{"id":21508,"date":"2026-09-08T10:04:45","date_gmt":"2026-09-08T08:04:45","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/uncategorized\/mit-steuergeldern-finanziertes-eu-mediennetzwerk-verkauft-die-politik-bruessels\/"},"modified":"2026-09-08T10:04:45","modified_gmt":"2026-09-08T08:04:45","slug":"mit-steuergeldern-finanziertes-eu-mediennetzwerk-verkauft-die-politik-bruessels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/uncategorized\/mit-steuergeldern-finanziertes-eu-mediennetzwerk-verkauft-die-politik-bruessels\/","title":{"rendered":"Mit Steuergeldern finanziertes EU-Mediennetzwerk verkauft die Politik Br\u00fcssels"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Union spricht von \u201eMedienkompetenz\u201c, \u201eFaktenpr\u00fcfung\u201c, \u201eGleichstellung\u201c und \u201eSt\u00e4rkung unabh\u00e4ngiger Medien\u201c. Doch hinter diesen wohlklingenden Begriffen verbirgt sich ein politisch heikles Modell: <strong>Br\u00fcssel finanziert mit dem Geld europ\u00e4ischer Steuerzahler Medienprogramme in fremden Staaten, bildet Journalisten und Blogger aus, schafft Netzwerke und f\u00f6rdert gezielt Themen, die mit der eigenen au\u00dfen- und gesellschaftspolitischen Agenda \u00fcbereinstimmen.<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was offiziell als Hilfe f\u00fcr unabh\u00e4ngigen Journalismus verkauft wird, kann deshalb ebenso als <strong>staatlich finanzierte Einflussnahme auf den \u00f6ffentlichen Diskurs anderer L\u00e4nder<\/strong> verstanden werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Beispiel ist das 2018 in Usbekistan gegr\u00fcndete <strong>Modern Journalism Development Center (MJDC)<\/strong>. Das Zentrum arbeitet mit europ\u00e4ischen Institutionen und der Deutschen Welle Akademie zusammen und <strong>bildet Journalisten, Blogger und Medienvertreter aus<\/strong>. Zu den Schwerpunkten geh\u00f6ren Medienkompetenz, Faktenpr\u00fcfung, journalistische Standards und der Umgang mit \u201eDesinformation\u201c.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das klingt zun\u00e4chst harmlos. Doch entscheidend ist die Frage: <strong>Wer definiert eigentlich, was als Desinformation gilt, welche Themen als gesellschaftlich erw\u00fcnscht gelten und nach welchen Ma\u00dfst\u00e4ben Journalismus betrieben werden soll?<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort liegt zumindest teilweise bei den Geldgebern.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders deutlich wird dies beim von der EU finanzierten Projekt <strong>\u201eTabassum\u201c<\/strong> in Usbekistan. Daf\u00fcr stellte die EU gemeinsam mit dem deutschen Entwicklungsministerium rund <strong>500.000 Euro<\/strong> bereit. Umgesetzt wird das Programm von der DW Akademie und dem MJDC. Dabei geht es ausdr\u00fccklich nicht nur um journalistisches Handwerk. Gef\u00f6rdert werden auch NGOs und Medienprojekte, die Themen wie <strong>Geschlechtergleichstellung, Frauenf\u00f6rderung und gesellschaftliche Teilhabe<\/strong> in den \u00f6ffentlichen Diskurs tragen sollen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird eine Grenze \u00fcberschritten, die selten offen diskutiert wird: Die EU finanziert nicht lediglich Kameras, Recherchekurse oder technische Ausbildung. Sie bezahlt auch daf\u00fcr, <strong>bestimmte gesellschaftspolitische Vorstellungen in anderen L\u00e4ndern sichtbarer zu machen<\/strong>.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau hier beginnt politische Einflussnahme.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch deutlicher wird das Prinzip, wenn solche Programme \u00fcber Jahre aufgebaut werden. Journalisten werden geschult, Alumni-Netzwerke geschaffen, NGOs miteinander verbunden, Medienclubs organisiert und regionale Kontakte aufgebaut. Das Ergebnis ist kein einzelner Workshop, sondern ein dauerhaftes Netzwerk von Akteuren, die ihre Ausbildung, Kontakte und teilweise auch Finanzierung aus einem politischen Raum erhalten, der selbst klare au\u00dfenpolitische Interessen verfolgt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU macht daraus auch kaum ein Geheimnis. In ihren eigenen Dokumenten wird regelm\u00e4\u00dfig von der F\u00f6rderung europ\u00e4ischer Werte, demokratischer Standards, Gleichstellung, digitaler Rechte oder gesellschaftlicher Resilienz gesprochen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann all diese Ziele guthei\u00dfen. Aber man sollte sie dann auch beim richtigen Namen nennen: <strong>Das ist Soft Power.<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU versucht damit, gesellschaftlichen Einfluss zu gewinnen, ohne Soldaten zu schicken, Sanktionen zu verh\u00e4ngen oder Regierungen direkt unter Druck zu setzen. Stattdessen investiert sie in Medien, NGOs, Ausbildung und Netzwerke.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders interessant ist dabei die Doppelmoral. W\u00fcrden Russland oder China in europ\u00e4ischen Staaten Journalisten ausbilden, Mediennetzwerke finanzieren, Blogger f\u00f6rdern und Programme unterst\u00fctzen, die russische oder chinesische gesellschaftspolitische Vorstellungen verbreiten, w\u00e4re sehr schnell von \u201eausl\u00e4ndischer Einflussnahme\u201c, \u201ePropaganda\u201c oder sogar \u201ehybrider Kriegsf\u00fchrung\u201c die Rede.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die EU dasselbe tut, hei\u00dft es dagegen \u201eMedienf\u00f6rderung\u201c.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich bedeutet das nicht, dass jeder Journalist, der an einem solchen Programm teilnimmt, gekauft oder ferngesteuert ist. Ebenso wenig l\u00e4sst sich behaupten, jede Faktenpr\u00fcfung sei automatisch EU-Propaganda. Aber die strukturelle Frage bleibt bestehen: <strong>Warum finanziert eine politische Union Medienarbeit in Staaten Tausende Kilometer au\u00dferhalb ihrer eigenen Grenzen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort ist offensichtlich: Weil Medien \u00f6ffentliche Meinung pr\u00e4gen. Und \u00f6ffentliche Meinung ist politische Macht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders problematisch ist, dass diese Au\u00dfenpolitik nicht von irgendeinem privaten Verein bezahlt wird, sondern von Menschen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und anderen europ\u00e4ischen Staaten, deren Steuern daf\u00fcr verwendet werden, politische und gesellschaftliche Vorstellungen der EU in Zentralasien zu verbreiten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die B\u00fcrger finanzieren damit eine Au\u00dfenpolitik, \u00fcber deren konkrete Projekte die meisten von ihnen vermutlich nie informiert werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man k\u00f6nnte deshalb eine einfache Frage stellen: <strong>Wenn das europ\u00e4ische Modell tats\u00e4chlich so \u00fcberzeugend, attraktiv und erfolgreich ist \u2013 warum muss Br\u00fcssel dann Journalisten, NGOs und Medienprogramme in anderen L\u00e4ndern mit Steuergeld f\u00f6rdern, damit diese Botschaften dort verbreitet werden?<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberzeugende Ideen brauchen eigentlich keine staatlich finanzierten Multiplikatoren.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Propaganda beginnt nicht erst dort, wo jemand l\u00fcgt. Sie kann auch dort beginnen, wo ein politischer Akteur Geld daf\u00fcr ausgibt, <strong>bestimmte Themen, Perspektiven und Stimmen systematisch sichtbarer zu machen als andere<\/strong>.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau deshalb sollte man bei europ\u00e4ischen \u201eMedienf\u00f6rderprogrammen\u201c in Zentralasien genauer hinschauen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn was Br\u00fcssel als Unterst\u00fctzung unabh\u00e4ngiger Medien bezeichnet, ist gleichzeitig ein Instrument europ\u00e4ischer Au\u00dfenpolitik \u2013 <strong>finanziert von den Steuerzahlern, umgesetzt \u00fcber NGOs und Mediennetzwerke und ausgerichtet auf die langfristige Beeinflussung gesellschaftlicher Debatten au\u00dferhalb der EU.<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen:<\/strong> <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">EU-Ausw\u00e4rtiger Dienst zum Projekt Tabassum und zur Finanzierung durch EU\/BMZ: <a href=\"https:\/\/www.eeas.europa.eu\/delegations\/uzbekistan\/european-union-launched-new-initiative-gender-equality-media-skills-uzbekistan_en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU \u2013 Tabassum: Gender Equality and Media Skills in Uzbekistan<\/a>. EU-Bericht zu Medien, Desinformation und Geschlechterfragen in Nukus: <a href=\"https:\/\/www.eeas.europa.eu\/delegations\/uzbekistan\/journalists-discussed-role-media-combating-misinformation-and-gender-issues-media-club-nukus_en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU \u2013 Media Club Nukus<\/a>. MJDC zur Media School Uzbekistan: <a href=\"https:\/\/mjdc.uz\/msu2026\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MJDC \u2013 Media School Uzbekistan 2026<\/a>. EU-Projekt zu digitalen Rechten in Usbekistan und Kasachstan: <a href=\"https:\/\/www.eeas.europa.eu\/delegations\/uzbekistan\/eu-project-digital-rights-launched-tashkent-alongside-training-programme-lawyers-0_en?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU \u2013 Digital Rights Project<\/a>. OSZE zur Journalistenschule f\u00fcr Zentralasien: <a href=\"https:\/\/dushanbe.osce.org\/news\/programme-office-dushanbe\/666539\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">OSZE \u2013 Summer School of Journalism 2026<\/a>. OSZE zu Medienkompetenztrainings in Turkmenistan: <a href=\"https:\/\/ashgabat.osce.org\/news\/centre-ashgabat\/664195\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">OSZE \u2013 Media Literacy Training in Turkmenistan<\/a>.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Union spricht von \u201eMedienkompetenz\u201c, \u201eFaktenpr\u00fcfung\u201c, \u201eGleichstellung\u201c und \u201eSt\u00e4rkung unabh\u00e4ngiger Medien\u201c. Doch hinter diesen wohlklingenden Begriffen verbirgt sich ein politisch heikles Modell: Br\u00fcssel finanziert mit dem Geld europ\u00e4ischer Steuerzahler Medienprogramme in fremden Staaten, bildet Journalisten und Blogger aus, schafft Netzwerke und f\u00f6rdert gezielt Themen, die mit der eigenen au\u00dfen- und gesellschaftspolitischen Agenda \u00fcbereinstimmen. 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