{"id":21423,"date":"2026-09-07T19:03:17","date_gmt":"2026-09-07T17:03:17","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/gastkommentar-von-jurij-christopher-kofner-606-prozent-uebereinstimmung-wie-nah-liegen-afd-und-bsw-in-sachsen-anhalt-wirtschaftspolitisch-beieinander\/"},"modified":"2026-09-07T19:03:17","modified_gmt":"2026-09-07T17:03:17","slug":"gastkommentar-von-jurij-christopher-kofner-606-prozent-uebereinstimmung-wie-nah-liegen-afd-und-bsw-in-sachsen-anhalt-wirtschaftspolitisch-beieinander","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/gastkommentar-von-jurij-christopher-kofner-606-prozent-uebereinstimmung-wie-nah-liegen-afd-und-bsw-in-sachsen-anhalt-wirtschaftspolitisch-beieinander\/","title":{"rendered":"Gastkommentar von Jurij Christopher Kofner: 60,6 Prozent \u00dcbereinstimmung: Wie nah liegen AfD und BSW in Sachsen-Anhalt wirtschaftspolitisch beieinander?"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>AfD und BSW kommen in Sachsen-Anhalt in zentralen wirtschafts-, finanz-, energie- und staatspolitischen Fragen auf eine \u00dcbereinstimmung von 60,6 Prozent. Das ist das Ergebnis<\/strong> <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/institutkw.de\/wirtschaftspolitische-schnittmengen-von-afd-und-bsw-in-sachsen-anhalt-grundlage-fuer-eine-moegliche-regierungszusammenarbeit\/\"><strong>einer neuen Studie des Instituts f\u00fcr konservative Wirtschaftspolitik (IKW)<\/strong><\/a><strong>. Untersucht wurden 52 konkrete Ma\u00dfnahmenkomplexe aus den Programmen beider Parteien. Anlass f\u00fcr die Analyse ist das Ergebnis der Landtagswahl vom 6. September 2026: Die AfD wurde mit 43,8 Prozent st\u00e4rkste Kraft, verfehlte aber knapp die absolute Mehrheit. Gemeinsam mit dem BSW h\u00e4tte sie im neuen Landtag eine eigene Mehrheit.<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist eine Frage, die zuvor eher theoretisch erschien, pl\u00f6tzlich politisch relevant: <strong>Gibt es zwischen AfD und BSW in wirtschaftspolitischen Fragen gen\u00fcgend sachliche Gemeinsamkeiten f\u00fcr eine dauerhafte Zusammenarbeit oder sogar eine gemeinsame Regierungsmehrheit?<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die AfD stellt nach der Wahl <strong>39 der 83 Abgeordneten<\/strong>. F\u00fcr die absolute Mehrheit von 42 Sitzen fehlen ihr drei Mandate. Das BSW zog mit f\u00fcnf Abgeordneten in den Landtag ein. Zusammen k\u00e4men beide Parteien auf <strong>44 Sitze<\/strong>. Eine Koalition ist damit keineswegs beschlossen. Das BSW hat jedoch \u2013 anders als die \u00fcbrigen Landtagsparteien \u2013 eine sachbezogene Zusammenarbeit mit der AfD nicht grunds\u00e4tzlich ausgeschlossen. BSW-Politiker nannten nach der Wahl unter anderem Russlandpolitik und bezahlbare Energie als m\u00f6gliche Schnittmengen. Auch von AfD-Seite wurde Gespr\u00e4chsbereitschaft signalisiert.\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>52 politische Fragen im Vergleich<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau hier setzt die IKW-Studie an. Verglichen wurden die Programme von AfD und BSW in vier Bereichen: <strong>Wirtschaft und B\u00fcrokratieabbau, Haushalt und Finanzen, Energie sowie Digitalisierung und Reform des Staatsapparates<\/strong>. Insgesamt wurden <strong>52 eigenst\u00e4ndige Ma\u00dfnahmenkomplexe<\/strong> untersucht.\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Methode ist einfach: Stimmen Ziel und Instrument weitgehend \u00fcberein, gibt es einen Punkt. Sind die Positionen \u00e4hnlich und erscheint ein Kompromiss realistisch, gibt es einen halben Punkt. Bei einem grundlegenden Gegensatz gibt es keinen Punkt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wo eines der beiden Landeswahlprogramme zu einer Frage keine klare Position enth\u00e4lt, wurden zus\u00e4tzlich aktuelle \u00c4u\u00dferungen der Landesparteien, Landtagsfraktionen oder die jeweiligen Bundesprogramme herangezogen. So soll nicht blo\u00df erfasst werden, was ausdr\u00fccklich im Wahlprogramm steht, sondern auch, wie die Partei bei einer konkreten Verhandlung wahrscheinlich positioniert w\u00e4re.\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ergebnis: <strong>18 der 52 Punkte weisen eine weitgehende \u00dcbereinstimmung auf, 27 gelten als kompromissf\u00e4hig und nur sieben als grundlegender Konflikt. Daraus ergibt sich ein Gesamtwert von 60,6 Prozent.<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am gr\u00f6\u00dften ist die \u00dcbereinstimmung bei <strong>Wirtschaft und B\u00fcrokratieabbau mit 66,7 Prozent<\/strong>. Es folgen Digitalisierung und Staatsreform mit <strong>60,7 Prozent<\/strong>, Energie mit <strong>60,0 Prozent<\/strong> und Haushalt und Finanzen mit <strong>54,5 Prozent<\/strong>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wo AfD und BSW zusammenfinden<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders gro\u00df sind die Schnittmengen beim Mittelstand. Beide Parteien wollen B\u00fcrokratie abbauen, Genehmigungen beschleunigen, Unternehmen digitalisieren und Handwerk sowie berufliche Bildung st\u00e4rken.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch bei der Fachkr\u00e4ftesicherung liegen die Positionen n\u00e4her beieinander, als es zun\u00e4chst scheint. Das BSW will ausl\u00e4ndische Berufsabschl\u00fcsse schneller anerkennen. Die AfD setzt zun\u00e4chst auf heimische Arbeitskr\u00e4fte und die R\u00fcckkehr ausgewanderter deutscher Fachkr\u00e4fte, schlie\u00dft aber laut Bundesprogramm eine gezielte Zuwanderung qualifizierter Fachkr\u00e4fte f\u00fcr tats\u00e4chliche Mangelberufe nicht aus. Der Unterschied liegt damit vor allem bei Umfang und Priorit\u00e4ten.\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch deutlicher ist die N\u00e4he bei <strong>Russland und Energie<\/strong>. Beide Parteien wollen wieder russisches Pipelinegas beziehen, stehen einer Nutzung von Nord Stream positiv gegen\u00fcber und kritisieren hohe Energie- und CO\u2082-Kosten. Auch bei Technologieoffenheit und neuen Reaktortechnologien gibt es \u00dcberschneidungen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die harten Konflikte<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gr\u00f6\u00dften Gegens\u00e4tze liegen bei der <strong>Schuldenbremse<\/strong>. Die AfD will sie einhalten, das BSW fordert ihre Abschaffung und mehr kreditfinanzierte Investitionen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch bei <strong>Windkraft und Kohle<\/strong> liegen die Parteien auseinander. Die AfD fordert ein Windkraftmoratorium und will Kohleverstromung notfalls \u00fcber 2038 hinaus erm\u00f6glichen. Das BSW setzt auf weiteren Windkraftausbau und sieht die Braunkohle mittelfristig auslaufen. Weitere Konflikte bestehen beim 15-Euro-Mindestlohn, bei der Tariftreue, bei Verm\u00f6gen- und Erbschaftsteuern sowie beim Landesverwaltungsamt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was w\u00e4re sofort m\u00f6glich?<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gemeinsames 100-Tage-Programm w\u00e4re trotzdem vorstellbar: <strong>B\u00fcrokratieabbau, schnellere Genehmigungen, digitale Verwaltung, bessere Bedingungen f\u00fcr Mittelstand und Handwerk, eine Reform der Kommunalfinanzen und gemeinsame Initiativen zur Senkung der Energiepreise<\/strong> geh\u00f6ren zu den gr\u00f6\u00dften Schnittmengen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die IKW-Analyse kommt deshalb zu einem klaren Ergebnis: <strong>Eine Zusammenarbeit von AfD und BSW in Sachsen-Anhalt w\u00fcrde nicht an fehlenden wirtschaftspolitischen Gemeinsamkeiten scheitern. Mit 60,6 Prozent ist die gemeinsame Fl\u00e4che betr\u00e4chtlich. Entscheidend w\u00e4ren am Ende die sieben grundlegenden Konfliktfelder \u2013 und die Frage, ob beide Seiten bereit sind, daf\u00fcr politische Kompromisse zu finden.<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Jurij Christopher Kofner, Jahrgang 1988, studierte Au\u00dfenwirtschaft am Moskauer Staatsinstitut f\u00fcr Internationale Beziehungen (MGIMO) und promovierte in Economics an der Wirtschaftshochschule Moskau (HSE). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Internationalen Institut f\u00fcr Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Wien und ist seit 2020 Fachreferent f\u00fcr Wirtschaft, Energie und Digitales der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag.<\/em><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><\/figure>\n<p><strong>Beitrag:<\/strong> <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/deutschlandkurier.de\/2026\/09\/gastkommentar-von-jurij-christopher-kofner-606-prozent-uebereinstimmung-wie-nah-liegen-afd-und-bsw-in-sachsen-anhalt-wirtschaftspolitisch-beieinander\/\">Gastkommentar von Jurij Christopher Kofner: 60,6 Prozent \u00dcbereinstimmung: Wie nah liegen AfD und BSW in Sachsen-Anhalt wirtschaftspolitisch beieinander?<\/a> <br><strong>Quelle:<\/strong> Deutschland-Kurier.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>\n<p>AfD und BSW kommen in Sachsen-Anhalt in zentralen wirtschafts-, finanz-, energie- und staatspolitischen Fragen auf eine \u00dcbereinstimmung von 60,6 Prozent. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts f\u00fcr konservative Wirtschaftspolitik (IKW). Untersucht wurden 52 konkrete Ma\u00dfnahmenkomplexe aus den Programmen beider Parteien. Anlass f\u00fcr die Analyse ist das Ergebnis der Landtagswahl vom 6. September [\u2026]<\/p>\n<p>The post <a href=\"https:\/\/deutschlandkurier.de\/2026\/09\/gastkommentar-von-jurij-christopher-kofner-606-prozent-uebereinstimmung-wie-nah-liegen-afd-und-bsw-in-sachsen-anhalt-wirtschaftspolitisch-beieinander\/\">Gastkommentar von Jurij Christopher Kofner: 60,6 Prozent \u00dcbereinstimmung: Wie nah liegen AfD und BSW in Sachsen-Anhalt wirtschaftspolitisch beieinander?<\/a> appeared first on <a href=\"https:\/\/deutschlandkurier.de\/\">Deutschland-Kurier<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":21424,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-21423","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienkritik"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":8}},"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/photo_2026-01-26_10-33-32-1-819x1024-1.jpg",819,1024,false],"thumbnail":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:150\/h:150\/q:mauto\/rt:fill\/g:ce\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/photo_2026-01-26_10-33-32-1-819x1024-1.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:240\/h:300\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/photo_2026-01-26_10-33-32-1-819x1024-1.jpg",240,300,true],"medium_large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:768\/h:960\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/photo_2026-01-26_10-33-32-1-819x1024-1.jpg",768,960,true],"large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/photo_2026-01-26_10-33-32-1-819x1024-1.jpg",819,1024,false],"1536x1536":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/photo_2026-01-26_10-33-32-1-819x1024-1.jpg",819,1024,false],"2048x2048":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/photo_2026-01-26_10-33-32-1-819x1024-1.jpg",819,1024,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/w:10\/h:12\/q:mauto\/f:best\/dpr:2\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/photo_2026-01-26_10-33-32-1-819x1024-1.jpg",10,12,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"AfD und BSW kommen in Sachsen-Anhalt in zentralen wirtschafts-, finanz-, energie- und staatspolitischen Fragen auf eine \u00dcbereinstimmung von 60,6 Prozent. 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