{"id":20891,"date":"2026-09-03T23:00:38","date_gmt":"2026-09-03T21:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/sanierung-vw-fuehrung-setzt-straffe-sanierung-durch-38205140-html\/"},"modified":"2026-09-03T23:00:38","modified_gmt":"2026-09-03T21:00:38","slug":"sanierung-vw-fuehrung-setzt-straffe-sanierung-durch-38205140-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/sanierung-vw-fuehrung-setzt-straffe-sanierung-durch-38205140-html\/","title":{"rendered":"Automobil-Krise: Volkswagen-F\u00fchrung setzt straffe Sanierung durch"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Nach heftigem Gezerre haben sich die m\u00e4chtigen Lager im VW-Konzern auf ein Sparpaket geeinigt: 50.000 Stellen werden abgebaut &#8211; auch im Management. Details werden erst in den n\u00e4chsten Monaten ausgearbeitet\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Vorstand, Aufsichtsrat und Betriebsrat haben sich zusammengerauft und den Weg f\u00fcr ein Sanierungspaket frei gemacht: Europas gr\u00f6\u00dfter Autobauer Volkswagen wird weitgehend umgebaut. Nach wochenlangem Ringen hat sich der Aufsichtsrat einstimmig f\u00fcr ein Sanierungskonzept ausgesprochen, mit dem der Vorstand um Konzernchef Oliver Blume die Rendite bis 2030 auf neun Prozent erh\u00f6hen will.<\/p>\n<\/p>\n<p>Dabei werden rund 50.000 Arbeitspl\u00e4tze wegfallen, die Zahl der Modelle wird zusammengestrichen und das Beteiligungsportfolio verschlankt. Blume sprach am Donnerstagabend von einem &#8222;starken Signal f\u00fcr die Zukunft des Volkswagen Konzerns&#8220;. Aufsichtsratschef Hans Dieter P\u00f6tsch sagte, der Aufsichtsrat sei \u00fcberzeugt davon, dass mit der Umsetzung des Sanierungsplans die dauerhafte Zukunfts- und Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Volkswagen gesichert werde.<\/p>\n<h2>Zerstrittene Lager loben Einigung\u00a0<\/h2>\n<p>Die Entscheidung des Aufsichtsrats zeige, dass auch bei tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen gemeinsam getragene L\u00f6sung m\u00f6glich seien, sagte P\u00f6tsch. &#8222;Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt&#8220;, sagte Volkswagen-Gro\u00dfaktion\u00e4r Wolfgang Porsche. Betriebsratschefin Daniela Cavallo erkl\u00e4rte, der Zukunftsplan sei eine Notwendigkeit, um den Konzern erfolgreich ins n\u00e4chste Jahrzehnt zu f\u00fchren, ohne dass die damit verbundenen Vorhaben einseitig auf Kosten der Besch\u00e4ftigten gingen. Volkswagen wahre die Gleichrangigkeit von Besch\u00e4ftigungssicherung und Wirtschaftlichkeit als gemeinsame Unternehmensziele.<\/p>\n<\/p>\n<p>In einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung sagten IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Cavallo, dass der Konfrontationskurs und die Kommunikation des Vorstands in den vergangenen Wochen nicht zielf\u00fchrend gewesen sei und zu Verunsicherung in der Belegschaft gef\u00fchrt habe. &#8222;Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente ist vom Tisch, der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen damit erfolgreich abgewehrt&#8220;, betonten sie. Zudem werde kein Werk aufgegeben, eine Werksschlie\u00dfung sei nicht besiegelt. &#8222;Vielmehr m\u00fcssen jetzt f\u00fcr alle Standorte konkrete L\u00f6sungen erarbeitet werden &#8211; dabei sehen wir weiterhin ausdr\u00fccklich den Vorstand in der Pflicht.&#8220; Niedersachsens Ministerpr\u00e4sident Olaf Lies erkl\u00e4rte, hier sei auch die Politik am Zug. &#8222;Es braucht wettbewerbsf\u00e4hige Rahmenbedingungen und eine Handelspolitik, die unseren Industriestandort in einem zunehmend harten Wettbewerb st\u00e4rkt.&#8220;<\/p>\n<h2>Konzept f\u00fcr Werke noch offen\u00a0<\/h2>\n<p>In dem Paket ist nach VW-Angaben festgehalten, dass bis Ende Juni 2027 ein Konzept f\u00fcr eine nachhaltige und wettbewerbsf\u00e4hige Produktionsstruktur entwickelt wird. Der Aufsichtsrat habe zur Kenntnis genommen, dass \u00dcberkapazit\u00e4ten von 500.000 Fahrzeugen in Europa best\u00fcnden und f\u00fcr die Werke Emden, Zwickau, Neckarsulm und Hannover derzeit keine wettbewerbsf\u00e4hige Folgebelegung ab den Jahren 2031 bis 2034 gew\u00e4hrleistet werden k\u00f6nne. &#8222;F\u00fcr diese Werke werden parallel und erg\u00e4nzend alternative Verwendungsm\u00f6glichkeiten gepr\u00fcft&#8220;, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Einem Insider zufolge gingen dem Durchbruch intensive Verhandlungen voraus. Das Land Niedersachsen habe in den Gespr\u00e4chen vermittelt. Am Mittwochabend habe der Vorstand zun\u00e4chst \u00fcber ein Sanierungspaket verhandelt, das mit Niedersachsen zusammen ausgehandelt worden sei. Anschlie\u00dfend seien Benner und Cavallo dazugeholt worden, es sei bis zum Morgen verhandelt worden. Am Donnerstag habe zun\u00e4chst das Pr\u00e4sidium des Aufsichtsrats getagt, P\u00f6tsch habe schlie\u00dflich die eigentlich f\u00fcr Freitag geplante Aufsichtsratssitzung vorgezogen. In der Sache sei der Sanierungsplan sehr nah an dem, was der Vorstand gefordert habe, sagte der Insider. Im Vorfeld hatten mit der Sache vertraute Personen darauf verwiesen, dass bei einem Scheitern des Pakets eine au\u00dferordentliche Hauptversammlung einberufen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<h2>Neue Personalvorst\u00e4ndin berufen<\/h2>\n<p>In der vorgezogenen Aufsichtsratssitzung einigte sich das Kontrollgremium zudem auf die Besetzung einer lange vakanten Schl\u00fcsselposition: zum 1. Oktober wird Erika Rasch in den Konzernvorstand berufen und die Verantwortung f\u00fcr das Personalressort \u00fcbernehmen. Sie wird damit auch die Position der Arbeitsdirektorin \u00fcbernehmen.\u00a0<\/p>\n<p>Der Posten des Personalvorstands bei Volkswagen ist seit dem Ausscheiden von Gunnar Kilian im Juli 2025 unbesetzt. Damals hatte sich der Konzern \u00fcberraschend mit sofortiger Wirkung von Kilian getrennt, der w\u00e4hrend seiner Amtszeit ma\u00dfgeblich den Abbau von zehntausenden Arbeitspl\u00e4tzen verantwortete. Seither hatte Thomas Sch\u00e4fer diese Aufgabe kommissarisch inne.\u00a0Rasch kommt von der Robert Bosch Gruppe, wo sie zuletzt weltweit f\u00fcr den Bereich Human Resources (HR) verantwortlich war. Rasch wird damit den Umbau des Konzerns mit Stellenstreichungen orchestrieren m\u00fcssen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Nach heftigem Gezerre haben sich die m\u00e4chtigen Lager im VW-Konzern auf ein Sparpaket geeinigt: 50.000 Stellen werden abgebaut &#8211; auch im Management. 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