{"id":21408,"date":"2026-09-07T17:04:20","date_gmt":"2026-09-07T15:04:20","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/konsequenzen-von-merz-aus-wahldebakel-entschlossenes-weiter-so-mit-besserer-erzaehlung\/"},"modified":"2026-09-07T17:04:20","modified_gmt":"2026-09-07T15:04:20","slug":"konsequenzen-von-merz-aus-wahldebakel-entschlossenes-weiter-so-mit-besserer-erzaehlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/konsequenzen-von-merz-aus-wahldebakel-entschlossenes-weiter-so-mit-besserer-erzaehlung\/","title":{"rendered":"Konsequenzen von Merz aus Wahldebakel: &#8222;Entschlossenes&#8220; Weiter-so mit &#8222;besserer Erz\u00e4hlung&#8220;"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Nach der Krisensitzung der CDU-F\u00fchrung im Berliner Konrad-Adenauer-Haus, wo \u00fcber das Wahldebakel von Sachsen-Anhalt und dessen Folgen diskutiert wurde, traten Bundeskanzler Friedrich Merz und\u00a0Sachsen-Anhalts Noch-Ministerpr\u00e4sident\u00a0Sven Schulze vor die Presse.\u00a0<\/p>\n<p>Der <em>Spiegel<\/em> hatte vor der Pressekonfrenz die Situation im\u00a0Konrad-Adenauer-Haus folgenderma\u00dfen beschrieben:<\/p>\n<p><em>&#8222;Der Druck auf den ohnehin maximal unpopul\u00e4ren Merz hat nach der verheerenden Niederlage noch einmal dramatisch zugenommen. In der Partei w\u00e4chst der Groll gegen den Chef, kaum jemand traut ihm noch zu, das Vertrauen der Menschen zur\u00fcckzugewinnen und die AfD wieder kleinzukriegen. Derweil geht der Koalitionspartner SPD auf Distanz zum Reformkurs.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Um so erstaunlicher war dann der Presseauftritt des Kanzlers\u00a0\u2013 denn es war ein ausgiebiges &#8222;Weiter-so&#8220;, das der Kanzler bei aller erkl\u00e4rten Betroffenheit zum Besten gab.\u00a0<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7d0h0e\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p>&#8222;Mit dem gestrigen Tag hat sich nicht nur in Sachsen-Anhalt etwas ver\u00e4ndert, sondern in ganz Deutschland&#8220;, sagte der Kanzler einleitend. Wenn &#8222;60\u00a0Prozent der W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler in einem Bundesland bei sehr hoher Wahlbeteiligung politische Parteien w\u00e4hlen, die die demokratischen Institutionen und Spielregeln unseres Landes grundlegend in Frage stellen&#8220;, dann k\u00f6nne man &#8222;nicht zur Tagesordnung \u00fcbergehen&#8220;, fuhr Merz fort, der sich damit offenbar auf die addierten Wahlergebnisse von AfD, BSW und Die Linke bezog.<\/p>\n<p>Das Ergebnis &#8222;macht etwas mit uns, auch mit mir pers\u00f6nlich&#8220;, sagte Merz, der von der &#8222;schwersten Wahlniederlage&#8220; der CDU seit Jahrzehnten sprach. &#8222;Diese wird nat\u00fcrlich Konsequenzen haben m\u00fcssen&#8220;, k\u00fcndigte der Kanzler sein, der einr\u00e4umte, dass &#8222;auch meine Person Dauerthema in diesem Wahlkampf war.&#8220;<\/p>\n<p>Auch die Reformen der schwarz-roten Bundesregierung seien Dauerthema in diesem Wahlkampf gewesen und &#8222;sie werden es bleiben&#8220;, sagte Merz im Hinblick auf die anstehenden Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. &#8222;Aber ich will f\u00fcr meine Person festhalten, unser Land braucht grundlegende Reformen&#8220;, fuhr Merz fort, womit er grunds\u00e4tzliche Kritik an seinem Regierungskurs vom Tisch wischte.\u00a0<\/p>\n<p>Deutschland brauche &#8222;grundlegende Reformen&#8220;, weshalb seine &#8222;Entschlossenheit, den Reformkurs fortzusetzen, ungebrochen&#8220; sei, bekr\u00e4ftigte der Kanzler. &#8222;Es gibt in der CDU keine grunds\u00e4tzlichen Zweifel an der Richtigkeit dieses Kurses&#8220;, betonte Merz.<\/p>\n<p>Der Kanzler begreift die &#8222;au\u00dfergew\u00f6hnlich niedrigen&#8220; Zustimmungswerte zur Politik seiner Regierung vor allem als ein Vermittlungsproblem.\u00a0 Jetzt gelte es, den Reformkurs &#8222;nicht nur rational&#8220; zu begr\u00fcnden, sondern ihn &#8222;emotional [zu] vermitteln&#8220;. Die eigene Politik besser zu erkl\u00e4ren, &#8222;das ist so ein Standardsatz, den wir h\u00e4ufig verwenden&#8220;, r\u00e4umte Merz ein, aber &#8222;dieser Satz reicht nicht mehr.\u00a0Wir m\u00fcssen versuchen, ich selbst auch, die Menschen auch in ihrer ganzen Emotionalit\u00e4t st\u00e4rker zu erreichen.&#8220; Es sei jetzt notwendig, in der Koalition &#8222;zusammen mit der SPD eine neue, bessere Erz\u00e4hlung&#8220; zu erm\u00f6glichen, &#8222;warum wir diese Reformen f\u00fcr notwendig und f\u00fcr richtig halten.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Kanzler bekr\u00e4ftigt, dass sein innenpolitischer Reformkurs dem Wahlvolk nur besser &#8222;erz\u00e4hlt&#8220; und &#8222;emotional vermittelt&#8220; werden m\u00fcsse, setzt er auch in der Au\u00dfenpolitik auf ein Weiter-so. Er werde von seiner &#8222;Grund\u00fcberzeugung, dass wir unsere Freiheit gerade jetzt auch gegen Russland verteidigen m\u00fcssen, keinen Millimeter abweichen&#8220;, erkl\u00e4rte Merz, der auch bei diesem Thema ein Vermittlungsproblem ausgemacht hat:<\/p>\n<p><em>&#8222;Ich werde das wahrscheinlich sehr viel mehr und sehr viel intensiver erl\u00e4utern m\u00fcssen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Die Gef\u00e4hrdung der inneren Sicherheit sei &#8222;nicht abstrakt&#8220;, sondern &#8222;sehr konkret&#8220;, sagte Merz und zog daf\u00fcr als Beleg den Leipziger Drohnenvorfall heran, f\u00fcr den die Bundesregierung Russland verantwortlich macht. Wenn Berlin die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine einstelle, &#8222;wird es morgen nicht besser, sondern wird es noch schlimmer&#8220;, behauptete Merz, der anmerkte, dass die Parteien, die eine milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der Ukraine ablehnen, im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt \u00fcber eine Mehrheit von genau 57,7 Prozent verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Das Ziel der russischen Staatsf\u00fchrung sei &#8222;die Destabilisierung der Werteordnung dessen, was wir mal fr\u00fcher den Westen genannt haben&#8220;, fuhr der Kanzler fort. Deshalb sei au\u00dfenpolitisch und sicherheitspolitisch &#8222;absolute Klarheit notwendig&#8220;, und diese Klarheit sei &#8222;eine Frage des \u00dcberlebens unserer Werteordnung&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn wir diese Art der Selbstverteidigung im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr wollen, dann ger\u00e4t richtig was ins Rutschen. Und da werde ich alles tun, was in meiner Kraft steht, um das zu verhindern&#8220;, beteuerte Merz.\u00a0<\/p>\n<p>Es war eine denkw\u00fcrdige Pressekonferenz, die der Kanzler anl\u00e4sslich der &#8222;gro\u00dfen Ersch\u00fctterungen&#8220;, die das Wahlergebnis in Sachen-Anhalt ausgel\u00f6st hat, gegeben hat. Denn\u00a0Worte der Selbskritik, die \u00fcber das Besser-Vermitteln-M\u00fcssen hinaus gingen, suchte man in seinen Einlassungen vergeblich. Inhaltlich alles richtig gemacht, das war die eigentliche Botschaft des Kanzlers.<\/p>\n<p>Der Auftritt von Merz war ein ausdr\u00fcckliches Weiter-so: &#8222;Das ist jetzt unsere vordringliche Aufgabe, nachzuweisen, dass dieser Weg, den wir im letzten Jahr gemeinsam beschritten haben, dass dieser Weg richtig ist und dass er erfolgreich ist. Und daf\u00fcr haben wir auch noch ein bisschen Zeit. Wir sind f\u00fcr vier Jahre gew\u00e4hlt. Ich bin f\u00fcr vier Jahre gew\u00e4hlt. Aber wir m\u00fcssen diese Zeit auch nutzen&#8220;, sagte Merz.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2013 <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/inland\/290755-liveticker-zur-wahl-in-sachsen\/\">Liveticker zur Wahl in Sachsen-Anhalt<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7d0fm2\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Krisensitzung der CDU-F\u00fchrung im Berliner Konrad-Adenauer-Haus, wo \u00fcber das Wahldebakel von Sachsen-Anhalt und dessen Folgen diskutiert wurde, traten Bundeskanzler Friedrich Merz und\u00a0Sachsen-Anhalts Noch-Ministerpr\u00e4sident\u00a0Sven Schulze vor die Presse.\u00a0 Der Spiegel hatte vor der Pressekonfrenz die Situation 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