es ging um eine Infrastruktur, \u00fcber die Deutschland zuvor einen erheblichen Teil seiner Gasversorgung abgewickelt hatte. Ein solcher Anschlag ber\u00fchrt unmittelbar deutsche Wirtschafts-, Energie- und Sicherheitsinteressen.<\/p>\n<p>Sollte tats\u00e4chlich ein staatlicher ukrainischer Auftrag nachgewiesen werden, m\u00fcsste deshalb auch die Frage nach politischen Konsequenzen gegen\u00fcber Kiew auf den Tisch. Alles andere ist das Anlegen unterschiedlicher Ma\u00dfst\u00e4be: Gegen Russland Sanktionen bereits aufgrund einer staatlichen Schuldzuweisung, deren ma\u00dfgebliche Beweise der \u00d6ffentlichkeit bislang nicht pr\u00e4sentiert wurden \u2013 gegen\u00fcber der Ukraine dagegen weiterhin Milliardenhilfen und Waffenlieferungen, obwohl deutsche Strafverfolger inzwischen konkrete ukrainische Tatverd\u00e4chtige verfolgen und sogar Anhaltspunkte f\u00fcr einen staatlichen Auftrag sehen.<\/p>\n<p>Und bezahlen d\u00fcrfen diese v\u00f6llig verfehlte Politik bellizistischer Unf\u00e4higer am Ende die B\u00fcrger. Milliarden flie\u00dfen in die milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der Ukraine, w\u00e4hrend gleichzeitig in Deutschland \u00fcber steigende Sozialabgaben, Einsparungen und die langfristige Finanzierbarkeit der Rente gestritten wird. Viele Rentner m\u00fcssen mit vergleichsweise niedrigen Alterseinkommen auskommen und jeden Euro zweimal umdrehen. Welche Interessen vertritt die deutsche Bundesregierung eigentlich zuerst? Ist Friedrich Merz der Bundeskanzler Deutschlands oder der der Ukraine. Seine Beliebtheitswerte sind in Deutschland im Keller, in der Ukraine sehr hoch. Na sowas!<\/p>\n<p>Die Bundesregierung vertritt in meinen Augen nicht mehr die Interessen der eigenen Bev\u00f6lkerung, sondern die Interessen der ukrainischen Regierung, deren m\u00f6gliche Rolle beim schwersten Anschlag auf die deutsche Energieinfrastruktur der vergangenen Jahrzehnte noch immer nicht abschlie\u00dfend aufgekl\u00e4rt ist.<\/p>\n<p><strong>Mark Rutte wei\u00df es bereits \u201eeindeutig\u201c<\/strong><\/p>\n<p>NATO-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte, Kriegstreiber und Scho\u00dfh\u00fcndchen von Donald Trump lie\u00df ebenfalls keinen Zweifel aufkommen:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDie Beweise sind eindeutig.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Ein interessantes Wort: <strong>eindeutig<\/strong>. Wenn die Beweise so eindeutig sind \u2013 warum bekommt die \u00d6ffentlichkeit sie dann nicht zu sehen?<\/p>\n<p>Die Bundesregierung spricht von Tatmustern, technischen \u00dcbereinstimmungen und geheimdienstlichen Erkenntnissen. Das kann eine plausible Indizienkette ergeben. Eine f\u00fcr jedermann \u00fcberpr\u00fcfbare Beweiskette ist damit bislang nicht \u00f6ffentlich dokumentiert.<\/p>\n<p>Rutte erkl\u00e4rte au\u00dferdem die volle Solidarit\u00e4t der NATO mit Deutschland. Ich erkl\u00e4re meine volle Solidarit\u00e4t mit friedliebenden Menschen, und verdamme diese elendigen Kriegstreiber!<\/p>\n<p>Auch EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen stellte sich hinter Berlin. Wer h\u00e4tte es gedacht? Die Europ\u00e4ische Union bleibe angesichts des Vorgehens Russlands geeint; hybride Angriffe w\u00fcrden nicht ohne klare Antwort bleiben. Zus\u00e4tzliche EU-Sanktionen stehen bereits zur Diskussion. <\/p>\n<p>Was ich von dieser kriegstreiberischen und in meinen Augen nicht-integren Person halte, habe ich in mehreren Artikeln bereits dargelegt. Es wird Zeit, dass diese verantwortungslose Person Ihren Posten r\u00e4umt.<\/p>\n<p>So schnell kann aus einer nationalen Ermittlung eine europ\u00e4ische Eskalationsspirale entstehen.<\/p>\n<p>Beschuldigung \u2013 Schuldzuweisung \u2013 Sanktionen \u2013 NATO-Solidarit\u00e4t \u2013 weitere Sanktionen.<\/p>\n<p>Am Anfang dieser Kette sollte etwas stehen, das mehr ist als politisches Vertrauen in Geheimdienste und Regierungen: \u00fcberpr\u00fcfbare Evidenz. Das alles sieht wie ein abgekartetes Spiel aus.<\/p>\n<p><strong>Sahra Wagenknecht warnt vor einer \u201ebrandgef\u00e4hrlichen Eskalation\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Gott sei Dank gibt es in Deutschland nicht nur die Altparteien, das Parteienkartell, sondern auch noch intelligente und verantwortungsvolle Politikerinnen und Politiker. Zu den deutlichsten Kritikern der deutschen Reaktion geh\u00f6rt Sahra Wagenknecht. Sie erkl\u00e4rte:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eSelbst wenn Russland dahinterstehen sollte, ist eine Drohne, die keinerlei Schaden angerichtet hat, kein Grund, eine brandgef\u00e4hrliche Eskalation anzuheizen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Eine solche Entwicklung k\u00f6nne letztlich in einem Krieg mit Russland enden. Ihre Warnung vor der Eskalationsdynamik ist mehr als berechtigt.<\/p>\n<p>Deutschland und Russland sind Atomm\u00e4chte beziehungsweise \u2013 im deutschen Fall \u2013 Mitglied eines atomar bewaffneten B\u00fcndnisses. Wer in dieser Lage von Angriffen, Kriegszielen und hybrider Kriegsf\u00fchrung spricht, sollte wissen, welche politische Dynamik damit ausgel\u00f6st werden kann.<\/p>\n<p>Das scheint der deutschen Regierung und den bellizistischen Elementen der EU aber sonstwo vorbeizugehen. Sie setzen unser aller Leben aufs Spiel. Ich habe eine Tochter, Herr Wadephul, Herr Dobrindt, Herr Merz, Frau von der Leyen, Herr Rutte, und deren Leben gef\u00e4hrden Sie seit Jahren in einem unvertretbaren Ausma\u00df mit Ihrer unentschuldbaren Kriegstreiberei.<\/p>\n<p>Den Kriegstreibern geh\u00f6rt das Handwerk gelegt.<\/p>\n<p><strong>Moskau: \u201eWenn solche schweren Anschuldigungen erhoben werden, sollten sie irgendwie untermauert werden\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Russland weist jede Verantwortung zur\u00fcck. Kremlsprecher Dmitri Peskow reagierte auf die Anschuldigungen aus Berlin mit einer einfachen Forderung:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWenn solche schweren Anschuldigungen erhoben werden, sollten sie irgendwie untermauert werden.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Peskow kritisierte, Deutschland habe weder Beweise noch ausreichende Argumente f\u00fcr seine Schuldzuweisung \u00f6ffentlich vorgelegt. Seine Einsch\u00e4tzung:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDass Deutschland den weiteren Weg der Eskalation geht, das ist offensichtlich.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Moskau behauptet seinerseits \u2013 und aus meiner Sicht nicht ganz zu Unrecht \u2013, Kiew k\u00f6nne von einem solchen Anschlag politisch profitieren. Aber auch daf\u00fcr liegt bislang kein \u00f6ffentlich belastbarer Beweis vor. Dennoch: derselbe Ma\u00dfstab muss deshalb f\u00fcr beide Seiten gelten. Eine Behauptung wird nicht dadurch wahr, dass sie aus Berlin kommt. Sie wird aber ebenso wenig dadurch wahr, dass sie aus Moskau kommt.<\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Debatte erinnert mich stark an Nord Stream. Als am 26. September 2022 drei der vier Str\u00e4nge von Nord Stream 1 und 2 durch Sprengungen zerst\u00f6rt wurden, richteten sich Verd\u00e4chtigungen sehr schnell auch gegen Russland. Schon damals stellte sich f\u00fcr mich eine simple Frage: <strong>Cui bono \u2013 wem n\u00fctzt es?<\/strong> Warum sollte Russland eine milliardenschwere Infrastruktur zerst\u00f6ren, \u00fcber die es jahrelang gro\u00dfe Mengen Gas nach Europa geliefert und Milliarden verdient hatte? Einen wirtschaftlichen Vorteil Moskaus aus der Zerst\u00f6rung seiner eigenen Absatzwege zu erkennen, f\u00e4llt zumindest schwer.<\/p>\n<p>Profitiert haben von der dauerhaften Unterbrechung russischer Gaslieferungen dagegen andere: Die Ukraine hatte seit Jahren massive politische und wirtschaftliche Einw\u00e4nde gegen Nord Stream 2 erhoben; die USA bek\u00e4mpften das Pipelineprojekt ebenfalls seit Langem und belegten daran beteiligte Unternehmen sogar mit Sanktionen. Das beweist selbstverst\u00e4ndlich weder eine ukrainische noch eine amerikanische T\u00e4terschaft \u2013 auch wenn ich sie vermute. <strong>Cui bono ist ein Ermittlungsansatz, kein Tatnachweis.<\/strong> Aber die Frage nach Motiv und Nutzen muss gestellt werden \u2013 bei Nord Stream genauso wie heute in Leipzig.<\/p>\n<p>Umso aufschlussreicher ist der Blick zur\u00fcck: Fast vier Jahre nach der Sprengung von Nord Stream konzentrieren sich die deutschen Ermittlungen l\u00e4ngst nicht mehr auf Russland, sondern auf konkrete ukrainische Tatverd\u00e4chtige; inzwischen reichen die Erkenntnisse sogar bis zum Verdacht eines Auftrags aus ukrainischen staatlichen Strukturen. Was unmittelbar nach dem Anschlag als m\u00f6gliche russische Sabotage diskutiert wurde, erscheint vor diesem Hintergrund zumindest in einem v\u00f6llig anderen Licht.<\/p>\n<p>Und jetzt wieder Leipzig: Russland soll einen Sprengstoffanschlag auf deutschem Boden veranlasst haben. Wieder stellt sich deshalb neben der Frage nach den Beweisen auch die Frage: <strong>Cui bono? Wem w\u00fcrde eine weitere Versch\u00e4rfung des deutsch-russischen Konflikts nutzen?<\/strong> Und wem nutzt es, wenn daraus weitere Sanktionen gegen Russland, eine st\u00e4rkere NATO-Abschreckung und weitere Waffenlieferungen an die Ukraine folgen?<\/p>\n<p>Vielleicht sollte bei all dem auch die Geschichte nicht v\u00f6llig vergessen werden. Rund 27 Millionen Menschen verlor die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Trotz dieser unvorstellbaren Opfer entwickelten sich insbesondere seit der Ostpolitik Willy Brandts \u00fcber Jahrzehnte enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion beziehungsweise sp\u00e4ter Russland. Energie und Handel wurden zu wichtigen Br\u00fccken zwischen beiden L\u00e4ndern. Die deutsch-russische Energiepartnerschaft war den USA seit Langem ein Dorn im Auge; Washington bek\u00e4mpfte Nord Stream 2 offen und belegte am Projekt beteiligte Unternehmen mit Sanktionen. Heute sind die deutsch-russischen Beziehungen weitgehend zerst\u00f6rt \u2013 der vereitelte Anschlag in Leipzig ist ein weiterer Sargnagel f\u00fcr die ehemals guten Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Wem diese Entwicklung geopolitisch n\u00fctzt, ist eine Frage, die gestellt werden muss.<\/p>\n<p><strong>Der russische Botschafter spricht von einer \u201eProvokation\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Noch deutlicher \u00e4u\u00dferte sich der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew. Er bezeichnete die deutschen Anschuldigungen als \u201eabsurd\u201c und sprach von einer<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201ehastig zusammengezimmerten Provokation am Flughafen in Leipzig\u201c<\/em>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die angek\u00fcndigten deutschen Ma\u00dfnahmen seien<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eeine beispiellose Eskalation in den russisch-deutschen Beziehungen\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>und w\u00fcrden<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201enicht ohne Folgen bleiben\u201c<\/em>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Verantwortung f\u00fcr diese Entwicklung liege nach Darstellung Moskaus bei der Bundesregierung. Die russische Botschaft hatte bereits zuvor erkl\u00e4rt, die Vorg\u00e4nge dienten <em>\u201eausschlie\u00dflich den Zielen Kiews und des militaristischen Fl\u00fcgels der europ\u00e4ischen politischen Klasse\u201c<\/em>.<\/p>\n<p>Ich bin geneigt, diese Ansicht zu teilen, da die europ\u00e4ischen bellizistischen Provokationen keinesfalls der Bev\u00f6lkerung dienen.<\/p>\n<p>Weiter hie\u00df es, Ukraine und europ\u00e4ische Regierungen ben\u00f6tigten Argumente, um weiterhin <em>\u201eunbegrenzte finanzielle Mittel in die H\u00e4nde eines korrupten Regimes\u201c<\/em> in Kiew flie\u00dfen zu lassen.<\/p>\n<p>Auch diese Ansicht teile ich zumindest insofern, als Korruption in der Ukraine keineswegs eine russische Erfindung ist. Im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International geh\u00f6rt das Land seit Jahren zu den deutlich schlechter bewerteten Staaten Europas. Fairerweise darf dabei nicht verschwiegen werden, dass Russland in diesem Index ebenfalls sehr schlechter abschneidet. Korruption ist also gewiss kein Problem, das sich auf die Ukraine beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Die Frage ist nach wie vor: Wem nutzt eine weitere Eskalation zwischen Deutschland und Russland politisch?<\/p>\n<p><strong>Sacharowa: Deutschland habe einen Vorwand gesucht<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Sprecherin des russischen Au\u00dfenministeriums, Maria Sacharowa, k\u00fcndigte Gegenma\u00dfnahmen an. Russland werde \u201espiegelbildlich\u201c reagieren, \u00e4hnlich wie bei fr\u00fcheren aus Moskauer Sicht einseitigen Sanktionen.<\/p>\n<p>Sacharowa geht noch weiter. Ihrer Darstellung zufolge habe die Bundesregierung lediglich einen Vorwand gesucht, um unter anderem das Russische Haus in Berlin schlie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mit Blick auf den Zeitpunkt der deutschen Ank\u00fcndigung am 1. September \u2013 dem Jahrestag des deutschen \u00dcberfalls auf Polen 1939 \u2013 fragte sie auf Telegram zudem polemisch, ob Berlin dieses Datum zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt habe. Diesen historischen Seitenhieb kann man f\u00fcr geschmacklos oder propagandistisch halten. Zur Kl\u00e4rung des Leipziger Anschlags tr\u00e4gt er nichts bei. Die Forderung nach Beweisen dagegen schon.<\/p>\n<p><strong>Putin: \u201eWo sind die Beweise?\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich meldete sich Wladimir Putin pers\u00f6nlich zu Wort. Der russische Pr\u00e4sident bezeichnete die deutschen Sanktionen als<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eschweren Fehler\u201c.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Dann stellte er die naheliegende Frage:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWo sind die Beweise?\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Putin behauptete dar\u00fcber hinaus, bislang pr\u00e4sentierte Belege seien \u201egef\u00e4lscht\u201c. Einen \u00f6ffentlich nachvollziehbaren Nachweis f\u00fcr diesen Vorwurf legte auch er nicht vor. Zudem unterstellte Putin Bundeskanzler Friedrich Merz innenpolitische Motive:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eMerz hat das Vertrauen der B\u00fcrger verloren, da er die nationalen Interessen Deutschlands nicht sch\u00fctzt.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Diesen letzten Satz unterschreibe ich Wort f\u00fcr Wort. Putin verbindet die Leipziger Aff\u00e4re damit seinerseits mit der innenpolitischen Situation in Deutschland. Egal wie man zu diesem Statement auch stehen mag: Die Frage \u201eWo sind die Beweise?\u201c bleibt trotzdem legitim \u2013 unabh\u00e4ngig davon, wer sie stellt.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrde Russland tats\u00e4chlich dieses Risiko eingehen?<\/strong><\/p>\n<p>Und damit komme ich zu einem Punkt, der mir erhebliche Zweifel bereitet. Russland soll ausgerechnet auf einem deutschen Verkehrsflughafen einen Sprengstoffanschlag veranlasst haben. Auf dem Gebiet eines NATO-Mitgliedstaates, mit einer Sprengstoffdrohne in unmittelbarer N\u00e4he ukrainischer Frachtflugzeuge. Ein erfolgreicher Anschlag mit Toten h\u00e4tte eine politische und m\u00f6glicherweise milit\u00e4rische Krise zwischen Russland und der NATO ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Im \u00e4u\u00dfersten Fall h\u00e4tte ein solcher Vorgang sogar Diskussionen \u00fcber die NATO-Artikel 4 oder 5 provozieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Welchen strategischen Nutzen h\u00e4tte Russland davon? Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Staaten riskante, irrationale oder schlecht geplante Operationen durchf\u00fchren. Das Argument \u201eRussland w\u00e4re doch nicht so dumm\u201c ist kein Beweis f\u00fcr russische Unschuld. Aber die Anschuldigungen der deutschen Regierung sind ebenso wenig ein Beweis f\u00fcr Russlands Schuld.<\/p>\n<p><strong>Vom Drohnenfund zur Fortsetzung des Ukrainekrieges<\/strong><\/p>\n<p>Besonders aufschlussreich ist f\u00fcr mich, wie schnell der Leipziger Vorfall mit der Ukrainepolitik verbunden wird. Wadephul k\u00fcndigt nicht nur diplomatische Ma\u00dfnahmen an. Deutschland werde seine zivile und milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine fortsetzen.<\/p>\n<p>Bei den Beratungen der EU-Au\u00dfenminister geht es parallel um Luftverteidigung, Energieversorgung, weitere Hilfen f\u00fcr Kiew und die m\u00f6gliche Nutzung eingefrorener russischer Verm\u00f6genswerte.<\/p>\n<p>Damit schlie\u00dft sich der politische Kreis. Der Leipziger Anschlag wird zum weiteren Argument daf\u00fcr, Russland als unmittelbare Gefahr f\u00fcr Deutschland darzustellen. Aus dieser Gefahrenbeschreibung lassen sich wiederum h\u00f6here Verteidigungsausgaben, st\u00e4rkere NATO-Abschreckung, weitere Sanktionen und fortgesetzte Waffenlieferungen an die Ukraine ableiten.<\/p>\n<p>Das bedeutet nicht automatisch, dass der Anschlag inszeniert wurde oder die Ermittlungen falsch sind. Eine solche Behauptung w\u00e4re ohne Belege unseri\u00f6s. Es bedeutet aber sehr wohl, dass die politischen Folgen des Anschlags bestimmten bereits bestehenden politischen Zielen entgegenkommen.<\/p>\n<p><strong>Erst Beweise, dann Eskalation<\/strong><\/p>\n<p>Sollten deutsche Ermittlungsbeh\u00f6rden zweifelsfrei nachweisen k\u00f6nnen, dass russische staatliche Stellen einen Sprengstoffanschlag auf dem Flughafen Leipzig\/Halle in Auftrag gegeben haben, w\u00e4re das ein au\u00dferordentlich schwerwiegender Vorgang. Dann m\u00fcsste Deutschland reagieren. Aus diesem Grund muss die Beweislage \u00fcberzeugen. Nicht irgendwann, sondern bevor aus Anschuldigungen politische Tatsachen geschaffen werden, die kaum noch r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen sind.<\/p>\n<p>Wenn Mark Rutte erkl\u00e4rt, \u201edie Beweise sind eindeutig\u201c, dann sollte gezeigt werden, was diese Eindeutigkeit begr\u00fcndet. Wenn Dobrindt sagt, Russland habe den Angriff \u201ezu verantworten\u201c, sollte nachvollziehbar dargelegt werden, wie die Befehlskette zu russischen staatlichen Stellen nachgewiesen wurde. Wenn Wadephul diplomatische Einrichtungen schlie\u00dfen l\u00e4sst, weitere Sanktionen fordert und zugleich die Fortsetzung der milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung der Ukraine ank\u00fcndigt, muss gefragt werden, ob hier nicht sehr unterschiedliche politische Ziele miteinander verkn\u00fcpft werden. Und wenn Putin behauptet, Beweise seien gef\u00e4lscht, gilt derselbe Ma\u00dfstab: Auch daf\u00fcr soll er Belege vorlegen.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, wer den Anschlag von Leipzig in Auftrag gegeben hat. Die Bundesregierung behauptet, sie wisse es. Ich behaupte, sie wei\u00df es nicht.<\/p>\n<p>Dann soll die Regierung die \u00d6ffentlichkeit soweit wie irgend m\u00f6glich an diesem Wissen teilhaben lassen. Frieden \u2013 soweit er ernsthaft angestrebt wird, was ich aus europ\u00e4ischer Sicht bezweifle \u2013 entsteht nicht durch immer neue Schuldzuweisungen, Sanktionen, Waffenlieferungen und Drohungen. Und schon gar nicht durch ein politisches Klima, in dem die Frage nach Beweisen bereits als st\u00f6rend empfunden wird. Diese Verhaltensweisen befeuern einen m\u00f6glichen Krieg.<\/p>\n<p>Eine Regierung, die von ihren B\u00fcrgern Zustimmung zu einer immer sch\u00e4rferen Konfrontation mit Russland verlangt, schuldet ihnen mehr als die Versicherung, die Geheimdienste h\u00e4tten entsprechende Erkenntnisse. Sie schuldet ihnen Belege, besonders dann, wenn am Ende dieser Entwicklung nicht weniger auf dem Spiel steht als Krieg und Frieden.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<h3 id=\"anmerkungen-und-quellen\">Anmerkungen und Quellen<\/h3>\n<p>Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser! Das Buch \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B0HG4SHX89?spcref=PRINT_LISTING&amp;ref=apolut.net\"><u>Corona \u2013 das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben<\/u><\/a>\u201c ist am 20. August 2026 im Online-Handel erschienen. \u00dcber Corona wurde viel geschrieben \u2013 meist \u00fcber einzelne Aspekte. Dieses Buch versucht, die vielen Teile zu einem Gesamtbild zusammenzuf\u00fcgen. In 18 Kapiteln werden die politischen, gesellschaftlichen, medizinischen, medialen und psychologischen Facetten der Corona-Zeit: von Zahlen und Impfkampagne \u00fcber Grundrechtseingriffe, RKI-Protokolle und mediale Meinungslenkung bis hin zu Widerstand und der bis heute unzureichenden Aufarbeitung beleuchtet.<\/p>\n<p>Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die angesichts widerspr\u00fcchlicher Darstellungen noch immer fragen:\u00a0<strong>Was ist damals eigentlich geschehen?<\/strong>\u00a0Es liefert keine vorgeschriebene Antwort, sondern Zusammenh\u00e4nge, Widerspr\u00fcche und unterschiedliche Perspektiven als Grundlage f\u00fcr das eigene Urteil.<\/p>\n<p>Mein Buch \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B0H761YF9H\/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=&amp;ref=apolut.net\"><u>Eine Reise zum Selbst<\/u><\/a>\u201c wurde am 2. Juli 2026 ver\u00f6ffentlicht. Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualit\u00e4t, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verst\u00e4ndlichen und lebensnahen Reflexion \u00fcber das Menschsein. Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenw\u00e4rtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, pers\u00f6nliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.<\/p>\n<p>Ende M\u00e4rz und Anfang April 2025 wurden meine beiden B\u00fccher<br \/>\u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Die-Friedensunt%C3%BCchtigen-Kriegstreiber-Deutschland-Europa\/dp\/B0F3XG6Q8Z\/ref=sr_1_1?__mk_de_&amp;ref=apolut.net\"><u>Die Friedensunt\u00fcchtigen<\/u><\/a>\u201c und \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Taumel-Niedergangs-Demokratischer-wirtschaftlicher-Deutschlands\/dp\/B0F32JS87R\/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3JJ04002EWR69&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.Oj5YLI-ra13Jo1-hO3-QxpjVbqW4Zp-PgBoc_HkFZ0vRUAWpRhr9t_FAukNDd-Kjcz24yajuJ0MGZH2qtGzmxpn7IHu4XH4zz7p1a1MmegCroLWfM0lg0S7-NKT7bzhndp4CWW4gSeOmVn4mEJkRb4EDuTDPcwlTL9C2uagF3SY.y1TkrGl-reGDcZECS28yDUvz5-L9ZR9OorjTu71NTfk&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Im+Taumel+des+Niedergangs&amp;qid=1744634000&amp;s=books&amp;sprefix=im+taumel+des+niedergangs,stripbooks,110&amp;sr=1-1&amp;ref=apolut.net\"><u>Im Taumel des Niedergangs<\/u><\/a>\u201c ver\u00f6ffentlicht. Ende September 2024 erschien das Buch \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Gef%C3%A4hrliche-Nullen-Kriegstreiber-Elitenvertreter-Deutschlands\/dp\/B0DJ374G6K\/ref=sr_1_2?__mk_de_&amp;ref=apolut.net\"><u>Gef\u00e4hrliche Nullen \u2013 Kriegstreiber und Elitenvertreter<\/u><\/a>\u201c.<\/p>\n<p><strong>+++\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Dank an den Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: KI-generiertes Bild: Drohne fliegt \u00fcber Flughafengel\u00e4nde<br \/>Bildquelle: Shutterstock AI \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>\n<p><strong>Sanktionen oder Vorwand zur weiteren Eskalation?<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Uwe Froschauer<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Eine mit Sprengstoff best\u00fcckte Drohne am Flughafen Leipzig\/Halle, ein vereitelter Anschlag \u2013 und f\u00fcr die Bundesregierung steht der Schuldige fest: Russland. 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