{"id":21105,"date":"2026-09-05T08:03:40","date_gmt":"2026-09-05T06:03:40","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/uncategorized\/der-iran-feuert-raketen-auf-schiffe-ab-nachdem-die-usa-die-wirtschaftliche-lebensader-der-tuerkei-unterbrochen-haben-mit-prof-marandi\/"},"modified":"2026-09-05T08:03:40","modified_gmt":"2026-09-05T06:03:40","slug":"der-iran-feuert-raketen-auf-schiffe-ab-nachdem-die-usa-die-wirtschaftliche-lebensader-der-tuerkei-unterbrochen-haben-mit-prof-marandi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/uncategorized\/der-iran-feuert-raketen-auf-schiffe-ab-nachdem-die-usa-die-wirtschaftliche-lebensader-der-tuerkei-unterbrochen-haben-mit-prof-marandi\/","title":{"rendered":"Der Iran feuert Raketen auf Schiffe ab, nachdem die USA die wirtschaftliche Lebensader der T\u00fcrkei unterbrochen haben \u2013 mit Prof. Marandi"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>In den letzten Stunden haben sich die Spannungen zwischen Washington und Teheran erneut zugespitzt.<\/strong> Das US-Finanzministerium hat im Rahmen der \u201eOperation Economic Outcast\u201c Sanktionen gegen die in der T\u00fcrkei ans\u00e4ssige Golden Global Bank und ihre Tochtergesellschaften verh\u00e4ngt und ihr den Zugang zum US-Finanzsystem entzogen. Gleichzeitig feuert Iran ballistische Anti-Schiff-Raketen auf Schiffe ab, die auf der omanischen Seite der Stra\u00dfe von Hormuz fahren \u2013 eine Eskalation gegen\u00fcber fr\u00fcheren Drohnen- und Marschflugk\u00f6rper-Angriffen. Professor Seyed Mohammad Marandi bewertet diese Entwicklungen in einem Interview mit Mario Nawfal als Teil eines umfassenden Wirtschaftskrieges, den Teheran milit\u00e4risch beantworten werde.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">\n<div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"IRAN FIRES MISSILES AT SHIPS AFTER U.S. SEVERS TURKISH ECONOMIC LIFELINE - w\/ Prof. Marandi\" width=\"800\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/_wahiJUx_OI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div>\n<\/figure>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sanktionen gegen Golden Global Yatirim Bankasi Anonim Sirketi (Golden Global Bank) und zwei Tochtergesellschaften wurden am 4. September 2026 bekannt gegeben. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) wirft der Bank vor, Dutzende Millionen Dollar an Transaktionen f\u00fcr die Quds-Force der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC-QF) erm\u00f6glicht und dem iranischen Regime \u00fcber Korrespondenzbanken internationalen Zahlungsverkehr verschafft zu haben. Die Bank soll iranische \u00d6leinnahmen aus China in die T\u00fcrkei transferiert haben, wo sie in Bargeld und Gold umgewandelt wurden. Treasury-Minister Scott Bessent nannte die Ma\u00dfnahme Teil einer Kampagne, die iranische Finanzkan\u00e4le systematisch kappen soll. Ein Wind-down-Lizenz gibt Gesch\u00e4ftspartnern bis zum 19. September Zeit, bestehende Transaktionen abzuwickeln. Bessent k\u00fcndigte weitere Sanktionen gegen eine weitere Bank in der kommenden Woche an.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Marandi ist dies kein isolierter Finanzakt, sondern Krieg. Die USA versuchten, die iranische Gesellschaft auszuhungern und zu zerschlagen. Eine solche Belagerung sei ein Akt des Krieges. Iran k\u00f6nne die USA nicht mit Sanktionen treffen, weil es nicht \u00fcber vergleichbare finanzielle Hebel verf\u00fcge. Deshalb bleibe nur die milit\u00e4rische Option. F\u00fchrende iranische Politiker h\u00e4tten das in den vergangenen Wochen offen gesagt: der Vorsitzende des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, der Parlamentspr\u00e4sident und der Erste Vizepr\u00e4sident. Letzterer habe in einem scharfen Statement \u201edunkle Zeiten\u201c f\u00fcr die US-Wirtschaft angek\u00fcndigt. Marandi sieht darin auch den Versuch, Spekulationen \u00fcber innere Spaltungen in Iran zu beenden, die westliche und einige arabische Medien seit Monaten verbreiten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die j\u00fcngsten Raketenangriffe passen in dieses Bild. Iran hat nach Angaben im Interview in mehreren F\u00e4llen ballistische Anti-Schiff-Raketen auf Schiffe auf der omanischen Seite der Meerenge abgefeuert. Treffer mit ballistischen Raketen w\u00fcrden deutlich schwerere Sch\u00e4den verursachen als Drohnen oder Marschflugk\u00f6rper. Marandi sieht darin eine weitere Stufe auf der Eskalationsleiter. Ziel sei nicht unbedingt die vollst\u00e4ndige Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormuz \u2013 ein erheblicher Teil des Handels laufe ohnehin mit iranischer Zustimmung \u2013, sondern die Einschr\u00e4nkung oder perspektivisch die Blockade, falls die USA weitergehen. Iran habe klar gemacht: Wenn Teheran sein \u00d6l nicht exportieren und die Einnahmen nicht f\u00fcr den Haushalt, Medizin und Nahrungsmittel nutzen k\u00f6nne, werde niemand \u00d6l exportieren. Das betreffe auch das Rote Meer.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Eskalation h\u00e4nge von Washington und insbesondere von Bessent und Trump ab. Bessent trete neuerdings betont hart auf und verwende eine martialische Sprache. Iran sei darauf vorbereitet, h\u00e4rter zur\u00fcckzuschlagen. Die Iraner h\u00e4tten sich \u00fcber Jahrzehnte vorbereitet und betrachteten den Konflikt als \u00dcberlebenskampf. Die USA, Israel und die zionistische Lobby wollten Iran strangulieren. Deshalb werde Teheran \u201ebis zum Ende k\u00e4mpfen\u201c. Marandi glaubt nicht, dass der Krieg Jahre dauern werde. Die wirtschaftlichen Folgen f\u00fcr die Weltwirtschaft und die US-Wirtschaft seien gr\u00f6\u00dfer und n\u00e4her, als viele ann\u00e4hmen. Eine weitgehende Unterbrechung des \u00d6lhandels durch Hormuz und das Rote Meer w\u00fcrde Preise f\u00fcr \u00d6l, Diesel und andere G\u00fcter rasch in die H\u00f6he treiben, Anleihem\u00e4rkte und W\u00e4hrungen destabilisieren und Verb\u00fcndete der USA in der Persischen Golfregion unter Druck setzen. Deren Staaten seien unter solchen Bedingungen nicht nachhaltig.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zentraler Punkt der Debatte ist das Memorandum of Understanding (MOU), das nach fr\u00fcheren Kampfphasen geschlossen wurde. Marandi wirft den USA vor, das Abkommen selbst untergraben zu haben: Verweigerung der R\u00fcckgabe iranischer Verm\u00f6genswerte, fortgesetzte Drohungen, Sanktionen gegen iranisches \u00d6l, Versuche, einen eigenen Korridor in der Stra\u00dfe von Hormuz zu \u00f6ffnen, und die Kooperation einiger Golfstaaten. Iran habe zwei Wochen lang gewarnt, bevor es Schiffe angriff. Der einzige Ausweg aus iranischer Sicht sei die Umsetzung des MOU und der iranischen Forderungen. Geb\u00fchren f\u00fcr die Passage seien nicht das eigentliche Kernproblem. Iran wolle den Persischen Golf als Handelszentrum erhalten. Das eigentliche Thema sei Israel und das \u201eGreater Israel\u201c-Projekt: die Fortsetzung der Operationen in Gaza und im s\u00fcdlichen Libanon. Ohne ein Ende des Geschehens in Gaza und ohne R\u00fcckzug Israels aus dem Libanon auf die Grenzen vor dem 7. Oktober werde es keine Normalisierung geben.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Lage im Libanon \u00e4u\u00dferte sich Marandi zur\u00fcckhaltend, aber eindeutig. Der Ali-al-Taher-R\u00fccken (auch Ali Alaher oder Ali Taher genannt) im s\u00fcdlichen Libanon, den israelische Kr\u00e4fte nach monatelangen Operationen als unter ihrer operativen Kontrolle bezeichneten, sei weniger entscheidend, als oft dargestellt. Die Anlage sei bereits l\u00e4nger ger\u00e4umt gewesen. Die eigentlichen Befestigungen der Hisbollah l\u00e4gen anderswo. Die Hisbollah sei heute besser vorbereitet als je zuvor. Iran habe Beirut als rote Linie genannt und beobachte die Ereignisse im S\u00fcden. Irgendwann w\u00fcrden sich die Kalkulationen \u00e4ndern. Reuters-Berichte \u00fcber eine iranische rote Linie speziell f\u00fcr diesen H\u00fcgel und IRGC-Pr\u00e4senz dort wies Marandi als unglaubw\u00fcrdig zur\u00fcck. Reuters arbeite nach seiner Erfahrung aus der Zeit der Nuklearverhandlungen h\u00e4ufig mit anonymen \u201eiranischen Quellen\u201c, die nicht stimmten. Der Bericht sei von israelischer Seite lanciert worden. Die eigentliche Auseinandersetzung, so Marandi, finde in der Persischen Golfregion statt. Das Schicksal des Libanon und Gazas h\u00e4nge vom Ausgang des Konflikts zwischen Iran und den USA ab.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Marandi stellt die Sanktionspolitik in einen gr\u00f6\u00dferen historischen Rahmen. Eine Studie in <em>The Lancet Global Health<\/em> sch\u00e4tzt, dass unilaterale westliche Sanktionen von 1971 bis 2021 mit rund 38 Millionen \u00fcbersch\u00fcssigen Todesf\u00e4llen verbunden waren \u2013 mehr als die direkten Kriegstoten in vielen Jahren. Sanktionen t\u00f6teten still: fehlende Medikamente, Sauerstoff, Spezialnahrung f\u00fcr Kinder. In Gaza und anderswo w\u00fcrden Menschen an behandelbaren Krankheiten sterben, w\u00e4hrend die \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit bei Bombenangriffen gr\u00f6\u00dfer sei. Die gleiche Logik gelte f\u00fcr Iran, Kuba, Venezuela, Syrien, Irak und Afghanistan. Madeleine Albrights ber\u00fchmte Aussage zu 500.000 toten irakischen Kindern (\u201ethe price is worth it\u201c) stehe sinnbildlich daf\u00fcr.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen Ende des Gespr\u00e4chs wurden Berichte \u00fcber iranische Raketenstarts in Richtung Jordanien und weitere Angriffe auf Schiffe der US-Navy erw\u00e4hnt. Marandi macht Jordanien und andere regionale Akteure mitverantwortlich, weil sie Teil einer gemeinsamen Front gegen Iran seien. Die \u201eS\u00fcnde\u201c Irans bestehe darin, unabh\u00e4ngig zu sein und den V\u00f6lkermord in Gaza beim Namen zu nennen. Die Achse des Widerstands stehe auf der richtigen Seite, weil sie Opfer bringe, um das Geschehen zu beenden. Wer schweige oder kooperiere, stehe auf der anderen Seite.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Marandi betont wiederholt, dass Iran den Krieg nicht gewollt habe. Teheran habe nach 40 Tagen Kampf einem Waffenstillstand zugestimmt und das MOU unterzeichnet, um die Weltwirtschaft nicht zu zerst\u00f6ren. Die USA und Israel h\u00e4tten Iran in eine Lage gebracht, in der es keine andere Option mehr gebe. Wenn Iran nun milit\u00e4risch zuschlage \u2013 gegen Schiffe, in der Golfregion oder anderswo \u2013, dann deshalb, weil Washington 90 Millionen Iraner zu strangulieren versuche und Trump \u00f6ffentlich \u00fcber den Zusammenbruch der iranischen W\u00e4hrung und fehlende Lebensmittel frohlocke. Iran werde bis zum Ende k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die n\u00e4chsten Tage und Wochen werden zeigen, wie weit beide Seiten die Eskalationsleiter hinaufsteigen. Die wirtschaftlichen und milit\u00e4rischen Risiken sind erheblich. Eine weitere Versch\u00e4rfung der Sanktionen oder der Angriffe auf die Schifffahrt k\u00f6nnte die Stra\u00dfe von Hormuz und damit einen zentralen Teil des globalen \u00d6lhandels noch st\u00e4rker belasten \u2013 mit Folgen, die weit \u00fcber die Region hinausreichen.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Stunden haben sich die Spannungen zwischen Washington und Teheran erneut zugespitzt. Das US-Finanzministerium hat im Rahmen der \u201eOperation Economic Outcast\u201c Sanktionen gegen die in der T\u00fcrkei ans\u00e4ssige Golden Global Bank und ihre Tochtergesellschaften verh\u00e4ngt und ihr den Zugang zum US-Finanzsystem entzogen. 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