{"id":21155,"date":"2026-09-05T14:03:13","date_gmt":"2026-09-05T12:03:13","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/egon-krenz-bei-den-feinden-ist-es-fast-ein-wunder-dass-die-ddr-40-jahre-existieren-konnte\/"},"modified":"2026-09-05T14:03:13","modified_gmt":"2026-09-05T12:03:13","slug":"egon-krenz-bei-den-feinden-ist-es-fast-ein-wunder-dass-die-ddr-40-jahre-existieren-konnte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/egon-krenz-bei-den-feinden-ist-es-fast-ein-wunder-dass-die-ddr-40-jahre-existieren-konnte\/","title":{"rendered":"Egon Krenz: Bei den Feinden, ist es fast ein Wunder, dass die DDR 40 Jahre existieren konnte"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Felicitas Rabe<\/em><\/p>\n<p>Am Sonntag fand im Rahmen der UZ-Friedenstage in Berlin eine Matin\u00e9e mit dem letzten Staatsratsvorsitzenden der DDR, Egon Krenz, und dem DKP-Vorsitzenden Patrik K\u00f6bele statt. Das Interesse an der Veranstaltung war so gro\u00df, dass nicht alle Zuh\u00f6rer im M\u00fcnzenbergsaal des Veranstaltungsgeb\u00e4udes FMP1 Platz fanden. So versammelten sich noch weitere Interessenten zur \u00dcbertragung in den Fluren des Hauses.\u00a0Mit bewegenden Musikeinlagen und Gedichten begleiteten die S\u00e4ngerin Gina Pietsch, der Schauspieler Erich Schaffner und der Musiker und letzte stellvertretende Kulturminister der DDR, Hartmut K\u00f6nig, das Podiumsgespr\u00e4ch zum Thema &#8222;Deutsche Wege. Warum im Osten Arbeiterparteien vereinigt und im Westen die KPD verboten wurde.&#8220;<\/p>\n<p>Egon Krenz sei bis zu seinem Ausschluss im Jahr 1989 52 Jahre Mitglied der SED gewesen, erkl\u00e4rte er zu Beginn seines Vortrags. Heute k\u00f6nne man viel Gutes und viel Schlechtes \u00fcber die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) sagen. Die Partei habe gro\u00dfartige Erfolge und bittere Niederlagen erlebt. Aber eines stehe fest, betonte der letzte Staatsratsvorsitzende der DDR:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8222;Es gab in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung keine andere Partei, die es wagte, den Sozialismus aufzubauen.&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In der westdeutschen Bundesrepublik sei unterdessen im Jahr 1956 die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) verboten und als verfassungswidrig erkl\u00e4rt worden, berichtete Patrik K\u00f6bele. Im Jahr 1968 habe sich die DKP (Deutsche Kommunistische Partei) neu konstituiert. Mit 16 Jahren, im Jahr 1978, sei er Mitglied geworden. Nach dem sogenannten &#8222;Radikalenerlass&#8220; aus dem Jahr 1972 seien in Westdeutschland rund 11.000 Berufsverbotsverfahren gegen DKP-Mitglieder und andere linksorientierte Personen eingeleitet worden. Seit ihrer Gr\u00fcndung bis heute habe die DKP immer nur einen halblegalen Status gehabt.<\/p>\n<p>Egon Krenz war mit dem ersten Vorsitzenden der DKP, Kurt Bachmann aus Westdeutschland, befreundet. Bachmann habe ihm berichtet, so Krenz, wie er im Rentenalter seine Berufskarriere auf der Rentenstelle belegen musste. Die Rentenstelle habe moniert, dass \u00fcber einen Zeitraum von mehreren Jahren die Arbeitsnachweise fehlen w\u00fcrden. In dieser Zeit war Bachmann als politisch Verfolgter im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert und leistete dort schwerste Zwangsarbeit. Das habe Bachmann zu den fehlenden Arbeitsnachweisen auf dem Amt erl\u00e4utert. Die Zeit der Zwangsarbeit w\u00fcrde ihm nicht auf die Rente angerechnet, h\u00e4tte die westdeutsche Rentenstelle entschieden.<\/p>\n<p>Gegen Ende seines Vortrags reflektierte Krenz die Rolle der SED und ihre Fehler:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8222;Es wurden grobe Fehler gemacht. Das Prinzip des demokratischen Sozialismus wurde falsch verstanden. Beschl\u00fcsse wurden nicht diskutiert. Aber: Wir h\u00e4tten alles richtig machen k\u00f6nnen, und trotzdem w\u00fcrden wir heute nicht mehr existieren.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Ich wundere mich heute noch, dass wir \u00fcberhaupt 40 Jahre durchgehalten haben. Bei den Feinden, die wir hatten, ist das schon fast ein Wunder.&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Unterschied zwischen der BRD und der DDR sieht er in der Friedlichkeit der DDR. In der DDR w\u00e4re es nie m\u00f6glich gewesen, kriegsbereit zu sein. Die DDR-Soldaten und die NVA (Nationale Volksarmee) der DDR seien die letzte deutsche Armee des Friedens gewesen.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2012 <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/inland\/290368-russischer-botschafter-netschajew-auf-uz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischer Botschafter Netschajew auf UZ-Friedensfest \u2012 Gegen Geschichtsf\u00e4lschung und Russophobie<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7crook\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Felicitas Rabe Am Sonntag fand im Rahmen der UZ-Friedenstage in Berlin eine Matin\u00e9e mit dem letzten Staatsratsvorsitzenden der DDR, Egon Krenz, und dem DKP-Vorsitzenden Patrik K\u00f6bele statt. 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