{"id":20599,"date":"2026-09-02T15:02:27","date_gmt":"2026-09-02T13:02:27","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/einkommensteuer-reform-beschlossen-wer-jetzt-entlastet-wird-38197030-html\/"},"modified":"2026-09-02T15:02:27","modified_gmt":"2026-09-02T13:02:27","slug":"einkommensteuer-reform-beschlossen-wer-jetzt-entlastet-wird-38197030-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/einkommensteuer-reform-beschlossen-wer-jetzt-entlastet-wird-38197030-html\/","title":{"rendered":"Einkommenssteuer:  Kabinett beschlie\u00dft Reform der Einkommensteuer \u2013 das \u00e4ndert sich"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die Bundesregierung hat die umstrittene Reform der Einkommensteuer beschlossen. Kleine und mittlere Einkommen sowie Familien sollen ab 2027 entlastet werden. Spitzenverdiener und Unternehmer m\u00fcssen dagegen mit h\u00f6heren Belastungen rechnen<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die Bundesregierung hat trotz interner Kritik eine Reform der Einkommensteuer beschlossen. Vor allem kleine und mittlere Eink\u00fcnfte sollen dabei entlastet werden, wie das federf\u00fchrende Bundesfinanzministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Das Entlastungsvolumen betr\u00e4gt f\u00fcr sie insgesamt zehn Milliarden Euro. Allerdings werden Spitzenverdiener und damit auch Unternehmer zus\u00e4tzlich belastet. Das kritisierten Vertreter der Wirtschaft. Die Reform soll ab Anfang 2027 greifen und im zweiten Schritt 2028 ihre volle Wirkung entfalten.<\/p>\n<h2>Familien sollen bis zu 600 Euro mehr haben<\/h2>\n<p>Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil sagte vor dem Hintergrund hoher Defizite im Haushalt, es werde ein klarer Schwerpunkt gesetzt: \u201eWir entlasten Familien mit Kindern.\u201c Diese k\u00f6nnten ab 2028 bis zu 600 Euro im Jahr mehr in der Tasche haben als heute. \u201eDas sollte niemand kleinreden.\u201c Im Fokus seien beispielsweise Polizeibeamte, Erzieher, Busfahrer, Krankenpfleger und Handwerker. Kritiker bem\u00e4ngeln, dass die Inflation und h\u00f6here Kosten etwa im Gesundheitsbereich dies schnell wieder auffressen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Klingbeil betonte, die Beschl\u00fcsse der schwarz-roten Koalition w\u00fcrden wie vereinbart umgesetzt. Die gro\u00dfe Mehrheit werde mehr Netto vom Brutto haben, etwa durch ein h\u00f6heres Kindergeld und einen h\u00f6heren Grundfreibetrag. Der Reichensteuersatz greift daf\u00fcr k\u00fcnftig bereits ab einem Einkommen von 250.000 Euro. Ab 280.000 Euro sind es dann neu 47 Prozent. Die SPD bezeichnet dies als \u201eSuperreichensteuer\u201c.<\/p>\n<h2>\u201eSteuerpolitische Entt\u00e4uschung\u201c<\/h2>\n<p>Der Industrieverband sprach von einer \u201esteuerpolitischen Entt\u00e4uschung\u201c. Die Reform verdiene den Namen kaum. \u201eNicht einmal die Kalte Progression wird ausgeglichen \u2013 obwohl dies in den vergangenen elf Jahren weitgehend Standard war.\u201c Sie entsteht, wenn inflationsbedingt ein h\u00f6heres Einkommen anf\u00e4llt und man dadurch in eine h\u00f6here Steuerstufe rutscht. Dadurch bleibt am Ende immer wieder weniger Kaufkraft \u00fcbrig. \u201eVon einem sp\u00fcrbaren Entlastungssignal f\u00fcr Unternehmen kann keine Rede sein\u201c, so BDI-Experte Holger L\u00f6sch. \u201eDas Gegenteil trifft zu, zus\u00e4tzliche Belastungen entstehen.\u201c<\/p>\n<p>\u00c4hnlich argumentierte die Deutsche Industrie- und Handelskammer: Der Mittelstand werde st\u00e4rker belastet. \u201eF\u00fcr sehr viele Personenunternehmen ist die Einkommensteuer die entscheidende Unternehmenssteuer.\u201c Dies seien Unternehmer, die in Deutschland investierten, ausbildeten und Arbeitspl\u00e4tze aufbauten. Die Regierung m\u00fcsse ihre Ausgaben in den Griff bekommen. \u201eNur so werden echte Entlastungen m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<\/p>\n<h2>Reform der Einkommenssteuer kostet den Staat Milliarden<\/h2>\n<p>Urspr\u00fcnglich sollten mit der Reform auch Steuerverg\u00fcnstigungen abgebaut werden. Das f\u00fchrte aber zu Streit in der Koalition. Klingbeil will dies nun in einem weiteren Gesetzgebungsverfahren angehen, um die Einkommensteuer-Reform nicht zu verz\u00f6gern. Rechnet man die Gegenfinanzierungsma\u00dfnahmen mit, muss der Staat dieses Jahr mit Steuermindereinnahmen von 1,55 Milliarden Euro rechnen. 2028 sind es dann 5,6 Milliarden Euro. Auch in den Jahren ab 2029 d\u00fcrften es \u00fcber f\u00fcnf Milliarden Euro sein.<\/p>\n<p>Das von CDU-Politikerin Katherina Reiche gef\u00fchrte Wirtschaftsministerium hat der Reform zugestimmt, diese in einem Schreiben an das Finanzministerium aber als nicht weitgehend genug bezeichnet. Die Steuerbelastung zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften nehme zu. Es m\u00fcsse eine gr\u00f6\u00dfere Steuerreform gepr\u00fcft werden \u2013 mit einer deutlichen Anpassung des Werts, ab dem der Spitzensteuersatz greife. Auch die Abschaffung des Solidarit\u00e4tszuschlages f\u00fcr alle m\u00fcsse erwogen werden. Diesen zahlen nur noch die oberen Einkommensschichten. Klingbeil sagte in einem Interview des Deutschlandfunks, dies sei keine gute Kommunikation, f\u00fcr die Reiche Verantwortung trage. \u201eJeder sollte seinen Job machen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Die Bundesregierung hat die umstrittene Reform der Einkommensteuer beschlossen. Kleine und mittlere Einkommen sowie Familien sollen ab 2027 entlastet werden. 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